[...] Steigenden Ausgaben in der Rentenversicherung stehen nicht im gleichen Maße steigenden Einnahmen gegenüber. Um das umlagefinanzierte Rentensystem erhalten, müssen Massnahmen getroffen werden, damit dieses Defizit ausgeglichen werden kann. Im Rahmen des Rentenreformgesetzes 2001 sind Massnahmen getroffen worden, die dieses auch in den nächsten Jahren garantieren sollen. Wesentlich dabei ist, dass das derzeitige Rentneniveau nicht mehr beibehalten werden kann. Die dadurch entstehende Versorgungslücke soll durch den Ausbau der privaten Vorsorge entgegengewirkt werden. Doch seit der Einführung der Riester-Rente bleibt die Resonanz in der Bevölkerung gering. Zu diesem Ergebnis kommt nicht zuletzt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) in seinem am 3. März diesen Jahres veröffentlichten achten Rentenbarometer. Nach der repräsentativen Umfrage des Kölner Instituts haben nur 19 Prozent der Bürger einen förderfähigen Altersvorsorge-Vertrag abgeschlossen. Die konstante Verweigerungsrate von 73 Prozent sei sehr ernüchternd, erklärte das Altersvorsorge-Institut. Als Grund hierfür gab die große Mehrheit an, die Riester-Rente sei zu kompliziert. 20 Prozent meinten, es gebe bessere Möglichkeiten der Altersvorsorge. Ebenso viele gaben an, sie hätten schon ausreichend vorgesorgt. 13 Prozent der Befragten nannten finanzielle Gründe. Wie das DIA weiter berichtete, gaben von 2.000 Befragten 19 Prozent an, einen Riester-Rentenvertrag abgeschlossen zu haben. Dies entspricht 6,1 Millionen Abschlüssen, eine Steigerung um 2 Prozentpunkte oder um 500.000 Verträge." Bei rund 33 Millionen förderfähigen Personen ist ein Anstieg um nur 2 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres enttäuschend", erklärte das DIA. Die vorliegende Hausarbeit will unter Berücksichtigung und Einbettung des semantischen Themenumfeldes den Grund der Negation der additiven Zusatzvorsorge im Rahmen der Riester-Rente untersuchen, und versucht Antworten zu geben, warum die Nachfrage nach den Riester- Verträgen so gering ist. Im Fazit der Hausarbeit sollen Lösungsansätze vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorüberlegungen
2. Die „Riester-Rente“
2.1 Allgemeines zur Rentenpolitik
2.2 Die „Riester-Rente“- kapitalgedeckte Zusatzvorsorge
3. Kritische Beurteilung ausgewählter Aspekte der „Riester-Rente“
3.1 Ausgangssituation: DIA Rentenbarometer 2005
3.2 Einzelne Kritikpunkte / Versuch vonVerbesserungsvorschlägen
3.2.1 Förderberechtigter Personenkreis
3.2.2 Sonderausgabenabzug
3.2.3 Das Zwischenentnahmemodell
3.3 Zusammenfassung der Kritikpunkte
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die geringe Nachfrage nach Riester-Verträgen. Ziel ist es, die Elemente der Riester-Rente unter Berücksichtigung des semantischen Themenumfelds kritisch zu prüfen, die Gründe für die Zurückhaltung in der Bevölkerung zu identifizieren und Lösungsansätze für eine effektivere Altersvorsorge aufzuzeigen.
- Strukturelle Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung und demografischer Wandel
- Kritische Analyse des Regelungswerks der Riester-Rente
- Evaluierung der Abschlussbereitschaft anhand des DIA Rentenbarometers
- Diskussion von Kritikpunkten wie Förderberechtigung und Komplexität
- Entwicklung von Reformvorschlägen zur Steigerung der Vorsorgebereitschaft
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Förderberechtigter Personenkreis
Entsprechend dem AvmG können die Fördermöglichkeiten nur von Personen in Anspruch genommen werden, die von der Versorgungslücke, bspw. durch die Herabsetzung des Rentenniveaus, betroffen sind. Vom AvmG ausgeschlossen sind im Wesentlichen Selbständige, die sich bereits eine eigene private Altersvorsorge aufbauen und nicht von den Kürzungen durch das AvmG betroffen sind. Dabei ist zu kritisieren, dass Selbständige grundsätzlich nicht von der staatlichen Förderung profitieren können, obwohl sie zu dieser Förderung mit ihren Steuergeldern in erheblichem Maße beitragen.
