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Informatives und ihre Rolle bei der Etablierung von mutual knowledge: Eine Analyse des Essays 'Speech Acts and Hearers' Beliefs' von Herbert H Clark und Thomas B. Carlson.

Title: Informatives und ihre Rolle bei der Etablierung von mutual knowledge: Eine Analyse des Essays 'Speech Acts and Hearers' Beliefs' von Herbert H Clark und Thomas B. Carlson.

Presentation (Elaboration) , 2003 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Reichmann (Author)

Sociology - Communication
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Gemeinsames Handeln (joint acts) sieht sich immer von dem Problem der doppelten Kontingenz bedroht. Doppelte Kontingenz bezeichnet ein Problem, nach dem Handlungen zweier oder mehrer Personen mehr oder weniger unberechenbar sind, denn alles, was passieren kann, kann theoretisch auch immer anders passieren. Diese Problem findet sich auch in der Kommunikation wieder. Schwierig wird es in dieser Hinsicht, sein Handeln zu koordinieren und ein gemeinsames Wissen (mutual knowledge) um die Situation und vor allen Dingen der Rolle des Gegenübers in dieser Situation zu etablieren. Immer wieder läuft man Gefahr sich in Endlosabwägungen der Sorte: ich weiß, dass mein Gegenüber weiß, dass ich weiß, dass mein Gegenüber weiß... etc. ad infinitum zu verirren. Jedoch ist gemeinsames Handeln nicht nur möglich sondern wahrscheinlich und passiert mehrfach und wiederholt jeden Tag. Doch wie kommt es dazu?

Herbert H. Clark und Thomas B. Carlson führen in ihrem Essay „Speech Acts and Hearers’ Beliefs“, das im folgenden Referat kurz skizziert und analysiert werden soll, das informative als fundamentalen Mechanismus für die Herstellung von mutual belief bzw. common knowledge ein und erweitern damit die Sprechakttheorie entscheidend. Mit Hilfe des informative gelingt es dem Sprecher nicht nur gemeinsames Wissen in den Hörern zu schaffen, sondern er bringt gleichzeitig durch sie seine Aufforderungen „an den Mann“ und unterteilt damit seine Hörer in participants (Teilnehmer), addressees (Adressaten), and die eine Aufforderung zum Handeln gerichtet ist, und overhearers (Mithörer), die nicht am Kommunikationsprozess beteiligt sind. Gleichzeitig schafft das informative Klarheit darüber, ob ein joint act, der eine gewisse Koordination voraussetzt, ausgeführt werden soll oder ob einfach nur eine parallele Handlung durchgeführt werden soll, die keiner weiteren Koordination bedarf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

GRUNDANNAHMEN

JOINT ACTS

COMMON GROUND

REQUESTS UND MEHRER PERSONEN (COLLECTIVE REQUESTS)

INFORMATIVES

DREI HYPOTHESEN

DIE ROLLE DER INFORMATIVES

UNBEKANNTE ADRESSATEN

FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den Essay „Speech Acts and Hearers’ Beliefs“ von Herbert H. Clark und Thomas B. Carlson. Ziel ist es, die Rolle von informatives als fundamentalen Mechanismus zur Etablierung von mutual knowledge (gemeinsames Wissen) in der Kommunikation zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Sprecher Hörer in Teilnehmer und Adressaten unterteilen, um koordiniertes kollektives Handeln (joint acts) zu ermöglichen.

  • Die Problematik der doppelten Kontingenz in der Kommunikation.
  • Die theoretische Fundierung von gemeinsamen Wissen (common ground).
  • Die Analyse von kollektiven Aufforderungen (collective requests).
  • Die Funktion und Kategorisierung von informatives als Sprechakte.
  • Die Differenzierung zwischen Adressaten (addressees), Teilnehmern (participants) und Mithörern (overhearers).

Auszug aus dem Buch

Joint Acts

Als Beispiel für gemeinsames Handeln verwenden CC das gemeinsame Musizieren. Zunächst konzentrieren sich CC auf das gemeinsame Spielen der ersten Note im Duett. Ein Unterfangen, das nach CC „complicated enough“ (Clark, Carlson 1982: 3) ist. Hierzu führen Sie die Geste des einen, nämlich Zuckermans, der beiden hypothetischen Spieler Zuckerman und Perlman an, welche den Beginn des Stückes anzeigen, also das Spielen initiieren soll. Schwierig ist hierbei, wie beide Spieler gemeinsam wissen können, dass ausgerechnet dieses Mal die Geste genau dies bedeutet, besonders wenn Zuckerman diese Geste im Beisein von Perlman zuvor mehrmals geprobt hat.

Jedoch damit noch nicht genug, denn jeder Spieler muss ebenso von seinem Musizierpartner wissen oder glauben, dass dieser genau das gleiche weiß und dementsprechend handeln wird. Des weiteren sollte jeder sich ebenso bewusst sein, dass sich sein Partner ebensolche Gedanken machen muss, also, dass der Partner weiß, dass man weiß, dass er weiß, dass man weiß... etc ad infinitum. CC kommen relativ schnell zu der von Schiffer aufgestellten Formel (i) des mutual belief:

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in das Problem der doppelten Kontingenz in der Kommunikation und Vorstellung des Konzepts der informatives nach Clark und Carlson.

