Zu Beginn werden wir uns mit dem veränderten kindlichen Medienverhalten auseinandersetzen und die Priorität des Genres „Märchen“ hervorheben. Im weiteren Verlauf der Arbeit betrachten wir die Figur der Hexe im Märchen, in den Volkserzählungen und in der modernen Kinder– und Jugendliteratur. Die Auswertung zahlreicher Texte und Bilder von Kindern stellt den wesentlichen Teil der Arbeit dar. Dies erfolgt sowohl aus dem innerschulischen, als auch aus dem außerschulischen Kontext heraus. Ellen Kammler wird in diesem Zusammenhang die ersten und zweiten Jahrgangsstufen analysieren und Silvana Lehmann die dritten und vierten Klassen. Abschließend setzen wir uns mit den gewonnenen Ergebnissen auseinander beziehungsweise reflektieren darüber und geben einen Einblick auf Möglichkeiten der fächerverbindenden Umsetzung in der Schule.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort (Ellen Kammler und Silvana Lehmann)
1 Kapitel: Kindliches Medienverhalten und das Bild der Hexe in verschiedenen Kontexten (Ellen Kammler und Silvana Lehmann)
1.1 Veränderung kindlichen Medienverhaltens
1.2 Hexenbegriff und Volkserzählungen
1.3 Hexen in der Literatur
1.3.1 Hexen im Märchen
1.3.2 Hexen in der modernen Kinder- und Jugendliteratur
2 Kapitel: Die Hexenfigur im Unterrichtsgespräch und im außerschulischen Zusammenhang (Ellen Kammler und Silvana Lehmann)
2.1 Innerschulischer Kontext
2.1.1 Planung und Umsetzung
2.1.2 Vorwissen der Schüler
2.1.3 Bilderwahl
2.1.4 Auswertung der Kindertexte
2.1.4.1 Klassenstufen 1 und 2 (Ellen Kammler)
2.1.4.2 Klassenstufen 3 und 4 (Silvana Lehmann)
2.1.5 Auswertung der Kinderzeichnungen (Ellen Kammler)
2.2 Außerschulischer Kontext
2.2.1 Planung und Umsetzung
2.2.2 Vorwissen der Schüler
2.2.3 Bilderwahl
2.2.4 Auswertung der Kindertexte
2.2.4.1 Klassenstufen 1 und 2 (Ellen Kammler)
2.2.4.2 Klassenstufen 3 und 4 (Silvana Lehmann)
2.2.5 Vorstellung der gestalteten Hexen
Schlussbemerkung (Ellen Kammler und Silvana Lehmann)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das aktuelle Bild der Hexe in den Vorstellungen von Grundschulkindern sowie den Einfluss medialer Darstellungen auf diese Hexenbilder. Ziel ist es, auf Basis einer empirischen Erhebung in verschiedenen Schulklassen und einem außerschulischen Workshop Möglichkeiten für einen fächerverbindenden Unterricht aufzuzeigen, der den veränderten Medienumgang der Schüler berücksichtigt.
- Wandel des kindlichen Medienverhaltens und dessen Auswirkung auf das Märchenverständnis
- Vergleich der Hexenfigur in traditionellen Märchen und moderner Kinder- und Jugendliteratur
- Empirische Analyse von Kindertexten und -zeichnungen hinsichtlich Charaktereigenschaften und Erscheinungsbild von Hexen
- Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung und Darstellung von Hexen
- Reflexion über Möglichkeiten fächerverbindender Unterrichtsgestaltung im Bereich Deutsch/Sachunterricht
Auszug aus dem Buch
Hexenbegriff und Volkserzählungen
Das Wort „Hexe“ hat seine Herkunft von dem althochdeutschen Wort „hagzissa“. Es ist eine verdunkelte Zusammensetzung aus „hag“ und „tysja“. Das Bestimmungswort „hag“ steht für Hecke oder Zaun und ist bis heute nicht sicher gedeutet. „tysja“ als Grundwort könnte mit dem norwegischen - mundartlichen Wort in Verbindung gebracht werden und in der Übersetzung bedeutet es sinngemäß zerzauste oder verkrüppelte Frau. Die Hexe ist also eine Person, die sich auf Zäunen aufhält. Sie wird als Zaunelfe bezeichnet und stellt ein dämonisches Wesen dar. Dies wird in altisländischen Sprachen bestätigt, „tunrida“ ist dort die Zaunreiterin. Das Wort hat eine symbolische Bedeutung. Früher sind die Menschen davon ausgegangen, dass die Hexe sowohl mit der geordneten und behüteten Welt in Verbindung steht, als auch mit dem Reich der Dämonen und Geister. Sie lebt im Grenzbereich der Welten. ( vgl. BORRMANN 2000)
