Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Intelligence and Learning Psychology

Der Erwerb weiterer Sprachen

Title: Der Erwerb weiterer Sprachen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Markus Mikikis (Author)

Psychology - Intelligence and Learning Psychology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Zweisprachigkeit oder Mehrsprachigkeit - beides wird als Bilingualismus bezeichnet - und ihre Erforschung hat durch die Globalisierung an Relevanz und Aktualität hinzugewonnen. Mehrsprachigkeit ist heute nicht nur außerhalb Europas ein ungemein weit verbreitetes Phänomen. In den meisten europäischen Staaten werden zwei oder mehr Sprachen gesprochen, die von den Mitgliedern dieser Staaten in unterschiedlichem Maße beherrscht werden. Größere Mobilität der Menschen, und die Auflösung vieler herkömmlicher Sprachgebiete haben zahlreiche Fragen zum Spracherwerb und zu seinen verschiedenen Ausprägungen und Auswirkungen auf die soziale und kognitive Entwicklung des Menschen aufgeworfen, worauf in den letzten Jahren auf diesen Gebieten viel geforscht wurde. Doch ist die Wissenschaft in ihrem Verständnis des Phänomens Sprache noch am Anfang.
Ich werde diesen Aufsatz mit einer Definition des Begriffs ‚Mehrsprachigkeit’ beginnen, um dem Leser den Einstieg in diese Thematik zu vereinfachen. Darauf folgt eine Gegenüberstellung von Erstspracherwerb und Zweitspracherwerb. Im Rahmen dieser Gegenüberstellung ist es notwendig die grundlegenden Annahmen über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Erwerbsformen zu skizzieren.
Auf den Zweitspracherwerb werde ich genauer eingehen und davon ausgehend die Unterscheidung zwischen gesteuertem und ungesteuertem Zweitspracherwerb erläutern. Des Weiteren halte ich es für sinnvoll die bedeutendsten Theorien über den Zweitspracherwerb vorzustellen, um diesen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu können.
Das Oberthema dieses Aufsatzes ist der Erwerb weiterer Sprachen. Um sich dieser Thematik anzunähern erscheint es mir notwendig sich auch dem Spracherwerb im Allgemeinen zu widmen. Aufgrund dessen werde ich im dritten Kapitel dieses Aufsatzes den Prozess des Spracherwerbs beleuchten, indem ich die grundlegenden Faktoren erläutere, die ihn steuern.
Die Studie von Bernd Kielhöfer und Silvie Jonekeit über die zweisprachige Kindererziehung, stellt den Erwerb von zwei Sprachen gleichzeitig sehr anschaulich in der Praxis dar und liefert ergänzende Einsichten zum bilingualen Aufwachsen.
Abschließend werde ich einige der gängigsten Annahmen über Vor- und Nachteile der Zweisprachigkeitserziehung vorstellen und die Idee eines frühen Fremdsprachenunterrichts skizzieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mehrsprachigkeit (Bilingualismus)

2.1 Was ist Mehrsprachigkeit, und welche Wege führen dort hin?

2.2 Der Zweitspracherwerb

2.2.1 Erstspracherwerb vs. Zweitspracherwerb

2.2.2 Ungesteuerter und gesteuerter Zweitspracherwerb

2.3 Theorien des Zweitspracherwerbs

2.3.1 Die Identitätshypothese

2.3.2 Die Kontrastivhypothese

2.3.3 Die „Monitor-Theorie“ von Krashen

2.3.4 Theorien der Lernvarietäten

3. Grundgrößen des Spracherwerbs

3.1 Antrieb

3.1.1 Soziale Integration

3.1.2 Kommunikative Bedürfnisse

3.1.3 Einstellungen

3.1.4 Erziehung

3.2 Sprachvermögen

3.3 Zugang

3.4 Struktur des Verlaufs, Tempo des Verlaufs und Endzustand

4. Zweisprachigkeitserziehung

4.1 Einführung

4.2 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zweisprachigkeitserziehung

4.3 Starke und schwache Sprache

4.4 Sprachstörungen

4.5 Interferenzen

4.6 Praktische Ratschläge für die Zweisprachigkeitserziehung

4.7 Vor- und Nachteile der Zweisprachigkeitserziehung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Prozess des Spracherwerbs und die verschiedenen Ausprägungen von Mehrsprachigkeit (Bilingualismus). Dabei liegt der Fokus auf der theoretischen Fundierung des Zweitspracherwerbs sowie der Analyse grundlegender Faktoren, die den Spracherwerb beeinflussen. Ein weiteres zentrales Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit der zweisprachigen Kindererziehung und die Klärung von Mythen bezüglich vermeintlicher Sprachstörungen oder kognitiver Nachteile, um fundierte Einblicke in die Praxis zu ermöglichen.