Allerdings gibt es bei Ehegatten eine Sonderregelung, die in diesem Zusammenhang ebenfalls kritisiert werden kann. Werden die Ehegatten nämlich zusammen zur Einkommenssteuer veranlagt, zählen beide zum begünstigten Personenkreis für die Rister-Förderung, auch wenn nur einer die Voraussetzungen erfüllt. Der andere Ehegatte ist-wie bereits erörtert- aber nur dann zahlungsberechtigt, wenn ein auf sein Namen lautender Altersvorsorgevertrag besteht.
Dazu ist es nicht erforderlich, dass der Ehegatte mit dem abgeleiteten Zulageanspruch eigene Beiträge in seinen Altersvorsorgevertrag einzahlt, dem Vertrag werden lediglich die Grundzulagen gutgeschrieben. Hier ist doch kritisch anzumerken, dass es nicht im Sinne des Staates und unserer sozialen Gesellschaft liegen kann lediglich staatliche Zulagen in einen Altersvorsorgevertrag einzuzahlen (die aus Steuern finanziert werden), ohne dass der Altersvorsorgesparer selbst eigene Beiträge einbringt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorüberlegungen: Einführung in die Problematik der Riester-Rente und Darlegung der Zielsetzung der Hausarbeit vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.
2. Die „Riester-Rente“: Darstellung des rentenpolitischen Rahmens sowie der gesetzlichen Einordnung der Riester-Rente als kapitalgedeckte Zusatzvorsorge.
3. Kritische Beurteilung ausgewählter Aspekte der „Riester-Rente“: Analyse der aktuellen Nachfragesituation mittels Rentenbarometer sowie detaillierte Kritik an spezifischen Regelungen wie der Förderberechtigung und dem Zwischenentnahmemodell.
4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Reform und Ausblick auf notwendige Rahmenbedingungen zur Steigerung der Vorsorgebereitschaft.
Schlüsselwörter
Riester-Rente, Rentenpolitik, Kapitaldeckungsverfahren, Altersvorsorge, Rentenbarometer, Demografischer Wandel, Zusatzvorsorge, Förderberechtigung, Sonderausgabenabzug, Zwischenentnahmemodell, Rentenniveau, Versorgungslücke, Altersvermögensgesetz, Vorsorgebereitschaft, Rentenreform
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Problem der geringen Nachfrage nach Riester-Verträgen und untersucht die Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die gesetzliche Rentenreform, das Kapitaldeckungsverfahren, die Kritik an der Komplexität der Riester-Rente und der demografische Wandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Regelungen der Riester-Rente kritisch zu prüfen, um die Gründe für die Ablehnung in der Bevölkerung zu verstehen und Verbesserungsvorschläge zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten, insbesondere des DIA Rentenbarometers.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem rentenpolitischen Kontext, der aktuellen Situation laut Rentenbarometer sowie einer kritischen Analyse spezifischer Aspekte wie Förderberechtigung, Steuern und Auszahlungsmodalitäten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Riester-Rente, Altersvorsorge, Kapitaldeckung, demografische Entwicklung und Reformpolitik definiert.
Warum kritisieren viele Menschen die Riester-Rente als zu kompliziert?
Laut Umfragen empfinden etwa 70 Prozent der Bürger die Regelungen als zu unübersichtlich und intransparent, was zu Verunsicherung bei Verbrauchern und Beratern führt.
Welches Problem besteht beim "Zwischenentnahmemodell"?
Das Modell gilt als sehr bürokratisch und birgt die Gefahr, dass die Entnahme für Wohneigentum zu massiven Rückzahlungsproblemen führt, was den Weg in die Verschuldung begünstigen kann.
Könnte eine allgemeine Öffnung der Riester-Rente helfen?
Der Autor argumentiert, dass eine Öffnung für alle Bürger, die von Niveaukürzungen betroffen sind, die Probleme bei der Berechtigung wirkungsvoll beseitigen könnte.
- Quote paper
- Jens-Reinhold Hubert (Author), 2005, Das Problem der geringen Nachfrage nach "Riester-Verträgen" - Ursachen und Lösungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39698