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Indexikalische Unterschiede zwischen den Modalpartikeln DOCH, SCHON, AUCH und ihren betonten Gegenstücken

Title: Indexikalische Unterschiede zwischen den Modalpartikeln DOCH, SCHON, AUCH und ihren betonten Gegenstücken

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: Martina Ochs (Author)

German Studies - Linguistics
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Dazu, die Modalpartikeln als eine eigenständige grammatische Kategorie anzusehen, etwa weil sie wie alle anderen Kategorien auch eine spezifische “indexikalische” (Diewald / Fischer 1998, S.30) Funktion besitzen, ringen sich bisher nur wenige Linguisten durch
(z.B. Meibauer 1994, S.25). Aufgrund bestimmter morphologischer und syntaktischer Kriterien erscheint es jedoch unangemessen, alle Unflektierbaren unter der Sammelbezeichnung ‚Partikel‘ zu subsummieren: Denn anders als Modalwörter und Adverbien besitzen
Modalpartikeln keinen Satzgliedwert und sind an die Position im Mittelfeld gebunden (Diew. / Fisch., S.77). Sie realisieren im Gegensatz zu Präpositionen und Konjunktionen keine syntaktischen Relationen und heben sich von Fokus- und Gradpartikeln dadurch ab,
dass sie sich auf eine ganze Äußerung oder mehr beziehen und nicht auf genau eine Konstituente des Satzes, d.h. sie haben “Satzskopus” (ebd.). Die Diskurspartikel steht im Kontrast zur satzintegrierten Modalpartikel außerhalb des Satzgefüges (ebd., S.85); und die
Antwortpartikel kann anders als die satzgliedunfähige Modalpartikel allein als Antwort dienen.
Neben diesem gröberen Raster schlägt Thurmair (1989) noch ein feineres zur Identifizierung dieser Wortklasse vor, wonach Modalpartikeln (=MP) häufig fakultativ, nicht negierbar,
nicht erfragbar und illokutionstypmodifizierend sind (S.37). Sehr umstritten bleibt dabei die Frage nach der Betonbarkeit oder Unbetonbarkeit von MP.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse der Zufallsbelege zu ‚doch‘, ‚schon‘ und ‚auch‘

2.1 Unbetontes vs. betontes ‚doch‘

2.2 Unbetontes vs. betontes ‚schon‘

2.3 Unbetontes vs. betontes ‚auch‘

3. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der funktionalen Unterschiede zwischen Modalpartikeln und ihren betonten Gegenstücken anhand von realen Zufallsbelegen aus Fernsehtalkshows. Dabei wird die Hypothese überprüft, ob sich Modalpartikeln primär auf implizite pragmatische Kontexte beziehen, während betonte Formen eher eine explizite Anknüpfung an vorausgehende Äußerungen aufweisen.

  • Semantische und pragmatische Analyse der Modalpartikeln 'doch', 'schon' und 'auch'.
  • Unterscheidung zwischen unbetonten (Modalpartikel) und betonten (Adverb oder Gradpartikel) Wortformen.
  • Einsatz von authentischem Datenmaterial statt konstruierter Sprachbeispiele.
  • Überprüfung linguistischer Theorien zur Betonbarkeit und Satzfunktion dieser Partikeln.

Auszug aus dem Buch

1. Beispieldiskussion

Situation: Eine Mutter möchte nicht, dass der Vater das gemeinsame, ihm bisher vorenthaltene Kind kennenlernt, weil sie mit einem neuen Ehemann eine kleine glückliche Familie aufgebaut hat, in der kein zweiter Vater Platz hat. Sie zählt nun zur Rechtfertigung ihres eigennützigen Wunsches Scheingründe auf, die ein regelmäßiges Zusammensein von Kind und Vater ohnehin unmöglich machten.

Äußerung Mutter: “Ich möchte das Familienglück nicht zerstören, und es sind wahnsinnig viele Kilometer zwischen uns.” [Sie weist auf die Kosten hin, das Publikum raunt.]

Äußerung Vater: “Dú bezahlst doch das Geld nicht / Dú bezahlst’s doch nicht, wenn ich darunter fahre.”

