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Die Kaiserkrönung Karls des Großen

Title: Die Kaiserkrönung Karls des Großen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 39 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carsten Lux (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Es gibt keinen stichhaltigen Grund anzunehmen, Karl der Große habe das Kaisertum nicht angestrebt oder er sei ein ‚Kaiser-wider-Willen’ (Schramm) gewesen.
Diese Arbeit macht deutlich, dass die Errichtung des nachantiken, abendländischen Kaisertums im Jahre 800 nicht das Ergebnis eines einzelnen machtbewussten Willens war, sondern aus wenigstens drei Quellen zu schöpfen ist.
Der Wille Karls des Großen manifestierte sich erstmals deutlich in der Reaktion auf das Konzil von Nikaia (787). In den Libri Carolini gibt er schon 794 der Mit- und Nachwelt in klaren Worten zu erkennen, dass er nicht nur die imperiale, sondern auch die in Kirchenfragen universale Macht im imperium christianum anstrebte.
Die Aufwertung der so genannten ‚Kölner Notiz’ - also die ‚Übergabe des Imperiums’ durch die byzantinische Kaiserin Eirene an Karl schon 797/98 - erlaubt es, den Byzanzbezug auf die Kaiserkrönung neu einzuschätzen. Sowohl die Mediaevistik (Fried) als auch die Byzantinistik (Lilie) sehen in den acht ‚dürren Worten’ (Löwe) der ‚Notiz’ einen Katalysator der Erhebung Karls zum Kaiser des Westens.
Das Attentat auf Papst Leo III. im Jahre 799 scheint hier nur den noch ausstehenden ‚Rest’ besorgt zu haben. Der kausale Zusammenhang zwischen Revolte und Krönung in Rom, den die ‚lokalistische Theorie’ (Heldmann) über Jahrzehnte möglicherweise zu stark betont hat, ist zwar keineswegs auszuschließen, doch ohne den Bezug auf das byzantinische Kaisertum reicht diese Theorie nicht weit.
Karl sah sich im Verlauf der Ereignisse um das Attentat auf dem Gipfelpunkt seiner faktischen Macht, der nur die nominelle Würde (das nomen imperatoris) noch fehlte.
Der Papst - die schwächste der drei Mächte - sah 799 möglicherweise die lange ersehnte Gelegenheit gekommen, sich einen festen Platz ‚neben’, wenn nicht gar ‚über’ den weltlichen Gewalten zu erobern. Auch wenn im Vorfeld möglicherweise anderes abgesprochen worden war (Schweigen der Quellen), nahm Leo III. Weihnachten 800 das Heft in die Hand und schwang sich zum ‚Kaisermacher’ Karls des Großen auf. Für die Annahme, dass die ‚Rechnung’ des Papstes nicht aufgegangen ist, spricht die von Einhard überlieferte Reaktion Karls, er hätte die Kirche nicht betreten, „wenn er die Absicht des Papstes geahnt hätte.“
In der Rückschau der über 800jährigen ‚deutschen’ Geschichte des Kaisertums fällt das Urteil über das Ereignis am Weihnachtstag 800 zumindest zwiespältig aus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Voraussetzungen

2.1 476 - Ein vakanter Kaiserthron im Abendland?

2.2 751/54 - Pippin erringt das Königtum der Franken

3. Karls Weg zum Kaisertum

3.1 Hadrian I. und Karl der Große: compaternitas

3.2 787 - Konflikte mit Papsttum und Byzanz: Das Konzil von Nikaia

3.3 797/98 - Eine ‚Kölner Notiz’: Byzanz ‚übergibt’ Karl das imperium

3.4 Leo III. und Karl der Große

3.4.1 795 – Ein ‚programmatischer’ Brief

3.4.2 799 - Das Attentat auf Papst Leo III

3.4.2.1 Das Attentat in den Quellen

3.4.2.2 Die Begegnung von Paderborn und die ‚Kaiserfrage’

3.4.2.3 Die Mosaiken Papst Leos III. im Lateran

3.4.2.4 Synodale Untersuchung in Rom und ‚Reinigungseid’

3.5 Die Kaiserkrönung am Weihnachtstag 800

3.5.1 Die Krönung in den Quellen

3.5.2 Karls und Byzanz’ ‚Unmut’

3.6 Karls Kaisertum

3.6.1 Karl hält Gericht in Rom und ‚ordnet die Kirche’

3.6.2 Eine ‚komplizierte’ Titulatur

3.7 812 - Byzanz und die Erhebung Karls zum Kaiser

3.8 813 - Kaiserkrönung Ludwigs des Frommen in Aachen

4. Abschließende Einschätzung und Ausschau

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Entstehungsprozess des abendländischen Kaisertums und analysiert, inwieweit die Kaiserkrönung Karls des Großen als Schlüsselereignis für die Geschichte des mittelalterlichen Deutschen Reiches zu verstehen ist, unter besonderer Berücksichtigung der machtpolitischen Interessenkonflikte zwischen Karl, dem Papsttum und Byzanz.