GRUNDANNAHMEN: Definition der Grundlagen von mutual knowledge als Voraussetzung für erfolgreiche Kommunikation und gemeinsames Handeln.

JOINT ACTS: Analyse der Komplexität von gemeinsamem Handeln am Beispiel von Musikern und Erläuterung der formalen Anforderungen an mutual belief.

COMMON GROUND: Erläuterung des Begriffs common ground und der drei Kopräsenzen, die gemeinsames Wissen in verschiedenen Situationen ermöglichen.

REQUESTS UND MEHRER PERSONEN (COLLECTIVE REQUESTS): Untersuchung der Herausforderungen, wenn mehr als zwei Personen miteinander kommunizieren und kollektive Anweisungen (collective directives) notwendig werden.

INFORMATIVES: Einführung und theoretische Einordnung der informatives als essenzielle Sprechakte zur Informationsvermittlung an Teilnehmer.

DREI HYPOTHESEN: Präsentation der drei zentralen Hypothesen von Clark und Carlson zur Strukturierung von Sprechakten und der Bedeutung der informatives.

DIE ROLLE DER INFORMATIVES: Anwendung der Erkenntnisse auf das Beispiel des gemeinsamen Musizierens, um collective und distributive requests voneinander abzugrenzen.

UNBEKANNTE ADRESSATEN: Analyse, wie Aufforderungen funktionieren, wenn die Adressaten zum Zeitpunkt der Äußerung noch nicht feststehen.

FAZIT: Zusammenfassung der Bedeutung der informatives für die Etablierung von gemeinsamem Wissen und die erfolgreiche Durchführung von joint acts.

Schlüsselwörter

Informatives, Mutual Knowledge, Common Ground, Joint Acts, Sprechakttheorie, Kommunikation, Collective Requests, Addressees, Participants, Overhearers, M-Intention, Doppelte Kontingenz, Sprachphilosophie, Herbert H. Clark, Thomas B. Carlson.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den wissenschaftlichen Essay von Clark und Carlson über die Rolle von Sprechakten, die speziell dazu dienen, Teilnehmer in einer Kommunikationssituation über die Absichten des Sprechers zu informieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Konzepte des gemeinsamen Wissens, der Kommunikation zwischen mehreren Beteiligten sowie die Analyse von Sprechakten bei koordinierten kollektiven Handlungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch den Mechanismus der informatives die Sprechakttheorie erweitert wird, um kollektive Handlungsaufforderungen in Gruppen präzise zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine theoretische Analyse und Exegese des Originaltextes von Clark und Carlson durch, ergänzt durch die formale Rekonstruktion ihrer hypothetischen Kommunikationsbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die schrittweise Herleitung von mutual knowledge, die Analyse von joint acts anhand von Musikbeispielen und die formale Zerlegung von Sprechakten in illocutionary acts und informatives.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Besonders prägend sind Informatives, Mutual Knowledge, Common Ground sowie Joint Acts.

Was unterscheidet Teilnehmer (Participants) von Adressaten (Addressees)?

Adressaten sind die primären Empfänger einer direkten Aufforderung zum Handeln, während Teilnehmer die Hörer sind, an die sich die informatives richten, um das notwendige gemeinsame Wissen über diese Aufforderung zu etablieren.

Wie lösen die Autoren das Dilemma der unendlichen Abwägung (ad infinitum)?

Durch die Einführung von joint informatives und der Annahme, dass Kommunizierende ein Schema anwenden, statt jeden logischen Schritt einzeln bis ins Unendliche durchzuspielen.

Welche Bedeutung haben Unbekannte Adressaten für die Theorie?

Sie belegen, dass die informative first hypothesis auch dann greift, wenn die spezifische Identität der Adressaten erst zukünftig durch den Kontext bestimmt wird.

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Details

Title
Informatives und ihre Rolle bei der Etablierung von mutual knowledge: Eine Analyse des Essays 'Speech Acts and Hearers' Beliefs' von Herbert H Clark und Thomas B. Carlson.
College
University of Hamburg  (Institut für Soziologie)
Course
Oberseminar: Doppelte Kontingenz
Grade
2,0
Author
Michael Reichmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V39479
ISBN (eBook)
9783638382304
Language
German
Tags
Informatives Rolle Etablierung Eine Analyse Essays Speech Acts Hearers Beliefs Herbert Clark Thomas Carlson Oberseminar Doppelte Kontingenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Reichmann (Author), 2003, Informatives und ihre Rolle bei der Etablierung von mutual knowledge: Eine Analyse des Essays 'Speech Acts and Hearers' Beliefs' von Herbert H Clark und Thomas B. Carlson., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39479
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