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Musik als Träger rechtsextremistischer Inhalte - Schwerpunkt: Rechtsrock

Title:  Musik als Träger rechtsextremistischer Inhalte - Schwerpunkt: Rechtsrock

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Spätestens seit der Infiltrierung rechtsextremer und rechtsoffener Skinheads von Seiten der NPD1 und nicht zuletzt durch deren Parteivorsitzenden Udo Voigt, verließ der Rechtsrock sein Schattendasein in den Hinterhöfen der Bundesrepublik Deutschland und avancierte zu einer der wichtigsten politischen Sprachrohre der extremen Rechten. Wurden die Anschläge in Lichtenhagen und Solingen Anfang der Neunziger noch von politisch unorganisierten Gruppen rechtsextremen Skinheads verübt, so sind seit Mitte der Neunziger Jahre Skinheads ein fester Bestandteil in der politischen Arbeit und bilden die militante Speerspitze der Neuen Deutschen Rechtsextremen.

Inwiefern Rechtsrock, Musik mit rassistischen, antisemitischen und neonazistischen Inhalten, dessen Protagonisten sowie der Konzertkult ideologisierendes und politisches Mittel sein können und warum inhaltlich gemäßigter Rechtsrock als Ausläufer der „Nationalen Idee“ in den Kinderzimmern des deutschen Mittelstands salonfähig geworden ist, soll in dieser Seminararbeit erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

MUSIK ALS TRÄGER RECHTSEXTREMISTISCHER INHALTE SCHWERPUNKT: RECHTSROCK

1 POPKULTUR UND RECHTSEXTREMISMUS

1.1 Skinheads und Punks in den späten Sechzigern

1.2 Politisierung innerhalb der Skinheadszene

1.3 Parteiliche Infiltrierung

1.4 Rechtsrock in West-Deutschland

2 ZWISCHEN PATRIOTISMUS UND GEISTIGEM BRANDSTIFTEN RHETORIK UND SYMBOLIK RECHTSEXTREMER MUSIK

2.1 Die Böhsen Onkelz – Rechte Revolution im Kinderzimmer?

2.2 Oi! – „Nicht Rechts, Patriotisch!“

2.3 Rechtsrock und der Umgang mit der BPJS

2.4 RAC und der unsichtbare Feind

2.5 Kultbands und Märtyrer

3 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Rolle von Musik als politisches und ideologisches Instrument des Rechtsextremismus, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung, den Inhalten und der strategischen Nutzung des Genres Rechtsrock liegt. Dabei wird analysiert, wie diese Musik als Sprachrohr dient, um sowohl die Radikalisierung innerhalb der Szene voranzutreiben als auch durch inhaltliche Anpassungen Anschlussfähigkeit im gesellschaftlichen Mainstream zu gewinnen.

  • Die historische Entwicklung der Skinhead-Kultur und ihre anschließende Politisierung
  • Strategische Infiltrierung von Jugend- und Subkulturen durch rechtsextreme Parteien
  • Die rhetorische Gestaltung und Symbolik rechtsextremer Liedtexte
  • Untersuchung der Rolle von Kultbands bei der Vermittlung ideologischer Inhalte
  • Die Bedeutung von Konzerten als Instrument der Massenstimulation und Rekrutierung

Auszug aus dem Buch

Die Böhsen Onkelz – Rechte Revolution im Kinderzimmer?

Einen Einstieg in den Rechtsrock ebnen die aktuellen Stücke letzterer genannten Band nur bedingt - geht es vielen, zumeist 14- bis 20-Jährigen eher um die dumpfen Gitarrenriffs und die harte Sprache der Band. Dennoch handeln die neueren Texte der Böhsen Onkelz von einer, für die Skinszene so typischen, martialischen Lebensauffassung und sind durchzogen von einem kleinbürgerlichen Kneipen-Sexismus. Nach einer konkreten politischen Positionierung sucht man bei den gealterten Böhsen Onkelz vergebens, verstehen diese sich selbst als „überpolitisch“ (im Lied „Ohne Mich“ wird sich sowohl einer „linken“ als auch „rechten“ Positionierung verwehrt) und bemühen sich um eine Freidenker-Attitüde, die textuell zumeist in semi-künstlerische Metal - Balladen mündet.

Das Stück „Türken raus!“ kann durchaus als exemplarisch für extremen Rechtsrock gewertet werden: In schnell aufeinander folgenden, prägnanten Phrasen wird das jeweilige Feindbild der Szene benannt, in undifferenzierten, überladenen Klischees porträtiert (ähnlich dem von der NSDAP-Propaganda charakterisierten Judenbild) und anschließend vor eine radikale und zumeist gewalttätige Konsequenz gestellt. Die Einfachheit und Plakativität des Textes lässt sich zum einen auf eine angestrebte Volksnähe (im Sinne einer leicht eingängigen „BILD-Zeitungs-Rhetorik“), aber auch auf das stark begrenzte Artikulationsvermögen der Bandmitglieder zurückführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 POPKULTUR UND RECHTSEXTREMISMUS: Dieses Kapitel zeichnet die Ursprünge der Skinhead-Kultur nach und analysiert deren sukzessive Politisierung sowie die gezielte Infiltrierung durch rechtsextreme Parteien wie die NPD.

2 ZWISCHEN PATRIOTISMUS UND GEISTIGEM BRANDSTIFTEN RHETORIK UND SYMBOLIK RECHTSEXTREMER MUSIK: Im Hauptteil werden die inhaltlichen Strategien, rhetorischen Mittel und die Symbolik verschiedener Rechtsrock-Bands untersucht, wobei der Fokus auf der Verschleierung extremistischer Inhalte zur Vermeidung von Indizierungen und der Wirkung auf die Hörerschaft liegt.

3 SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst die Bedeutung von Musik als Medium der extremen Rechten zusammen und betont die Notwendigkeit, über die bloße Analyse von Liedtexten hinauszugehen und die strategischen Bemühungen der Szene zur Erlangung öffentlicher Präsenz stärker zu beobachten.

Schlüsselwörter

Rechtsrock, Rechtsextremismus, Skinheads, NPD, Politische Rhetorik, Subkultur, Indizierung, Nationalsozialismus, Fremdenfeindlichkeit, Massenstimulation, Kameradschaft, Radikalisierung, Ideologie, Musik, Propaganda

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion von Rechtsrock als Träger und Verbreiter rechtsextremistischer Ideologien sowie dessen Rolle bei der Rekrutierung und Mobilisierung in der Szene.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Politisierung der Skinhead-Szene, die parteipolitische Infiltrierung durch die NPD, die rhetorische Gestaltung der Liedtexte und die strategische Nutzung des Musikmarktes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll erörtert werden, inwiefern Rechtsrock als ideologisierendes Mittel fungiert und warum inhaltlich gemäßigter Rechtsrock in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen an Anschlussfähigkeit gewonnen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medien- und inhaltsanalytische Untersuchung, die Liedtexte und szenestrategische Entwicklungen im Kontext politischer Rhetorik betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Vorgehensweise verschiedener Bands – von „unpolitischen“ Gruppen bis hin zu offen neonazistischen Formationen – und wie diese durch gezielte Rhetorik Feindbilder konstruieren und Indizierungsversuche umgehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Rechtsrock, Rechtsextremismus, Politische Rhetorik, Indizierung, Propaganda und Subkultur charakterisieren.

Wie gehen Rechtsrock-Bands mit der Gefahr einer Indizierung um?

Bands nutzen häufig eine „textliche Zweigleisigkeit“, bei der explizite NS-Inhalte verschleiert oder als „humoristisch“ getarnt werden, um Verboten durch die Bundesprüfstelle zu entgehen.

Warum ist laut Autor die „Emotionalität“ für den Rechtsrock so wichtig?

Der Autor argumentiert, dass nicht die rationale Auseinandersetzung, sondern die Emotionalisierung durch Musik und das Gruppengefühl der „Kameradschaft“ das schlagkräftigste Argument für die Massenwirkung des Rechtsrocks darstellt.

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Details

Title
Musik als Träger rechtsextremistischer Inhalte - Schwerpunkt: Rechtsrock
College
RWTH Aachen University  (Germanistisches Institut)
Course
Politische Rhetorik
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V39994
ISBN (eBook)
9783638386265
Language
German
Tags
Musik Träger Inhalte Schwerpunkt Rechtsrock Politische Rhetorik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, Musik als Träger rechtsextremistischer Inhalte - Schwerpunkt: Rechtsrock, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39994
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