E-Commerce Status Quo Analyse der Automobilbranche im elektronischen Markt


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

65 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Abkürzungen

Verzeichnis der Abbildungen

Einleitung

1. Definierung des Terminus elektronischer Markt anhand der Markttransaktionsphasen
1.1 Das Internet als elektronischer Markt
1.2 Das Intranet als elektronischer Markt
1.3 Das Extranet als elektronischer Markt

2. Begriffsbestimmung und Abgrenzung der Termini e-Business und E-Commerce
2.1 Kommerzielle Betriebsformen der automobilen Online-Distribution im B2C Sektor
2.1.1 Skizzierung der deutschsprachigen OEM und Händler Portale im Internet als Online-Information-Sites
2.1.2 Skizzierung von Online-Quoting-Sites anhand der MCC AG, Autoscout24 und Autobytel
2.1.3 Skizzierung von Online-Transaktion-Sites anhand der Beispiele CarsDirekt und OneSwoop
2.2 B2B Lösungsansätze in der Automobilbranche
2.2.1 Skizzierung der e-Procurement Plattform Covisint
2.2.2 Integrierte Beschaffungsnetzwerke der DaimlerChrysler AG

3. Analyse des elektronischen Automobilmarktes anhand des 5 Forces-Modell von Porter
3.1 Skizzierung der Positionskämpfe und Marktcharakteristika der Automobilbranche
3.2 Die Verhandlungsstärke der Kunden
3.3 Die Verhandlungsstärke der Lieferanten
3.4 Bedrohung durch Neueinsteiger

4. Skizzierung des Customer Relationship Management und die Chance der Mass Customization im elektronischen Markt
4.1 Customer Relationship Management Anwendungen im elektronischen Automobilmarkt
4.2 Skizzierung der Möglichkeit der Mass Customization in der Automobilindustrie

5. Kritische Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Internetrecherche und Nutzung anderer Medien

Verzeichnis der Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verzeichnis der Abbildungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

„Few manifestations of the power of human creativity have so extensively and so quickly transformed society as the rise of the Internet and other information and communication technologies (ICT) over the past decade. Dramatic as the changes may be, the process of assimilating and learning from them has only just begun.[1]

Kofi A. Annan

(Secretary-General of the United Nations)

Wie das Zitat belegt hat die Entwicklung des Internets und anderer Informations- und Kommunikationstechnologien stark zur Modifikation der Gesellschaft beigetragen. Die technologische Entwicklung hat mit der Jahrtausendwende dazu beigetragen das wir uns mitten in der Transformation von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft befanden.[2]

Von diesem Umbruch war auch die Wirtschaft betroffen, der sich durch die neue Technologie ebenso neue Chancen wie Risiken offenbarten. Viele Unternehmen, darunter bekannte Beispiele wie Dell Computer oder Deutsche Bank, begannen ihr traditionelles Geschäft fundamental zu überdenken und das Geschäftsmodell unter Verwendung von Electronic Commerce erfolgreich zu modifizieren.[3] Ebenso entstanden aus den sich ergebenden Chancen neue Unternehmen, wie z.B. Amazon oder Ebay.

Doch eine Vielzahl von Unternehmen verhielt sich – und/oder verhält sich - hingegen sehr zurückhaltend oder ist der Ansicht, dass die Veränderungen alle anderen, nicht aber die eigene Branche oder Organisation betreffen werden.[4] Die passive Einstellung gegenüber der neuen Technologie, besonders der Internet Gegebenheiten, kann dazu beitragen dass Wettbewerbskräfte falsch einkalkuliert werden und Positionskämpfe innerhalb einer Branche durch neue Einsteiger oder durch die Bedrohung von Substitutions- oder Dienstleistungsprodukten entstehen.[5]

