Diese Methode ist 1980 konzipiert worden und nach Born besonders für die SchülerInnen geeignet, denen es anhand der bis dahin geläufigen Lesewerke nicht oder nur schwer möglich war, Lesen und Schreiben zu lernen.
„Für den Bereich der Lernbehinderten haben wir eine Methode entwickelt, die das Erlernen sowohl des Lesens als auch des Niederschreibens von Informationen konfliktfreier, problemloser und im Ziel mit einem größeren Erfolg in Routine und Selbständigkeit ermöglicht.“ (aus: Born, L. (1980): Darstellung einer Schreib-Lese-Methode für Lernbehinderte. In: Zeitschrift für Heilpädagogik, 1/41-47. S.41)
Problem zu dieser Zeit war es aber, freiwillige Lehrkräfte zu finden, die überhaupt bereit waren, diese Methode in der Praxis zu testen.
Durch Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Seminars für Lernbehindertenpädagogik der Universität zu Köln und durch Rückmeldungen aus der Praxis wurde der Lehrgang kurz nach seinem Erscheinen verbessert und erweitert, um den Bedürfnissen der Schüler noch stärker zu entsprechen. Diese Methode ist jedoch nicht nur für den Sonderschul- sondern auch für den Primarbereich anwendbar, um schwache Schüler zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1 Name des Lehrgangs:
2 Verfasser:
3 Klientel:
4 Methodische Konzeption:
4.1 Problemstellung
4.2 Lösungsansatz
4.2.1 Synthese
4.2.2 Redundanz
5 Art der Methode:
6 Ablauf des Lehrgangs
7 Wichtige Aspekte der Methode in Bezug auf eine Lernbehinderung:
8 Bildliche Unterstützung:
9 Erweiterungsmöglichkeiten:
10 Differenzierungsmöglichkeiten:
11 Umfang des Lehrgangs:
12 Vor- und Nachteile:
13 FAZIT:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Leselehrgang „Keine Angst vorm Lesen“ von Lothar Born. Ziel ist es, die analytisch-synthetische Methode, die speziell für Kinder mit Lernbehinderungen entwickelt wurde, hinsichtlich ihrer Konzeption, Anwendung im Unterricht sowie ihrer Eignung zur Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen zu analysieren und kritisch zu bewerten.
- Methodische Grundlagen der Silbenarbeit und Graphem-Phonem-Zuordnung
- Umgang mit den kognitiven Einschränkungen der Zielgruppe durch Redundanz
- Didaktischer Ablauf des Lehrgangs vom Silbenschema bis zur freien Textarbeit
- Förderung der Feinmotorik und Verknüpfung von Lese- und Schreibprozessen
- Kritische Reflexion der Vor- und Nachteile im sonderpädagogischen Kontext
Auszug aus dem Buch
4.1 Problemstellung
Für manche Schüler stellt die mangelnde Überseinstimmung der Grapheme und der Phoneme der deutschen Schriftsprache ein großes Hindernis dar. In der deutschen Sprache existieren 46 Phoneme. Dem gegenüber stehen jedoch nur 30 Buchstabenzeichen. Dies macht eine eindeutige Zuordnung sowie die Differenzierung von Kurz - und Langvokalen unmöglich.
Um diese Mehrdeutigkeit an einem Beispiel darzustellen, kann man das Problem an dem Buchstaben ‚i’ verdeutlichen, denn das gesprochene ‚i’ kann durch fünf verschiede Buchstaben(-gruppen) dargestellt werden: -i wie in Stil -ieh wie in Vieh -y wie in Baby -ih wie in ihr -ie wie in Biene
Bei dieser Thematik kann es also passieren, dass der Schüler das erlesene Wort, die in Sprache umgesetzten Grapheme nicht in Einklang mit dem bringen kann, was ihm phonetisch bekannt ist und somit dem Problem der Vieldeutigkeit unterliegt. Durch diesen mangelnden Erfolg kann der Schüler letztendlich die Lust am Lesen- und Schreibenlernen verlieren.
Um dem entgegenzuwirken, bedient sich die Born´sche Methode der Auswahl einiger Worte der deutschen Sprache, deren Graphem-Phonem-Zuordnung also eindeutig ist, um diese Zuordnungsschwierigkeiten zunächst zu vermeiden. Anders als beim Lesen ganzer Worte kann man auf diese Weise Vieldeutigkeit einschränken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Name des Lehrgangs: Nennt den Titel des untersuchten Lehrgangs „Keine Angst vorm Lesen“.
2 Verfasser: Nennt den Autor des Lehrgangs, Lothar Born.
3 Klientel: Beschreibt die Zielgruppe des 1980 konzipierten Lehrgangs, insbesondere Schüler mit Lernbehinderungen, die durch herkömmliche Methoden nur schwer Lesen und Schreiben lernten.
