1. Einleitung
Der Ablauf dieser Hausarbeit stützt sich hauptsächlich auf das Vorlesungsskript von Professor H.-C. Steinhausen. Ich versuche einen Überblick über Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalters zu geben. Es ist jedoch nicht möglich, in diesem Umfang der Arbeit auf einzelne Themen näher einzugehen und es erfordert eine Auswahl von Schwerpunkten. Mein Interesse richtet sich schwerpunktmässig auf die Störungen im Kindesalter. Im ersten Teil und als einer der wichtigsten Punkte dieser Arbeit möchte ich die Begriffsbestimmungen von Dissozialität, Delinquenz und Verwahrlosung näher erläutern. Mit exakten Umschreibungen und Fallbeispielen sollen diese Begriffe klar gegeneinander abgegrenzt werden. Anschliessend werden die Begriffe „Verhaltensauffälligkeit“ und „Verhaltensstörungen“ definiert und diskutiert. Danach wird kurz auf die Klassifikation nach ICD-10 sowie auf die Differenzialdiagnose eingegangen. Der letzte Punkt der Störungen des Sozialverhaltens im Kindesalter bildet die Ätiologie und Epidemiologie. Im zweiten Teil dieser Hausarbeit sollen die Störungen im Jugendalter zusammenfassend erläutert werden. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf dem klinischen Teil und den Therapie - und Behandlungsmethoden. Ich versuche einen Einblick in die verschiedenen Interventionskonzepte zu geben. Dabei soll eine kombinierte Behandlung an einem Fallbeispiel genauer aufgezeigt werden. Zum Thema Störungen des Sozialverhaltens wird in einer Fülle von Büchern beschrieben. Diese Hausarbeit beschränkt sich auf eine Auswahl dieses grossen Themakomplexes.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1 Dissozialität
2.2 Delinquenz
2.3 Verwahrlosung
2.4 Verhaltensstörungen
3. Klassifikation gemäss ICD-10
4. Störungen des Sozialverhaltens im Kindesalter
4.1 Klinik: Differentialdiagnose und Komorbidität
4.2 Diagnostik
4.3 Ätiologie und Epidemiologie
5. Störungen des Sozialverhaltens im Jugendalter
5.1 Klinik
5.2 Diagnostik
6. Therapie
7. Schlusswort
8. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter, wobei der Fokus auf der begrifflichen Differenzierung, der klinischen Einordnung sowie therapeutischen Interventionskonzepten liegt.
- Grundlegende Definitionen von Dissozialität, Delinquenz und Verwahrlosung.
- Klassifizierung von Verhaltensstörungen nach ICD-10.
- Differentialdiagnostische und ätiologische Betrachtung im Kindesalter.
- Klinische Aspekte und Diagnostik bei Jugendlichen.
- Multidimensionale Therapieansätze und Fallbeispiele.
Auszug aus dem Buch
2.2 Delinquenz
„Ursprünglich ist der Begriff „Delinquenz“ juristischer bzw. kriminologischer Herkunft und bezieht sich auf dissoziale Handlungen, die von Kontrollinstanzen verfolgt werden“ (Zitat aus Steinhausen, 2000). Beispiele für delinquentes Verhalten sind Eigentumsdelikte, Diebstähle, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Drogenmissbrauch, Übertretung von Schulgesetzen usw. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Delinquenz nicht notwendigerweise eine psychiatrische Diagnose ist. Sie wird dies erst durch das Auffinden von psychopathologischen oder psychosozialen Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung des Delinquenten (Steinhausen, 2000).
Die „neurotische Delinquenz“ ist in der modernen Klassifikation noch nicht enthalten. Es ist ein Versuch delinquentes Verhalten als Ausdruck eines Bedürfnisses zu verstehen. Das Delikt wird zum Ausdruck für verdeckte Probleme z.B. der Suche nach Anerkennung und Bewunderung (vgl. Remschmidt, 1997).
Merkmale des delinquenten Verhaltens bei Kindern und vor allem bei Jugendlichen sind oft schon in der Kindheit erkennbar. Die Delinquenz steht häufig am Ende einer jahrelangen dissozialen Entwicklung. Der Begriff „Delinquenz“ darf aber keinesfalls mit „Kriminalität“ gleichgesetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Aufbau der Hausarbeit, definiert den Fokus auf das Kindesalter und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand des Vorlesungsskripts von Professor H.-C. Steinhausen.
2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel liefert Definitionen und Abgrenzungen der zentralen Begriffe Dissozialität, Delinquenz, Verwahrlosung sowie Verhaltensstörungen.
3. Klassifikation gemäss ICD-10: Hier werden die relevanten Kategorien (F91-F92) nach ICD-10 kurz zusammengefasst, um ein diagnostisches Grundgerüst für die weiteren Kapitel zu bieten.
4. Störungen des Sozialverhaltens im Kindesalter: Das Kapitel behandelt die klinische Differentialdiagnose, Komorbiditäten sowie Ätiologie und Epidemiologie bei Kindern.
5. Störungen des Sozialverhaltens im Jugendalter: Der Schwerpunkt liegt hier auf den klinischen Bildern, der psychiatrischen Diagnostik und der besonderen Rolle jugendspezifischer Delinquenz.
6. Therapie: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze wie medikamentöse Therapien, Verhaltenstherapie und soziale Interventionen, illustriert an einem Fallbeispiel.
7. Schlusswort: Die Autorin reflektiert den Arbeitsprozess und betont den Erkenntnisgewinn durch die theoretische Aufarbeitung und die ergänzenden Fallbeispiele.
8. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Skripte.
Schlüsselwörter
Sozialverhalten, Dissozialität, Delinquenz, Verwahrlosung, Verhaltensstörungen, ICD-10, Kindesalter, Jugendalter, Diagnostik, Ätiologie, Epidemiologie, Therapie, Komorbidität, Persönlichkeitsstörung, Interventionskonzepte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über psychische Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter und grenzt dabei relevante Begriffe voneinander ab.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Hausarbeit behandelt?
Die zentralen Themen sind Begriffsdefinitionen, diagnostische Einordnungen nach ICD-10, ätiologische Hintergründe sowie therapeutische Behandlungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Lesenden ein strukturiertes Lehrmaterial an die Hand zu geben, um ein Verständnis für die verschiedenen Ausprägungsformen von Sozialverhaltensstörungen zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf fachwissenschaftlicher Literatur und Vorlesungsskripten basiert und durch die Darstellung von Fallbeispielen ergänzt wird.
Welche Schwerpunkte setzt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil unterscheidet zwischen Kindes- und Jugendalter und fokussiert sich jeweils auf Klinik, Diagnostik sowie die zugrunde liegenden biopsychosozialen Ursachen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen neben der Störung des Sozialverhaltens auch die Begriffe Delinquenz, Dissozialität, Verwahrlosung und die multidimensionale Therapie.
Wie unterscheidet sich die Diagnostik bei Jugendlichen von der bei Kindern?
Bei Jugendlichen steht insbesondere die Exploration der Beweggründe für die Delinquenz sowie die testpsychologische Untersuchung unter Berücksichtigung forensischer Aspekte im Vordergrund.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Verhaltensauffälligkeit“ und „Verhaltensstörung“ eine wichtige Rolle?
Die Unterscheidung ist zentral, da „Verhaltensauffälligkeit“ als wertneutraler, aber oft zu unpräziser Begriff gilt, während „Verhaltensstörung“ das längerfristige Beeinträchtigen des Lebens der Betroffenen beschreibt.
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- Lic phil I Fränzi Meili (Author), 2002, Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39920