Als Beispiel für falsch einkalkulierte Wettbewerbskräfte innerhalb einer Branche, sei das Unternehmen Amazon erwähnt, das durch den Aufbau eines neuen Vertriebskanals mit Hilfe eines Internetportals die Chancen, die sich durch Electronic Commerce ergeben, genutzt hat. Mit Hilfe des Internetportals war es nun nicht mehr nötig die traditionellen Vertriebskanäle auszuschöpfen, um in diesem Fall Bücher in die entsprechenden Regale der Händler zu platzieren. Den Fehler, durch das Internet resultierende neue Geschäftsmodelle keine Beachtung zu schenken, begann in diesem Fall Leonard Riggio, der Gründer und CEO Barnes & Noble, dem bis Dato größten Buchhändler der U.S.A.:

„When Amazon.com went live (that is, opened online) in July 1995, no one paid much attention – least of all Lenny Riggio. Barnes & Noble´s 1995 annual report doesn´t mention the Internet; instead it boasts about investing heavily in bricks and mortar, building 1997 new superstores that year.”[6]

Im Februar 1999 - also vier Jahre nach Markteintritt – betrug der Marktwert von Amazon das Siebenfache des Marktwertes von Barnes & Noble. Ein Unternehmen, das „nur“ über das Internet Bücher verkauft, hätte den größten Buchhändler der Welt (bezogen auf den Umsatz) Anfang 1999 kaufen können.[7]

Anhand dieses Beispieles lässt sich illustrieren, welch verheerende Auswirkungen E-Commerce Strategien auf traditionelle Branchenstrukturen haben können. Dennoch kann durch umgekehrte Projektion festgestellt werden, dass E-Commerce Geschäftsmodelle Wettbewerbsvorteile innerhalb einer Branche für sich generieren können.

Fokus dieser Hausarbeit besteht darin die Automobilbranche im elektronischen Markt zu analysieren, den Status Quo wiederzugeben, wie mit Hilfe von E-Commerce Automobilunternehmen Marketingstrategien umsetzen, darzustellen, und welche potentiellen Gefahren sich für traditionelle Vertriebskanäle ergeben, aufzuzeigen.

Dabei wird vorab der Terminus elektronischer Markt anhand der Markttransaktionsphasen definiert und in Bezug zu den möglichen Netzwerken näher analysiert, um fundierter auf Markt- und Transaktionsbereiche des E-Commerce eingehen zu können.

Dies impliziert wiederum ein besseres Verständnis, um anschaulich die B2C Geschäftsmodell-Varianten die im elektronischen Automobilmarkt praktiziert werden wiederzugeben, bzw. B2B Marktplätze und B2B-Strategien eingehender zu erklären.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen wird wiederum ersichtlich, dass Neueinsteiger in den elektronischen Automobilmarkt penetriert sind. Daher wird folgend der elektronische Markt anhand des 5 Foreces-Modells analysiert, wobei das Ziel nicht darin besteht eine Strategie zu entwickeln, sondern potentielle Gefahren die sich für die OEMs und traditionellen Händler ergeben, aufzuzeigen.

Letztendlich wird näher auf das Customer Relationship Management im elektronischen Markt, wobei die Modifikation des CRMs im Gegensatz zum konventionellen Markt, und die CRM Anwendungsmöglichkeiten im elektronischen Markt, im Vordergrund stehen, und auf die Mass Customization als zukunftsorientierte hybride Strategie eingegangen

Alle Analysen und Vorgehensweise konzentrieren sich dabei auf den Neuwagenmarkt, d.h. der Gebrauchtwagen- und Dienstleistungsmarkt gehen nicht in unsere Analyse ein, wobei die OEMs, Händler und Lieferanten, wie auch neue Geschäftsmodelle, im elektronischen Markt kritisch begutachtet werden.

1. Definierung des Terminus elektronischer Markt anhand der Markttransaktionsphasen

Ein Markt definiert sich als das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Ein Markt besteht also aus Gruppen potentieller Käufer und Verkäufer eines Gutes, die die Absicht einer Transaktion verfolgen.[8] Eine Transaktion die in einem Markt realisiert werden kann, lässt sich in mehrere Phasen unterteilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Die Markttransaktionsphasen[9]

- In der Wissensphase informieren sich Anbieter und Nachfrager über Produkte, Preise Konditionen und potentielle Marktpartner.
- In der Absichtsphase bilden die Parteien konkrete Tauschabsichten und bringen diese zum Ausdruck.
- In der Vereinbarungsphase werden die Konditionen der Transaktion ausgehandelt. Falls sich die Parteien einig werden, resultiert daraus ein Kaufvertrag, der für beide Seiten rechtlich verbindlich ist.
- In der Abwicklungsphase wird der Kaufvertrag durch Austausch der Angebote seitens der Parteien untereinander erfüllt.

