Methoden der Jugendsozialarbeit
I.1 Einzelfallbezogene Methoden - Mediation
Mediation wurde eigentlich als professionelle Unterstützung im Bereich der Scheidungs- und Trennungsberatung entwickelt und auch vorrangig in diesem Feld verwendet.
In der Jugendsozialarbeit wird sie erst seit den letzten Jahren eingesetzt, häufig auch in Kombination mit dem Case Management, als Vermittlung und Einflußnahme auf Konflikte z.B. zwischen Jugendlichen, zwischen Ausbildern und Auszubildenden im Rahmen der Jugendberufshilfe oder zwischen Schülern und Lehrern im Rahmen der Schulsozialarbeit.
Mediation bedeutet nach der Definition von Breidenbach „die Einschaltung eines (meist) neutralen und unparteiischen Dritten im Konflikt, der die Parteien bei ihren Verhandlungs- und Lösungsversuchen unterstützt, jedoch über keine eigene (Konflikt-) Entscheidungskompetenz verfügt.“(1)
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1 S. Gögercin, „Jugendsozialarbeit“, S. 65
Inhaltsverzeichnis
I. METHODEN DER JUGENDSOZIALARBEIT
I.1 Einzelfallbezogene Methoden - Mediation
I.2 Gruppen- und sozialraumbezogene Methoden
I.2.1 Soziale Gruppenarbeit
I.2.2 Gemeinwesenarbeit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über zentrale methodische Ansätze in der Jugendsozialarbeit, um Handlungsmöglichkeiten für Sozialpädagogen in unterschiedlichen Konflikt- und Interaktionsfeldern aufzuzeigen.
- Mediation als Instrument der Einzelfallhilfe
- Phasenmodelle und Dynamiken in der sozialen Gruppenarbeit
- Einflussnahme des Sozialpädagogen auf Gruppensettings
- Bedeutung der Gemeinwesenarbeit für die Prävention und Jugendhilfeplanung
Auszug aus dem Buch
I.1 Einzelfallbezogene Methoden - Mediation
Mediation wurde eigentlich als professionelle Unterstützung im Bereich der Scheidungs- und Trennungsberatung entwickelt und auch vorrangig in diesem Feld verwendet. In der Jugendsozialarbeit wird sie erst seit den letzten Jahren eingesetzt, häufig auch in Kombination mit dem Case Management, als Vermittlung und Einflußnahme auf Konflikte z.B. zwischen Jugendlichen, zwischen Ausbildern und Auszubildenden im Rahmen der Jugendberufshilfe oder zwischen Schülern und Lehrern im Rahmen der Schulsozialarbeit.
Mediation bedeutet nach der Definition von Breidenbach „die Einschaltung eines (meist) neutralen und unparteiischen Dritten im Konflikt, der die Parteien bei ihren Verhandlungs- und Lösungsversuchen unterstützt, jedoch über keine eigene (Konflikt-) Entscheidungskompetenz verfügt.“ Im Vordergrund der Mediation steht die Bearbeitung von Zukunftsfragen und nicht die Lösung von Problemen der Vergangenheit.
Die Klärung des Problems steht jedoch nicht im Mittelpunkt, sondern es soll ein für beide Parteien befriedigendes Arrangement herausgearbeitet werden. Wichtig ist, daß die Konflikte von den Betroffenen selbst gelöst werden sollen, weil sie somit auch Verantwortung für diese Lösungen übernehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. METHODEN DER JUGENDSOZIALARBEIT: Einführung in den methodischen Kanon der Jugendsozialarbeit und deren praktische Relevanz.
I.1 Einzelfallbezogene Methoden - Mediation: Darstellung der Mediation als neutrales Vermittlungsverfahren bei Konflikten und deren spezifischer Ablauf in sechs Phasen.
I.2 Gruppen- und sozialraumbezogene Methoden: Einführung in die Bedeutung von Gruppen als Sozialisationsinstanzen und als Interventionsraum für pädagogische Arbeit.
I.2.1 Soziale Gruppenarbeit: Analyse von Entwicklungsstufen in Gruppen und der Rolle des Sozialpädagogen als Leiter und Begleiter von Gruppenprozessen.
I.2.2 Gemeinwesenarbeit: Erörterung der präventiven Rolle von sozialräumlichen Ansätzen zur Reduktion von Stigmatisierung und Ausgrenzung.
Schlüsselwörter
Jugendsozialarbeit, Mediation, Soziale Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit, Konfliktlösung, Sozialpädagogik, Phasenmodell, Case Management, Prävention, Jugendhilfeplanung, Gruppenprozess, Stigmatisierung, Konfliktparteien, Sozialraum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodischen Grundlagen der Jugendsozialarbeit und beleuchtet verschiedene Ansätze zur Arbeit mit Jugendlichen in unterschiedlichen sozialen Kontexten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Mediation in der Einzelfallhilfe, der Strukturierung sozialer Gruppenarbeit und dem wachsenden Stellenwert der Gemeinwesenarbeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Ausarbeitung?
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über professionelle Methoden zu geben, die den Sozialpädagogen bei der Bearbeitung von Konflikten und der Förderung sozialer Lernprozesse unterstützen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden beschrieben?
Die Arbeit fokussiert sich auf professionelle Interventionsmethoden wie Mediation nach Breidenbach und verschiedene Phasenmodelle der Gruppenarbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Mediation erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Entwicklungsphasen sozialer Gruppen und einem Ausblick auf die Gemeinwesenarbeit.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Konzepte der Mediation, des Gruppenprozesses, der sozialen Funktionsfähigkeit und der Gemeinwesenarbeit geprägt.
Wie unterscheidet sich die Mediation in der Jugendsozialarbeit von der Trennungsmediation?
Im Gegensatz zur reinen Scheidungsmediation verhält sich der Sozialpädagoge in der Jugendsozialarbeit nicht zwingend immer neutral, sondern kann für „seinen“ Jugendlichen Partei ergreifen, was ein hohes Maß an Selbstkontrolle erfordert.
Welche Rolle spielt die „Spiralförmigkeit“ in der sozialen Gruppenarbeit?
Die Arbeit betont, dass Gruppenprozesse nicht starr und linear ablaufen, sondern spiralförmig verlaufen, da Phasen innerhalb der Gruppenentwicklung übersprungen oder wiederholt werden können.
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- Meike Schröder (Author), 2001, Methoden der Jugendsozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/399