Mit Hilfe des technischen Fortschritts der letzten Jahrzehnte erzeugte sich die Menschheit nicht nur mehr Behaglichkeit, sondern auch zusätzliche elektromagnetische Belastung. Der „trade-off“ zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und gesundheitlicher Beeinträchtigung wird in den Medien und durch unterschiedliche Forschungsgemeinschaften kontrovers diskutiert. Da das Thema „Elektrosmog“ aus verschiedenen Blickrichtungen betrachtet werden kann, ergeben sich daraus unterschiedliche Untersuchungsergebnisse, dennoch besteht immer noch großer Forschungsbedarf, um gesundheitlichen Auswirkungen vorzubeugen. Im Rahmen dieser Diplomarbeit soll durch Darstellung der Thematik aus technischer, medizinischer und biologischer Sicht ein wissenschaftsübergreifender Überblick vermittelt werden. Aus ganzheitlicher Sicht werden die Wechselwirkungen des natürlichen und des künstlichen Frequenzspektrums verdeutlicht. Der Schwerpunkt liegt insbesondere in der biologischen Wirksamkeit elektromagnetischer Strahlung. Das erste Kapitel umfasst die Definition von Elektrosmog und den elektromagnetischen Grundlagen anhand des Frequenzspektrums. Das zweite Kapitel behandelt das biologische System Mensch in Hinblick auf die Wirksamkeit von Strahlenemissionen auf den menschlichen Körper. Kapitel drei bezieht sich auf das natürliche elektromagnetische Feld der Erde und dessen Wirkung auf den Menschen. Kapitel 4 kennzeichnet die künstlichen Belastung am Bildschirmarbeitsplatz. Danach folgt ein Exkurs zur Geschichte des Mobilfunks und im Anschluss daran die resultierenden gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung. Die letzten beiden Kapitel definieren die derzeitigen Grenzwerte und die Möglichkeiten der Strahlenreduktion vor allem durch Abschirmung von elektromagnetischen Feldern. Der Exkurs „Magnetfeldtherapie“ erläutert abschließend grenzwissenschaftliche Erklärungen der natürlichen Erdstrahlung und dessen gesundheitlichen Nutzen in der Alternativmedizin vorstellen. Im Anhang 3 wird zusätzlich das grenzwissenschaftliche Gebiet der Radiaesthesie genauer untersucht und dessen physikalischen Grundlagen aufgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 „Elektrosmog“ – elektromagnetische Grundlagen
Ionisierende Strahlung
Optische Strahlung
Hochfrequente elektromagnetische Felder und Mikrowellen
Niederfrequente magnetische Felder
Niederfrequente elektrische Felder
Magnetostatische Felder
Elektrostatische Felder
2 Das biologische System Mensch
Psychotronik und Wetterfühligkeit
Reaktionsprinzipien biologischer Systeme
Biophysikalische Absorption elektromagnetischer Strahlung
Biologische Fenster
3 Das natürliche elektromagnetische Feld
Die Erde und ihr Umfeld
Das Erdmagnetfeld und der Einfluss auf das Leben
Natürliche Gleichfelder
Natürliche Wechselfelder
4 Das künstliche elektromagnetische Feld
4.1 Arbeitsplatz und Bildschirmarbeit
4.1.1 Monitore
4.1.2 Beleuchtung
4.1.3 Kabelsalat
4.1.4 Wireless LAN – DECT- Schnurlostelefone
4.1.5 Netzteile
4.2 Exkurs: Das Sick-Building-Syndrom
5 Die Geschichte des Mobilfunk
6 Gesundheitliche Auswirkungen – thermische und athermische Wirkungen des Mobilfunks
6.1 Thermische Wirkungen
6.2 Athermische Wirkungen
6.2.1 Zellfunktionen und Bedeutung von Kalzium
6.2.2 Nerven und Muskeln
6.2.3 Blut-Hirn-Schranke
6.2.4 Die Melatonin-Hypothese
6.2.5 Amalgam
6.2.6 Gepulste Signale
6.3 Elektrosensibilität
