Die Frage nach der Legalisierung von Cannabis ist ein viel diskutiertes Thema. Die Befürworter einer Legalisierung weisen auf die kaum vorhandene Toxizität und das sehr geringe Suchtpotential dieses Stoffes hin. Ferner sei es von medizinischem Nutzen und so könne nicht eingesehen werden, warum Tabak und Alkohol legal gehandelt und besessen werden dürfen, Cannabisprodukte, obgleich viel weniger schädlich, aber verboten bleiben. Die Gegner einer Cannabislegalisierung weisen hingegen auf die schädlichen Eigenschaften dieses Stoffes hin. Cannabis sei außerdem kulturfremd, führe an härtere Drogen heran und es besäße ein größeres Suchtpotential, als die Befürworter dies glauben machen wollen.
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In einem ei nleitenden Kapitel sollen zentrale Begriffe dieser Arbeit besprochen werden. Anschließend wird auf drei exemplarische Drogen bzw. Drogengruppen, Tabak, Alkohol und Opiate und Opioide eingegangen. In diesem Kapitel werden die Drogen kulturgeschichtlich betrachtet, seit wann sind sie be kannt und werden genutzt, um was für Substanzen handelt es sich hierbei und welche Bedeutung haben sie . Hier soll verdeutlicht werden, wie mit verschiedenen Substanzen regional und zeitlich unterschiedlich umgegangen wurde. Jede der drei oben genannten Stoffgruppen unterlag bereits staatlicher Verbote. Die Geschichte der Alkohol- und Tabakverbote sollen dabei als Möglichkeit dienen aktuelle Prohibitionen auf ihre Wirkungen zu prüfen. Im nächsten Schritt sollen die die Auswirkungen auf den Drogenkonsumenten aufzeigt werden, die eine Drogenprohibition nach sich zieht. Die möglichen Konsequenzen eines Drogenverbots möchte ich in erster Linie an Heroinkonsumenten ausmachen. Diese scheinen es mir zu sein, an denen man die destruktive Wirkung der Drogen und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit und den Lebensstil der Konsumenten am stärksten erkennt. Einschränkend ist jedoch zu bemerken, dass die Ergebnisse nicht in jedem Fall auch für Konsumenten anderer Drogen gelten können. In einem Resümee werden die Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffsdefinitionen
1.1 Droge
1.2 Sucht und Abhängigkeit
2. Die Geschichte der Drogen und ihrer Illegalisierung
2.1 Opiate und Opioide
2.2 Alkohol
2.3 Tabak
3. Die Auswirkungen einer Drogenprohibition auf die Konsumenten
3.1 Die Wirksamkeit der Abschreckung
3.2 Beschaffungskriminalität
3.3 Zunahme der Konsumenten
3.4 Gesundheitsgefährdung
3.5 Soziale Konsequenzen
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Auswirkungen der Drogenillegalisierung auf Konsumenten unter Berücksichtigung historischer Beispiele, um die These zu prüfen, ob das Drogenverbot selbst eine Hauptursache für negative Folgen des Konsums darstellt.
- Historische Betrachtung von Drogenverboten und deren Effektivität
- Analyse der Auswirkungen staatlicher Prohibition auf das Konsumverhalten
- Zusammenhang zwischen Drogenillegalisierung und Beschaffungskriminalität
- Gesundheitliche Folgen der Prohibition für Heroinkonsumenten
- Soziale Stigmatisierung und Ausgrenzungsprozesse
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Wirksamkeit der Abschreckung
Mit Scheerer stimme ich überein, dass die hohe Zahl der Heroinkonsumenten und der Konsumenten anderer illegaler Drogen nicht die Wirkungslosigkeit der Drogenpolitik der BRD bedeutet. Es lässt sich kaum eine Aussage treffen, wie es um die Verbreitung illegaler Drogen stünde, wären diese nicht durch Staat und Gesellschaft weitestgehend geächtet.
Der Staat versucht die Abhängigen durch Therapie aus der Abhängigkeit und aus der Szene zu lösen. Gefährdete sollen durch Aufklärung, aber auch durch Abschreckung, Androhung strafrechtlicher Verfolgung und hoher Strafen vor dem Schritt in die Szene bewahrt werden. Zusätzlich soll die Szene durch den Einsatz von V-Leuten und der so genannten Kronzeugenregelung des § 31 BtMG verunsichert werden.
