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Der Stadtbegriff im Mittelalter. Über die Aktualität einer Typologie und den Begriff der 'okzidentalen Stadt' nach Max Weber

Title: Der Stadtbegriff im Mittelalter. Über die Aktualität einer Typologie und den Begriff der 'okzidentalen Stadt' nach Max Weber

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Päd. Karsten Rohr (Author)

History - Basics
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An der reichhaltigen Rezension und Rezeption der Weberschen Werke erkennt man deren Besonderheit für die historische Forschung, ist doch z.B. ein volles Beiheft der HZ nur der Frage gewidmet, wie Webers ‚okzidentale Stadt’ zumindest
in Teilen der heutigen Geschichtswissenschaft Anwendung erfahren kann, auch beschäftigen sich ganze Bände mit Max Weber, dem Historiker, oder, um eine Aufsatz aus just jenem Band zu zitieren: „Über den Weberschen Idealtypus haben sich Ströme von Tinte ergossen, ohne daß abzusehen wäre, wann seine Abklärung erreicht sein wird.“ So soll diese Arbeit keiner reinen Wiedergabe der von Weber definierten ‚okzidentalen Stadt’ dienen, vielmehr soll sie sich mit der Fragestellung beschäftigen, ob einer generalisierenden Stadtdefinition – diskutiert am besonderen Beispiel der Typologie des Städtewesens nach Weber – in der heutigen Geschichtswissenschaft noch Bedeutung zuerkannt wird. Ein (wenn auch nicht ganz so breiter) Raum wird einer skizzenhaften Darstellung des Stadtbegriffes nach Haase eingeräumt, da diesem zugesprochen wird, „den S[tadt]begriff als von der Vielfalt geschichtl. Merkmale geprägt endgültig klären“ zu können. Haases dynamisierter Stadtbegriff hält in dieser Arbeit als Vertreter einer generalisierenden Definition der Stadt Einzug, anderen Autoren, die inhaltliche Redundanzen dazu aufweisen, zur Klärung eines Stadtbegriffes jedoch einen Beitrag leisten, können, auch aufgrund des Umfanges dieser Abhandlung, nur in kurzen Streifzügen bzw. den Anmerkungen skizziert werden. Als besonders hilfreich, vor allem im Zusammenhang der Klärung der Frage nach der aktuellen Verwendbarkeit des von Max Weber postulierten Idealtypus der ‚okzidentalen Stadt’, haben sich Beiträge Dilchers erwiesen, daher wird er im vorletzten Kapitel vermehrt in den Anmerkungen zu finden sein.
Als ein Forschungsfeld der Geschichtswissenschaft, welches einen hohen Beitrag zur Klärung des Stadtbegriffs leisten kann, sei hier nur kurz die Entwicklung des Städtewesens benannt, da dessen Vielschichtigkeit den Umfang dieser Arbeit sprengen würde. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I EINLEITUNG

II BEGRIFF DER STADT NACH MAX WEBER

III FLEXIBILISIERUNG UND PERIODISIERUNG DES STADTBEGRIFFS

IV AKTUALITÄT DURCH SYMBIOSE

V RESÜMEE

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Relevanz und Anwendbarkeit der idealtypischen Stadtdefinition Max Webers – insbesondere des Konzepts der ‚okzidentalen Stadt‘ – innerhalb der modernen Geschichtswissenschaft. Dabei wird analysiert, inwieweit ein solches generalisierendes Modell trotz der Notwendigkeit einer dynamischen, epochen- und raumabhängigen Stadtbetrachtung weiterhin als erkenntnisstiftendes Instrument dienen kann.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit Max Webers Idealtypus der Stadt.
  • Die Gegenüberstellung mit dynamischen Stadtbegriffen (u.a. nach Carl Haase).
  • Die Problematik der historischen Typisierung und Generalisierung.
  • Die methodische Verknüpfung von ökonomischen, politischen und rechtlichen Kriterien zur Stadtdefinition.

Auszug aus dem Buch

II Begriff der Stadt nach Max Weber

Weber unterscheidet nach Isenmann zuerst einen „ökonomischen und einen politisch-administrativen Stadtbegriff“, wobei der „schließlich konstituierte idealtypische Stadtbegriff“ beide in sich vereinigt. Er prüft in einem ersten Teil seiner Betrachtung „Definitionsmerkmale, ob sie der Begriffsbestimmung der Stadt als Gesamterscheinung zu tragen geeignet sind“, d.h. Weber verwendet, um mit seinen Worten zu sprechen, „übliche Vorstellung“ der Charakteristik einer Stadt, „die er mit historischen oder zeitgenössischen Realisationen konfrontiert und auf Stimmigkeit hin befragt.“

Die Bevölkerungszahl, sicherlich eine der ersten Charakteristiken, die uns zur Unterscheidung von Stadt und Land in den Sinn kommen, kann nach Weber nicht das für den Begriff der Stadt wesentliche Merkmal sein, d.h., um mit Callies Worten zu sprechen, auch beim „massierte Zusammenwohnen auf einem Fleck“ kann es sich seiner Meinung nach „kaum um eine ausreichende Kategorie“ des Stadtbegriffes handeln.