  • Analyse der machtpolitischen Konstellationen zwischen Frankenkönig, Papst und Byzanz.
  • Untersuchung der ‚Kölner Notiz‘ als zentrales Dokument zur Vorgeschichte der Kaiserkrönung.
  • Kritische Aufarbeitung des Attentats auf Papst Leo III. im Jahr 799 und dessen Folgen.
  • Bewertung der zeremoniellen Bedeutung und der Titulatur Karls des Großen.
  • Diskussion der Konzepte von Macht und Legitimität im Kontext der Kaiserkrönung.

Auszug aus dem Buch

3.4.2 799 - Das Attentat auf Papst Leo III.

Dann tritt 799 das ein, was unter dem Stichwort ‚lokalistische Theorie’ die mediaevistische Forschungsdiskussion um Ursachen, Anlass, Vollzug und Folgen der Kaiserkrönung fest im Griff zu halten scheint: die Revolte gegen den amtierenden Papst, genauer gesagt: das Attentat auf Papst Leo III.

Matthias Becher bringt es in einer 1999 gestellten Frage noch einmal auf den Punkt: „Besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Aufstand gegen Papst Leo [April 799] und der Kaiserkrönung [Dezember 800]?“

Fakt ist, dass mit der gegen Leo III. geführten ‚Palastrevolte’ im April 799 die unmittelbare Vorgeschichte der Krönung Karls des Großen zum Kaiser beginnt. Der ‚kausale Konnex’ zwischen dem Attentat in Rom (April 799), der darauf folgenden Schutzsuche bei Karl und der ‚scheinbar’ auf dem Fuße folgenden Schutzgewährung durch den König in Paderborn (‚Amtsbestätigung’) und der im Jahr darauf erfolgten Einlösung der ‚Dankesschuld’ in Gestalt der Krönung (Dezember 800) hat offenbar schon die Zeitgenossen in seinen Bann geschlagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Untersuchung der Kaiserkrönung als ein fundamentales Schlüsselereignis für die Entstehungsgeschichte des mittelalterlichen Deutschen Reiches.

2. Historische Voraussetzungen: Dieses Kapitel beleuchtet den Vakanzzustand des westlichen Kaiserthrons seit 476 und die Festigung des fränkischen Königtums unter Pippin im Bündnis mit dem Papst.

3. Karls Weg zum Kaisertum: Hier werden die diplomatischen und machtpolitischen Etappen analysiert, die Karl den Großen zur Erlangung des Kaisertums führten, inklusive der Konflikte mit Byzanz und dem Papsttum.

4. Abschließende Einschätzung und Ausschau: Die Arbeit resümiert, dass die Kaiserkrönung das Ergebnis eines komplexen Zusammenwirkens verschiedener politischer Akteure war und langfristige Auswirkungen auf das deutsche Staatsverständnis hatte.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Kaiserkrönung, Papst Leo III., Byzanz, Paderborn, 800, Imperium, Frankenreich, Kölner Notiz, Legitimität, Kaisertitel, Mittelalter, Historische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den komplexen Entstehungsprozess des abendländischen Kaisertums und die Rolle Karls des Großen bei diesem historischen Vorgang.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die machtpolitischen Beziehungen zwischen dem Frankenreich, dem Papsttum und dem byzantinischen Kaiserreich im Zeitraum von 751 bis 813.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Motive und Bedingungen der Kaiserkrönung Karls des Großen am 25. Dezember 800 zu durchleuchten und deren Bedeutung als Schlüsselereignis einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse verfolgt, die sich an der Parallelität dreier politischer Linien orientiert und neue Erkenntnisse der modernen Forschung, wie etwa zur ‚Kölner Notiz‘, einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die historischen Voraussetzungen, den Weg Karls zum Kaisertum, die Konflikte mit Byzanz und dem Papst sowie das Attentat auf Leo III. und den Krönungsakt selbst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Karl der Große, Kaiserkrönung, Imperium, Legitimität und die Beziehungen zu Byzanz.

Welche Bedeutung kommt der sogenannten ‚Kölner Notiz’ zu?

In der modernen Forschung gilt sie als wichtiges ‚Schlüsselzeugnis‘ für das Verständnis des Herrscherbildes Karls des Großen vor der offiziellen Kaiserkrönung.

Warum war der Reinigungseid von Papst Leo III. von Bedeutung?

Der Reinigungseid war ein notwendiges Instrument, um den Papst von Vorwürfen zu entlasten und die moralische Integrität des Krönungsaktes sowie die Souveränität des Papsttums zu wahren.

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Details

Title
Die Kaiserkrönung Karls des Großen
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
'Der Entstehungsprozess des mittelalterlichen Deutschen Reiches'
Grade
1,0
Author
Carsten Lux (Author)
Publication Year
2005
Pages
39
Catalog Number
V39678
ISBN (eBook)
9783638383936
ISBN (Book)
9783638655101
Language
German
Tags
Kaiserkrönung Karls Großen Entstehungsprozess Deutschen Reiches’
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Lux (Author), 2005, Die Kaiserkrönung Karls des Großen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39678
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