Die Qualität dieser Kontrollbemühungen hat man aber meiner Meinung nach überschätzt. So berichtet Scheerer zwar über eine Verunsicherung der Szene in den 80er Jahren, das Wachsen der Heroinszene oder die Zunahme der Nutzer anderer illegaler Drogen konnte aber nicht verhindert werden.
Durch die Ächtung illegaler Drogen wurde die Drogenszene gegenüber der Hauptkultur verstärkt isoliert und ihre Attraktivität für potentielle Interessenten an der Heroinszene als einem alternativen Lebensstil erheblich reduziert. Die Verfolgung der Szenemitglieder und deren Lebensweise mit Beschaffungskriminalität und Prostitution, ihrer Krankheitsanfälligkeit und extremen Stigmatisierung lässt die Szene an Reiz verlieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Drogenproblematik und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen einer Drogenillegalisierung.
1. Begriffsdefinitionen: Klärung der zentralen Fachbegriffe Droge, Sucht und Abhängigkeit zur wissenschaftlichen Einordnung.
2. Die Geschichte der Drogen und ihrer Illegalisierung: Kulturgeschichtliche Betrachtung von Opiaten, Alkohol und Tabak sowie deren historischer Umgang mit staatlichen Verboten.
3. Die Auswirkungen einer Drogenprohibition auf die Konsumenten: Analyse der Folgen des Drogenverbots auf Kriminalität, Konsumzahlen, Gesundheit und soziale Stigmatisierung der Konsumenten.
4. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über die Berechtigung aktueller Drogenprohibitionen.
Schlüsselwörter
Drogenpolitik, Prohibition, Illegalisierung, Heroin, Beschaffungskriminalität, Sucht, Abhängigkeit, Stigmatisierung, Konsumverhalten, Betäubungsmittelgesetz, Gesundheitsschädigung, Prävention, Drogenszene, gesellschaftliche Ausgrenzung, Legalisierungsdebatte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Folgen der staatlichen Illegalisierung von Drogen für die Konsumenten und hinterfragt kritisch, ob Verbote die negativen Konsequenzen des Drogengebrauchs eher verschärfen als mindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung von Drogenverboten, der Analyse von Beschaffungskriminalität, gesundheitlichen Risiken durch Streckmittel und der sozialen Stigmatisierung von Konsumenten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Überprüfung der These, dass das Drogenverbot selbst eine Hauptursache für die negativen Lebensbedingungen und gesundheitlichen Gefahren abhängiger Konsumenten darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und der Auswertung bestehender Literatur, historischer Beispiele sowie statistischer Drogenberichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Auswirkungen der Prohibition: Die Wirksamkeit der staatlichen Abschreckung, die Entstehung von Beschaffungskriminalität, die Dynamik der Konsumentenzahlen sowie gesundheitliche und soziale Konsequenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Drogenpolitik, Prohibition, Beschaffungskriminalität, Stigmatisierung, Abhängigkeit und BtMG sind die prägenden Begriffe der wissenschaftlichen Untersuchung.
Warum führt die Illegalisierung laut der Arbeit oft zu gesundheitlichen Schäden?
Durch die Illegalisierung fehlt staatliche Kontrolle, was zu Streckungen von Drogen (z.B. Heroin) führt; zudem zwingen die hohen Preise Konsumenten in prekäre Lebensumstände, die Hygiene und Ernährung vernachlässigen.
Wie bewertet der Autor den Zusammenhang zwischen Prohibition und Kriminalität?
Der Autor argumentiert, dass die hohen Preise illegaler Drogen die sekundäre Beschaffungskriminalität fördern, weist jedoch darauf hin, dass Kriminalität bei bestimmten Szenegruppen auch unabhängig vom Drogenkonsum vorliegen kann.
- Quote paper
- Andreas Becker (Author), 2005, Die Auswirkung der Drogenillegalisierung auf die Konsumenten unter Einbeziehung historischer Drogenprohibitionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40023