Analyse: Der Kontrastakzent auf dú stellt die Information, die das Pronomen trägt in den Mittelpunkt des Mitteilungsinteresses. Es ist Teil einer Korrektursequenz, deren Fortsetzung unausgesprochen aber erschließbar ist: ‚nicht du, sondern ich‘. Zu einem impliziten, vorausgehenden und negierten Bezugssatz, den der doch-Satz laut Brauße (1988) korrigiert, gelangt man nur über eine Paraphrase: ‚Es ist nicht so, dass X nicht bezahlt, sondern Y (=der Vater).‘ Einer solchen im Raum stehenden Behauptung könnte Y mit: ‚Es ist doch so, dass X (=du) nicht bezahlst, sondern Y (=ich)‘ widersprechen. Die tatsächliche Äußerung wäre dann als verkürzte Form dieser Umschreibung zu verstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die grammatische Kategorie der Modalpartikeln ein, diskutiert deren Abgrenzung zu anderen Wortklassen und erläutert die Problematik ihrer Betonbarkeit.

2. Analyse der Zufallsbelege zu ‚doch‘, ‚schon‘ und ‚auch‘: Hier werden anhand authentischer Beispiele die funktionalen Unterschiede zwischen der unbetonten (partikelartigen) und der betonten (adverbialen oder gradpartikelartigen) Verwendung der drei ausgewählten Lexeme detailliert analysiert.

3. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich die anfängliche Hypothese eines strikten Funktionsunterschieds in der Indizierung impliziter oder expliziter Kontexte als zu vereinfacht erweist, auch wenn die Kategorisierung der betonten Formen als Modalpartikel oder Gradpartikel weiterhin diskutabel bleibt.

Schlüsselwörter

Modalpartikeln, Partikel, Betonung, Kontrastakzent, Pragmatik, Sprachanalyse, Linguistik, Diskurspartikel, Satzadverb, Gradpartikel, Kontextabhängigkeit, Syntax, Semantik, Alltagsgespräche, Referenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die funktionalen Unterschiede zwischen unbetonten Modalpartikeln wie 'doch', 'schon' und 'auch' und deren betonten Pendants im Deutschen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die grammatische Kategorisierung von Partikeln, die suprasegmentale Differenzierung (Betonung) und die Frage, wie diese Wörter auf implizite oder explizite Kontexte im Diskurs Bezug nehmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Hypothese zu prüfen, ob der Unterschied zwischen Modalpartikeln und ihren betonten Gegenstücken in einer spezifischen Indizierung von Kontextwissen liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Analyse von authentischen Zufallsbelegen aus Fernsehtalkshows durchgeführt, um linguistische Theorien anhand realer Sprachdaten zu verifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zwölf verschiedene Gesprächssituationen analysiert, um die Verwendung der Partikeln 'doch', 'schon' und 'auch' unter verschiedenen betonungsbedingten Bedingungen zu untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Modalpartikeln, Betonung, Kontrastakzent, Pragmatik, Diskursanalyse und Kontextabhängigkeit sind die zentralen Begriffe.

Warum verwendet die Autorin reale Talkshow-Belege anstatt konstruierter Sätze?

Die Autorin argumentiert, dass reale Beispiele natürlicher Sprache eine objektivere Analyse ermöglichen, da konstruierte Sätze oft künstlich wirken und das untersuchte Phänomen in der natürlichen Erwachsenensprache anders oder seltener vorkommen kann.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin bezüglich der Kategorisierung?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass bei 'doch' und 'schon' eine Einordnung als Modalpartikel auch für betonte Formen legitim erscheinen kann, während 'auch' in betonter Form eher als Gradpartikel fungiert.

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Details

Title
Indexikalische Unterschiede zwischen den Modalpartikeln DOCH, SCHON, AUCH und ihren betonten Gegenstücken
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik I)
Course
Hauptseminar: Modalpartikeln und Co
Grade
1
Author
Martina Ochs (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V3963
ISBN (eBook)
9783638124669
Language
German
Tags
Modalpartikeln als eigene Wortart; Problem der Betonbarkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Ochs (Author), 2001, Indexikalische Unterschiede zwischen den Modalpartikeln DOCH, SCHON, AUCH und ihren betonten Gegenstücken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3963
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