  • Grundlagen und Definitionen der Mehrsprachigkeit sowie Abgrenzung zum Erstspracherwerb.
  • Vorstellung bedeutender Theorien zum Zweitspracherwerb (z.B. Monitor-Theorie, Interlanguagehypothese).
  • Identifikation und Erläuterung der Grundgrößen des Spracherwerbs: Antrieb, Sprachvermögen und Zugang.
  • Praktische Aspekte der zweisprachigen Kindererziehung, inklusive der Bedeutung von Sprachtrennung und emotionaler Zuwendung.
  • Diskussion über Vor- und Nachteile der Zweisprachigkeit und der Potenziale eines frühen Fremdsprachenunterrichts.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Kommunikative Bedürfnisse:

Kommunikative Bedürfnisse stehen mit der sozialen Integration in engem Zusammenhang. Beide Komponenten wirken sich jedoch sehr verschieden auf den Spracherwerb aus, und sollten deshalb nicht verwechselt werden. Kommunikative Bedürfnisse müssen nicht in jedem Fall gleich auf die Integration in eine Gemeinschaft abzielen, sondern können sich lediglich auf die Notwendigkeit beziehen eine Sprache ‚ausreichend’ zu verstehen und sich darin verständlich machen zu können, um beispielsweise beruflichen Anforderungen zu genügen. Das ist der Fall bei Arbeitsmigranten, deren Tätigkeit im Gastland keine weit reichenden Kenntnisse der Sprache erfordert. Aufgrund der Möglichkeit mit anderen Migranten in seiner ‚Heimatsprache’ zu kommunizieren, ist das Bedürfnis sich in die (Sprach-) Gemeinschaft zu integrieren meist kaum oder überhaupt nicht vorhanden, was sich in einer nur elementaren Beherrschung der Gemeinschaftssprache niederschlägt. Ein weiteres Beispiel ist der Geschäftsmann, der sich ‚Handelsenglisch’ aneignet (gesteuerter Zweitspracherwerb) um sich mit ausländischen Kunden verständigen zu können. In beiden Fällen wird sich der Wortschatz den man sich aneignet, an „jenen inhaltlichen Bereichen orientieren, in denen diese kommunikativen Bedürfnisse liegen.“ Auch die Beherrschung sprachlicher Bereiche wie Phonologie, Morphologie und Syntax sind nicht erforderlich, um sich verständigen zu können.

Während die soziale Integration einen insgesamt reichen Wortschatz und die Beherrschung ritualisierter Gesprächsformen erfordert, welche die alltägliche Interaktion einer sozialen Gemeinschaft bestimmt, – wie z.B. Routineformeln oder direkte und indirekte Sprechakte – sind diese Formen für die bloße Verständigung in einer Sprache nicht notwendig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas Bilingualismus ein und skizziert den Aufbau sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Mehrsprachigkeit (Bilingualismus): In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten definiert, der Erst- vom Zweitspracherwerb abgegrenzt und relevante Spracherwerbstheorien wie die Monitor-Theorie vorgestellt.

3. Grundgrößen des Spracherwerbs: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Einflussfaktoren des Spracherwerbs, nämlich Antrieb, Sprachvermögen und Zugang, und analysiert deren Auswirkungen auf den Verlauf und Endzustand.

4. Zweisprachigkeitserziehung: Das Kapitel widmet sich der Praxis der zweisprachigen Kindererziehung, untersucht Rahmenbedingungen wie die funktionale Sprachtrennung und diskutiert Phänomene wie Interferenzen und Sprachstörungen.

5. Zusammenfassung: Hier werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit gebündelt und die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Untersuchung der Gesetzmäßigkeiten des Spracherwerbs betont.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Bilingualismus, Zweitspracherwerb, Erstspracherwerb, Spracherwerb, Sprachvermögen, Interferenz, Sprachmischung, Sprachstörung, Monitor-Theorie, Lernervarietät, Sprachdidaktik, Zweisprachigkeitserziehung, Fremdsprachenunterricht, Interlanguage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Spracherwerb im Kontext von Mehrsprachigkeit (Bilingualismus) und untersucht, wie Menschen weitere Sprachen erlernen und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der Unterschied zwischen Erst- und Zweitspracherwerb, die theoretischen Modelle der Sprachforschung, die grundlegenden Bedingungen für erfolgreiches Lernen sowie die praktische Umsetzung zweisprachiger Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Mechanismen des Spracherwerbs zu schaffen und die Bedingungen für eine erfolgreiche Zweisprachigkeitserziehung wissenschaftlich einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Theoriearbeit, die aktuelle Forschungsansätze der Psycholinguistik und Sprachforschung zusammenführt und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Erwerbsmodelle (wie die Identitätshypothese oder Monitor-Theorie), die Analyse elementarer Größen (Antrieb, Zugang, Sprachvermögen) sowie die Praxis der zweisprachigen Kindererziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Mehrsprachigkeit, Zweitspracherwerb, Interferenz, Sprachvermögen sowie zweisprachige Kindererziehung.

Was bedeutet der Begriff „Fossilisierung“ im Kontext dieser Arbeit?

Fossilisierung bezeichnet den Zustand, in dem der Erwerb einer zweiten oder weiteren Sprache in einem Stadium zum Erliegen kommt, das noch weit von einer völligen Beherrschung der Zielsprache entfernt ist.

Wie bewerten die Autoren die Rolle von Interferenzen bei zweisprachigen Kindern?

Interferenzen werden als ein Kontaktphänomen zwischen Sprachen verstanden, das bei Kindern insbesondere bei komplexen Strukturen als Hilfsmittel zur Vereinfachung dient und nicht per se als negative Sprachstörung gewertet werden sollte.

Welches Prinzip wird für eine erfolgreiche zweisprachige Kindererziehung empfohlen?

Die Autoren heben das Prinzip „une personne – une langue“ (eine Person – eine Sprache) als eine der wesentlichen Rahmenbedingungen für eine gelungene zweisprachige Erziehung hervor.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Der Erwerb weiterer Sprachen
College
RWTH Aachen University
Course
Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit
Grade
2,0
Author
Markus Mikikis (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V39637
ISBN (eBook)
9783638383561
ISBN (Book)
9783638655064
Language
German
Tags
Erwerb Sprachen Sprachentwicklung Mehrsprachigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Mikikis (Author), 2005, Der Erwerb weiterer Sprachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39637
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  27  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint