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Politische Korruption in Deutschland und die Selbstinflation demokratischer Machtinstanzen

Title: Politische Korruption in Deutschland und die Selbstinflation demokratischer Machtinstanzen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anja Koal (Author)

Politics - Other International Politics Topics
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[...] „Politische Korruption bezeichnet die mißbräuchliche Nutzung eines Öffentlichen Amtes zum eigenen privaten Vorteil oder zugunsten Dritter (i.d.R. zum Schaden der Allgemeinheit).“ Diese sehr geläufige Definition wird in der Mehrzahl der Literatur als Prämisse anerkannt und ebenso häufig als unvollständiger Ausgangspunkt für weitere Definitionsentfaltungen verwendet. Daraus ergibt sich eine wahre Fülle an Begriffsbestimmungen, die sehr verschiedene Standpunkte einnehmen oder auf einzelne Erscheinungsformen des Phänomens abzielen. Laut Michael Johnston (Colgate University) haben sich drei Korruptionsbegriffe herauskristallisiert: Die „Behavior-classifying definitions“ zielen auf die handlungstheoretischen Aspekte von „Missbrauch“ und abweichendem Verhalten an sich ab. Sie untersuchen die Trennung von privatem und öffentlichem Handeln hinsichtlich der Ursachen und des Vorgangs korrupter Handlungen. Der „Neoclassical Approach“ hebt dagegen eher die gesellschaftsstrukturellen Rahmenbedingungen hervor, unter denen es überhaupt erst möglich wird ein Amt zu missbrauchen. Und im Grunde genommen gibt es auch „[...] drittens, die Suche nach neuen Paradigmen“. Das meint, die Herausstellung von spezifischen Werte- oder Handlungsmustern in Bezug auf Macht, Kapital und Gesellschaft, die sich permanent im Wandel befinden. Alle diese Faktoren scheinen gleichermaßen von Bedeutung zu sein. Dazu kommen verschiedene Standpunkte, die Korruption aus juristischer, politischer, wirtschaftlicher, soziologischer oder ant hropologischer Sicht betrachten und dem Begriff jeweils eine andere Konnotation beimischen. Obwohl sich die folgenden Ausführungen im speziellen auf Korruption in Deutschland beschränken werden, soll sich trotzdem ein theoretischer Rahmen öffnen, der sich auch auf andere politische und gesellschaftliche Systeme vergleichend anwenden lassen könnte, ohne alternative Wertesysteme zu übervorteilen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Korruption in Deutschland

1.1. Indizien deuten auf Korruption

1.2. Empirische Analysen sind begrenzt

2. Das institutionsökonomische Modell

2.1. Die Weisungshierarchie

2.2. Der Betrug

2.3. Der Schaden

3. Das Korruptionsphantom - eine Verbindung verschiedener Ansätzen

3.1. Generalisierungsgrad der Tauschmedien

3.2. Strukturierung von Korruptionsfällen

3.3. Die normierende Prinzipal – Agent –Vertragspartnerschaft:

3.3.1.1. Die Norm

3.3.1.2. Die Abweichung

3.3.2. Die Parteien als Volks-Agenturen

4. Korruption schafft Korruption – eine Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene politischer Korruption in Deutschland unter Anwendung des institutionsökonomischen Prinzipal-Agent-Modells, um zu ergründen, wie kriminelle Handlungsmuster in demokratischen Institutionen trotz gesetzlicher Normierungen zur Gewohnheit werden und die Integrität der politischen Akteure untergraben.

  • Analyse von Korruptionsstrukturen und deren Wahrnehmung in Deutschland.
  • Anwendung des Prinzipal-Agent-Konzepts auf demokratische Entscheidungsträger.
  • Untersuchung des Spannungsfelds zwischen öffentlichem Auftrag und privaten Interessen.
  • Rolle von Parteien als "Volks-Agenturen" im Kontext von Korruptionsrisiken.
  • Diskussion von Möglichkeiten zur Stärkung der Transparenz und Kontrolle.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Weisungshierarchie

An erster Stelle der Weisungshierarchie steht der Prinzipal, der der Machthaber über ein Quantum von Kapital ist. Das könnte beispielsweise ein Unternehmer sein, der als Besitzer der Produktionsmittel die Autorität seiner Firma ist oder aber eine Staatsmacht, deren Autorität auf verschiedenen Kapitalformen beruht. Zur Verwaltung seiner Ressourcen überträgt der Prinzipal einem Agenten einen Teil seiner Autorität und bindet ihn gleichzeitig vertraglich an seine Weisung. Das kann ein beliebiger Staatsbediensteter sein, dem mit einem beliebigen Ressort auch ein Teil Autorität übertragen wird. Wie in jedem normalen Vertrag (mündlich oder schriftlich) werden die Eigeninteressen beider Seiten berücksichtigt und fixiert, um sich der Standhaltung der Interessen des jeweils anderen für die Zukunft versichern zu können. Handelt also der Agent nach seinen eigenen Interessen, wird er den Vertrag einhalten, damit der Prinzipal das dankend/ entlohnend anerkennt.

