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Die Freimaurer und das Theater im Nationalsozialismus

Title: Die Freimaurer und das Theater im Nationalsozialismus

Seminar Paper , 2002 , 22 Pages

Autor:in: Oliver Tekolf (Author)

Theater Studies, Dance
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1. Das Theater im Nationalsozialismus(1)

Das Theater, als eines der zentralen Massenmedien der Zeiten vor dem Fernseher, hatte im Systhem der nationalsozialistischen "Volksaufklärung", die in den Händen Joseph Goebbels lag, einen hohen Stellenwert. Man kann bei der Einvernahme des Theaters durch die Nationalsozialisten zwei ineinander verwobene Stränge wahrnehmen, zum einen die Gleichschaltung der Organisationen, zum anderen die ideologische Ausrichtung der Inhalte.
[...]
_____
1 Die Darstellung stützt sich im wesentlichen auf die Mitschrift des Verfassers bei der Vorlesung von Dr. Schälzky, Lehrbeauftragter am Institut für Theaterwissenschaft der Universität München: "Theater des Faschismus und der Emigration" im Rahmen der Ringvorlesung "Grundzüge der europäischen Theatergeschichte II" im Sommersemester 1995, ferner auf BOGUSLAW DREWNIAK, Das Theater im NS-Staat. Szenarium deutscher Zeitgeschichte 1933-1945, Düsseldorf 1983; KONRAD DUSSEL, Ein neues, ein heroisches Theater?. Nationalsozialistische Theaterpolitik und ihre Auswirkungen in der Provinz, Bonn 1988 (= Literatur und Wirklichkeit, Bd. 26), zugleich: Heidelberg: Diss. 1987, sowie WOLF-EBERHARD AUGUST, Die Stellung der Schauspieler im Dritten Reich. Versuch einer darstellung der Kuns- und Gesellschaftspolitik in einem totalitären Staat am Beispiel des "Berufsschauspielers", München: Diss. 1973.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Theater im Nationalsozialismus

1.1. Organisation

1.2. Personalpolitik

1.3. Spielplanpolitik

2. Die Freimaurerei im Nationalsozialismus

2.1. Vorgeschichte: Antifreimaurerpropaganda vor 1933

2.1.1. Alfred Rosenberg

2.1.2. Erich Ludendorff und Mathilde Kemnitz-Ludendorff

2.2. Lage und Zustand der deutschen Freimauerei vor 1933

2.2.1. Mitgliederentwickulung

2.2.2. Politische Ausrichtung

2.2.3. Uneinigkeit und Zersplitterung

2.3. Die Vernichtung der deutschen Freimaurerei nach 1933

2.3.1. Die Anfänge

2.3.2. Die Koordinierung des Antifreimaurerkampfes durch den SD

2.3.3. Das Ende der Logen

2.3.3.1. Schottische Logen und die Symbolische Großloge

2.3.3.2. Humanitäre Logen

2.3.3.3. Altpreußische Großlogen

2.3.4. Weitere Behandlung der Freimaurerei im "Dritten Reich"

3. Auswirkungen der Antifreimaurerpolitik auf das Theater im "Dritten Reich"

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die nationalsozialistische Theaterpolitik sowie die systematische Verfolgung und Vernichtung der Freimaurerei im "Dritten Reich". Im Zentrum steht die Frage, inwieweit die ideologische Ausrichtung des Regimes, speziell die antifreimaurerische Propaganda, tatsächliche Auswirkungen auf den Theaterbetrieb und das Wirken von Kulturschaffenden hatte.

  • Strukturelle Gleichschaltung und Organisation des Theaterwesens nach 1933
  • Die ideologische Fundierung des Antifreimaurerkampfes durch Akteure wie Alfred Rosenberg und Erich Ludendorff
  • Der Niedergang und die Auflösung der verschiedenen deutschen Freimaurerlogen
  • Die Überwachungs- und Repressionsmaßnahmen gegenüber ehemaligen Logenmitgliedern
  • Analyse der tatsächlichen Einflussnahme der NS-Ideologie auf die Spielplangestaltung

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Erich Ludendorff und Mathilde Kemnitz-Ludendorff

Der ehemalige General und Mitglied der OHL im Ersten Weltkrieg Erich Ludendorff (1865-1937) ist vom Ausgang des Krieges tief frustriert. Die Niederlage der deutschen Wehrmacht führt er wie alle Völkischen ausschließlich auf den sog. "Dolchstoß" zurück, ein Begriff, den er selbst prägt. Er besagt, daß das im Grunde unbesiegte Heer durch die Kriegsmüdigkeit in der Heimat, die man der sozialistischen Propagnda zuzuschreiben habe, und durch die Novemberrevolution einen "Dolchstoß in den Rücken" erhalten habe und deshalb den Krieg verloren habe. Diese Theorie, die an sich falsch ist, da im Herbst 1918 die Niederlage der deutschen Wehrmacht ohnehin feststand und auch ohne die Novemberrevolution erfolgt wäre, kann dennoch als hervorragende Grundlage dienen für die antirepublikanische Haltung der völkischen Kreise, deren wohl prominentestes Mitglied Ludendorff recht bald wird.

