Methoden der Jugendsozialarbeit


Hausarbeit, 2001
11 Seiten, Note: 2 (gut)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Methoden der Jugendsozialarbeit
I.1 Einzelfallbezogene Methoden - Mediation
I.2 Gruppen- und sozialraumbezogene Methoden
I.2.1 Soziale Gruppenarbeit
I.2.2 Gemeinwesenarbeit

II. Quellenverzeichnis

I. Methoden der Jugendsozialarbeit

I.1 Einzelfallbezogene Methoden - Mediation

Mediation wurde eigentlich als professionelle Unterstützung im Bereich der Scheidungs- und Trennungsberatung entwickelt und auch vorrangig in diesem Feld verwendet

In der Jugendsozialarbeit wird sie erst seit den letzten Jahren eingesetzt, häufig auch in Kombination mit dem Case Management, als Vermittlung und Einflußnahme auf Konflikte z.B. zwischen Jugendlichen, zwischen Ausbildern und Auszubildenden im Rahmen der Jugendberufshilfe oder zwischen Schülern und Lehrern im Rahmen der Schulsozialarbeit.

Mediation bedeutet nach der Definition von Breidenbach „die Einschaltung eines (meist) neutralen und unparteiischen Dritten im Konflikt, der die Parteien bei ihren Verhandlungs- und Lösungsversuchen unterstützt, jedoch über keine eigene (Konflikt-) Entscheidungskompetenz verfügt.“[1]

Im Vordergrund der Mediation steht die Bearbeitung von Zukunftsfragen und nicht die Lösung von Problemen der Vergangenheit.

Die Klärung des Problems steht jedoch nicht im Mittelpunkt, sondern es soll ein für beide Parteien befriedigendes Arrangement herausgearbeitet werden.

Wichtig ist, daß die Konflikte von den Betroffenen selbst gelöst werden sollen, weil sie somit auch Verantwortung für diese Lösungen übernehmen.

Der Mediator muß als Leiter des Mediationsprozesses neutral und unparteiisch sein

Weiter muß er den Parteien das Gefühl geben, daß er die Probleme dieser ernst nimmt, daß er die Verantwortung für den Prozeß des Mediationsverfahrens übernimmt, und daß auch weiter für die Parteien erreichbar ist.

Breidenbach[2] definiert die Rolle des Mediators wie folgt:

- Der Mediator funktioniert als Katalysator, da er auf die Einhaltung von Kommunikationsregeln achtet
- Ebenso ist er auch Verhandlungsführer, da er den Ablauf der Verhandlung regelt und kontrolliert
- Er ist ebenso Informationsvermittler und verschafft allen Beteiligten eine ausreichende Informationsbasis
- Als Übersetzer bzw. Koordinator interpretiert und reformuliert er die Aussagen und Standpunkte der Konfliktparteien.

Durch das Reformulieren wird dem Mediator die Möglichkeit gegeben die Richtigkeit der Aussagen zu überprüfen, gleichzeitig aber auch Aussagen zu mildern, z.B. Aussage: „Immer machst du...“, reformuliert vom Mediator: „Er/Sie macht manchmal...?“

- Und als Evaluator kann er wertend eingreifen, wenn eine einvernehmliche Lösung durch eine nicht realitätsgerechte Position behindert wird.

Mediation ist ein Prozeß, der in Phasen vollzogen wird. Es gibt viele verschiedene Phasenmodelle, jedoch gibt es bei allen nur geringe Unterschiede. Gögercin stellt das Phasenmodell von Proksch[3] vor:

1. Einführungsphase: Die Konfliktparteien werden in dieser Phase über die Regeln, Möglichkeiten, Chancen und Grenzen der Mediation informiert. Es soll auch eine Klärung stattfinden, ob in diesem Fall das Mittel der Mediation überhaupt Sinn macht;
2. Datenermittlung: Daten, Fakten, Hintergründe werden nun ermittelt, sowie Streitfragen und andere klärungsbedürftige Fragen.

Der Sozialpädagoge muß nun Konflikte und Gemeinsamkeiten der Konfliktparteien herausarbeiten.

3. Erarbeiten von Optionen und Alternativen: Der Mediator weist auf Übereinstimmungen und Abweichungen hin, deutet mögliche Auswege an und bietet diese zur Diskussion an.

Es sollten in dieser Phase alle Alternativen erarbeitet und diskutiert werden.

4. Verhandlung und Entscheidung: Beide Parteien sollen eine Entscheidung treffen, zu der sie beide stehen. Diese Entscheidung liegt allein bei den Konfliktparteien. Der Mediator kann durch Input oder Kommentare den Entscheidungsfindungsprozeß fördern.

„Am Ende steht ein Übereinkommen im Hinblick auf die Auswahl bestimmter Optionen für anstehende Konfliktlagen.“[4]

[...]


[1] S. Gögercin, „Jugendsozialarbeit“, S. 65

[2] S. Gögercin, S. 65 f.

[3] S. Gögercin, S. 66 f.

[4] S. Gögercin, S. 66 f.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Methoden der Jugendsozialarbeit
Hochschule
Universität Bremen  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Seminar Jugendsozialarbeit: Entwicklungen, Standortbestimmung, Perspektiven
Note
2 (gut)
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V399
ISBN (eBook)
9783638102865
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methoden, Jugendsozialarbeit, Seminar, Entwicklungen, Standortbestimmung, Perspektiven
Arbeit zitieren
Meike Schröder (Autor), 2001, Methoden der Jugendsozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/399

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