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Zu Horkheimer und Adornos Elementen des Antisemitismus in der Dialektik der Aufklärung

Title: Zu Horkheimer und Adornos  Elementen des Antisemitismus  in der  Dialektik der Aufklärung

Seminar Paper , 2002 , 23 Pages

Autor:in: Oliver Tekolf (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

I. Teil
Das Kapitel 'Elemente des Antisemitismus' in der 'Dialektik der Aufklärung' wurde von Max Horkheimer konzipiert und von Theodor W. Adorno überarbeitet.2 An den ersten drei Thesen, wie die mit römischen Ziffern betitelten Abschnitte des Kapitels von den Autoren bezeichnet werden, arbeitete außerdem Leo Löwenthal mit3. Die letzte These erschien erstmals in der Buchausgabe von 1947, noch nicht im vervielfältigten Typoscript von 1944 (Dialektik der Aufklärung, S. 24)
Zuerst sollen in Form einer erweiterten Inhaltsangabe die Thesen der
Autoren Horkheimer und Adorno dargestellt werden (2.1.-2.7.). Daran
anschließend soll der Zusammenhang der Thesen erläutert, Sekundärliteratur
[...]
_____
1 Überarbeitete Fassung eines Referats im Wintersemester 1994/95 im Seminar von Prof. Dr. Wolfhart Henckmann,
Ludwig-Maximilians-Universität München.
2 Vgl. SCHMID NOERR, Gunzelin: Nachwort des Herausgebers. - In: HORKHEIMER, Max: Gesammelte Schriften. Band 5.
'Dialektik der Aufklärung' und Schriften 1940-1950. Herausgegeben von Gunzelin Schmidt Noerr. - Frankfurt am Main
1987. - S. 423-452. - Hier: S. 430.
3 Vgl. HORKHEIMER, Max/ADORNO Theodor W.: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. - In: HORKHEIMER
(1987) S. 11-290. - Hier: S. 23. - Im folgenden im Text zitiert mit der Seitenangabe in Klammern hinter dem Zitat.
Kritikpunkte des Verfassers an der Argumentation und den
Behauptungen der Autoren Horkheimer und Adorno diskutiert werden. (3.1.-
3.3.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Teil

II. Teil: Antisemitismus: Schicksalsfrage oder Vorwand?

Antisemitismus als Gleichmacherei

Antisemitismus als Produkt des Kapitalismus

Der religiöse Ursprung des Antisemitismus

Antisemitismus als Idiosynkrasie

Antisemitismus als falsche Projektion

Antisemitismus als Ticketdenken

III. Teil

IV. Teil

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Kapitel „Elemente des Antisemitismus“ aus Horkheimers und Adornos Werk „Dialektik der Aufklärung“ auseinander. Ziel ist es, die dort entwickelten Thesen darzustellen, ihren inhaltlichen Zusammenhang zu erläutern und eine kritische Auseinandersetzung mit den Argumentationen der Autoren unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu führen.

  • Analyse der verschiedenen Facetten des Antisemitismus im Kontext der Kritischen Theorie.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Aufklärung, Herrschaft und Antisemitismus.
  • Diskussion psychologischer und sozioökonomischer Mechanismen wie Idiosynkrasie, Projektion und Ticketdenken.
  • Kritische Reflexion der Aktualität der „Dialektik der Aufklärung“ für moderne gesellschaftliche Verhältnisse.

Auszug aus dem Buch

Antisemitismus als Gleichmacherei

Der Antisemitismus war als Volksbewegung stets Gleichmacherei. Denen, die keine Macht hatten, sollte es auch nicht besser gehen als dem Volk, dachte dieses. Gerade weil aber die Pogrome und Plünderungen ökonomisch den Massen nur wenig einbrachten, bekam der Antisemitismus als völkisches Heilmittel noch mehr Attraktivität. Er "hilft nicht den Menschen, sondern ihrem Drang nach Vernichtung." (DdA, S. 199)

Von den Herrschenden als Korruptionsmittel für die Massen benutzt, blieb die urgeschichtlich-geschichtliche Verstrickung des Antisemitismus im Dunkeln: Weil die Rationalität, die mit der Herrschaft verknüpft ist, dem Leiden der beherrschten Massen zugrunde liegt, ist den völkischen Antisemiten durch rationale, ökonomische und politische Argumente nicht beizukommen. Verfolger wie Opfer sind blind. Der sich antisemitisch verhaltende Mensch ist seiner Subjektivität beraubt, seine Taten sind nur sinnleere Reaktionen. Antisemitismus ist somit ein Ritual der Zivilisation, die Pogrome die dazugehörigen Ritualmorde.

