"Wenn die Nächte hell und klar sind, dann kommen die Elfen auf die Erde und schauen sich die Kinder der Menschen an. In das schönste dieser Nacht verlieben sie sich so sehr, dass sie es mitnehmen in ihre Welt, in die leere Wiege legen sie ein Kind von sich, ein Elfenkind. Hier endet die Legende. Die Fortsetzung hat die Wissenschaft geschrieben. Es ist die Geschichte der rätselhaften Krankheit Autismus." (Monika Held) (www.autismus-web.de „Frühkindlicher Autismus und dessen wissenschaftl. Aspekte) Der Begriff Autos bedeutet abgeleitet aus dem Griechischen „Selbst“. So assoziieren die meisten Menschen mit dem Störungsbild des Autismus auch eine extreme Selbstbezogenheit der Betroffenen und eine Abschottung von der umgebenden Welt. Gerade auch aufgrund der Beschäftigung der Medien mit dem Störungsbild Autismus (z.B. durch diverse Kinofilme) ist diese Krankheit vielleicht mehr im allgemeinen Bewusstsein der Bevölkerung als es andere Störungen sind. Dennoch beschränkt sich das Wissen um Symptomatik und Ursprung dieser tiefgreifenden Entwicklungsstörung häufig nur auf eine rudimentäre Basis. Auch auf wissenschaftlicher Ebene kann der Forschungsprozess auf dem Gebiet der autistischen Syndrome, trotz verstärkter Beschäftigung seit einigen Jahren, noch lange nicht als abgeschlossen gelten. Gerade deshalb erscheint eine genaue Betrachtung des Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung unter den Gesichtspunkten der klinischen Psychologie als sehr interessant und fruchtbar. Diese Arbeit möchte dabei einen fundierten Überblick über die Aspekte der Epidemiologie, der Klassifikation, Symptomatik, Diagnose, einschließlich Differenzialdiagnose, Ätiologie und Genese, sowie Therapie geben. Natürlich können im Rahmen dieser Arbeit teilweise Aspekte, Entwicklungen und Forschungen nicht in ihrer ganzen Bandbreite und Fülle behandelt werden. Vielmehr besteht dadurch aber der Reiz und die Aufforderung zu einer weiteren nachhaltigen Beschäftigung des Lesers mit der tiefgreifenden Entwicklungsstörung Autismus.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Der Begriff Autismus
2. Frühkindlicher Autismus (nach Kanner)
2.1 Epidemiologie
2.2 Definition und Klassifikation
2.3 Symptomatik
2.4 Diagnose und Differenzialdiagnostik
2.5 Ätiologie und Genese
2.6 Behandlung und Therapie
3. Asperger Autismus
3.1 Epidemiologie
3.2 Definition und Klassifikation
3.3 Symptomatik
3.4 Diagnose und Differenzialdiagnostik
3.5 Ätiologie und Genese
3.6 Behandlung und Therapie
III. Schlussgedanken
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten Überblick über autistische Syndrome zu geben, indem sie die klinischen Aspekte des frühkindlichen Autismus sowie des Asperger-Syndroms beleuchtet. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich auf die systematische Darstellung von Symptomatik, Diagnostik, Ätiologie und therapeutischen Ansätzen, um das Verständnis für diese tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zu vertiefen.
- Grundlagen und historische Entwicklung des Autismusbegriffs
- Klinische Merkmale des frühkindlichen Autismus (Kanner-Syndrom)
- Klinische Merkmale des Asperger-Syndroms
- Differenzialdiagnostik und Abgrenzung zu anderen Störungsbildern
- Biologische und genetische Ursachenforschung (Ätiologie und Genese)
- Multimodale Therapiekonzepte und Fördermöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
2.5 Ätiologie und Genese
Kanner selbst hielt den frühkindlichen Autismus für eine Störung, der sowohl Umwelteinflüsse als auch erbliche Faktoren zugrunde liegen (Weber in Kisker, 1988, S.79). Jahrzehntelang seit der ersten Erwähnung des autistischen Syndroms dominierten Thesen der Psychogenese das Thema Ätiologie und Genese. In den letzten Jahren fand wieder eine Verlagerung auf die Seiten der biologischen Ursachen statt. Dies geschah unter dem Eindruck von neurobiologischen Besonderheiten, die für autistische Kinder typisch sind, und die man weder bei gesunden noch bei Kindern mit geistiger Behinderung im gleichen Maße findet.
