Fachpraktisches Studiensemester bei der Schunk General Carbon (Panyu) Co.,Ltd in China


Praktikumsbericht / -arbeit, 2005
30 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufgabe des Praxissemesters
1.2 Meine persönliche Zielstellung

2. Unternehmens- und Ländercharakteristik
2.1 Die Schunk Group als Unternehmen
2.2 Unternehmensgeschichte
2.3 Wirtschaft Chinas und Guangdong
2.4 Schunk General Carbon (Panyu) Co., Ltd

3. Tätigkeitsbeschreibung bei SCC
3.1 Aufgaben der Sales & Marketing Abteilung
3.2 Praktikumsprojekte
3.2.1 Teilkostenkalkulation
3.2.1.1 Herangehensweise
3.2.1.2 Probleme bei der Umsetzung
3.2.2 Einführung des Schunk Group Corporate Designs
3.2.2.1 Herangehensweise
3.2.2.2 Probleme bei der Umsetzung
3.2.3 Vorbereitung von Kunden-Audits
3.2.3.1 Herangehensweise
3.2.3.2 Probleme bei der Umsetzung
3.2.4 Analyse und Optimierung der Zuliefererkette
3.2.4.1 Herangehensweise
3.2.4.2 Probleme bei der Umsetzung
3.2.5 Erstellung von Produktbroschüren und Flyers
3.2.4.1 Herangehensweise
3.2.4.3 Probleme bei der Umsetzung

4. Fazit meines Praktikums bei Schunk

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Der folgende Bericht gibt einen Überblick über meine Tätigkeiten während meines Praktikums bei der Schunk General Carbon (Panyu) Co., Ltd. in China. Einleitend werde ich im ersten Teil kurz die Aufgabe des Praxissemesters erläutern und meine persönliche Zielstellung hinsichtlich dieses Auslandspraktikums darstellen.

Eine Vorstellung des Praktikumsunternehmens und ein Überblick über die chinesische Wirtschaft bilden den Schwerpunkt des zweiten Teils dieses Berichtes.

Im dritten Teil gehe ich genauer auf meine Tätigkeiten innerhalb des Unternehmens ein und stelle meine fachlichen Erfahrungen dar. Daran jeweils anknüpfend erläutere ich Probleme, auf die ich innerhalb meines Praktikums gestoßen bin und gebe einen Überblick über aufgetretene Schwierigkeiten während der Umsetzung meiner Praktikumsaufgaben.

Abschließend ziehe ich im vierten Teil dieses Berichtes ein Fazit und gebe eine Einschätzung in Bezug auf meine persönliche Zielstellung ab.

1.1 Aufgaben des Praxissemesters

Aufgabe des Praxissemester im Sinne des Fachbereiches Betriebswirtschaft/Wirtschaftsinformatik der TFH Wildau soll es sein, dem Studenten anwendungsorientierte Kenntnisse und praktische Erfahrungen auf der Basis des im Grundstudium erworbenen Wissens zu vermitteln. Dem Studenten soll im Rahmen seiner Tätigkeiten im jeweiligen Praktikumsunternehmen die Bearbeitung konkreter Problemstellungen im angestrebten beruflichen Tätigkeitsfeld ermöglicht werden. Darüber hinaus soll das Praxissemester helfen, den Studenten die Berufswirklichkeit näher zu bringen und ist eine Anregung zur individuellen Gestaltung des Hauptstudiums. Letztendlich ist es die Hauptaufgabe des fachpraktischen Studiensemesters, eine enge Verbindung zwischen Studium und Berufspraxis herzustellen.1

1.2 Meine persönliche Zielstellung

Meine Zielstellung hinsichtlich des fachpraktischen Studiensemesters war von Anfang an davon geprägt, im Sinne meines Studienschwerpunktes Internationales Marketing, einen Praktikumsplatz im Ausland zu finden. Ich wollte auf jeden Fall die im bisherigen Studium erlernten theoretischen Fachkenntnisse in einem international operierenden Unternehmen in die Praxis umsetzen können und gleichzeitig eine neue und andere Kultur kennen lernen. Nicht nur die Erfahrung im täglichen Berufsalltag innerhalb eines Unternehmens, sondern auch der Umgang mit ausländischen Kollegen und die Lösung kommunikativer Probleme lagen bei meiner Zielstellung an erster Stelle.