Die Differenz zwischen konventionellen und elektronischen Märkten besteht in der Realisierung von Marktmechanismen durch Informations- und Kommunikationstechnologien, d.h. mit Hilfe von digitaler Technologie werden die oben genannten Transaktionsphasen unterstützt.[10] Dabei lässt sich der elektronische Markt durch Fokussierung auf die Transaktionsphasen in zwei elektronische Markttypen klassifizieren.

Spricht man von einem elektronischem Markt im weiteren Sinne, so versteht man darunter informationstechnische Systeme die zur Unterstützung aller oder einzelner Phasen und Funktionen marktmäßig organisierter Leistungskoordinationen dienen, während man unter einen elektronischen Markt im engeren Sinne informationstechnische Systeme die alle Phasen der Transaktionsphasen unterstützen versteht.[11] Kann durch einen elektronischen Markt z.B. nur Wissen irgendeiner Form für die Transaktion zur Verfügung gestellt werden, so spricht man von einem elektronischen Markt im weitesten Sinne, da nur eine Phase –in diesem Fall die Wissensphase- realisiert wird.

Die terminologische Abgrenzung des elektronischen Marktes in zwei Markttypen ist von bedeutender Relevanz für den elektronischen Geschäftsverkehr. Entsprechend der elektronischen Marktgegebenheiten - also ob es sich um einen elektronischen Markt im engeren oder weiteren Sinne handelt - müssen andere Markt- und/oder Marketingmechanismen zur Realisierung von angepeilten Geschäftszielen angewandt werden. Zum weiteren Verständnis dieser Argumentation, werden folgend drei Typen von Netzwerktechniken unterschieden, durch die der elektronische Geschäftsverkehr realisiert werden kann:

- Das Internet
- Das Intranet
- Das Extranet

1.1 Das Internet als elektronischer Markt

Im Jahre 1969 wurde von der Behörde DARPA (Defence Advanced Resarch Projects Agency), die dem US-Verteidigungsministerium unterlag, dass ARPANET (Advanced Research Projects Agency Netzwerk) entwickelt.[12] Aufgabe und Ziel des ARPANET war es bei einem Teilausfall des militärischen Informationsnetzwerkes (z.B. durch den Einschlag einer Atombombe) weiterhin die Übertragung von Daten zuverlässig zu gewährleisten.[13] Eine Besonderheit des ARPANET war die Möglichkeit das Computer verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren konnten.[14] Das ARPANET, das die Grundbausteine für das später entwickelte Internet lieferte, wurde im Jahre 1990 eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 60.000 Computer mittlerer bis hoher Datentechnik miteinander vernetzt.[15]

Erst im Jahre 1991 wurde mit Hilfe des grafisch orientierten World Wide Web (WWW) eine benutzerfreundliche Anwenderoberfläche geschaffen, die das Internet nun auch für einen größeren Personenkreis nutzbar und für private Anwender attraktiv machte.[16]

Besonders erwähnenswert ist, dass das Internet das am schnellsten gewachsene Medium ist, das es je gab.[17] Nach nur fünf Jahren des Internet Bestehens konnten weltweit 50 Millionen Internetnutzer ermittelt werden. Beim Radio dauerte es 38 Jahre und beim Fernsehen 13 Jahre, bis 50 Millionen Nutzer erreicht wurden.[18] Auch in Deutschland ist ein stetiges Wachstum der Internetnutzer zu verzeichnen. Betrug im April 2000 die Anzahl der Internetnutzer noch 17 Millionen, so konnten im 1. Quartal des Jahres 2003 38 Millionen Internetnutzer ermittelt werden.[19] Der stetige Zuwachs von Internetnutzern ist gleichfalls in ganz Europa – mit Ausnahme von UK - zu verzeichnen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Haushalte mit Internetzugang 2000 bis 2002[20]

Besonders interessant dürfte für Unternehmen die Feststellung sein, dass das Einkommen Einfluss auf die Ausstattung mit einem Internetzugang hat. Zugang von zu Hause besitzen dementsprechend Haushalte mit einem hohen Einkommen. Konkret in Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass 85% mit einem monatlichen Nettoeinkommen ab 3600€ einen Internet-Anschluss besitzen. Zu dieser Einkommensgruppe gehören 11% der Haushalte in Deutschland.[21] Diese Erkenntnis ist insofern für Unternehmen interessant, da attraktive Zielgruppen mit überdurchschnittlicher Kaufkraft im Internet besonders stark vertreten sind. Unternehmen die keine Affinität zum Medium Internet besitzen, d.h. das Internet nicht in ihre Unternehmensaktivitäten implementieren, verwähren sich somit den Zugang über das Internet mit Zielgruppen mit überdurchschnittlicher Kaufkraft zu kommunizieren bzw. Transaktionen abzuschließen. Dies hat letztendlich eine Ineffizienz der möglichen Marktausschöpfungspotenziale zur Folge.

Beabsichtigen Unternehmen in den elektronischen Markt namens Internet zu penetrieren, so müssen sie Unternehmensportale im Internet zur Verfügung stellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Haushalte mit Internetzugang in Deutschland nach monatlichem

Haushaltseinkommen[22]

Die gegenwärtige Nutzung des Internet ist besonders für den Direktvertrieb an den Endkunden geeignet.[23] Aber auch der Handel und die Öffentlichkeit, wie z.B. staatliche Organisationen, und Kunden können über das Portal angesprochen werden. Das Internet bietet weiterhin durch die gegebene Netzwerktechnik die Möglichkeit alle Markttransaktionsphasen zu realisieren. Daher ist das Internet als elektronischer Markt im engeren Sinne zu klassifizieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Das Internet als elektronischer Markt[24]

Vorteile des Internet als elektronischer Markt gegenüber dem konventionellen Markt sind z.B. die Umgehung der gesetzlich restriktiven Ladenöffnungszeiten. Zu jeder Zeit, also 24 Stunden an allen 365 Tagen des Jahres, lassen sich über das Internet potentielle Transaktionen realisieren. Ebenso müssen Angebot und Nachfrage nicht simultan, sondern können zeitversetzt, erfolgen. Ein weiteres Charakteristikum ergibt sich durch die Möglichkeit der globalen Vernetzung zwischen Wirtschaftssubjekten. Dadurch lassen sich räumliche Barrieren außer Kraft setzen, d.h. Wirtschaftsubjekte müssen nicht physisch in Kontakt treten um miteinander Transaktionen abzuwickeln. Dies impliziert zugleich den Vorteil Transaktionskosten, die während der einzelnen Transaktionsphasen anfallen, zu minimieren. Ein besonderer Vorteil ist die schnellere Zugänglichkeit und Verbreitung von Information jeglicher Art.

Konzentriert man die Quintessenz der genannten Charakteristika, so ergibt sich folgende Definition des Internets als elektronischer Markt:

Das Internet als elektronischer Markt ist das eventuell asynchrone und digitale Zusammentreffen von Nachfrage und Angebot im temporär stetig verfügbaren virtuellen Raum, mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien.[25]

