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Die Konstruktion von Körper, Fremdheit und Geschlecht im Sport und in den Massenmedien

Title: Die Konstruktion von Körper, Fremdheit und Geschlecht im Sport und in den Massenmedien

Term Paper , 2002 , 12 Pages , Grade: 1

Autor:in: Axel Tomforde (Author)

Sport - Media and Communication
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit werde ich mich schwerpunktmäßig mit dem Körper und in diesem Zusammenhang mit Natur-Kultur Dualismen(1) auseinandersetzen, um aufzuzeigen, welche Gefahren die „Naturalisierung des Sozialen“(2) (vgl. GEBAUER 1996:84) für die alltägliche Wahrnehmung birgt und somit u.a. zur Bildung von Rassismen, Vorurteilen und Ungleichheitsverhältnissen führen kann. Der Blickpunkt soll hierbei unter anderem auf den Freizeit- und Hochleistungssport gerichtet werden, um die so oft von Politikern und Medien beschworene integrative Leistung des Sports zu hinterfragen.
Hierzu möchte ich aufzeigen, welche Theorien eine umfassende und reflektierte Analyse gesellschaftlicher Prozesse zulassen und in welcher Verbindung ebendiese mit den Konstrukten Körper, Fremdheit und Geschlecht gesehen werden können.
Vor allem die Auseinandersetzung mit dem Körper-Aspekt von Fremdheit und Rassismus ist für den Sport als privilegiertes Handlungs- und Darstellungsmedium des Körpers (vgl. ALKEMAYER/BRÖSKAMP 1996:8) von großer Bedeutung und soll von daher auch als Schwerpunkt seinen Niederschlag in dieser Arbeit finden.
Aber auch für die Darstellungsweisen der Geschlechter ist der Körper eine verlässliche identitätstabilisierende Quelle, vor allem am Beispiel massenmedialer Produktion von Körperbildern möchte ich auf diesen Sachverhalt im zweiten Abschnitt meiner Arbeit eingehen.
[...]
_____
1 Unter Natur-Kultur Dualismen würde ich am Beispiel des Körpers den Gegensatz von naturgegebenem Körper und sozial konstruiertem Körper verstehen. Allerdings stellt sich hierbei die Frage, ob nicht alles körperliche einer sozialen Formung unterliegt.
Am Beispiel Geschlecht würde der sex-gender Dualismus einen anderen Natur-Kultur Dualismus wiederspiegeln. Sex bezieht sich in diesem Fall auf das biologische Geschlecht und gender auf das sozial erzeugte Geschlecht.
2 Mit der „Naturalisierung des Sozialen“ beziehe ich mich auf die Tendenz, soziale Konstruktionen als naturgegeben wahrzunehmen. Vor allem der Sport als ein Handlungssystem, in dem die körperliche Dimension eine essentielle Rolle spielt, birgt für eine solche Naturalisierung viele Potentiale (vlg. GEBAUER 1996:84).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einführung

1.1 Der Körper im Fokus postmoderner Gesellschaften

1.1.1 Individualisierungsprozesse und ihre Auswirkungen

1.1.2 Der Körper im Sport-Sport in der Gesellschaft

1.1.3 Der fremde Körper im Sport- Spricht Sport wirklich alle Sprachen?

1.1.3.1 Positive und negative Rassismen im Hochleistungssport

1.1.3.2 Habitus und Geschmack als Regieführer in interkulturellen Freizeitsportbegegnungen

2.) Die massenmediale Produktion von Fremdheit und Geschlecht

2.1 Die Naturalisierung des Sozialen am Beispiel medienproduzierter Frauenbilder

2.2 Die „Fremden“ in der Werbung am Beispiel schwarzer SportlerInnen: Vom ‚Tier’ zum Massenidol

3.) Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Konstruktion von Körperlichkeit, Fremdheit und Geschlecht im Sport sowie deren mediale Darstellung, um aufzuzeigen, wie die „Naturalisierung des Sozialen“ zu Vorurteilen, Rassismen und sozialen Ungleichheitsverhältnissen beiträgt. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob der Sport als universelles Medium der Integration fungieren kann oder ob er Gefahr läuft, für gesellschaftliche Zweckentfremdungen missbraucht zu werden.