Ludendorffs politische Tätigkeit erstreckt sich anfangs nur auf die Gegnerschaft zu "Novemberverbrechern" und "Dolchstößlern". Den Freimaurern steht er neutral gegenüber, er hat sogar Kontakt zu Münchner Freimaurern, und angeblich nimmt er auch einmal an einem Ritual teil. Das ändert sich 1926, als er die völkische Publizistin und Nervenärztin Mathilde Kemnitz heiratet. Die in den patriachalisch geprägten völkischen Kreisen ohne Mann politisch chancenlose Kemnitz hatte sich zuvor an Hitler versucht, was scheiterte. Daraufhin heiratet sie den labilen Ludendorff, der bald völlig von ihr abhängig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Theater im Nationalsozialismus: Analysiert die totale Kontrolle und Gleichschaltung des Theaterwesens durch das Reichskulturkammergesetz sowie die Beeinflussung von Spielplänen und Personalpolitik.

2. Die Freimaurerei im Nationalsozialismus: Untersucht die ideologische Vorgeschichte der Antifreimaurerpropaganda, den Zustand der Logen in der Weimarer Republik und deren systematische Zerschlagung nach 1933.

3. Auswirkungen der Antifreimaurerpolitik auf das Theater im "Dritten Reich": Reflektiert kritisch über die tatsächliche Relevanz der antifreimaurerischen NS-Ideologie für die praktische Durchführung des Theaterbetriebs.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Theaterpolitik, Freimaurerei, Gleichschaltung, Antifreimaurerpropaganda, Alfred Rosenberg, Erich Ludendorff, Reichstheaterkammer, Gestapo, Sicherheitsdienst, Logenverbot, Ideologie, Kulturkontrolle, "Drittes Reich", "Dolchstoßlegende".

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beleuchtet das Zusammenspiel zwischen nationalsozialistischer Kulturpolitik und der ideologisch motivierten Verfolgung von Organisationen, die als "staatsfeindlich" eingestuft wurden, mit einem besonderen Fokus auf die Freimaurerei.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Hauptthemen sind die organisatorische Gleichschaltung der deutschen Theater, die Entstehung und Verbreitung antifreimaurerischer Verschwörungsmythen sowie die rechtliche und polizeiliche Zerschlagung der Logenstrukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, ob die radikale antifreimaurerische Rhetorik des NS-Regimes messbare Auswirkungen auf die inhaltliche Gestaltung der Spielpläne und die personelle Zusammensetzung deutscher Theaterbühnen hatte.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse, die Primärquellen, zeitgenössische Gesetzestexte sowie die Auswertung von Forschungsliteratur zur Theatergeschichte und zum NS-Staat kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der NS-Theaterorganisation, eine detaillierte Aufarbeitung der völkischen Propaganda gegen Freimaurer und die chronologische Dokumentation der schrittweisen Unterdrückung und Auflösung der Logen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Begriffe wie NS-Theaterpolitik, Gleichschaltung, Antifreimaurerpropaganda, Freimaurer-Verfolgung und das "Dritte Reich" definieren den thematischen Kern.

Wie unterschied sich die Haltung der verschiedenen Logenarten gegenüber dem NS-Regime?

Während pazifistisch orientierte Logen versuchten, durch "Einschläfern" eine Kapitulation zu vermeiden, hofften die konservativen Altpreußischen Großlogen anfangs vergeblich auf eine Koexistenz oder Anerkennung durch das neue Regime.

Welche Rolle spielte der Sicherheitsdienst (SD) bei der Verfolgung?

Der SD fungierte als Schlüsselorgan, das durch ein spezielles Freimaurerreferat die nachrichtendienstliche Überwachung koordinierte, beschlagnahmtes Material archivierte und die systematische Erfassung aller Logenmitglieder vorantrieb.

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Details

Title
Die Freimaurer und das Theater im Nationalsozialismus
College
LMU Munich  (Institut für Theaterwissenschaft)
Author
Oliver Tekolf (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V3978
ISBN (eBook)
9783638124768
ISBN (Book)
9783656759898
Language
German
Tags
Freimaurer Theater Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Tekolf (Author), 2002, Die Freimaurer und das Theater im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3978
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