Die digitale mobile Welt ist heutzutage vielseitig und farbenprächtig, da es unterschiedliche Kommunikationsformen gibt. Es existieren SMS, E-Mail und Chats, aber auch WhatsApp kam im Jahr 2009 hinzu. Die Popularität von WhatsApp ist gar nicht mehr aufzuhalten. Dieser Dienst ist sogar im Jahr 2015 am meisten heruntergeladen worden. Zudem zeigen gerade Jugendliche großes Interesse daran. Der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest führte dazu eine JIM-Studie durch und fand heraus, dass 95% der Jugendlichen WhatsApp nutzen.
Zur Problematik der oben angesprochenen Kommunikationsformenvielfalt entwickelten Koch und Oesterreicher ein Modell, um einerseits eine Klassifikation hinsichtlich ihrer Charakteristika vorzunehmen, andererseits sie voneinander zu differenzieren. Aufgrund der Begeisterung gegenüber diesem Dienst ist es lohnenswert, sich in diesem Zusammenhang die Fragen zu stellen: Lässt sich WhatsApp als neu dazugekommene smartphonebasierte Kommunikationsform nach diesem Modell beschreiben und wie sieht der Forschungstand dazu aus?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mündlichkeit und Schriftlichkeit aus sprachtheoretischer Sicht
2.1 Mündlichkeits- und Schriftlichkeitsmodell nach Koch/Oesterreicher (1985)
2.1.1 Medium und Konzeption
2.1.2 Sprache der Nähe und Sprache der Distanz
2.2 Kritik am Modell
2.3 Erweiterung des Modells nach Dürscheid (2003)
3. Charakteristische Merkmale von smartphonebasierter Kommunikation
3.1 WhatsApp versus SMS
3.2 Abgrenzung von WhatsApp gegenüber Chats
4. Mediale und konzeptionelle Mündlichkeit/ Schriftlichkeit bei WhatsApp – Forschungsstand
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die smartphonebasierte Kommunikationsform WhatsApp als mündliche oder schriftliche Sprachrealisierung einzustufen ist. Hierzu wird das Mündlichkeits- und Schriftlichkeitsmodell von Koch/Oesterreicher analysiert, kritisch beleuchtet und durch den Ansatz von Dürscheid erweitert, um moderne, digitale Kommunikationsformen theoretisch einordnen zu können.
- Theoretische Grundlagen der Mündlichkeit und Schriftlichkeit (Koch/Oesterreicher)
- Kritische Auseinandersetzung mit klassischen Modellen in Bezug auf Neue Medien
- Erweiterung der Medialität und Konzeption durch Dürscheid
- Vergleichende Analyse: WhatsApp vs. SMS und WhatsApp vs. Chats
- Status Quo der linguistischen Forschung zu WhatsApp
Auszug aus dem Buch
3.1 WhatsApp versus SMS
Bei dem Namen der Applikation WhatsApp handelt es um ein Wortspiel mit der Redewendung „What’s Up?“ (vgl. Dürscheid/Frick 2014: 162). Die Entwickler Brian Action und Jan Koum bezeichnen WhatsApp als „ein plattenübergreifendes Programm, das den kostenlosen Austausch von Nachrichten zwischen Smartphones unterschiedlicher Hersteller erlaubt“ (vgl. ebd.). Ein typisches Kennzeichnen für die Kommunikation via SMS stellt der Dialog zweier Kommunikationspartner dar (vgl. Dürscheid/Frick 2014: 163; vgl. auch Thurlow/Poff 2013: 164). Dagegen stehen bei WhatsApp Gruppenkommunikationen, die durch Gruppenchats zustande kommen, im Vordergrund (vgl. ebd.). Als technische Voraussetzung für das Versenden einer SMS wird ein Handy benötigt, das sich in ein Mobilfunknetz einwählt. Den Handynutzern ist es freigestellt, ob sie entweder für jede SMS extra bezahlen oder in Form eines Abonnements unlimitiert SMS verschicken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz von WhatsApp und Erläuterung des methodischen Vorgehens in der Arbeit.
2. Mündlichkeit und Schriftlichkeit aus sprachtheoretischer Sicht: Theoretische Herleitung der Konzepte Medium, Konzeption sowie Nähe- und Distanzsprache nach Koch/Oesterreicher, inklusive deren Kritik und Erweiterung durch Dürscheid.
3. Charakteristische Merkmale von smartphonebasierter Kommunikation: Detaillierter Vergleich von WhatsApp mit SMS sowie eine Abgrenzung zu klassischen Chat-Formaten anhand technischer und funktionaler Merkmale.
4. Mediale und konzeptionelle Mündlichkeit/ Schriftlichkeit bei WhatsApp – Forschungsstand: Zusammenfassung des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses zur Einordnung von WhatsApp in das Kontinuum von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
5. Ausblick: Diskussion über die Notwendigkeit kontinuierlicher theoretischer Anpassungen angesichts der fortschreitenden technischen Entwicklung der Kommunikationsmedien.
Schlüsselwörter
WhatsApp, SMS, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Koch/Oesterreicher, Dürscheid, Nähe-Distanz-Kontinuum, Medialität, Konzeption, digitale Kommunikation, Chat, Gruppenkommunikation, Sprachtheorie, Internetlinguistik, Smartphone.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die linguistische Einordnung von WhatsApp innerhalb des etablierten Mündlichkeits- und Schriftlichkeitsmodells von Koch und Oesterreicher.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Thematisiert werden sprachtheoretische Konzepte zur Kommunikation, die Entwicklung neuer Medien sowie ein direkter technischer und funktionaler Vergleich von WhatsApp mit SMS und klassischen Chats.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, ob WhatsApp eher als medial/konzeptionell mündlich oder schriftlich zu charakterisieren ist und ob bestehende Theorien für diese modernen Formen ausreichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturtheoretische Analyse, die bestehende Modelle (Koch/Oesterreicher) auf ihre Anwendbarkeit bei neuen Kommunikationsformen prüft und durch Ansätze (Dürscheid) erweitert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Nähe-Distanz-Modell, eine Gegenüberstellung von WhatsApp zu SMS und eine Analyse des aktuellen Forschungsstands.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt zusammenfassen?
Die wichtigsten Begriffe sind WhatsApp, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Medialität, Konzeption, Smartphone und Nähe-Distanz-Kontinuum.
Welche Rolle spielen Gruppenchats bei der Analyse?
Gruppenchats werden als wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu SMS angeführt, da sie bei WhatsApp eine zentrale Rolle einnehmen und die Kommunikationsstruktur verändern.
Wie bewertet die Autorin die Erweiterung von Dürscheid gegenüber dem ursprünglichen Modell?
Die Arbeit betont, dass Dürscheids Erweiterung notwendig ist, um die Trennung zwischen Medien, Zeichensystemen und Kommunikationsformen für die moderne Medienforschung greifbar zu machen.
- Quote paper
- Robert Arndt (Author), 2017, Digital und mobil. WhatsApp als smartphonebasierte Kommunikationsform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/396468