In welchen der oben genannten Punkte hat die Philosophie des griechischen Philosophen, der vor über 2000 Jahren gelebt hat und gestorben ist, bis heute in der modernen Gesellschaft tatsächlich Anwendung gefunden und in welchen Punkten unterscheidet sie sich vom heutigen Leben - und warum?
Und wie ist das in unserer heutigen Gesellschaft? Sind wir wirklich so perfekt, wie wir zu glauben scheinen?
Dies sollen die Ausgangsfragen der folgenden Arbeit sein.
Beginnen werde ich mit der Staatsform, die Aristoteles′ Ausgangspunkt bildet: der Polis. Danach werde ich mich einem praktischen Aspekt der Verfassung zuwenden, der gleichzeitig auch die Basis für das "Gute Gelingen" der Verfassungstheorie und damit des Lebens in der Polis bildet und somit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Glückseligkeit darstellt - der Erziehung.
In den oben genannten Punkten werde ich versuchen, eine Verbindung zur Gegenwart herzustellen und aufzuzeigen, was sich verändert hat und was nicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Was bleibt?
2. Die Polis
2.1. Aus welchen Elementen besteht die Polis?
2.2. Was ist die Polis?
2.3. Vorraussetzungen für die beste Stadt
2.4. Unterschiede zwischen Polis und modernem Staat
2.5. Zusammenfassung
3. Verfassung
3.1. Das höchste Ziel des Staates und seine Verwirklichung bei Aristoteles
3.2. Ziele und Umsetzung heute
3.3. Zusammenfassung
4. Erziehung
4.1. Zusammenhang zwischen Staat und Erziehung
4.2. Die Bedeutung der Erziehung und ihre Durchführung
4.3. Erziehung heute
4.4. Zusammenfassung
5. Schluss
Was fehlt?
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die philosophischen Konzepte von Aristoteles – insbesondere aus seinen Werken „Politik“ und „Ethik“ – in der modernen Gesellschaft noch Anwendung finden und wo sich signifikante Unterschiede zur antiken Praxis zeigen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert auf die Diskrepanz zwischen dem aristotelischen Ziel der „Glückseligkeit“ und dem heutigen Staatsverständnis.
- Die Definition und die notwendigen Elemente der antiken Polis.
- Die Vergleichbarkeit von Stadtstaaten und modernen Nationalstaaten.
- Das höchste Ziel des Staates: Glückseligkeit vs. materielle Sicherung.
- Der Zusammenhang zwischen staatlicher Erziehung und tugendhaftem Verhalten.
- Die Transformation von Erziehungsidealen von der Antike bis heute.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung – Was ist geblieben?
Ich möchte über Aristoteles schreiben, weil mir sein Ansatz vom Streben nach dem Guten gefällt und entspricht. Seine Denkweise ist bestimmt und detailgenau, seine Argumentation strukturiert und logisch.
Außerdem ist er kein Idealist. Er greift nicht, wie so viele andere Philosophen, nach den Sternen, und verlangt Dinge, die der Normalsterbliche kaum erfüllen kann, sondern er strebt nach dem Bestmöglichen. Alles, was er sagt, ist wünschenswert, oder war es zumindest in seiner Zeit, und, was das Wichtigste ist: Es ist durchführbar. Das macht ihn zu einem Denker, dem jeder folgen kann, und der die Menschen direkt anspricht, da es sich lohnt, über seine Theorien nachzudenken.
Ich nehme an, dass Aristoteles ein sehr rechthaberischer Mann war, jemand, der sehr genau beobachten und vergleichen konnte, der sich Zeit für die Entwicklung einer Theorien nahm. Hatte er diese jedoch einmal gefasst, so war es vermutlich schwer, ihn wieder vom Gegenteil zu überzeugen.
Diese Haltung hat ihn in seinen Schriften alle möglichen Gegenargumente berücksichtigen und beantworten lassen, was es schwer macht, ihn anzugreifen. Und das führt mich zu meiner eigentlichen Frage: Es fällt auf, wie wenig er vergessen oder ausgelassen hat, wie logisch und detailgenau er seine Aussagen und Beobachtungen begründet, so dass man versucht ist, jedes Wort für die absolute Wahrheit zu halten.
Allerdings stellt sich, vor allem im Bereich der Politik, die Frage, warum nur sehr wenige von Aristoteles’ Empfehlungen tatsächlich bis in unsere Zeit hinein „überlebt“ haben und wirklich angewendet werden. Was ist also geworden aus seiner besten Verfassung? Woher kommt es, dass wir heute nicht in Stadtstaaten, sondern in kleinen bis riesigen Staaten leben, dass unsere Verfassungen sich so von Aristoteles’ Ideen unterscheiden, dass wir unsere Kinder so ganz anders erziehen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation dar, sich mit Aristoteles zu beschäftigen, und formuliert die Leitfrage nach der heutigen Relevanz seiner politischen Theorien.
2. Die Polis: Das Kapitel analysiert die Struktur der antiken Polis als natürliche Gemeinschaft und diskutiert die Unterschiede zu modernen Staaten hinsichtlich Größe und Autarkie.
3. Verfassung: Hier wird das höchste Ziel des Staates – die Glückseligkeit – untersucht und mit heutigen staatlichen Zielsetzungen wie Würde und Menschenrechten verglichen.
4. Erziehung: Dieses Kapitel erörtert die zentrale Rolle der Erziehung bei Aristoteles als Werkzeug zur Tugendhaftigkeit und vergleicht diese mit heutigen Bildungsansätzen.
5. Schluss: Der Schluss reflektiert die Ausgangsfrage und stellt fest, dass die Distanz zwischen Bürger und Staat heute größer ist und das aristotelische Ziel der Glückseligkeit oft durch abstraktere Werte ersetzt wurde.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Politik, Ethik, Polis, Glückseligkeit, Staat, Erziehung, Autarkie, Tugend, Gemeinwohl, Menschenrechte, Würde, Verfassung, Stadtstaat, Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die politische Philosophie von Aristoteles im Vergleich zu modernen gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Staatsform der Polis, der Zielsetzung des Staates, der Rolle der Erziehung und dem Vergleich antiker Idealvorstellungen mit der modernen Lebenswirklichkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es herauszufinden, inwiefern die aristotelischen Theorien heute noch Anwendung finden und warum sich die gesellschaftliche Praxis in wesentlichen Punkten von diesen Ideen unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der antike Quellentexte von Aristoteles mit modernen verfassungsrechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Beziehung gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Polis als Staatsform, die Bestimmung des höchsten Staatsziels und die staatlich gelenkte Erziehung zur Tugendhaftigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aristoteles, Polis, Glückseligkeit, Autarkie, Tugend und der moderne Vergleich hinsichtlich Würde und Menschenrechten.
Warum ist laut Aristoteles der Staat eine natürliche Notwendigkeit?
Der Mensch strebt von Natur aus nach Gemeinschaft; der Staat bildet die höchste, vollkommene Stufe dieser Entwicklung, um das vollkommene Leben zu erreichen.
Inwiefern unterscheidet sich die moderne Erziehung von der aristotelischen?
Aristoteles fokussierte auf eine spezifische Ausbildung für Bürger zur Tugend unter Ausschluss praktischer Arbeit, während die heutige Erziehung auf eine breite Allgemeinbildung für alle abzielt.
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- Davina Nweze (Author), 2002, Aristoteles' "Politik" und ihr Bezug zur Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3990