Auch eine Definition der Stadt, die sich alleinig auf die besondere Ökonomiestruktur der Stadt bezieht, gekennzeichnet durch die nicht-landwirtschaftliche Lebensgrundlage des überwiegenden Teiles der Einwohner und eine „gewisse ‚Vielseitigkeit’ der betriebenen Gewerbe“, wäre nach Weber ebenfalls „nicht zweckmäßig“, denn man könne einerseits „die ‚Gewerbedörfer’ Asiens und Rußlands“ nicht unter den Begriff der Stadt fassen, andererseits ist die angesprochene mannigfaltige handwerkliche Differenzierung auch bei Siedlungen anzutreffen, deren Einwohner sich aus einer Menge „fron- und abgabenpflichtiger Handwerker und Kleinhändler“ zusammensetzte, welche man „nicht ‚Stadt zu nennen [pflegt]“.

Zusammenfassung der Kapitel

I EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die wissenschaftliche Debatte um Max Webers Stadtbegriff ein und legt die Zielsetzung dar, dessen Relevanz als Idealtypus für die heutige Forschung kritisch zu hinterfragen.

II BEGRIFF DER STADT NACH MAX WEBER: Hier werden die ökonomischen und politisch-administrativen Merkmale des weberschen Idealtypus der ‚okzidentalen Stadt‘ detailliert analysiert und von unzureichenden Definitionen abgegrenzt.

III FLEXIBILISIERUNG UND PERIODISIERUNG DES STADTBEGRIFFS: Dieser Abschnitt beleuchtet alternative, dynamische Stadtkonzepte, die den historischen Wandel und räumliche Besonderheiten stärker in den Fokus rücken, um der Komplexität der Stadtentwicklung gerecht zu werden.

IV AKTUALITÄT DURCH SYMBIOSE: Es wird untersucht, wie Webers Idealtypus trotz methodischer Kritik als ‚Maßstab‘ für die historische Erkenntnisgewinnung dienen kann, indem er mit anderen theoretischen Ansätzen verknüpft wird.

V RESÜMEE: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass eine einheitliche, starre Stadtdefinition zwar nicht möglich ist, der webersche Idealtypus jedoch weiterhin als wertvolles Instrument der historischen Analyse bestehen bleibt.

Schlüsselwörter

Stadtbegriff, Max Weber, okzidentale Stadt, Idealtypus, Stadtgeschichte, Typologie, Geschichtswissenschaft, Stadtentwicklung, historisches Instrument, Gemeindebildung, Wirtschaftsgeschichte, Sozialgeschichte, Stadtforschung, Stadtrecht, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Definition von Stadt in der Geschichtswissenschaft und analysiert den Nutzen von Max Webers Idealtypus der ‚okzidentalen Stadt‘.

Welche Themenfelder sind zentral?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffsgeschichte der Stadt, die Abgrenzung von Idealtypen sowie die methodischen Herausforderungen, historische Siedlungsformen adäquat zu kategorisieren.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu klären, ob Webers Typologie trotz ihrer Verallgemeinerung in der heutigen historischen Forschung noch als sinnvolles Werkzeug zur Einordnung und Analyse von Städten dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und einen komparativen Ansatz, um verschiedene theoretische Stadtkonzepte gegenüberzustellen und deren methodischen Mehrwert zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Webers Definitionen, stellt diese dynamischen Modellen (z.B. nach Haase und Blaschke) gegenüber und diskutiert die Möglichkeiten einer wechselseitigen methodischen Nutzung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Stadtbegriff, Idealtypus, okzidentale Stadt, historische Forschung, Typologie und Stadtentwicklung.

Was unterscheidet den weberschen Ansatz von anderen Modellen?

Weber verfolgt eine generalisierende, idealtypische Betrachtung zur Erfassung gesellschaftlicher Strukturen, während andere Ansätze stärker auf regionale Kontexte und zeitliche Periodisierung fokussieren.

Wie bewertet die Arbeit die Kritik an Weber?

Die Arbeit erkennt die Kritik an Webers Unvollständigkeit und seiner nicht-historischen Herangehensweise an, betont jedoch, dass gerade diese Offenheit den Idealtypus als analytisches Hilfsmittel nützlich macht.

Welche Rolle spielt die ‚okzidentale Stadt‘?

Sie fungiert als methodische ‚Nullmarke‘ oder Vergleichsmaßstab, an dem historische Abweichungen einzelner Städte gemessen und besser verstanden werden können.

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Details

Title
Der Stadtbegriff im Mittelalter. Über die Aktualität einer Typologie und den Begriff der 'okzidentalen Stadt' nach Max Weber
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,0
Author
Dipl.-Päd. Karsten Rohr (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V39908
ISBN (eBook)
9783638385619
Language
German
Tags
Begriff Begriffsgeschichte Stadt Mittelalter Aktualität Typologie Stadt Berücksichtigung Stadt Weber
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Päd. Karsten Rohr (Author), 2005, Der Stadtbegriff im Mittelalter. Über die Aktualität einer Typologie und den Begriff der 'okzidentalen Stadt' nach Max Weber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39908
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