Der Buchmarkt in Österreich

Eine Momentaufnahme (Stand 2005)


Seminararbeit, 2005

13 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Überblick über den Buchmarkt in Österreich
2.1 Wirtschaftliche Größenordnungen
2.2 Teilnehmer
2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

3. Verlage
3.1 Größenordnungen
3.2 Sachgebiete
3.3 Titelproduktion

4. Buchhandel
4.1 Stationärer Buchhandel
4.2 Zwischenbuchhandel
4.3 Versandbuchhandel

5. Förderungen und Subventionen

6. Zusammenfassung und Ausblick

1. Einleitung

Im Rahmen dieser Seminararbeit soll eine Momentaufnahme des österreichischen Buchmarkts erstellt werden. Es wird dabei auf alle Formen des inländischen herstellenden und verbreitenden Buchhandels eingegangen, sowie auf den Einfluss des sprachbedingt sehr stark verknüpften deutschen Buchmarkts. Die Betrachtung anderer internationaler Einwirkungen bleibt jedoch aufgrund des Umfangs der Arbeit auf diesen größten Einflussfaktor beschränkt, ebenso bleibt die Kundenseite im Buchmarkt außer acht. Zur Komplettierung des Bildes wird auf die staatlichen Eingriffe auf Gesetzesebene sowie durch Förderungen und Subventionen der Branche eingegangen. Die aktuellen Zahlen aus dem Buchmarkt wurden – wo nicht anders gekennzeichnet - aus Elfriede Scheipls und Fritz Panzers Buchmarktstudie „Buchverlage in Österreich“ aus dem Jahr 2001 übernommen.

2. Überblick über den Buchmarkt in Österreich

2.1 Wirtschaftliche Größenordnung

Jeder Haushalt in Österreich setzte 2002 ca. 118 € in Büchern um.[1] Damit hatte der österreichische Buchhandel 2002 eine Umsatzstärke von ca. 790 Mio. €.[2] Aufgrund des Wegfalls der sprachlichen Grenzen hinsichtlich Deutschlands und Teilen der Schweiz kann der Buchhandel in Österreich – anders als in anderen Kleinstaaten in dieser Größenordnung von ca. 8,1 Mio. Einwohnern – auf einen potentiellen Markt von ca. 100 Mio. Menschen zurückgreifen.[3] Dieser Vorteil wird jedoch durch andere Nachteile, die dem Buchmarkt v.a. durch den Teilnehmer Deutschland entstehen, wettgemacht: Aufgrund der Strukturen der Verlagslandschaft in Österreich und schlechterer Vertriebsmöglichkeiten in Deutschland lag der Export österreichischer Bücher nach Deutschland 2002 im Umsatzbereich von ca. 31 Mio. €, der Import deutscher Bücher lag jedoch bei ca. 241 Mio. €.[4] Weitere Ausführungen zu dieser Problematik finden sich unter dem Punkt 3 Verlage und dem Punkt 4 Buchhandel.

2.2 Teilnehmer

Inländische Teilnehmer am österreichischen Buchmarkt sind zu einem wichtigen, wachsenden Teil private Verlage und der private Buchhandel, aber auch der Staat und die katholische Kirche sowie deutsche Verlage und der deutsche Buchhandel. Der größte Buchverlag Österreichs beispielsweise – der Österreichische Bundesverlag ÖBV – ist in staatlichen Händen. Im Verlagswesen und Sortimentsbuchhandel ist die Kirche mit dem Medienkonzern Styria, dem Verlagshaus Tyrolia, der Carinthia Gruppe und dem Niederösterreichischen Pressehaus vertreten. Aufgrund dieser starken Position von Kirche und Staat schlossen sich 1988 20 kleinere Literatur- und Kulturverlage zur Arbeitsgemeinschaft österreichischer Privatverlage zusammen, die im Verlauf der Jahre v.a. staatliche Förderungen für gemeinsame Aktionen erreicht haben. Wie in Deutschland existiert auch in Österreich eine Interessensgemeinschaft, die herstellenden und verbreitenden Buchhandel gleichermaßen vertreten möchte. Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, dessen Mitgliedschaft freiwillig ist, hat aber in letzter Zeit durch den Austritt des größten privaten Verlags Österreichs – des Ueberreuter Verlags - an Bedeutsamkeit verloren. Wie auch in Deutschland kämpft er in Zeiten von Internetkommunikation und Billigbuch um seine Lebensberechtigung. Die größte Fachzeitschrift des Landes ist der Anzeiger, das Organ des Hauptverbandes. Der Anzeiger erscheint monatlich und greift Trends und News in Verlagen, Buchhandlungen und Kulturbetrieben in der Branche auf. Die gesetzliche Interessensvertretung von knapp 4000 Unternehmen der Medienbranche ist der Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft.[5] Das Spektrum der Mitgliedsunternehmen spannt sich vom Buchhandel über Verlage und Verlagsbüros, über den Musikalienhandel und Musikverlage sowie über Auslieferungen und Antiquariate bis zu Lesezirkeln.

2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

Der rechtliche Rahmen der Buchproduktion und des Buchvertriebs beinhaltet auch in Österreich die Buchpreisbindung und einen verminderten Mehrwertsteuersatz von 10% (anstatt 20%). Nach Problemen im Im- und Export aufgrund der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze wurde das Sammelrevers als Garantie für die Preisbindung im Jahr 2000 aufgehoben. Seitdem gilt in Österreich das Bundesgesetz über die Preisbindung von Büchern, in dem festgesetzt wurde, dass die Preise vom Verlag für 2 Jahre festgelegt werden und der Letztverkäufer maximal 5% von diesem Preis abweichen darf, mit ähnlichen Ausnahmen für Bibliotheken und Mängelexemplaren wie in Deutschland.

[...]


[1] Buchhandel, inkl. Buchgemeinschaften & Buchversender ohne Trafiken, Tankstellen und ähnlichen Verkaufsstellen In: Braun, Michael: Buchhandel in Österreich. Wien: RegioPlan Consulting GmbH 2003. S. 6

[2] a.a.O. S. 2

[3] http://europa.eu.int/abc/european_countries/eu_members/austria/index_de.htm 30.12.04

[4] Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. (Hg.): Buch und Buchhandel in Zahlen 2004. Frankfurt am Main: MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH 2004. S. 55

[5] http://www.buchwirtschaft.at/home/firmen.asp 23.01.05

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Der Buchmarkt in Österreich
Untertitel
Eine Momentaufnahme (Stand 2005)
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Grundkurs Buchwissenschaft
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V39347
ISBN (eBook)
9783638381383
ISBN (Buch)
9783638762502
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buchmarkt, Buchwissenschaft, Österreich, Buchhandlungen
Arbeit zitieren
Ina Fuchshuber (Autor), 2005, Der Buchmarkt in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39347

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