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Sekundäre Motivation - Eine Annäherung an volksetymologische Phänomene

Title: Sekundäre Motivation - Eine Annäherung an volksetymologische Phänomene

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Kerstin Nowak (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Der Begriff "Volksetymologie" bezeichnet das unbewusste Bestreben eines Sprechers, Wörter, die ihm innerhalb des einheimischen Wortschatzes isoliert erscheinen an diesen anzugleichen bzw. aus ihm eine Begründung für die Existenz dieser Wörter zu ziehen. Der Gebrauch dieses fremden Sprachgutes soll also ‚motiviert’ werden. Um dies zu erreichen werden unmotivierte Wörter so verändert, dass sie sich in die vertrauten sprachlichen Strukturen einfügen. Sehr wichtig hierbei ist, das dies unbewusst, also ohne Reflektion oder gar Intention des Sprechers passiert. Vielmehr ist hier dessen Sprachgefühl entscheidend.

1962 hat sich Erwin Mayer in seiner Dissertation intensiv mit Volksetymologien im Englischen beschäftigt und dabei Termini eingeführt, die große Bedeutung in diesem Fachgebiet erlangt haben.
Die vorliegende Arbeit möchte sich mich mit dem Ansatz von E. Mayer beschäftigen und dem Leser dessen zentralen Begriff der ‚Sekundären Motivation’ anhand von anschaulichen Beispiele näher bringen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Was ist Volksetymologie?

2. Hauptteil: Sekundäre Motivation

2.1 Begrifflichkeit

2.2 Phonologische Motivation

2.2.1 Phonologische Angleichung an bestehende Wortformen

2.2.1.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.2.2 Motivation durch Lautersatz

2.2.2.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.2.3 Motivation durch Umgehung fremder Lautverbindungen

2.2.3.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.2.4 Motivation durch Akzentverlegung

2.2.4.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.2.5 Motivation durch neue Aufgliederung des Wortes

2.2.5.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.2.6 Motivation durch Wortkürzung

2.2.6.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.3. Phonologisch-Semantische Motivation

2.3.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.4. Semantische Motivation

2.4.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.5. Sekundäre lautsymbolische Motivation

2.5.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

2.6. Bewusste sekundäre Motivation

2.6.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

3. Schluss: Kritische Würdigung

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Konzept der „Volksetymologie“ auseinander und untersucht den alternativen Erklärungsansatz der „Sekundären Motivation“, wie er von Erwin Mayer eingeführt wurde. Ziel ist es, die Systematisierung der verschiedenen Kategorien sekundärer Motivation darzulegen und anhand sprachlicher Beispiele deren Relevanz und Wirkungsweise zu verdeutlichen.

  • Definition und Abgrenzung der Volksetymologie
  • Phonologische, semantische und lautsymbolische Motivationsprozesse
  • Die Rolle der bewussten sekundären Motivation (Wortspiele)
  • Kritische Analyse der Systematik nach E. Mayer

Auszug aus dem Buch

2.2.1.1 Verdeutlichung anhand von Beispielen

Ein sehr aussagekräftiger Beleg ist das englische Wort mushroom. Seinen Ursprung hat es im altfranzösischen mousseron. Wäre die lautliche Entwicklung regelmäßig verlaufen, müssten wir heute /m? ??r?n/ sagen. Aber stattdessen finden wir bereits seit dem 16. Jahrhundert Formen wie mushrub oder mushrump, in denen die Assimilation im ersten Wortteil bereits eingesetzt hatte. Mousse- wurde zu mush- (‚Brei’), was zu dieser Zeit schon in Gebrauch war. Schließlich wurde das Wort durch den Ersatz von -ron durch –room vollständig phonologisch motiviert. Das anfänglich fremd klingende Wort wurde, zumindest lautlich, zu einem vertrauten. Sehr schön zu sehen ist hier auch, dass phonologische Motivation gänzlich ohne Berücksichtigung der Wortsemantik passiert, denn ‚Breizimmer’ hat sicher nichts mit der eigentlichen Bedeutung ‚Pilz’ zu tun. Nur lautliche Ähnlichkeit war ausschlaggebend für die Veränderung des Wortes.

