Lesenlernen nach Lothar Born


Rezension / Literaturbericht, 2005

8 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhalt

1 Name des Lehrgangs:

2 Verfasser:

3 Klientel:

4 Methodische Konzeption:
4.1 Problemstellung
4.2 Lösungsansatz
4.2.1 Synthese
4.2.2 Redundanz

5 Art der Methode:

6 Ablauf des Lehrgangs

7 Wichtige Aspekte der Methode in Bezug auf eine Lernbehinderung:

8 Bildliche Unterstützung:

9 Erweiterungsmöglichkeiten:

10 Differenzierungsmöglichkeiten:

11 Umfang des Lehrgangs:

12 Vor- und Nachteile:

13 FAZIT:

Literatur:

1 Name des Lehrgangs:

„Keine Angst vorm Lesen“

2 Verfasser:

Lothar Born

3 Klientel:

Diese Methode ist 1980 konzipiert worden und nach Born besonders für die SchülerInnen geeignet, denen es anhand der bis dahin geläufigen Lesewerke nicht oder nur schwer möglich war, Lesen und Schreiben zu lernen.

„Für den Bereich der Lernbehinderten haben wir eine Methode entwickelt, die das Erlernen sowohl des Lesens als auch des Niederschreibens von Informationen konfliktfreier, problemloser und im Ziel mit einem größeren Erfolg in Routine und Selbständigkeit ermöglicht.“ (aus: Born, L. (1980): Darstellung einer Schreib-Lese-Methode für Lernbehinderte. In: Zeitschrift für Heilpädagogik, 1/41-47. S.41)

Problem zu dieser Zeit war es aber, freiwillige Lehrkräfte zu finden, die überhaupt bereit waren, diese Methode in der Praxis zu testen.

Durch Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Seminars für Lernbehindertenpädagogik der Universität zu Köln und durch Rückmeldungen aus der Praxis wurde der Lehrgang kurz nach seinem Erscheinen verbessert und erweitert, um den Bedürfnissen der Schüler noch stärker zu entsprechen. Diese Methode ist jedoch nicht nur für den Sonderschul- sondern auch für den Primarbereich anwendbar, um schwache Schüler zu fördern.

4 Methodische Konzeption:

4.1 Problemstellung

Für manche Schüler stellt die mangelnde Überseinstimmung der Grapheme und der Phoneme der deutschen Schriftsprache ein großes Hindernis dar. In der deutschen Sprache existieren 46 Phoneme. Dem gegenüber stehen jedoch nur 30 Buchstabenzeichen. Dies macht eine eindeutige Zuordnung sowie die Differenzierung von Kurz- und Langvokalen unmöglich.

Um diese Mehrdeutigkeit an einem Beispiel darzustellen, kann man das Problem an dem Buchstaben ‚i’ verdeutlichen, denn das gesprochene ‚i’ kann durch fünf verschiede Buchstaben(-gruppen) dargestellt werden:

-i wie in Stil -ieh wie in Vieh -y wie in Baby -ih wie in ihr -ie wie in Biene

Bei dieser Thematik kann es also passieren, dass der Schüler das erlesene Wort, die in Sprache umgesetzten Grapheme nicht in Einklang mit dem bringen kann, was ihm phonetisch bekannt ist und somit dem Problem der Vieldeutigkeit unterliegt. Durch diesen mangelnden Erfolg kann der Schüler letztendlich die Lust am Lesen- und Schreibenlernen verlieren.

Um dem entgegenzuwirken, bedient sich die Born´sche Methode der Auswahl einiger Worte der deutschen Sprache, deren Graphem-Phonem-Zuordnung also eindeutig ist, um diese Zuordnungs- schwierigkeiten zunächst zu vermeiden. Anders als beim Lesen ganzer Worte kann man auf diese Weise Vieldeutigkeit einschränken.

Dies baut zunächst auf dem sogenannten „Silbenschema“ auf. Diese Silben beziehen sich jedoch nicht auf die Sprechsilben, deren Anzahl ebenfalls zu groß wäre, sondern auf Silben mit einer eindeutigen Graphem-Phonem-Zuordnung, bei der immer ein Vokal („Lautmacher“, wie h, d, t, usw.) mit einem Konsonanten gekoppelt wird, wobei der Konsonant vor dem Vokal steht.

