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Das Jenaer Rathaus im Spiegel der denkmalpflegerischen Aufgaben des 20. Jahrhunderts

Title: Das Jenaer Rathaus im Spiegel der denkmalpflegerischen Aufgaben des 20. Jahrhunderts

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nadine Beck (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Das Jenaer Rathaus hat im Laufe der Jahrhunderte sein Gesicht und sein Innenleben unzählige Male verändert. Es war seit seiner vorsichtig geschätzten Entstehung Ende des 14.Jahrhunderts immer den jeweiligen Bedürfnissen der Bürger, die es nutzten, angepasst worden und spiegelt dies in seiner baulichen Uneinigkeit und stilistischen Varianz wieder. Besonders unter den wechselnden Schwerpunkten der „prä"- denkmalpflegerischen Ansätzen des 19. und unter den denkmalpflegerischen Bestimmungen 20.Jahrhunderts wurde der Umgang mit dem historisch äußerst wertvollen Gebäude äußerst kontrovers diskutiert. Erst in jüngster Zeit scheint das Rathaus am Jenaer Markt seinen denkmalschützerischen Frieden gefunden zu haben. Die Ziele, die im vergangenen Jahrhundert unter dem Deckmantel „Denkmalschutz" oder „Denkmalpflege" bezüglich des Rathauses verfolgt wurden, werden hier in den Fokus genommen . Zur Übersicht und besseren Orientierung geht dieser Analyse eine abrissförmige Baugeschichte des Objektes voraus. Diese beruht nicht auf Vollständigkeit, da selbst heute noch dank der mannigfaltigen undokumentierten baulichen Veränderungen und verwischten Spuren aufgrund unsachgemäßer „Sanierungsarbeiten" eine korrekte „Vita" des Jenaer Rathauses nicht zweifelsfrei zu schreiben ist. Die einheitlichen Linien, die für bestimmte zeitliche Perioden zu erkennen sind, werden vergleichend mit der heutigen Auffassung von Denkmalschutz in einem Fazit abschließend diskutiert und kritisiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Baugeschichte

3. Das Jenaer Rathaus im Spiegel der Denkmalschutzbestimmungen des 20.Jahrhunderts

3.1. Denkmalpflege vor 1900

3.2. Denkmalpflege bis 1949

3.3 Denkmalpflege in der DDR

3.4. Die Wende – auch in der Denkmalpflege

4. Fazit und Kritik

5. Literaturangaben

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die wechselvolle Geschichte des Jenaer Rathauses unter dem Fokus der sich wandelnden denkmalpflegerischen Zielsetzungen und Schutzbestimmungen im 20. Jahrhundert, wobei die architektonischen Veränderungen kritisch mit der jeweiligen zeitgenössischen Auffassung von Denkmalschutz abgeglichen werden.

  • Baugeschichtlicher Abriss des Jenaer Rathauses von den Anfängen bis zur Moderne.
  • Analyse der denkmalpflegerischen Ansätze vor 1900 bis 1949.
  • Untersuchung der Denkmalschutzpraxis und -problematik während der DDR-Zeit.
  • Bewertung der Restaurierungs- und Sanierungsprogramme nach der politischen Wende ab 1992.
  • Kritische Reflexion des Spannungsfeldes zwischen historischer Bausubstanz und moderner Nutzung.

Auszug aus dem Buch

3.3. Die Denkmalpflege in der DDR

Die erste Untersuchung des Rathauses seit dem Kriegsende und der nachfolgenden „Instandsetzung“, die auch Eingang in die Akten gefunden hat, fand im Jahre 1968 statt. Sie wurde zugunsten einer geplanten Restaurierung und Umgestaltung des Trauzimmers nach Befund durchgeführt. Hier wird jedoch eine bereits vorhergegangene Restaurierung „vor etwa zehn Jahren“ erwähnt, bei der wohl ein restauratorischer Rundumschlag – oder das, was man dafür hielt -vollzogen wurde. Sämtliches unbewegliches Interieur, d.h. die barocken Wandschränke, Paneelen samt der Türen von 1683 und 1925 wurden damals mit schwarzbraunem Bootslack (sic!) überstrichen oder mit grauer Ölfarbe übertüncht.

Angesichts der Tatsache, dass seit dem 28.09.1961 eine „Verordnung über die Pflege und den Schutz der Denkmale“ existierte, sollte ein geeigneter Restaurator Farbuntersuchungen vornehmen, um eine eventuelle noch vorhandene originale Bemalung festzustellen und um die eingangs erwähnten Missstände zu beseitigen.