Fast dieselbe Entwicklung hat auch das irische Wort seamróg durchlaufen. Nach Formen wie seamrug, seamrook oder seamrag bürgerte sich schließlich shamrock (‚Kleeblatt’) ein. Wiederum bleibt der semantische Aspekt unberücksichtigt: sham- (‚Heuchelei’) und –rock (‚Fels’) haben mit der Wortbedeutung nichts zu tun.

Allerdings scheint es bei diesem Beispiel im 16./17. Jahrhundert einmal den Versuch gegeben zu haben, das Wort auch dem Sinn nach zu motivieren, und zwar mit der Form shamroot.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Was ist Volksetymologie?: Dieses Kapitel führt in den Begriff der Volksetymologie ein, verankert ihn in der linguistischen Tradition und beleuchtet die unterschiedliche Empfänglichkeit von Wortschätzen für sprachliche Veränderungen.

2. Hauptteil: Sekundäre Motivation: Dieser zentrale Teil systematisiert verschiedene Motivationsformen – von phonologischen Anpassungen über semantische Verschiebungen bis hin zu bewussten Wortspielen – und erläutert Mayers Fachterminologie.

3. Schluss: Kritische Würdigung: Hier wird der von Erwin Mayer erarbeitete Ansatz reflektiert, wobei insbesondere die Trennschärfe einzelner Kategorien diskutiert und die Zweckmäßigkeit der neuen Begrifflichkeit hinterfragt wird.

4. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die für die Untersuchung herangezogene Primär- und Sekundärliteratur sowie die verwendeten Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Sekundäre Motivation, Volksetymologie, Phonologische Motivation, Semantische Motivation, Lautsymbolik, Sprachgefühl, Wortbildung, Linguistik, Erwin Mayer, Sprachgeschichte, Assimilation, Lautersatz, Akzentverlegung, Wortspiel, Wortkürzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Prozessen der „Sekundären Motivation“ in Sprachen, einem Phänomen, bei dem Sprecher unbewusst oder bewusst versuchen, Wörter sprachlich in ihre bekannten Strukturen einzugliedern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Systematisierung volksetymologischer Veränderungen, unterteilt in phonologische, semantische, lautsymbolische und bewusste Motivationskategorien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den von Erwin Mayer eingeführten Ansatz der „Sekundären Motivation“ zu erläutern und dessen Eignung als Erklärungsmodell für sprachliche Veränderungen kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse bestehender linguistischer Fachliteratur basiert und diese anhand zahlreicher, anschaulicher Sprachbeispiele illustriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kategorien der sekundären Motivation, wie Lautanpassungen, Akzentveränderungen, neue Aufgliederungen sowie die Unterscheidung zwischen unbewussten Vorgängen und bewussten Wortspielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Sekundäre Motivation, Volksetymologie, Phonologische und semantische Anpassung, sowie die Auseinandersetzung mit der Systematik nach E. Mayer.

Warum wird der Begriff „Volksetymologie“ kritisch betrachtet?

Der Autor argumentiert, dass der Begriff durch die Bestandteile „Volk“ und „Etymologie“ irreführend ist, da er suggeriert, es handele sich um eine populärwissenschaftliche Etymologie, statt um einen unbewussten psychologischen Sprachprozess.

Was unterscheidet „phonologische“ von „semantischer“ Motivation?

Während bei der phonologischen Motivation die lautliche Ähnlichkeit zur Angleichung an bekannte Wortmuster im Vordergrund steht, beinhaltet die semantische Motivation zusätzlich eine tatsächliche Bedeutungsänderung oder eine Verschiebung der subjektiven Einstellung zum Wort.

Was sind „Malapropisms“ im Kontext der Arbeit?

Malapropisms bezeichnen Irrtümer, bei denen Sprecher Wörter aufgrund einer vagen akustischen Erinnerung falsch verwenden, was im Kontext der Arbeit als Sonderform der bewussten sekundären Motivation besprochen wird.

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Details

Title
Sekundäre Motivation - Eine Annäherung an volksetymologische Phänomene
College
LMU Munich  (Englische Philologie)
Course
A History of the English Language
Grade
2
Author
Kerstin Nowak (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V39384
ISBN (eBook)
9783638381680
ISBN (Book)
9783638790413
Language
German
Tags
Sekundäre Motivation Eine Annäherung Phänomene History English Language
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Nowak (Author), 2004, Sekundäre Motivation - Eine Annäherung an volksetymologische Phänomene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39384
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