Platon, Einleitung zum Symposion


Seminararbeit, 2002

5 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Oliver Tekolf

Platon, Symposion 172 a - 178 a.[1]

1. Apollodoros und die Freunde: doxa und episteme (172a-174a). Das Symposion beginnt als Dialog. Die Gesprächspartner sind Apollodoros und Freunde (etairos)[2]. Apollodoros, ein Athener, ist ein treuer Anhänger des Sokrates, er tritt auch im Phaidon auf und in der Apologie, er gehört zu denen, die bei Sokrates’ Tod anwesend sind[3]. Er erzählt nun den Freunden, wie er neulich auf der Straße einen Bekannten getroffen habe, den er später als Glaukon näher bestimmt. Glaukon könnte, aber das ist zweifelhaft, der Bruder des Platon sein, den man aus der Politeia kennt, er scheint jedenfalls nicht mit dem Glaukon aus dem Charmides identisch zu sein[4], der später von Alkibiades erwähnt wird (222b). Dieser also habe, berichtet Appolodor, von ihm näheres über ein kürzlich abgehaltenes Gastmahl, an dem Agathon, Sokrates, Alkibiades und andere teilgenommen hätten und erotikoi logoi gehalten hätten, erfahren wollen.

Interessant ist, daß Platon nur drei der Teilnehmer an dieser Stelle namentlich benennt, während wir später weitere Namen erfahren. Eine Erklärungsmöglichkeit wäre folgende: Agathon als Gastgeber, Sokrates als derjenige, der die überzeugendste Rede hält, und Alkibiades, als der, der am Schluß alles wieder relativiert.

Glaukon will vom Gastmahl durch Phoinix gehört haben, der uns unbekannt ist. Apollodor habe Glaukon dahingehend korrigiert, daß jenes Gastmahl keinensfall kürzlich stattgefunden habe. Dies sei auch nicht möglich, da Agathon schon viele Jahre nicht mehr in Athen sei, in dessen Nähe sich Apollodor und Glaukon befinden.

Tatsächlich lebte Agathon von 407 bis zu seinem Tod 400 am Hof des makedonischen Königs Archelaos in Pella.[5] Außerdem sei er, Appolodor, erst seit drei Jahren bei Sokrates, sei also nicht dabei gewesen. Da wir anhand der Angabe des Apollodor in 173a genau eruieren können, wann das Symposion war, nämlich 416, in dem Jahr von Agathons erstem Tragödiensieg, läßt sich auch das Datum des Gesprächs zwischen Apollodor und Glaukon bzw. den Freunden recht genau bestimmen: es liegt zwischen 407 (Weggang des Agathon nach Pella) und 400/399 (Tod des Agathon bzw. Sokrates, die zum Zeitpunkt der Rahmenerzählung noch leben); Agathon ist schon viele Jahre weg, also wohl mindestens drei Jahre, eher mehr, d.h. also noch genauer, wir befinden uns zwischen 404 und 400.

[...]


[1] Überarbeitete Fassung eines Referats aus dem Sommersemester 1995 im Seminar von Dr. Venanz Schubert an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

[2] So über dem Text in der Schleiermacher-Übersetzung angeschrieben, also eigentlich „Freund“. Im Text jedoch im Plural angesprochen.

[3] Vgl. Wissowa, Georg u.a. (Hrsg.): Paulys Real-Encyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Neue Bearbeitung. – Stuttgart: Metzler, 1894 ff. [Im folgenden: RE). - Hier Bd. 1, 2; Sp. 2849, Nr. 15.

[4] Vgl. RE 7,1; Sp. 1402f.

[5] Vgl. RE 1,1; Sp. 760f.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Platon, Einleitung zum Symposion
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Philosophie)
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
5
Katalognummer
V3972
ISBN (eBook)
9783638124737
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon, Einleitung, Symposion
Arbeit zitieren
Oliver Tekolf (Autor), 2002, Platon, Einleitung zum Symposion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3972

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