Würde man es anders koppeln, würde sich wieder das Problem der Aussprache ergeben, so wird aus dem langen ‚i’ in „mi“ ein kurz gesprochenes in „im“. Zudem gibt es einige Konsonanten, sogenannte Explositionslaute (wie d, t, g, k,...), die sehr klangarm und phonetisch vieldeutig sind. Nur durch die Anbindung an einen Vokal kann man sie hörbar und für den Schüler –gerade schwache Schüler- optisch und akustisch wahrnehmbar machen. Befolgt man diese Regel, kann das Sprechtempo dem Lesetempo annähernd angepasst werden. Auf diese Weise kann der Leseanfänger reduziert Wörter bilden und erlesen. Innerhalb des Lehrgangs unterscheiden sich die Reihen immer nur in dem Bestimmungskonsonanten, die anderen Vokale bleiben gleich (siehe Punkt 6).

Nach einem dreiviertel Jahr sollten alle Konsonanten Teil des Silbenschemas innerhalb einer vokalischen Reihe sein, die sich 17mal wiederholt sowie verfügbarer Teil des Langzeitgedächtnisses der Schüler sein. Zu diesem Zeitpunkt sollte man einen Bestimmungskonsonanten nennen können, der an neun verschieden Silben bzw. Vokale gekoppelt ist (i, a, o, u, e, ei, au, er, en), die von den Schülern (fast) auswendig beherrscht werden.

Dieser bis dahin erworbene Wortschatz beinhaltet ca. 220 reinsilbige Wörter und 14 Kurzwörter wie ist, wir, ich, sowie 23 Wörter, die mit einem Vokal beginnen, wie Oma, Eimer,...

4.2 Lösungsansatz

4.2.1 Synthese

Gedächtnispsychologisch geht man davon aus, dass sich das menschliche Kurzzeitgedächtnis ca. 7 Items merken kann, dass heißt also, wenn Kinder ein längeres, unbekanntes Wort Buchstabe für Buchstabe erlesen sollen, kann das Problem auftreten, dass sie am Ende nicht mehr wissen, wie das Wort anfing oder sie halten die Links-Rechts-Reihenfolge nicht ein, was zu einer Inversion oder Reversion führt. Dies ist ebenfalls ein Problem, wenn sie ein Wort zunächst ganz erfassen sollen, um dieses dann in seine Einzelbestandteile zu zerlegen.

Daraus ergibt sich dann das Problem des sogenannten „Zusammenschleifens“ (Synthetisieren), das heißt, wie aus einzelnen Buchstaben bzw. Silben ein zusammenhängendes Wort wird. Nach Born wird dieses Problem dadurch gelöst, dass die Schüler von Anfang an Minieinheiten lernen, deren Synthetisierung sich von alleine ergibt. Das Zusammenschleifen wird zunächst vollkommen umgangen, um das Zusammensetzen letztendlich exemplarisch anzubahnen. In dieser Phase sollen die Schüler nach Born´s Aussage das Bewusstsein für „leise“ und „laute“ Buchstabe erlangt haben und die „Synthese sei da“.

4.2.2 Redundanz

Das Erlernen von Minieinheiten wiederum versucht, die eingeschränkte Merkfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses zu umgehen, da die Schüler bei dem Wort ‚Tomatensalate’ nicht mehr einzelne Buchstaben, sondern sogenannte „Redundanzpäckchen“ zusammenfügen. Die Segmentierung, die Aufsplittung fremder Worte in ihre Einzelsilben, erleichtert also das Lesen und Verstehen, da der Anspruch an Gedächtnis und Auffassungsgabe verringert wird; so lässt sich das Wort nach und nach phonetisch dekodieren. Dies entspricht beispielsweise dem Prinzip, wie man sich Telefonnummern merkt, da es leichter ist, sich zwei oder drei Ziffern als Einheit zu merken (z.B. 30- 210- 50 anstatt 3 0 2 1 0 5 0). Ausnahmefälle, Besonderheiten, Kurzwörter usw. werden im späteren Verlauf des Lehrganges gesondert eingeführt bzw. an geeigneter Stelle eingebunden (z.B. st, sp; endständige Konsonanten wie bei „Weg“; der, die, das; sind; ä, ü, ö; v; j;).

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Lesenlernen nach Lothar Born
Hochschule
Universität zu Köln  (Seminar für Lernbehindertenpädagogik)
Veranstaltung
Handlungsorientierter Deutschunterricht an der SfL
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
8
Katalognummer
V39726
ISBN (eBook)
9783638384285
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lesenlernen, Lothar, Born, Handlungsorientierter, Deutschunterricht
Arbeit zitieren
Sina Bottke (Autor), 2005, Lesenlernen nach Lothar Born, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39726

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