1.2 Das Intranet als elektronischer Markt

Das Intranet ist ein Netzwerk, das mit der gleichen Technik wie das Internet arbeitet und nur auf ein Unternehmen beschränkt ist, d.h. das Intranet dient als Kommunikationsplattform für interne und externe Mitarbeiter.[26] Dabei können unternehmensinterne Informationen effektiv und effizient innerhalb der Firmenorganisation ausgetauscht werden.[27] Ein weiterer Vorteil der Intranet-Nutzung ist der, dass durch das Intranet das herkömmliche Internet-Protokoll TCP/IP genutzt werden kann.[28] Dadurch lassen sich unterschiedliche Computer und/oder unterschiedliche Betriebssystem-Plattformen (engl. Operating System, abgekürzt OS) miteinander vernetzen. Außerdem ist es durch die Verwendung des Internet-Protokolls möglich, bei Bedarf ohne großen Aufwand das Intranet an das Internet zu adaptieren.[29]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.5: Das Intranet als elektronischer Markt[30]

Wird mit Hilfe des Intranets primär der Wissensaustausch in Bezug zu einer Transaktion zwischen internen Unternehmenssubjekten realisiert, so kann das Intranet als elektronischer Markt im weiten Sinne klassifiziert werden, da mindestens eine Phase der Transaktion im Vordergrund steht.

Im Intranet des Automobilunternehmens DaimlerChrysler ist z.B. ein Automobil-Pool implementiert, das mit Hilfe einer Datenbank sämtliche Informationen über Automobile erfasst, die seitens der Mitarbeiter geleast oder erworben werden können. Aus diesem elektronischen Automobil-Pool können Mitarbeiter des Konzerns zu attraktiven Konditionen ihr gewünschtes Automobil selektieren. Weitere Vereinbarungen und die Abwicklung des Vertrages werden aber nicht im Intranet realisiert.

1.3 Das Extranet als elektronischer Markt

Ein Extranet ist ein mit Hilfe von Internettechnologie Unternehmensübergreifendes Netzwerk, das von Unternehmen genutzt wird um seinen Geschäftspartnern (Kunden, Lieferanten und anderen externen Ansprechpartnern) einen selektiven Zugriff auf unternehmensinterne Informationssysteme – das Intranet – zu gestatten.[31]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.6: Das Extranet als elektronischer Markt[32]

Ziel ist es, mit Hilfe des Extranets die Kommunikation bei der Zusammenarbeit verschiedener Firmen zu verbessern. Die Partner können mit einem Passwort Informationen über ein gemeinsames Projekt abrufen oder selbst zur Verfügung stellen bzw. Aufträge abwickeln. Dabei wird das Internet von externen Geschäftspartnern genutzt, um Zugriff auf das Extranet des entsprechenden Unternehmens zu realisieren.

Vorteile des Extranets gegenüber dem Internet bestehen in einer sichereren Abwicklung der Geschäftsprozesse, d.h. das Extranet ist nicht so störanfällig wie das Internet und Wettbewerber können keine betriebsinternen Informationen für sich gewinnen.[33]

Da das Extranet zwischen Unternehmen genutzt wird, um Geschäftsprozesse zu optimieren bzw. Transaktionen über sämtliche Transaktionsphasen zu realisieren, muss das Extranet als elektronischer Markt im engeren Sinne klassifiziert werden.

2. Begriffsbestimmung und Abgrenzung der Termini e-Business und E-Commerce

Im Jahre 1998 prägte IBM mittels einer Werbekampagne den Begriff des e-Business.[34] Unter e-Business verstand IBM alle Transaktionen zwischen Unternehmen und zwischen Unternehmen und Endkunden.[35]

In der wissenschaftlichen Literatur versteht man unter e-Business wiederum „jede Art wirtschaftlicher Tätigkeit auf der Basis elektronischer Verbindungen“.[36] Dabei wird unter e-Business nicht nur die Durchführung einer Transaktion verstanden, sondern auch der Kontakt oder Datenaustausch über ein elektronisches Medium.[37] Als Medien sind alle elektronischen Medien wie z.B. Faxgerät, das Telefon, das Fernsehen, das Internet etc. zu erfassen.[38]

e-Business wird unter diesem Aspekt der technologischen Gegebenheiten auch als synonym für E-Commerce im weiteren Sinne verstanden. Bei einer engen Auslegung des Begriffs E-Commerce erfolgt eine Fokussierung auf die Technologie des Internets, d.h. es wird in diesem Fall nur von E-Commerce gesprochen, wenn Transaktionen über das Internet durchgeführt werden.[39]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.7: Systematisierung und Abgrenzung unterschiedlicher E-Commerce

Strategien[40]

In der wissenschaftlichen Literatur wie auch in der Praxis hat sich jedoch der Terminus E-Commerce gegenüber dem Begriff e-Business durchgesetzt.