Hexen bewirken ein breites Spektrum in der Vorstellung der Menschen. Es reicht von der Verfolgung unschuldiger Personen über die Märchen bis hin zur modernen Umsetzung der Gestalt. Zudem gibt es zur „Hexe“ mehrere Einteilungskriterien. Es können Kräuterhexen, Märchenhexen und Hexen in der Literatur, Hexen im Volksglauben, Karnevalshexen, „die neuen Hexen“ (eine moderne Frauenbewegung) oder die Hexenverfolgungen in Europa gemeint sein. Wir beschränken uns in unseren Ausführungen auf die Hexe in der Literatur, die Hexenverfolgung in Thüringen und in Volkszählungen. Auch im Thüringer Raum wurden Frauen der Hexerei beschuldigt. Es war eines der grausamsten „Massenmorde“ der Frühen Neuzeit. Im Anhang geben wir einen Einblick zur Hexenverfolgung in Thüringen. Zudem befinden sich in den Schlussbemerkungen Anregungen zur Umsetzung des Themas. „In allen Kulturen finden sich Märchen von Frauengestalten mit zauberischen Fähigkeiten.“ (Enzyklopädie des Märchens 1998/1990:963)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Kapitel: Kindliches Medienverhalten und das Bild der Hexe in verschiedenen Kontexten (Ellen Kammler und Silvana Lehmann): Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel des Medienverhaltens bei Kindern und ordnet die Figur der Hexe historisch sowie literarisch in Märchen und modernen Erzählungen ein.
2 Kapitel: Die Hexenfigur im Unterrichtsgespräch und im außerschulischen Zusammenhang (Ellen Kammler und Silvana Lehmann): Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der praktischen Erhebung mit Grundschulkindern, analysiert deren Texte und Zeichnungen zu Hexen und beleuchtet sowohl den schulischen als auch den außerschulischen Kontext.
Schlüsselwörter
Hexe, Märchen, Medienverhalten, Grundschule, Hexenverfolgung, Kindertexte, Kinderzeichnungen, Volksmärchen, Literaturpädagogik, geschlechtsspezifische Unterschiede, Baba Jaga, fächerverbindender Unterricht, Lesemotivation, moderne Kinderliteratur, Identifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, welche Vorstellungen Grundschulkinder heute von Hexen haben und wie diese durch moderne Medien und das traditionelle Märchen geprägt sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen das kindliche Medienverhalten, die literarische Darstellung von Hexen, die Auswertung von Kindertexten und -zeichnungen sowie die historische Hexenverfolgung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, wie sich das Bild der Hexe in den Köpfen der Kinder gewandelt hat und welche Konsequenzen dies für die Unterrichtsplanung in der Grundschule hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine empirische Untersuchung in verschiedenen Grundschulklassen sowie im Rahmen eines außerschulischen Lese-Medien-Festes durchgeführt, basierend auf Gesprächskreisen, freien Texten und bildnerischen Gestaltungsaufgaben der Kinder.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Hexenbildes und eine umfangreiche Auswertung der Kinderergebnisse hinsichtlich der Namensgebung, des Aussehens, der Eigenschaften, des Wohnortes und der Tätigkeiten der Hexen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Medienpräsenz, Geschlechtsspezifik, kindliche Identifikation, märchenhafte vs. moderne Hexengestalten und fächerverbindende Didaktik.
Welchen Einfluss haben moderne Medien auf das Hexenbild der Kinder?
Die Studie zeigt, dass Kinder moderne Medien wie "Bibi Blocksberg" oder "Die kleine Hexe" stark nutzen, um ihre Vorstellungen zu bilden, was sich in einer Tendenz zu "guten", jungen und hübschen Hexen besonders bei Mädchen niederschlägt.
Warum interessieren sich Jungen und Mädchen unterschiedlich für das Thema?
Während Mädchen eher moderne, positive Hexenfiguren bevorzugen, orientieren sich Jungen in dieser Studie häufiger an traditionalen, eher gruseligen oder destruktiven Aspekten der Hexenfigur.
- Quote paper
- Silvana Lehmann (Author), Ellen Kammler (Author), 2004, Kindheit und medialer Wandel: Hexenbilder, Hexenvorstellung von Grundschülern als Voraussetzung für fächerverbindenden Unterricht in den Klassenstufen 3 und 4, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39979