Wut entlädt sich stets auf den Auffallenden. Das Opfer ist austauschbar, wie auch der Täter, er muß sich nur als Norm fühlen. Deshalb: "Es gibt [...] keine geborenen Antisemiten." (DdA, S.200)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Teil: Einleitung in das Thema, Vorstellung des Konzepts der „Elemente des Antisemitismus“ und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.

II. Teil: Antisemitismus: Schicksalsfrage oder Vorwand?: Detaillierte Darlegung der verschiedenen Thesen von Horkheimer und Adorno zum Antisemitismus, unterteilt in Einzelaspekte wie Gleichmacherei, Kapitalismuskritik, Religion, Idiosynkrasie, Projektion und Ticketdenken.

III. Teil: Auseinandersetzung mit der Rezeption und Sekundärliteratur zur „Dialektik der Aufklärung“ sowie Reflexion der inhaltlichen Struktur der Thesen.

IV. Teil: Kritische Würdigung der Begriffe und Konzepte sowie Diskussion der Aktualität der Theorie vor dem Hintergrund heutiger gesellschaftlicher Gegebenheiten.

Schlüsselwörter

Kritische Theorie, Dialektik der Aufklärung, Antisemitismus, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Faschismus, Idiosynkrasie, falsche Projektion, Ticketdenken, Herrschaft, Mimesis, Stereotypie, Aufklärung, Antisemitismusforschung, Judenfeindlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Kapitel „Elemente des Antisemitismus“ aus Horkheimers und Adornos „Dialektik der Aufklärung“, um die Mechanismen antisemitischer Ideologie und deren Einbettung in die gesellschaftliche Rationalität zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Antisemitismus als Herrschaftsinstrument, den Zusammenhang von Aufklärung und Gewalt sowie die psychologischen Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung antisemitischer Ressentiments.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die systematische Darstellung und kritische Prüfung der von Horkheimer und Adorno aufgestellten Thesen zur Genese und Funktion des Antisemitismus.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische und interpretative Methode, um die Texte Horkheimers und Adornos zu analysieren und sie in den Kontext der Kritischen Theorie sowie aktueller gesellschaftlicher Debatten zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Inhaltsangabe und Erläuterung der einzelnen Thesen sowie eine Auseinandersetzung mit der bestehenden Sekundärliteratur zu diesem Themenkomplex.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Kritische Theorie, Faschismus, falsche Projektion, Ticketdenken und den Zusammenhang von Aufklärung und Antisemitismus gekennzeichnet.

Inwiefern unterscheiden Horkheimer und Adorno verschiedene Formen des Antisemitismus?

Die Autoren differenzieren zwischen dem völkischen Antisemitismus, dem Antisemitismus als Produkt kapitalistischer Strukturen und der späteren Entwicklung zum „Ticketdenken“, bei dem der Antisemitismus nur noch ein beliebiges Element ideologischer Gruppenzugehörigkeit ist.

Wie bewertet der Autor die Aktualität der „Dialektik der Aufklärung“?

Der Autor hinterfragt die direkte Übertragbarkeit der Thesen auf die heutigen Verhältnisse in den westlichen Demokratien, sieht jedoch weiterhin eine Relevanz bei der Analyse von Unterdrückungsmechanismen in anderen Regionen der Welt.

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Details

Title
Zu Horkheimer und Adornos Elementen des Antisemitismus in der Dialektik der Aufklärung
College
LMU Munich  (Institut für Philosophie)
Author
Oliver Tekolf (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V3976
ISBN (eBook)
9783638124751
Language
German
Tags
Horkheimer Adornos Elementen Antisemitismus Dialektik Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Tekolf (Author), 2002, Zu Horkheimer und Adornos Elementen des Antisemitismus in der Dialektik der Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3976
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