Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › English Language and Literature Studies - Literature

Be bloody, bold and resolute - Über Ehrgeiz und Gewissen in Macbeth

Title: Be bloody, bold and resolute - Über Ehrgeiz und Gewissen in Macbeth

Seminar Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 2

Autor:in: Kerstin Nowak (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Macbeth ist das einzige von Shakespeare's Stücken, in dem eine so starke Frauenrolle auftaucht, dass sie der männlichen Hauptrolle nicht nur ebenbürtig ist, sondern diese auch in hohem Maße beeinflusst, was die ohnehin schon brisanten psychologischen Implikationen von zwischengeschlechtlichen Beziehungen noch ergänzt und verschärft.
Im Verlauf des Dramas spielen vor allem zwei Komponenten eine entscheidende Rolle: die abstrakten Begriffe Ehrgeiz und Gewissen.
Die beiden stehen keineswegs losgelöst voneinander in Raum. Sie sind durch einen weiteren sehr bedeutenden Begriff des Dramas miteinander verknüpft: durch die Tat. Im Stück passieren ausschließlich Taten, die moralisch verwerflich sind. Namentlich: der Mord an Duncan, der Mord an Banquo und der Mord an Macduff’s Familie. Ehrgeiz ist die treibende Kraft für diese Aktionen, da er den Tätern das Motiv für ihren Mord liefert. Der Ehrgeiz, Macht zu erlangen und sie zu behalten macht diese Handlungen erst möglich. Er lässt moralische Aspekte in den Hintergrund treten.
Das Gewissen hingegen ist gleichzusetzen mit der Bewertung, folglich mit der Legitimation der Tat, und wirkt dem Ehrgeiz so entgegen. Es ist die aktionshemmende Kraft, stellt also moralische Fragen in den Vordergrund, um eine Tat an ihnen zu bewerten.
Das Zustandekommen einer Tat hängt also davon ab, welche dieser beiden Strömungen stärker ist.

In der folgenden Arbeit soll gezeigt werden, wie diese beiden charakterlichen Eigenschaften bei den beiden Protagonisten ausgeprägt, und mit deren Entwicklung verknüpft sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Macbeth als psychologisches Drama

2. Hauptteil: Der Kampf von Ehrgeiz und Gewissen

2.1 „Only Vaulting Ambition“ – Macbeth’s Konstitution zu Beginn

2.2 „Unsex Me Here“ – Lady Macbeth’s Absichten

2.3 „Macbeth shall sleep no more“ -Duncan’s Mord als psychologischer Wendepunkt

2.4 Fortschreitende Entfremdung der beiden Protagonisten

2.5 Psychologischer Chiasmus

2.5.1 Vergleich Szene I.v. und III.ii.

3. Schluss: „I am in blood stepped in so far that should I wade no more, returning were as tedious as go o’er” – Die Eigendynamik der Macht als Grund für die gegenläufige Entwicklung der beiden Hauptfiguren

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die psychologische Entwicklung von Macbeth und Lady Macbeth unter dem Einfluss der beiden Gegenspieler Ehrgeiz und Gewissen. Dabei wird analysiert, wie sich die Rollenverteilung zwischen den beiden Protagonisten im Verlauf des Dramas durch den Prozess der Machtausübung grundlegend wandelt.

  • Die psychologische Interpretation von Shakespeares Macbeth.
  • Das Spannungsfeld zwischen Ehrgeiz und Gewissen bei den Protagonisten.
  • Die gegenseitige Beeinflussung und Rollenverteilung von Macbeth und Lady Macbeth.
  • Die Entwicklung des Chiasmus in der Charaktergestaltung der Hauptfiguren.
  • Die Eigendynamik der Macht als treibende Kraft für die Eskalation der Ereignisse.

Auszug aus dem Buch

2.5.1 Vergleich von Szene I.v. und III.ii.

Liest man Szene I.v. und Szene III.ii. unmittelbar hintereinander, so werden die gegensätzlichen Grundstimmungen, in denen sich die Hauptfiguren jeweils befinden besonders deutlich. Im ersten Akt spricht die Lady eindringlich, mit sehr viel Inhalt in ihren Versen, was als Indiz für ihre innere Anspannung auszulegen ist. In der ganzen Szene ist sie die dominante Figur; sie schmiedet Pläne, die, auch wenn ihr Mann noch nicht überzeugt ist, für sie bereits feststehen. Ihr Text wird nur von drei einzeiligen Einwürfen Macbeths unterbrochen, sie spricht also fast ausschließlich. Auch spricht sie den Schlussvers der Szene: „Leave all the rest to me“39. Mit diesen bedeutenden Worten wird die tragende Rolle, die die Lady noch spielen wird, angedeutet.

In der Szene III.ii. bietet sich im Grunde das gleiche Bild, nur mit vertauschten Rollen: „So prithee, go with me“40 ist der Schlussvers dieser Szene, doch „me“ ist diesmal Macbeth. Nun fällt ihm, wie vorher der Lady, der größte Teil des Textes zu, er ist selbstbewusst und wenn sie ihm sagt: „You must leave this“41 gibt er seiner Frau contra: „O full of scorpions is my mind, dear wife!“42.

Die Anspannung der Lady hingegen ist verschwunden, da sie ihr Ziel als erreicht betrachtet und sie versucht, ihren Mann zu beschwichtigen: „Come on. Gentle my lord, [s]leek o’er your rugged looks, be bright and jovial among your guests tonight“43. In ähnlicher Weise hatte Macbeth versucht, sie im ersten Akt zu vertrösten: “We will speak further“44. Man sieht also deutlich, wie sich die Rollen hier verkehrt haben.