Ausgeschrieben lautet der Terminus E-Commerce Electronic Commerce (elektronischer Handel), d.h. es findet ein Handel – unabhängig von der Technologie - in einem elektronischen Markt statt. Wie auf einem realen Markt tauschen die Marktteilnehmer auf einem elektronischen Markt ihre Leistungen durch Transaktionen aus (Vgl. Kapitel 1).[41] Unabhängig von der Begriffsauslegung, also ob es sich um E-Commerce im weiteren oder im engeren Sinne handelt, können neun Kommunikationsebenen zwischen Wirtschaftssubjekten unterschieden werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.8: Markt- und Transaktionsbereiche des E-Commerce[42]

Demnach sind die Wirtschaftssubjekte die im elektronischen Markt aufeinander treffen um Transaktionen durchzuführen private Personen (Consumer), Unternehmen (Business) oder der Staat (Administration).[43]

Relevant für die folgende Analyse der Automobilbranche im elektronischen Markt sind die Kommunikationsebenen „Business to Consumer“ (B2C) und „Business to Business“ (B2B), die in den folgenden Kapiteln näher charakterisiert werden.

2.1 Kommerzielle Betriebsformen der automobilen Online-Distribution im B2C Sektor

Unter „Business to Consumer“ (B2C) ist der Einsatz interaktiver Medien zur Unterstützung von Geschäften zwischen Unternehmen und Kunden zu verstehen. Das Internet bietet sich besonders – wegen der gegebenen Multimedialität – für B2C Lösungen an, um Kunden über entsprechende Internetportale anzusprechen.

Ein grundlegendes Merkmal des Internets ist, dass es sich um ein Pull- und nicht um ein Push-Medium handelt, d.h. die Nutzung des Mediums wird vom Kunden gesteuert.[44] Penetriert der Kunde auf das entsprechende Unternehmensportal im Internet, können Unternehmen und Kunden interaktiv miteinander kommunizieren, d.h. Anbieter und Nutzer können über das Internet ohne ein Wechsel des Mediums in Echtzeit wechselseitig miteinander kommunizieren, wobei simultan mit mehreren Teilnehmern des Netzwerkes kommuniziert werden kann („n-seitige Kommunikation“).[45]

Die beiden Charakteristika des Internets Multimedialität und Interaktion implizieren zusätzlich zu den konventionellen Informationsmöglichkeiten (z.B. Fernsehwerbung oder Kundengespräche mit Hilfe von Händlern) eine effizientere Informationsdimension zwischen Unternehmen und Kunden. Ebenso bietet sich das Internet als Distributionskanal, um Produkte direkt an den Kunden zu verkaufen.