4 Methodische Konzeption: Erläutert die Problematik der Graphem-Phonem-Mehrdeutigkeit im Deutschen und stellt das Silbenschema als Lösungsansatz vor, inklusive der Konzepte Synthese und Redundanz.
5 Art der Methode: Charakterisiert die Methode als analytisch-synthetisches Verfahren mit ökonomischen Einheiten, das Lesen und Schreiben als Einheit betrachtet.
6 Ablauf des Lehrgangs: Beschreibt die kleinschrittige methodische Umsetzung von der Vokaleinführung bis zur schrittweisen Lösung vom Silbenschema und dem Übergang zur Großschreibung.
7 Wichtige Aspekte der Methode in Bezug auf eine Lernbehinderung: Hebt hervor, wie kleinschrittiges Arbeiten, visuelle Ordnung und handlungsorientierte Elemente zur Entschlüsselung von Schrift bei Lernbehinderungen beitragen.
8 Bildliche Unterstützung: Reflektiert den bewussten Verzicht auf bildliche Reize im Lehrgang und die damit verbundene Herausforderung für die Lehrkraft.
9 Erweiterungsmöglichkeiten: Schlägt die Verbindung mit anderen Ansätzen wie „Lesen mit Lo“ und artikulations-physiognomischen Übungen vor.
10 Differenzierungsmöglichkeiten: Erklärt die Anpassbarkeit des Schwierigkeitsgrades durch die Anordnung der Silben im Silbenschema.
11 Umfang des Lehrgangs: Gibt eine zeitliche Orientierung von ca. drei Vierteljahren bis zur Basisbeherrschung der Konsonanten innerhalb des Schemas.
12 Vor- und Nachteile: Stellt die pädagogischen Vorzüge, wie die spielerische Erlernbarkeit und die Struktur, den Nachteilen einer reduzierten Textinhaltsgestaltung gegenüber.
13 FAZIT: Fasst zusammen, dass die Methode lernschwachen Kindern durch systematische Redundanz einen Zugang zur Schrift ermöglicht, auch wenn Teile der Sprachkomplexität ausgeblendet werden.
Schlüsselwörter
Lernbehinderung, Leselehrgang, Silbenschema, Graphem-Phonem-Zuordnung, Schriftspracherwerb, Redundanzpäckchen, Analytisch-synthetisches Verfahren, Schreib-Lese-Methode, Didaktik, Sonderpädagogik, Lautwerte, Konsonanten, Vokale, Feinmotorik, Frühförderung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Anliegen der Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Leselehrgang „Keine Angst vorm Lesen“ von Lothar Born und bewertet dessen Eignung für den Einsatz in der sonderpädagogischen Förderung von Kindern mit Lernbehinderungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die methodische Konzeption des Silbenschemas, die gedächtnispsychologischen Ansätze zur Reduktion von Komplexität sowie die praktische Umsetzung des Lehrgangs im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel des Lehrgangs nach Born?
Das Ziel ist es, Schülern, die mit herkömmlichen Lesemethoden scheitern, durch eine eindeutige Graphem-Phonem-Zuordnung einen erfolgreichen und konfliktfreien Zugang zum Lesen und Schreiben zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Lehrgang zugrunde?
Es handelt sich um ein analytisch-synthetisches Verfahren, das auf kleinschrittigen, ökonomischen Einheiten (Silben) basiert, um Überforderungen des Kurzzeitgedächtnisses zu vermeiden.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert den Ablauf des Lehrgangs, die verschiedenen Übungsphasen, die Differenzierungsmöglichkeiten sowie eine kritische Abwägung der Vor- und Nachteile für die Zielgruppe.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?
Die wichtigsten Aspekte sind Lernbehinderung, Silbenschema, Graphem-Phonem-Zuordnung, Redundanz, Schriftspracherwerb und didaktische Differenzierung.
Warum spielt die Unterscheidung von „lauten“ und „leisen“ Buchstaben eine Rolle?
Diese Einteilung in Vokale (laut) und Konsonanten (leise) dient dazu, Schülern die Differenzierung der Schriftzeichen zu erleichtern und den Aufbau von Wortstrukturen durch Silbenbildung transparent zu machen.
Welche Rolle spielt die Visualisierung bei der Fehlervermeidung?
Die Visualisierung des Silbenschemas und die Verwendung von Filztafeln helfen den Schülern, ihren Fortschritt zu dokumentieren und durch die räumliche Anordnung der Silben die logische Struktur der deutschen Sprache besser zu erfassen.
Wie geht die Methode mit dem Problem der Vieldeutigkeit um?
Die Methode schränkt die Vieldeutigkeit ein, indem sie zu Beginn nur Wörter mit eindeutiger Graphem-Phonem-Zuordnung wählt und erst schrittweise komplexere sprachliche Strukturen einführt.
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- Sina Bottke (Author), 2005, Lesenlernen nach Lothar Born, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39726