Jetzt ist er die aktive Figur, die Pläne schmiedet. Nun muss ihn die Lady fragen: „What’s to be done?“45 und bestimmt es nicht mehr selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Macbeth als psychologisches Drama: Die Einleitung begründet, warum Macbeth zwingend auch unter psychologischen Aspekten analysiert werden muss und nicht nur als rein poetisches Werk betrachtet werden kann.

2. Hauptteil: Der Kampf von Ehrgeiz und Gewissen: Dieser Abschnitt untersucht den internen Konflikt der Protagonisten vor und nach dem Mord an Duncan und zeigt die Verschiebung der moralischen Bewertung auf.

2.1 „Only Vaulting Ambition“ – Macbeth’s Konstitution zu Beginn: Analyse von Macbeths anfänglicher Zögerlichkeit und dem starken moralischen Gegenspieler, dem Gewissen.

2.2 „Unsex Me Here“ – Lady Macbeth’s Absichten: Untersuchung der Strategie von Lady Macbeth, ihre Weiblichkeit zu negieren, um durch Stärke ihren Mann zur Tat zu bewegen.

2.3 „Macbeth shall sleep no more“ -Duncan’s Mord als psychologischer Wendepunkt: Betrachtung des Mordes als den entscheidenden Moment, der Macbeth dauerhaft verändert und die Distanz zu seiner Frau einleitet.

2.4 Fortschreitende Entfremdung der beiden Protagonisten: Analyse des Auseinanderdriftens des Paares, da Macbeth nun eigenmächtig und ohne Absprache mit der Lady handelt.

2.5 Psychologischer Chiasmus: Zusammenfassung der gegensätzlichen Entwicklung der beiden Figuren, bei der Macbeths Ehrgeiz wächst, während das Gewissen der Lady ihren Verstand zerstört.

2.5.1 Vergleich Szene I.v. und III.ii.: Formaler Vergleich der Szenen, der durch die umgekehrte Rollenverteilung den Chiasmus belegt.

3. Schluss: „I am in blood stepped in so far...“: Fazit über die Eigendynamik der Macht, die jeden Versuch einer Umkehr unmöglich macht und die Protagonisten in den Untergang treibt.

Schlüsselwörter

Macbeth, Shakespeare, Ehrgeiz, Gewissen, Psychologie, Macht, Eigendynamik, Lady Macbeth, Chiasmus, Mord, Rollenverteilung, Dramenanalyse, Männlichkeit, Schuld, Wahnsinn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das psychologische Drama „Macbeth“ von William Shakespeare und untersucht, wie die beiden zentralen psychischen Kräfte – Ehrgeiz und Gewissen – die Charaktere Macbeth und Lady Macbeth beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die Wechselwirkung zwischen Machtstreben und moralischer Hemmung sowie die daraus resultierende Rollenverteilung und Entfremdung der beiden Hauptfiguren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Ehrgeiz und Gewissen bei den Protagonisten gegenläufig entwickeln und warum die Eigendynamik der Macht zu einer unumkehrbaren psychologischen Entwicklung führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die insbesondere psychologische Aspekte der Figureninteraktion und einen formalen Vergleich zentraler Szenen heranzieht, um die Argumentation zu stützen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Charakterkonstellationen, der Bedeutung des Mordes als Wendepunkt und der anschließenden Rollenumkehr zwischen Ehemann und Ehefrau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Neben den zentralen Begriffen wie Macbeth, Ehrgeiz, Gewissen und Macht sind Begriffe wie „Chiasmus“ und „Eigendynamik“ entscheidend, da sie die strukturelle Entwicklung der Figuren im Stück beschreiben.

Welche Rolle spielt die „Kinderlosigkeit“ im Kontext dieser Arbeit?

Der Autor greift die Theorie der Kinderlosigkeit auf, um sie kritisch zu hinterfragen und festzustellen, dass die kurze Handlungszeit des Stückes diese Erklärung nicht plausibel erscheinen lässt.

Wie begründet die Arbeit den Wahnsinn von Lady Macbeth?

Der Wahnsinn wird nicht als primär biologisch oder durch das Fehlen von Nachkommen bedingt gesehen, sondern als das Resultat ihres unterdrückten Gewissens, das nach dem Erreichen des Ziels ungebremst ausbricht.

Welche Parallele zieht der Autor zur realen Weltgeschichte?

Der Autor sieht in der „Eigendynamik der Macht“ eine allgemeingültige Erklärung für den Nährboden von Diktaturen und zieht Parallelen zum Dritten Reich, um den zerstörerischen Mechanismus von Macbeths Handeln zu verdeutlichen.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Be bloody, bold and resolute - Über Ehrgeiz und Gewissen in Macbeth
College
LMU Munich  (Englische Philologie)
Course
Shakespeare's Richard III and Macbeth
Grade
2
Author
Kerstin Nowak (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V39385
ISBN (eBook)
9783638381697
ISBN (Book)
9783638790420
Language
German
Tags
Ehrgeiz Gewissen Macbeth Shakespeare Richard Macbeth
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Nowak (Author), 2004, Be bloody, bold and resolute - Über Ehrgeiz und Gewissen in Macbeth, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39385
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint