In dieser Hausarbeit befasse ich mich mit dem Arbeitsmarkt, wie er sich heute darstellt und werde im folgenden erläutern, wie aus Sicht der Neoklassik der Arbeitsmarkt aussehen sollte. Schnell wird klar, dass die neoklassische Sichtweise weit von der Realität entfernt ist und weder zu realisieren noch anzustreben ist. Auf den ersten Blick ist der Arbeitsmarkt ein Markt wie jeder andere auch. Ein Ort, an dem Angebot und Nachfrage zusammentreffen. Die Anbieter von Arbeit sind die arbeitsuchenden Menschen und die Unternehmen sind die Nachfrager. Bei näherer Betrachtung unterscheidet sich der Arbeitsmarkt jedoch in wesentlichen Punkten von Märkten wie zum Beispiel der Börse oder dem Markt für Schweinebäuche. Der Markt für Arbeit ist in Deutschland die Bundesagentur für Arbeit. Jedoch beschränkt sich die Funktion der Bundesagentur für Arbeit nicht auf die Konfrontation von nachgefragten Arbeitsleistungen mit den verfügbaren Angeboten. „Es werden vielmehr denen, die sich arbeitslos melden Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung angeboten. Diese kann nur erhalten, wer sich arbeitslos meldet. [...]
Inhaltsverzeichnis
Der Arbeitsmarkt
1. Einleitung
2. Definition
3. Zustandsbeschreibung
4. Der neoklassische Arbeitsmarkt
4.1. Arbeitsangebot der Haushalte
4.2. Die Arbeitsnachfrage der Unternehmen
4.3. Kurzfristige Arbeitsnachfrage
4.4.Zusammenhang von Arbeitsangebot und Nachfrage
4.5. Kritik am Neoklassischen Arbeitsmarkt
5. Politik (Hartz Gesetzte)
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den deutschen Arbeitsmarkt und setzt ihn in den Kontext der neoklassischen Theorie, um die Diskrepanz zwischen theoretischen Modellen und der wirtschaftlichen Realität aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern die neoklassischen Annahmen zur Lohnbildung und Beschäftigung in der Praxis Bestand haben und welche Auswirkungen politische Reformen wie die Hartz-Gesetze auf diese Struktur haben.
- Grundlagen und Definition des Arbeitsmarktes
- Neoklassische Modelle des Arbeitsangebots und der Arbeitsnachfrage
- Analyse des Arbeitsmarktgleichgewichts und der Kritikpunkte
- Politische Interventionen am Beispiel der Hartz-Gesetze
- Zukunftsperspektiven durch Innovation und Wirtschaftswachstum
Auszug aus dem Buch
4.5. Kritik am Neoklassischen Arbeitsmarkt
Vollbeschäftigung bedeutet, dass das gesamte Arbeitsangebot beim herrschenden Reallohnsatz auch einen Abnehmer findet und nicht, dass jeder der arbeiten kann und will, auch eine Arbeit hat. Arbeitslosigkeit ist ein Überschussangebot an Arbeit. Unfreiwillige Arbeitslosigkeit bedeutet als soziales Phänomen betrachtet, dass Arbeitnehmer erfolglos nach Stellen suchen. Sie sind auch bereit, unter einem unterhalb ihrer Produktivität liegenden Reallohnsatz zu arbeiten.
Als privates Phänomen definiert sich Arbeitslosigkeit wie folgt: Arbeitnehmer suchen erfolglos nach Stellen, für die sie in gleicher Weise wie die Stelleninhaber qualifiziert sind, wollen dafür aber auch den gleichen Lohn. Hier liegt die Kritik am neoklassischen Modell. Das Gleichgewicht zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage impliziert, dass jeder arbeitswillige, also jeder Arbeitsanbieter, auch einen Nachfrager findet. Somit ist unfreiwillige Arbeitslosigkeit ausgeschlossen. Wer zum herrschenden Reallohnsatz nicht arbeiten will, d. h. nicht bereit ist zu arbeiten, obwohl er arbeiten könnte, ist freiwillig arbeitslos.
Nach der neoklassischen Theorie können nur exogene Ursachen, die das normale funktionieren des Gleichgewichtmodells verhindern (zu hohe Reallöhne), für die Arbeitslosigkeit verantwortlich sein. Verursacht werden diese Funktionsstörungen durch institutionelle Regelungen der Gewerkschaften (Tariflöhne) oder des Staates (Mindestlöhne, Sozialgesetzgebung). Ebenfalls abgelehnt in der neoklassischen Lohnpolitik werden öffentliche Transfers (Arbeitslosenunterstützung, Sozialhilfe), denn sie verhindern einen funktionsfähigen Arbeitsmarkt. Der Arbeitslose wird keine Arbeit mit ähnlich niedriger Bezahlung annehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Differenz zwischen der heutigen Situation auf dem Arbeitsmarkt und den theoretischen Idealvorstellungen der Neoklassik.
2. Definition: Dieses Kapitel definiert den Arbeitsmarkt als komplexes System, das sich in wesentlichen Punkten von klassischen Warenmärkten unterscheidet.
3. Zustandsbeschreibung: Es wird der aktuelle Zustand des deutschen Arbeitsmarktes anhand von Statistiken und wirtschaftlichen Kennzahlen der Bundesagentur für Arbeit dargelegt.
4. Der neoklassische Arbeitsmarkt: Die grundlegenden theoretischen Annahmen der Neoklassik werden expliziert, wobei das Verhalten von Haushalten und Unternehmen zentral ist.
4.1. Arbeitsangebot der Haushalte: Hier wird erklärt, wie Haushalte mittels Budgetgeraden und Indifferenzkurven ihr optimales Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit bestimmen.
4.2. Die Arbeitsnachfrage der Unternehmen: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen kurzfristiger und langfristiger Arbeitsnachfrage in Abhängigkeit der Faktorenmenge.
4.3. Kurzfristige Arbeitsnachfrage: Die Herleitung der Arbeitsnachfrage erfolgt über Grenzkostenfunktionen und das Ziel des Gewinnmaximums der Unternehmen.
4.4.Zusammenhang von Arbeitsangebot und Nachfrage: Die Mechanismen der Preisanpassungsregel zur Erreichung eines Marktgleichgewichts werden erläutert.
4.5. Kritik am Neoklassischen Arbeitsmarkt: Das Kapitel reflektiert die Grenzen der Theorie, insbesondere hinsichtlich der Existenz unfreiwilliger Arbeitslosigkeit.
5. Politik (Hartz Gesetzte): Die Auswirkungen der Hartz-Reformen auf die Regulierung des Arbeitsmarktes und die Arbeitslosenhilfe werden kritisch hinterfragt.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass zukünftiges Wachstum primär durch innovative Produkte und nicht durch reine Kostensenkungsstrategien erreicht werden muss.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarkt, Neoklassik, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Reallohn, Vollbeschäftigung, Arbeitslosigkeit, Bundesagentur für Arbeit, Hartz-Gesetze, Haushalte, Unternehmen, Marktgleichgewicht, Wirtschaftswachstum, Tariflohn, Sozialgesetzgebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer theoretischen und realwirtschaftlichen Betrachtung des Arbeitsmarktes in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der neoklassischen Ökonomie.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Arbeitsmarktstrukturen, die neoklassische Theoriebildung zu Angebot und Nachfrage sowie die politische Umsetzung der Hartz-Reformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die neoklassische Sichtweise die reale Funktionsweise des Arbeitsmarktes nur begrenzt abbilden kann und daher für praktische politische Entscheidungen nicht vollständig taugt.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird eine theoretische Analyse verwendet, die ökonomische Modelle (wie die neoklassische Preistheorie) heranzieht und diese durch aktuelle arbeitsmarktstatistische Daten sowie kritische Literatur abgleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Herleitung des neoklassischen Modells für Haushalte und Unternehmen sowie eine fundierte Auseinandersetzung mit der Kritik an diesem Modell und den Folgen der Hartz-Reformen.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Reallohn, Arbeitslosigkeit, Arbeitsnachfrage, Haushaltstheorie und Marktgleichgewicht.
Wie unterscheidet sich der Arbeitsmarkt laut Autor von einem normalen Warenmarkt?
Der Autor argumentiert, dass Arbeit kein standardisiertes Gut ist, Mobilität eingeschränkt ist und der Preis oft durch Tariflöhne statt durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird.
Welche Bedenken äußert der Autor gegenüber den Hartz-Gesetzen?
Der Autor kritisiert, dass durch den Zwang zur Arbeitsaufnahme Qualifikationen von Arbeitnehmern zerstört werden könnten und die Effektivität der Reformen zur Senkung der Arbeitslosigkeit unter Experten umstritten bleibt.
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- Daniel Ziller (Author), 2005, Der neoklassische Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39941