„Korruption ist jener Spezialfall des Agenturproblems, bei dem der Agent seinen Opportunismus auslebt, indem er seinen Prinzipal durch die Transaktion mit dem „Klienten“, [Hervorhebung im Original] betrügt.“

Das Problem für den Prinzipal entsteht durch den Informationsvorsprung des Agenten, der nun unmittelbareren Zugang zu der Ressource hat und dem dabei eine gewisse Entscheidungsfreiheit darüber eingeräumt wurde, um seine eigenen Interessen aus dem Vertrag zu verfolgen.

Der Klient hat keinen eigenen Zugang zu den Ressourcen des Prinzipals. Besteht nun seitens dieses Dritten ein Interesse an einer dieser Ressourcen, kann er diese möglicherweise über den Agenten und nach den Bedingungen des Prinzipals erlangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Korruption in Deutschland: Dieses Kapitel stellt die rechtliche Definition von Korruption in Deutschland dar und verdeutlicht die Schwierigkeiten der empirischen Analyse aufgrund der Geheimhaltung krimineller Handlungen.

2. Das institutionsökonomische Modell: Hier wird das Prinzipal-Agent-Konzept eingeführt, um Korruption als systematisches Beziehungsphänomen innerhalb von Weisungshierarchien und durch Opportunismus zu erklären.

3. Das Korruptionsphantom - eine Verbindung verschiedener Ansätzen: Dieses Kapitel verknüpft ökonomische und soziale Aspekte, untersucht Tauschmedien, verschiedene Korruptionsstrukturen und die spezifische Rolle der Parteien in einer Demokratie.

4. Korruption schafft Korruption – eine Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Problematik zusammen und betont die Notwendigkeit von Transparenz und angemessener Sanktionierung, um den demokratischen Rechtsstaat zu bewahren.

Schlüsselwörter

Korruption, Prinzipal-Agent-Modell, Deutschland, Demokratie, politische Korruption, Parteienfinanzierung, institutionelle Analyse, Transparenz, Machtmissbrauch, öffentliche Güter, Klientelismus, Rechtsstaat, Interessenverwaltung, Kontrollierbarkeit, Korruptionstriade.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen politischer Korruption in Deutschland und beleuchtet, wie individuelle und institutionelle Interessenkonflikte innerhalb demokratischer Strukturen zu abweichendem Verhalten führen können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Anwendung des Prinzipal-Agent-Modells auf die politische Praxis, die Typologie von Korruptionsfällen sowie die Rolle von Parteien als Vermittler zwischen gesellschaftlichen Interessen und staatlichem Handeln.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich kriminelle Handlungsmuster in den Institutionen etablieren können und wie demokratische Verhaltensnormen den Interessen von Agenten unterworfen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen institutionsökonomischen Ansatz, insbesondere das Prinzipal-Agent-Konzept, verknüpft mit politikwissenschaftlichen Theorien, um Korruption als soziales Beziehungsphänomen zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Strukturierung von Korruptionsfällen, der Rolle der Bürokratie, der Abweichung von Normen sowie der kritischen Betrachtung der Parteienfinanzierung und ihrer Auswirkung auf den demokratischen Wettbewerb.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Korruption, das Prinzipal-Agent-Modell, politische Transparenz, demokratische Institutionen, Klientelismus und öffentliche Güter.

Wie unterscheidet sich die "situative" von der "strukturellen" Korruption?

Die situative Korruption erfolgt ohne gezielte Planung und bei einmaligem Charakter, während die strukturelle Korruption langfristig angelegte, oft verheimlichte Netzwerke und Beziehungen voraussetzt.

Welche Rolle spielen Parteien im Kontext der Korruptionsbekämpfung?

Parteien nehmen eine demokratische Hauptrolle ein, fungieren aber zugleich als Normgeber und Normenadressaten, was sie besonders anfällig für Interessenkonflikte macht, wenn Drittmittel die politische Chancengleichheit untergraben.

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Details

Title
Politische Korruption in Deutschland und die Selbstinflation demokratischer Machtinstanzen
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Course
Hauptseminar: Vergleichende Korruptionsforschung
Grade
1,3
Author
Anja Koal (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V39388
ISBN (eBook)
9783638381703
Language
German
Tags
Politische Korruption Deutschland Selbstinflation Machtinstanzen Hauptseminar Vergleichende Korruptionsforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Koal (Author), 2005, Politische Korruption in Deutschland und die Selbstinflation demokratischer Machtinstanzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39388
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