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Raymond Carver: Eine Studie zum 'minimalen' Wandel in der Grundstimmung seiner Kurzgeschichten ab "Cathedral"

Title: Raymond Carver: Eine Studie zum 'minimalen' Wandel in der Grundstimmung seiner Kurzgeschichten ab "Cathedral"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Reichmann (Author)

American Studies - Literature
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Anhand der Geschichtensammlung Cathedral (1983) lässt sich recht gut zeigen, welchen Wandel Carvers Geschichten insbesondere im Vergleich zu seinem vorigen Buch What We Talk About When We Talk About Love (1981)1 durchgemacht haben. Im späteren Band, Cathedral, sind sowohl Geschichten, die den vertrauten und düsteren Charakter der früheren Kurzgeschichten beibehalten, als auch solche, die sozusagen ein „neues“ positiveres Format aufweisen, das es gilt zu untersuchen. Mit Cathedral hat Carver meines Erachtens eine stilistische Bandbreite erreicht, die weit über den Minimalismus früherer Tage hinausgeht.

Diese Arbeit ist zweigeteilt. Sie wird zunächst die Stimmung der Carver-Geschichten generell analysieren und auf die Lebenssituation der Charaktere zurückführen, wobei die Geschichte „Preservation“ näher beleuchtet werden soll, welche ich als exemplarisch für den düsteren Ton und die Passivität der Charaktere in Carvers Geschichten ansehe. Im zweiten Teil wird besagter Wandel Carvers anhand der beiden inhaltsverwandten Geschichten „The Bath“ und „A Small, Good Thing“, die aus unterschiedlichen Schaffensperioden Carvers stammen, näher beleuchtet. Den Anspruch einer „in depth“-Analyse der genannten Fragestellung kann diese Arbeit nicht erheben, da dies den Rahmen sprengen würde. An vielen Stellen kann deswegen bedauerlicherweise nur an der Oberfläche gekratzt werden. Jedoch ist dieses Thema so ergiebig, dass auch eine unvollständige Analyse, wie die gegenwärtige, bereits zu interessanten Ergebnissen führen wird und eventuell Anstoß für weitere Analysen in diese Richtung geben kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. CARVERS UNIVERSUM DER „MODERNISIERUNGSVERLIERER“

2.1. Bestandsaufnahme

2.2. Passivität und Lethargie

III. DER WANDEL

3.1. Biographische Bezüge

3.2. Konkret: Der Wandel anhand „The Bath” und „A Small, Good Thing“

IV KONKLUSION UND AUSBLICK

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den stilistischen und inhaltlichen Wandel in Raymond Carvers Kurzgeschichtensammlung "Cathedral" im Vergleich zu seinem früheren Werk "What We Talk About When We Talk About Love". Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Charakterzeichnung von einer resignierten, passiven Lethargie hin zu einer aktiveren, kommunikativeren Lebensbewältigung entwickelt hat.

  • Analyse des "modernisierten" Charakters in Carvers Universum
  • Untersuchung der Rolle von Passivität, Fernsehkonsum und Alkohol
  • Biographische Einflüsse auf den Stimmungswandel im Werk
  • Detaillierter Vergleich der Erzählungen "The Bath" und "A Small, Good Thing"
  • Reflektion über den Bruch mit dem strikten Minimalismus

Auszug aus dem Buch

3.2. Konkret: Der Wandel anhand „The Bath” und „A Small, Good Thing“

Die Handlung, die bis zu dem Punkt, an dem „The Bath“ endet, bei beiden Geschichten relativ gleich ist, wird in „A Small, Good Thing“ breiter und eindringlicher erzählt und geht bis zum Tod von Scotty und darüber hinaus. Die Namen der Charaktere von „The Bath“ werden in „A Small, Good Thing“ beibehalten. Der Vater erhält in letzter Geschichte sogar einen Namen: Howard. Viele Textpassagen wurden von Carver weitestgehend und zum Teil eins zu eins übernommen. Die Geschichte „A Small, Good Thing“ hat jedoch Handlungsstränge, die weit über die von „The Bath“ hinausgehen und ist im Ganzen weiter entwickelt. Auch sind die Charaktere runder, Carver bleibt hier nicht mehr nur an der Oberfläche, sondern offensichtlich wagt er sich, wenn auch nur zaghaft, in die Psyche seiner Charaktere vor, so dass der Leser etwas mehr über die Gedanken und Gefühle der einzelnen Figuren erfährt. Ich denke, es sind vor allem die Erweiterungen der Handlung, das Neuformen der Charaktere sowie der veränderte Stil, die Carver dazu brachten, beide Geschichten als eigenständig zu betrachten.