  • Die Rolle des Körpers im Kontext postmoderner Individualisierungsprozesse.
  • Die Bedeutung von Sport als Handlungsfeld für Identitätsbildung und Distinktion.
  • Die Entschlüsselung von Rassismen und Fremdheitserfahrungen im Leistungs- und Freizeitsport.
  • Die mediale Inszenierung von Geschlechterrollen und körperlichen Fremdbildern in der Werbung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Naturalisierung des Sozialen am Beispiel medienproduzierter Frauenbilder

Die zunehmende Wichtigkeit des körperlichen Ausdrucks und der Selbstinszenierung unter Rückgriff auf körperliche Ausdrucksweisen ist in modernen westlichen Gesellschaften kaum zu übersehen. Vor allem in den Medien und hier hauptsächlich durch die suggestive Werbung, wird der Körper zur Werbetafel schlechthin. Vor allem der weibliche Körper muss viel Haut und Form zeigen, um sich in der männlich bestimmten Rezipientenwelt durchsetzen zu können. Der Frauenkörper hat oft keine Verbindung mehr zu den Produkten, für die geworben werden soll, die Verbindung zum Produkt kann oft nur noch durch abstrakte Gedankensprünge hergestellt werden. Halbnackte Frauen werben also gleichzeitig für Zigaretten und für Mineralwasser, die Frau als reduziertes Sexobjekt scheint den Männern Blickfang genug zu sein, um diese Ambiguität walten zu lassen. Hierbei wird das stereotype Frauenbild geprägt: Frauen müssen einen schlanken, attraktiven Körper haben, rasierte Beine, langes Haar, etc. Die Tatsache, dass es keineswegs natürlich für Frauen ist, sich bspw. die Beine zu rasieren, verliert durch die Mediendarstellung leicht ihren Realitätsbezug. So kommt es zur o.a. „Naturalisierung des Sozialen“, die Grenzen zwischen Natur und Kultur verschwimmen. Erst durch die (westliche) Gesellschaft wurde die Rasur der Beine „verweiblichend“, zu einem Symbol, auf das zur weiblichen Inszenierung zurückgegriffen werden konnte.

So prägen die Medien Körperbilder, aber andererseits werden auch die Körperbilder in den Medien gesellschaftlich erzeugt, es besteht folglich eine wechselseitige Beziehung. So ist Werbung nicht allerdings nicht nur ein ‚Spiegel der Gesellschaft’, sondern zudem ein ‚Detektor’ der Veränderungen des Menschen (vgl. SCHNIERER 1999:220).

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einführung: Der Autor erläutert das Forschungsinteresse am Körper als soziologischem Konstrukt und stellt die Fragestellung nach der „Naturalisierung des Sozialen“ und deren Gefahren auf.

1.1 Der Körper im Fokus postmoderner Gesellschaften: Dieses Kapitel betrachtet den Körper als zentrales Medium zur Darstellung sozialer Differenzen und Statussymbole in der heutigen Gesellschaft.

1.1.1 Individualisierungsprozesse und ihre Auswirkungen: Hier werden Theorien wie die Individualisierungstheorie nach Beck herangezogen, um den Zwang zur Selbstinszenierung und die Enttraditionalisierung zu erklären.

1.1.2 Der Körper im Sport-Sport in der Gesellschaft: Das Kapitel analysiert die Aufwertung körperlichen Ausdrucks im Sport und die Tendenzen zur „Entsportung des Sports“ durch Zweckentfremdung.

1.1.3 Der fremde Körper im Sport- Spricht Sport wirklich alle Sprachen?: Hier wird untersucht, inwieweit Sport tatsächlich Barrieren abbauen kann oder ob er zur Verstärkung von Kategorien wie Körper und Gegenkörper beiträgt.

1.1.3.1 Positive und negative Rassismen im Hochleistungssport: Das Kapitel verdeutlicht am Beispiel olympischer Spiele, wie athletische Identitäten oft ethnisiert und essentialisiert werden.

1.1.3.2 Habitus und Geschmack als Regieführer in interkulturellen Freizeitsportbegegnungen: Es wird erörtert, wie soziale Herkunft und Habitus die Kommunikation in Sportbegegnungen steuern und zu Missverständnissen führen können.