Die Nutzung von Portalen als kommerzielle Betriebsform der Online-Distribution, in der das Internet als Kommunikationskanal seitens der OEMs genutzt wird, kann mit dem Terminus Online-Information-Sites klassifiziert werden.[46] Dabei werden Internetportale für die Kontaktaufnahme seitens der Kunden mit einem ausgewählten Händler der jeweiligen Absatzorganisation unterstützt.[47] Weitere kommerzielle Betriebsformen der Online-Distribution sind Online-Quoting-Sites und Online-Transaction-Sites. Die Abgrenzung der einzelnen kommerziellen Betriebsformen geht einher mit den Transaktionsphasen die im elektronischen Markt realisiert werden können (Vgl. Kapitel 1). Dienen die Internetportale nur als Beratungsfunktion - also Informationen jeglicher Art an die Kunden zu transferieren -, so werden die Portale als Online-Information-Sites deklariert.[48] Dagegen ist von Online-Quoting-Sites die Rede, wenn die Portale als Beratung- und Verhandlungsfunktion dienen, d.h. ein rechtverbindliches Angebot seitens der Portalbetreiber an die Kunden vermittelt wird.[49] Bei Online-Transaction-Sites handelt es sich wiederum um Portale die Beratungs-, Verhandlungs- und Zahlungsfunktionen implizieren.[50] Bei dieser Art der Online-Distribution ist die Notwendigkeit einen stationären Händler für den Abschluss eines rechtswirksamen Kaufvertrages nicht von Nöten.[51] Der vom Neuwagenkäufer wahrgenommene Verhandlungs- und Vertragspartner ist der jeweilige Betreiber der Online-Transaction-Site. Damit erlaubt diese Betriebsform zumindest theoretisch eine vollständige virtuelle Abwicklung aller Transaktionsphasen. Insofern handelt es sich bei einer Online-Transaction-Site um einen vollwertigen Distributionskanal, der in Konkurrenz zu den traditionellen Vertriebswegen steht.[52]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.9: Kommerzielle Betriebsformen der Online-Distribution[53]

[...]


[1] Das Zitat stammt aus dem „E-Commerce and Development Report 2003“, das unter der URL http://www.unctad.org/ecommerce, nach Eingabe von Name und Adresse, kostenfrei bestellt wer- den kann.

[2] Haertsch P./Wettbewerbsstrategien für Electronic Commerce/2.Auflage; 2000/Josef Eul Ver- lag/S.1

[3] Meffert H./Marketing-Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung/9.Auflage; 2000/Gabler/S. 925

[4] Haertsch P./Wettbewerbsstrategien für Electronic Commerce/2.Auflage; 2000/Josef Eul Ver- lag/S.2

[5] Diese Überlegung unsererseits basiert auf das 5 Forces-Modell von Porter: Porter M./Competitive Strategy: Techniques for Analyzing Industries and Competitors/Erstausgabe 1980, New York: The Free Press, 1998/S. 4

[6] Munk, Nina/Title Fight/ In: Fortune, Vol. 139, Nr. 12/ 21.Juni 1999/S.88

[7] Meffert H./Marketing-Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung/9.Auflage; 2000/Gabler/S. 929

[8] Mankiw N. G./Grundzüge der Volkswirtschaftslehre/1. Auflage; 1999/ Schäffer Poeschel Ver lag/S.70

[9] Schmidt, Beat F./Elektronische Märkte – Merkmale, Organisation und Potentiale/1.Auflage; 1999/Vahlen Verlag/S.31f

[10] Vgl. Berryman, K.; Harrington, L.; Layton-Rodin, D.; Rerolle V./ Electronic-Commerce: Three Emerging Strategies/In: The McKinsey Quarterly/Nr.1 1998/S.152

[11] Schmid, Beat F./Elektronische Märkte/In: Wirtschaftsinformatik/Vol. 35; Nr.1 1993/S.468

[12] Deutsch M./E-Commerce/2. Auflage; 1999/Verlag Vieweg/S. 17

[13] Deutsch M./E-Commerce/2. Auflage; 1999/Verlag Vieweg/S. 17

[14] Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S.31

[15] Microsoft Encarta Enzyklopädie Professionals

[16] Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S.31

[17] Meffert H./Marketing/9.Auflage; 2000/Gabler/S. 755

[18] Meffert H./Marketing/9.Auflage; 2000/Gabler/S. 755

[19] www.destatis.de/Informationstechnologie in Haushalten/Presseexemplar 2004

[20] www.destatis.de/Informationstechnologie in Haushalten/Presseexemplar 2004/S. 9

[21] www.destatis.de/Informationstechnologie in Haushalten/Presseexemplar 2004/S. 12

[22] www.destatis.de/Informationstechnologie in Haushalten/Presseexemplar 2004/S. 11

[23] Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S.33

[24] Vgl. Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S.32

[25] Eigene Definition

[26] Microsoft Encarta Enzyklopädie Professionals

[27] Vgl. Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S.33

[28] Lampe F. /Marketing und Electronic Commerce/1. Auflage; 1999/Gabler Velag/S. 149