Die etwa dreimal längere Neufassung „A Small, Good Thing“ bringt eine deutlich optimistischere Note mit sich und das, obwohl Scotty stirbt, was in „The Bath“ offen bleibt. Die Umarbeitung hat zur Folge, dass die Geschichte jetzt nicht nur isoliert die Bedrohung und den Druck der Machtlosigkeit der beiden Eltern angesichts ihres sterbenden Sohnes zeigt, sondern insbesondere eine emotionale und zwischenmenschliche Ebene suggeriert.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Fragestellung des stilistischen Wandels bei Raymond Carver ein und skizziert den zweigeteilten Aufbau der Untersuchung.

II. CARVERS UNIVERSUM DER „MODERNISIERUNGSVERLIERER“: Dieses Kapitel analysiert den typischen, von Hoffnungslosigkeit geprägten Grundtenor in Carvers frühen Werken sowie die Rolle von Passivität und Eskapismus.

III. DER WANDEL: Hier werden die biographischen Hintergründe für Carvers neue stilistische Bandbreite beleuchtet und der Übergang vom Minimalismus zu einer gefühlsbetonteren Prosa anhand konkreter Textbeispiele analysiert.

IV KONKLUSION UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Charaktere in späteren Werken aktiv ihr Schicksal gestalten können, anstatt nur an ihrer Umwelt zu scheitern.

Schlüsselwörter

Raymond Carver, Cathedral, Minimalismus, Kurzgeschichte, Modernisierungsverlierer, Passivität, Lethargie, Kommunikation, The Bath, A Small Good Thing, autobiographische Bezüge, Stilwandel, Charakterentwicklung, Hoffnung, Lebensbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel in Raymond Carvers Schreibstil und den Charakterzeichnungen, insbesondere beim Übergang von früheren Werken zur Kurzgeschichtensammlung "Cathedral".

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung der sogenannten "Modernisierungsverlierer", dem Einfluss von Alkohol und Medienkonsum auf die Figuren sowie der Entwicklung hin zu aktiver Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu belegen, dass Carver in seinem späteren Schaffen ein positiveres, "volleres" Format wählte, das seinen Figuren erstmals die Fähigkeit zur zwischenmenschlichen Verbindung ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine literaturwissenschaftliche Analyse durch, die sowohl biographische Kontexte als auch einen komparativen Vergleich zweier spezifischer Kurzgeschichten nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme der düsteren Carver-Welt und die detaillierte Untersuchung der stilistischen und inhaltlichen Neuerungen anhand der Geschichte "A Small, Good Thing".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Minimalismus, Passivität, Kommunikation, Charakterentwicklung und der Wandel in Carvers literarischem "Register".

Warum vergleicht der Autor "The Bath" und "A Small, Good Thing"?

Diese beiden Erzählungen eignen sich ideal als Fallbeispiel, da sie im Kern denselben Plot behandeln, jedoch in unterschiedlichen Schaffensperioden entstanden sind und die Entwicklung von Stummheit zu aktiver Bewältigung verdeutlichen.

Welche Bedeutung hat der biographische Aspekt für die Arbeit?

Der Autor argumentiert, dass Carvers eigene Nüchternheit und sein privates Umfeld maßgeblich zu der stilistischen Lockerung und der psychologischen Tiefe in "Cathedral" beigetragen haben.

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Details

Title
Raymond Carver: Eine Studie zum 'minimalen' Wandel in der Grundstimmung seiner Kurzgeschichten ab "Cathedral"
College
University of Hamburg  (IAA)
Course
Postmoderne/Neorealismus II (Hauptseminar)
Grade
1,3
Author
Michael Reichmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V39477
ISBN (eBook)
9783638382281
ISBN (Book)
9783638762601
Language
German
Tags
Raymond Carver Eine Studie Wandel Grundstimmung Kurzgeschichten Cathedral Postmoderne/Neorealismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Reichmann (Author), 2005, Raymond Carver: Eine Studie zum 'minimalen' Wandel in der Grundstimmung seiner Kurzgeschichten ab "Cathedral", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39477
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