2.) Die massenmediale Produktion von Fremdheit und Geschlecht: Dieser Abschnitt widmet sich der Art und Weise, wie Medien durch Bilder und Vorurteile gesellschaftliche Realität mitkonstruieren.

2.1 Die Naturalisierung des Sozialen am Beispiel medienproduzierter Frauenbilder: Das Kapitel zeigt auf, wie Werbung Stereotype durch die Abbildung des weiblichen Körpers als scheinbar natürliche Gegebenheit festigt.

2.2 Die „Fremden“ in der Werbung am Beispiel schwarzer SportlerInnen: Vom ‚Tier’ zum Massenidol: Der Autor analysiert den Wandel in der bildlichen Darstellung schwarzer Sportler zwischen animalischer Exotisierung und funktionaler Ikonisierung.

3.) Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die unauflösliche Verbindung zwischen Körperlichkeit, affektiven Dimensionen und der sozialen Konstruktion von Fremdheit.

Schlüsselwörter

Sportsoziologie, Körperkonstruktion, Individualisierung, Rassismus, Mediale Darstellung, Fremdheit, Geschlechterrollen, Naturalisierung des Sozialen, Habitustheorie, Identitätsbildung, Sportmarketing, Interkulturelle Verständigung, Massenmedien, Stereotypisierung, Körperkult

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologische Bedeutung des Körpers in der modernen Gesellschaft und wie dieser im Sport und in den Medien dazu genutzt wird, soziale Differenzen, Geschlechterrollen und Vorstellungen von Fremdheit zu konstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Individualisierung, der Einfluss der Habitustheorie auf Sportbegegnungen, die Naturalisierung sozialer Konstruktionen sowie die Darstellung von Ethnizität und Geschlecht in der werbepsychologischen Mediengestaltung.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den oft unkritisch verwendeten Integrationsbegriff des Sports zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie sportliche und mediale Praxen zur Festigung von Rassismen und Ungleichheitsverhältnissen beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit soziologischen Konzepten, insbesondere der Habitustheorie nach Bourdieu und der Individualisierungstheorie nach Beck, ergänzt durch eine qualitative Analyse medialer und sportiver Darstellungsformen.

Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Körpers in der postmodernen Gesellschaft, die Analyse von Rassismen im Hochleistungssport sowie die kritische Betrachtung der massenmedialen Produktion von Geschlechter- und Fremdenbildern in der Werbung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Körperkonstruktion, Naturalisierung des Sozialen, Habitus, mediale Inszenierung und Distinktion geprägt.

Wie werden Rassismen im Sport laut der Arbeit begründet?

Die Arbeit argumentiert, dass Rassismen entstehen, wenn sportliche Leistungen von Athleten essenziell auf ihre ethnische Herkunft zurückgeführt werden, wodurch eine scharfe Differenzierung in Körper und Gegenkörper stattfindet.

Welche Rolle spielt die Werbung bei der Konstruktion von Frauenbildern?

Die Werbung wird als ein „Detektor“ und gleichzeitig als Gestalterin von Körperbildern beschrieben, die durch suggestive Darstellungen weibliche Eigenschaften als „natürlich“ verkauft, um den Marktwert von Produkten durch stereotype Geschlechterrollen zu steigern.

Was ist das „Körper-Gegenkörper-Prinzip“ im Kontext der Arbeit?

Das Prinzip beschreibt die soziale Praxis, eine eigene Identität erst dadurch zu definieren, dass man einen „Anderen“ als Gegenpol (z.B. Weiß vs. Schwarz, Mann vs. Frau) markiert, um das eigene „Vertraute“ zu legitimieren.

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Details

Title
Die Konstruktion von Körper, Fremdheit und Geschlecht im Sport und in den Massenmedien
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Sportwissenschaftliches Institut)
Grade
1
Author
Axel Tomforde (Author)
Publication Year
2002
Pages
12
Catalog Number
V3957
ISBN (eBook)
9783638124607
Language
German
Tags
Sport Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Axel Tomforde (Author), 2002, Die Konstruktion von Körper, Fremdheit und Geschlecht im Sport und in den Massenmedien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3957
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