Fachlich gesehen war es mein Ziel, meine betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten innerhalb meines Praktikumsunternehmens auszubauen und insbesondere im Bereich Marketing neue Kenntnisse hinzuzugewinnen. Dabei lag es mir auch in dieser Hinsicht besonders am Herzen, die Unterschiede und verschiedenen Sichtweisen in Bezug auf Marketing zwischen der chinesischen und europäischen Kultur zu erfahren. Außerdem war ich von Anfang an gespannt darauf, ein deutsches Unternehmen bei seinem Versuch, den ausländischen Markt zu erobern, ein Stück begleiten zu dürfen.

2. Unternehmens- und Ländercharakteristik

2.1 Die Schunk Group als Unternehmen

Die Schunk Group ist ein international tätiger Technologiekonzern mit einem breiten Leistungsspektrum in der Werkstofftechnologie und Systemtechnik. Die Gruppe ist mit 79 Tochterunternehmen in 27 Ländern weltweit präsent, verfügt über ein strategisches Netzwerk aus Allianzen, Kooperationen und führenden Forschungsinstituten und beschäftigt 7.500 Mitarbeiter. Der konsolidierte Umsatz der Group betrug in 2004 643,5Mio. Euro und ist damit im Vorjahresvergleich um etwa 4% gestiegen. Die Unternehmen der Schunk Group sind in Business Units untergliedert und agieren jeweils selbstständig in ihren Märkten.

Von Schunk produzierte Bauteile spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung und beim Transport hochsensibler Stoffe, bei der Bearbeitung und Veredelung keramischer Produkte in wärmetechnischen Anlagen, im Ofenbau und in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Insbesondere die Kohlebürsten, welche wichtiger Bestandteil vieler Elektromotoren sind, sorgen für eine sichere Erzeugung und Übertragung von Energie und stellen einen Hauptbestandteil des Schunk Geschäftes dar. Darüber hinaus entwickelt und produziert das Unternehmen spezielle Werkstoffe für die Halbleiterindustrie, Analyse-Apparaturen und für Anwendungen in der Medizintechnik, Mikroelektronik, Pharmazie, Biotechnologie und in der Raumfahrttechnik. Letztendlich finden sich die Produkte der Schunk Group in vielen elektrischen Geräten des alltäglichen Bedarfs und werden von führenden Herstellern für den Heimwerker- und Profibedarf verwendet. Hinzu kommen die Anwendungen in Schienenfahrzeugen, wo sie für eine sichere Stromübertragung, sicheren Antrieb und komfortables Reisen sorgen und in modernen Straßenfahrzeugen, wo heute bis zu 60 Elektromotoren für Komfort sorgen. Somit gehört das Unternehmen also zu jenen Zuliefern, von welchen die breite Öffentlichkeit kaum etwas weiß, aber dennoch täglich die Schunk Produkte benutzt.2

2.2 Unternehmensgeschichte

Das erste Unternehmen der Schunk Group wurde bereits 1913 von Ludwig Schunk und Karl Ebe als Kohlebürstenfabrik Schunk & Ebe OHG in Fulda gegründet. 1918 zählte man bereits 60 Mitarbeiter und verlagerte den Unternehmenssitz nach Heuchelheim bei Gießen, wo auch heute noch die Konzernzentrale zuhause ist. Mit der Produktionsaufnahme in Heuchelheim bietet Schunk nun erstmalig auch Kohlebürstenhalter, Kohlenstoffprodukte für mechanische Anwendungen und Sintermetallerzeugisse an. In den folgenden Jahren baute Ludwig Schunk sein Unternehmen zu einem der bedeutendsten der Branche aus und vererbte sein gesamtes Firmenvermögen nach seinem Tod im Jahre 1947 an die Ludwig-Schunk-Stiftung e.V., welche noch heute als juristische Person fungiert. Im Todesjahr des Unternehmensgründers zählte die Gruppe bereits 500 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 3Mio.USD. Seither entstanden im In- und Ausland neue Tochtergesellschaften und Beteiligungen, die das Leistungsspektrum durch Innovationen und Diversifikation in verwandte Technologiefelder erweiterten.