7 Grenzwertproblematik
Baubiologische Richtwerte
Grenzwerte des elektrostatischen Feldes
Grenzwerte des magnetostatischen Feldes
Grenzwerte des elektrischen Wechselfeldes
Grenzwerte des magnetischen Wechselfeldes
Grenzwerte des elektromagnetischen Feldes (Hochfrequenz)
Grenzwerte der spezifischen Absorptionsrate (SAR-Wert)
8 Gegenmaßnahmen und Abschirmung elektromagnetischer Felder
Abschirmung von elektrischen Feldern
Abschirmung von magnetischen Feldern
Abschirmung hochfrequenter Strahlung
Abschirmung von Computern und Bildschirmen
Maßnahmen bei Mobiltelefonen
9 Exkurs: Magnetfeldtherapie
10 Zusammenfassung und Ausblick
11 Anhang 1: Langzeituntersuchungen an Tieren und Menschen
12 Anhang 2: Statistiken des Mobilfunks in Österreich
13 Anhang 3: Radiaesthesie
13.1 Das Wünschelrutenphänomen
13.2 Bedeutung und Geschichte
13.3 Grundlagen der Radiaesthesie
13.3.1 Wasseradern
13.3.2 Gittersysteme
13.3.3 Verwerfungen
13.3.4 Geomantische Zonen
13.4 Radiaestetisches Messen
14 Anhang 4: Maßeinheiten
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Einflüsse natürlicher und künstlicher elektromagnetischer Strahlung auf das biologische System Mensch zu geben und dabei eine neutrale Auseinandersetzung mit der Elektrosmog-Problematik unter Berücksichtigung technischer, medizinischer und biologischer Aspekte zu ermöglichen.
- Elektromagnetische Grundlagen und Klassifikation von Strahlenbelastungen
- Biologische Reaktionen und Wechselwirkungen beim Menschen
- Einfluss natürlicher Felder und Phänomene (wie Erdmagnetfeld)
- Technische Quellen künstlicher Strahlung (z. B. Bildschirmarbeit, Mobilfunk)
- Gesundheitliche Auswirkungen (thermische und athermische Effekte)
- Schutzmaßnahmen, Grenzwerte und baubiologische Ansätze
Auszug aus dem Buch
Die Definition von „Elektrosmog“
„Der Begriff "Elektrosmog" ist Ende der siebziger Jahre entstanden. Sein Wortbestandteil "smog" setzt sich aus den beiden englischen Worten "smoke" (Rauch) und "fog" (Nebel) zusammen. Parallel zu dem "normalen" Smog bedeutet Elektrosmog also die zunehmende "Verunreinigung" der menschlichen Umgebung mit elektromagnetischer Strahlung.“ [siehe Nehe03, 1]
Unter "Elektro-Magnetische Feldern" (EMF) werden jene physikalischen Elementarerscheinungen bezeichnet, bei denen Energie nicht mit der Masse, sondern über den Ladungsträger übertragen wird. Diese Erscheinungen kommen in der Natur in unterschiedlichen Formen vor. Im Laufe der Evolution war der Mensch ihrer Strahlung ausgesetzt. In den letzten hundert Jahren wurde in der Technik eine Vielfalt an EMF in Anwendung von elektrischen Geräten hinzugefügt. Die Ambivalenz zwischen den großen Vorteilen neuer Techniken und der wachsenden Sorge, inwieweit technische EMF gesundheitsschädliche Wirkungen mit sich tragen, wird in dieser Arbeit anhand von Untersuchungsergebnissen diskutiert.
Da die elektromagnetische Strahlung, abhängig von Art und Frequenz, unterschiedliche Ausbreitung in der Natur, in Wohngebäuden und im menschlichen Körper erfahren und dort sehr verschiedenartig einwirken können, werden Erläuterungen des derzeitigen Wissensstandes entsprechend der notwendigen Feldklassifikation im Detail für die einzelnen Gruppen vorgenommen. [vgl. Gött03, 1]
Zusammenfassung der Kapitel
1 „Elektrosmog“ – elektromagnetische Grundlagen: Definition des Begriffs Elektrosmog und Einordnung physikalischer elektromagnetischer Felder anhand des Frequenzspektrums.