In erster Linie können eine Reihe von Faktoren aufgeführt werden, die nach heutigem Stand der Forschung Wahrscheinlich an der Genese des frühkindlichen Autismus beteiligt sind. Neben Hirnschädigungen (prä- und perinatal) und Hirnfunktionsstörungen sind vor allem genetische Einflüsse eine wahrscheinliche Ursache. So ergaben sich im Rahmen der Zwillingsforschung Konkordanzraten zwischen 36-95,7% bei monozygoten und 0-23,5% bei dizygoten Zwillingen (Remschmidt in Esser, 2002, S.157). In diesem Rahmen ist auch erwähnenswert, dass nach Familienstudien (betroffene Person in der Familie) das Risiko 50-100mal erhöht ist als zur allgemeinen Bevölkerung. Genetisch lassen sich Besonderheiten auf Chromosom 7 bei molekulargenetischen Untersuchungen nachweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Begriff Autismus: Dieses Kapitel erläutert die historische Einführung des Autismusbegriffs durch Eugen Bleuler und dessen Adaptation durch Leo Kanner und Hans Asperger zur Abgrenzung von der Schizophrenie.
2. Frühkindlicher Autismus (nach Kanner): Hier werden Epidemiologie, diagnostische Klassifikationen, Kernsymptomatik, ätiologische Faktoren sowie multimodale Therapieansätze des Kanner-Syndroms detailliert dargestellt.
3. Asperger Autismus: Dieses Kapitel analysiert spezifisch das Asperger-Syndrom hinsichtlich seiner epidemiologischen Daten, Abgrenzungsschwierigkeiten in der Diagnostik, Symptomausprägung sowie spezifischer Ursachenforschungen.
Schlüsselwörter
Autismus, Asperger-Syndrom, Kanner-Syndrom, Tiefgreifende Entwicklungsstörung, Klinische Psychologie, Symptomatik, Ätiologie, Genese, Differenzialdiagnose, Epidemiologie, Therapie, Verhaltensstörung, ICD-10, DSM-IV, Neurobiologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen wissenschaftlichen Überblick über das Störungsbild der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen mit Fokus auf autistische Syndrome.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition, Epidemiologie, Diagnose, Ätiologie und Behandlungsmöglichkeiten bei frühkindlichem Autismus und Asperger-Syndrom.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Zusammenfassung aktueller klinischer Erkenntnisse, um das Verständnis der autistischen Syndrome zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Auswertung psychologischer Fachliteratur und relevanter Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Kanner-Syndroms und des Asperger-Syndroms, jeweils unterteilt in Epidemiologie, Klassifikation, Symptome, Diagnose, Ursachen und Therapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Autismus, Ätiologie, Symptomatik, Differenzialdiagnostik und multimodale Therapie definiert.
Wie unterscheidet sich der frühkindliche Autismus vom Asperger-Syndrom laut Text?
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Sprachentwicklung und der kognitiven Leistungsfähigkeit, wobei Asperger-Kinder oft eine bessere sprachliche Entwicklung und höhere Intelligenz zeigen.
Welche Rolle spielen genetische Faktoren bei der Entstehung?
Genetische Einflüsse gelten heute als maßgeblich, gestützt durch Zwillingsstudien, Familienstudien und Erkenntnisse über chromosomale Besonderheiten.
Warum ist eine strukturierte Therapie so wichtig?
Da autistische Kinder Schwierigkeiten mit der Anpassung an unvorhersehbare Situationen haben, bietet eine strukturierte Umwelt Sicherheit und fördert die soziale Integration.
- Quote paper
- German Hondl (Author), 2003, Tiefgreifende Entwicklungsstörungen - Autistische Syndrome, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39688