Im Jahr 2003 wurde die Schunk Group 90 Jahre alt und brachte bis dahin ein außergewöhnliches Wachstum zustande. Neunzig Jahre nach der Unternehmensgründung zählt das heutige Unternehmen weltweit 7.500 Mitarbeiter und ist in 27 Ländern zuhause. Der Konzern ist in den folgenden fünf Business Fields organisiert:

- Materials (Carbons, Ceramics, Quarz, Modules)
- Environmetal Simulation and Climate Technology
- Sintering Technology
- Enamel Technology
- Production Engineering

Damit gehört die Schunk Group heute zu den weltweit führenden Anbietern im Kohlestoffbereich und kann überdurchschnittlich von der steigenden Nachfrage dieser Materialien gerade in China antizipieren .3

2.3 Wirtschaft Chinas und Guangdong

China hat in den vergangen Jahren als Handelspartner für Deutschland erheblich an Bedeutung gewonnen und ist mit seinen aktuell 1,3 Mrd. Einwohnern heute der wichtigste Partner in Asien. Während die Ausfuhr in die Volksrepublik in den neunziger Jahren nur etwa so rasch zunahm wie die gesamten Exporte, ist seit dem Jahr 2000 eine deutliche Beschleunigung zu beobachten (Vgl. dazu Abb.1 im Anhang). Seither nehmen die Exporte nach China deutlich rascher zu als die gesamten Exporte. Mittlerweile liegt China in der Liste der wichtigsten Absatzmärkte für die deutschen Exporte an zehnter Stelle. Gestützt wird diese Entwicklung auch durch den Außenwert des Euro gegenüber dem USD, an dem der chinesische Renminbi de facto gebunden ist.4

Im Allgemeinen steht China schon heute nach der Größe der Volkswirtschaft an sechster und als Handelsnation an vierter Stelle. Im Jahr 2003 erreichte das BIP pro Kopf erstmals einen Wert über 1.000 USD und lag in 2004 bei 1.177 USD. Damit wächst die Volkswirtschaft seit zehn Jahren mit jährlich mindestens 7% (Vgl. dazu Abb.2 im Anhang). Der Wechselkurs der „Volkswährung“ (Renminbi) Yuan ist seit Ende 1997 in einem System des „eng gehaltenen floatens“ praktisch an den US-Dollar gebunden. Gegenüber allen anderen Währungen verändert sich der Kurs des Yuan im gleichen Verhältnis, wie der USD auf den internationalen Devisenmärkten gehandelt wird.5 Für Schunk China spielt dieser Aspekt eine immer wichtigere Rolle, da ein Großteil der Rohmaterialien in Euro eingekauft werden müssen und damit umso teurer werden, je stärker sich die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem USD entwickelt. Daher wäre es unter anderem auch für diesen deutschen Mittelständler von Vorteil, wenn sich die chinesische Währung vom USD lösen und abgewertet werden würde.

Die südliche Provinz Guangdong, in welcher auch die Schunk General Carbon (Panyu) Co., Ltd ihren Sitz hat, liegt am nördlichen Wendekreis auf gleicher Höhe wie Havanna in Kuba oder Karachi in Indien und spielt in Chinas aktuellem

wirtschaftlichem Aufschwung neben Peking und Shanghai eine besonders wichtige Rolle. Guangzhou, die Provinzhauptstadt, welche auch als Kanton bekannt ist, gehört mit etwa 9,5 Mio. Einwohnern zu den ältesten und gleichzeitig auch größten Städten Chinas. Das umliegende Perlflussdelta ist mit seinem ganzjährigen feucht-warmen Klima ein überaus fruchtbares landwirtschaftliches Gebiet, welches jedoch mehr und mehr zersiedelt wird.6