2 Das biologische System Mensch: Untersuchung der Funktionsweise des menschlichen Organismus im Hinblick auf elektromagnetische Einflüsse sowie Konzepte wie biologische Fenster.
3 Das natürliche elektromagnetische Feld: Darstellung der Einflüsse der Erde, insbesondere des Erdmagnetfelds, auf das Leben.
4 Das künstliche elektromagnetische Feld: Analyse technischer Strahlenquellen, schwerpunktmäßig an Bildschirmarbeitsplätzen und in der Büro-Infrastruktur.
5 Die Geschichte des Mobilfunk: Überblick über die historische Entwicklung der Mobilfunkgenerationen von analogen Anfängen bis zum UMTS-Standard.
6 Gesundheitliche Auswirkungen – thermische und athermische Wirkungen des Mobilfunks: Differenzierung zwischen thermischen Erwärmungseffekten und athermischen, biologischen Langzeitwirkungen auf Zellen und Nervensystem.
7 Grenzwertproblematik: Kritische Betrachtung der gesetzlichen Grenzwerte im Vergleich zu baubiologischen Richtwerten.
8 Gegenmaßnahmen und Abschirmung elektromagnetischer Felder: Zusammenstellung praktischer Ansätze zur Reduzierung der Strahlenbelastung im Wohn- und Arbeitsumfeld.
9 Exkurs: Magnetfeldtherapie: Kurze Erläuterung positiver Anwendungen von Magnetfeldern in der Alternativmedizin.
10 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee zur Relevanz der Thematik für eine präventive technische Denkrichtung.
Schlüsselwörter
Elektrosmog, elektromagnetische Felder, Mobilfunk, Strahlung, biologische Wirkungen, Erdmagnetfeld, Gesundheit, Abschirmung, Grenzwerte, Baubiologie, Zellbiologie, Blut-Hirn-Schranke, Melatonin, Radiaesthesie, Mikrowellen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Wechselwirkungen zwischen natürlicher und künstlicher elektromagnetischer Strahlung und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die physikalischen Grundlagen elektromagnetischer Strahlung, die biologische Sensibilität des Menschen, technische Strahlenquellen sowie Maßnahmen zur Reduktion dieser Belastungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte und neutrale Darstellung der Problematik „Elektrosmog“, um ein tieferes Verständnis für die biologische Wirksamkeit von Strahlung zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Zusammenführung technischer, medizinischer und biologischer Forschungsergebnisse und empirischer Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen, biologische Systemreaktionen, den Vergleich natürlicher und künstlicher Felder, die Geschichte des Mobilfunks sowie eine detaillierte Analyse gesundheitlicher Auswirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Elektrosmog, biologische Fenster, elektromagnetische Verträglichkeit, Mobilfunk, Strahlungsschutz und baubiologische Richtwerte.
Welche Bedeutung hat die „Blut-Hirn-Schranke“ in diesem Kontext?
Die Arbeit zeigt auf, dass Mobilfunkstrahlung bereits nach kurzer Einwirkdauer die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhen kann, was das Eindringen von Toxinen in das Gehirn ermöglichen könnte.
Welchen Stellenwert nimmt die Radiaesthesie in dieser Arbeit ein?
Radiaesthesie wird im Anhang als Grenzwissenschaft behandelt, wobei die Arbeit die Hypothese vertritt, dass der Mensch physikalisch in der Lage ist, als Empfänger auf natürliche magnetische Felder zu reagieren.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen thermischen und athermischen Wirkungen?
Thermische Wirkungen beziehen sich auf die unmittelbare Erwärmung von Gewebe durch Strahlung, während athermische Wirkungen bereits unterhalb dieser Temperaturschwelle stattfinden und Prozesse wie Zellregulation oder Hormonhaushalt stören können.
- Quote paper
- Christine Grabmair (Author), 2004, Elektrosmog - die Einflüsse natürlicher und künstlicher elektromagnetischer Strahlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39572