[29] Microsoft Encarta Enzyklopädie Professionals

[30] Vgl. Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S.34

[31] Vgl. Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S.35

[32] Val. Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S.35

[33] Vgl. Merz M. /Electronic Commerce/1. Auflage;1999/dpunkt Verlag/S. 361f

[34] Vgl. Merz M./Electronic Commerce/1. Auflage;1999/dpunkt Verlag/S. 17

[35] Vgl. Benninger S.; Grandjot H.H /Supply Chain Revolution durch E-Commerce/1. Auflage; 2001/Dt. Verkehrs-Verl./S. 21

[36] Picot, A.; Reichwald, R.; Wigand, R.T./Die grenzenlose Unternehmung/2. Auflage; 1996/Wiesbaden/ S. 331

[37] Meffert H./Marketing-Grundlagen/9.Auflage; 2000/Gabler/S.917f

[38] Meffert H./Marketing/9.Auflage; 2000/Gabler/S.917f

[39] Meffert H./Marketing/9.Auflage; 2000/Gabler/S.918f

[40] Meffert H./Marketing-Grundlagen/9.Auflage; 2000/Gabler/S.917

[41] Lampe, F. /Marketing und Electronic Commerce/1. Auflage;1999/Gabler Verlag/S.3

[42] Vgl. Hermanns, A; Sauter, M./Electronic Commerce/1. Auflage;1999/ S. 23

[43] Vgl. Meffert H./Marketing/9.Auflage; 2000/Gabler/S.917f

[44] Diez, W./ Automobil-Marketing/4. Auflage; 2001/Lech: Verl. Moderne Industrie/S. 330

[45] Diez, W./ Automobil-Marketing/4. Auflage; 2001/Lech: Verl. Moderne Industrie/S. 331

[46] Betz J./ E-Commerce in der Automobilwirtschaft/1. Auflage; 2003/GWV Fachverlage/S. 34f

[47] Betz J./ E-Commerce in der Automobilwirtschaft/1. Auflage; 2003/GWV Fachverlage/S. 38

[48] Betz J./ E-Commerce in der Automobilwirtschaft/1. Auflage; 2003/GWV Fachverlage/S. 34f

[49] Betz J./ E-Commerce in der Automobilwirtschaft/1. Auflage; 2003/GWV Fachverlage/S. 34f

[50] Betz J./ E-Commerce in der Automobilwirtschaft/1. Auflage; 2003/GWV Fachverlage/S. 35f

[51] Betz J./ E-Commerce in der Automobilwirtschaft/1. Auflage; 2003/GWV Fachverlage/S. 36

[52] Betz J./ E-Commerce in der Automobilwirtschaft/1. Auflage; 2003/GWV Fachverlage/S. 36

[53] Betz J./ E-Commerce in der Automobilwirtschaft/1. Auflage; 2003/GWV Fachverlage/S. 37

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
E-Commerce Status Quo Analyse der Automobilbranche im elektronischen Markt
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Projektarbeit eCommerce
Note
1.0
Autoren
Jahr
2004
Seiten
65
Katalognummer
V39421
ISBN (eBook)
9783638381901
Dateigröße
1493 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Projektarbeit mit mehreren Abbildungen und Statistiken. Außerdem wurde die Projektarbeit während eines Praktikums im Headquarters der DaimlerCrysler AG geschrieben.
Schlagworte
E-Commerce, Status, Analyse, Automobilbranche, Markt, Projektarbeit
Arbeit zitieren
Evaristo Lopez Perez (Autor)Gonca Parlak (Autor), 2004, E-Commerce Status Quo Analyse der Automobilbranche im elektronischen Markt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39421

Kommentare

  • Gast am 20.10.2008

    Dios solo sabe lo que pone el libro.

    Ni dios sabe lko que dice en todo eso , por que mira que el aleman es dificil .
    De tu primo Antonio Jose de Tiena
    Saludos y besos.

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Titel: E-Commerce Status Quo Analyse der Automobilbranche im elektronischen Markt



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