Die Stärke der Region liegt in einem hochmobilen Arbeitsmarkt, in der Effizienz der öffentlichen Verwaltung und einem starken privaten Sektor. Die Integration in die Weltmärkte ist weit fortgeschritten und wird mittels verschiedener neuer Infrastrukturprojekte zügig ausgebaut. Die für die ersten drei Quartale 2004 vorliegenden Wirtschaftsdaten belegen den ungebrochenen wirtschaftlichen Aufschwung der Perlflussregion. Guangdong hat mit 111,3 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen sein BIP gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,8% steigern können und damit einen Anteil von fast 12% am BIP Chinas erreicht. Die Industrieproduktion nahm um 23,3% auf 50,2Mrd. Euro zu, die Anlage-investitionen erreichten 38,2Mrd. Euro (+25%) und mit einem Volumen von 250Mrd. USD entfielen allein 30% des chinesischen Außenhandels in den ersten neun Monaten des letzten Jahres auf die Provinz Guangdong. Das Pro-Kopf-Einkommen der Sonderwirtschaftszone Shenzhen überstieg bereits 2003 die Marke von 6.000,- USD, dicht gefolgt von Guangzhou/Panyu mit 5.800 USD (zum Vergleich: Shanghai: 4.650 USD, Beijing: 3.000 USD). Mit über 100.000 ausländischen Fachleuten arbeitet zudem ein Viertel aller in China lebenden Ausländer in dieser Provinz, welche damit den ersten Platz in China einnimmt.7 Diese Zahlen sollen die enorme Dynamik der Region, in der ich fünf Monate gearbeitet habe, verdeutlichen und die Wichtigkeit Chinas für die gesamte deutsche Wirtschaft aufzeigen. Darüber hinaus vermitteln sie einen Eindruck darüber, mit welcher enormen Geschwindigkeit sich diese bis vor zwanzig Jahren kaum beachtete Region der Welt heute entwickelt.

[...]


1 Vgl. http://www.wi-bw.tfh-wildau.de/~boesing/welcome.htm, Letzter Zugriff am 27.01.2005

2 Vgl. http://www.schunk-group.com, Letzter Zugriff am 26.01.2005

3 Vgl. http://www.schunk-group.com, Letzter Zugriff am 26.01.2005

4 Vgl. Deutsche Bundesbank, Saisonbereinigte Wirtschaftszahlen nach eigener Berechnung

5 Vgl. Deutsche Botschaft, Peking, „Wirtschaftsdaten kompakt“, 15.12.2004

6 Vgl. Infobroschüre „Neu in Guangzhou“ des deutschen Generalkonsulates Guangdong, Auflage 2004

7 Vgl. „Die Wirtschaftslage der Provinz Guangdong zum Jahreswechsel 2004/2005“, Bericht des deutschen Generalkonsulates Guangdong, 13.12.2004

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Fachpraktisches Studiensemester bei der Schunk General Carbon (Panyu) Co.,Ltd in China
Hochschule
Technische Hochschule Wildau, ehem. Technische Fachhochschule Wildau
Note
gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V39781
ISBN (eBook)
9783638384698
Dateigröße
645 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der folgende Bericht gibt einen Überblick über meine Tätigkeiten während meines Praktikums bei der Schunk General Carbon (Panyu) Co., Ltd. in China. Dabei geht es um die Aufgabe des Praxissemesters, meine persönliche Zielstellung, eine Vorstellung des Praktikumsunternehmens, die ausgeübten Tätigkeiten und aufgetauchte Probleme und schließlich ein Fazit über meine Zeit in China.
Schlagworte
Fachpraktisches, Studiensemester, Schunk, General, Carbon, China
Arbeit zitieren
Diplom Betriebswirt (FH) Robert Borchel (Autor), 2005, Fachpraktisches Studiensemester bei der Schunk General Carbon (Panyu) Co.,Ltd in China, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39781

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