Da aber auch der bewegliche Inventar in seiner Stilmixtur und demzufolge auch in seiner Farbigkeit mit der originalen Fassung des Raumes aus dem 17.Jahrhundert nichts mehr zu tun hatte, fiel auch er der Umgestaltung zum Opfer. Bis auf einen Ofen, der aus brandschutztechnischen Gründen wenig später wieder eingebaut wurde, mussten sämtliche Möbel, vorwiegend aus dem 19.Jahrhundert und der Umbauphase um 1925, weichen für eine Neumöblierung. Diese durfte zwar stilistisch modern sein, aber in ihrer Farbgebung der Gesamtfarbigkeit nach Abschluss der Restaurierung nach den Farbbefunden nicht widersprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historisch gewachsene, bauliche Varianz des Jenaer Rathauses und führt in die Fragestellung ein, wie sich unterschiedliche denkmalpflegerische Ansätze im 20. Jahrhundert auf den Umgang mit dem Gebäude ausgewirkt haben.

2. Baugeschichte: Dieses Kapitel liefert einen chronologischen Überblick über die Entstehung und die baulichen Veränderungen des Rathauses vom 14. Jahrhundert bis zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als Grundlage für die spätere Analyse.

3. Das Jenaer Rathaus im Spiegel der Denkmalschutzbestimmungen des 20.Jahrhunderts: Hier werden die verschiedenen Epochen der Denkmalpflege detailliert beleuchtet – von den Anfängen vor 1900 über die Zeit bis 1949 und die DDR-Ära bis hin zur Phase nach der Wende, wobei Konflikte zwischen Erhalt und Modernisierung aufgezeigt werden.

4. Fazit und Kritik: Das Fazit fasst die fehlende Konstanz in den denkmalpflegerischen Aufgabenstellungen zusammen und kritisiert den oft willkürlichen Umgang mit der Bausubstanz zugunsten wirtschaftlicher Interessen oder modernem Zeitgeschmack.

5. Literaturangaben: Dieses Kapitel führt die verwendeten Akten des Archivs des Landesdenkmalpflegeamtes in Erfurt sowie die ergänzende Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Jenaer Rathaus, Denkmalpflege, Denkmalschutz, Baugeschichte, Restaurierung, Instandsetzung, 20. Jahrhundert, DDR, Stadtbildpflege, Bausubstanz, historische Gebäude, Architekturbewahrung, Sanierung, Kulturdenkmale, Konservierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der wechselhaften Geschichte des Jenaer Rathauses und untersucht, wie dieses historisch bedeutende Gebäude im Laufe des 20. Jahrhunderts durch unterschiedliche denkmalpflegerische Auffassungen und politische Bestimmungen geprägt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Baugeschichte des Rathauses, die Entwicklung von Denkmalpflegebegriffen und -methoden, die spezifische Denkmalschutzpraxis in der DDR sowie der Umgang mit historischer Bausubstanz nach der Wende.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Umgang mit dem Rathaus in verschiedenen Epochen zu analysieren, zu vergleichen und kritisch zu bewerten, inwieweit das Gebäude trotz notwendiger Anpassungen an bürgerliche Bedürfnisse denkmalpflegerisch korrekt behandelt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Archivakten des Amtes für Denkmalpflege Erfurt und des Stadtarchivs Jena sowie auf einer Auswertung baugeschichtlicher Dokumentationen und zeitgenössischer fachwissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die baulichen Veränderungen des Rathauses, gegliedert in die Phasen vor 1900, bis 1949, die Zeit der DDR und die Phase ab 1992, wobei stets der Bezug zu den geltenden Denkmalschutzbestimmungen hergestellt wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Jenaer Rathaus, Denkmalpflege, Denkmalschutz, Baugeschichte, Restaurierung und historische Bausubstanz charakterisiert.

Wie wurde mit dem Interieur des Rathauses in der DDR-Zeit umgegangen?

In der DDR-Zeit kam es teilweise zu radikalen Eingriffen, bei denen historische Einbauten wie Türen oder Schränke überstrichen und bewegliches Inventar des 19. Jahrhunderts zugunsten einer modernen Neumöblierung entfernt wurde.

Welche Rolle spielte die Wende ab 1992 für den Erhalt des Rathauses?

Die Wende führte durch das neue Thüringer Denkmalschutzgesetz zu einem fachkundigeren Sanierungs- und Konservierungsprogramm, das die Beibehaltung der Bausubstanz stärker in den Vordergrund rückte als in den Jahrzehnten zuvor.

Warum wird die Einbindung des Rathauses in neue Gebäudekomplexe kritisiert?

Die Autorin kritisiert, dass der Ensembleschutz des Marktplatzes vernachlässigt wurde, was zum Bau von als störend empfundenen Neubauten in direkter Nachbarschaft zum historischen Rathaus führte.

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Details

Title
Das Jenaer Rathaus im Spiegel der denkmalpflegerischen Aufgaben des 20. Jahrhunderts
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Denkmalpflege in Thüringen
Grade
2,0
Author
Nadine Beck (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V39627
ISBN (eBook)
9783638383486
ISBN (Book)
9783638790505
Language
German
Tags
Jenaer Rathaus Spiegel Aufgaben Jahrhunderts Denkmalpflege Thüringen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Beck (Author), 2003, Das Jenaer Rathaus im Spiegel der denkmalpflegerischen Aufgaben des 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39627
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