„Im Mittelpunkt einer Markt- und Standortanalyse von Immobilien steht immer der Standort selbst, an den diese zwangsläufig gebunden ist.“ 1 Umfeldbedingungen und Marktgegebenheiten machen aus einem Standort eine Lage und nehmen erheblichen Einfl uss auf eine geplante oder bereits vorhandene Nutzerstruktur.
Zukunftsszenarien der Immobilienwirtschaft erwarten eine Renaissance der Innenstäd- te. Das bedeutet, dass die innerstädtischen Lagen mehr und mehr an Bedeutung ge- winnen werden. 2
Um dieser Renai ssance der Innenstädte auch entsprechend Rechnung zu tragen, liegt es im Aufgabenbereich der Hauseigentümer, die Gebäude in einem attraktiven und an- sprechenden Zustand zu erhalten bzw. diesen wieder herzurichten. Auch das Mieter- klientel spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle.
Insofern hat auch das Thema Marketing für Städte und Regionen in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Weltweit konkurrieren die Städte aus Sicht diverser Zielgruppen beispielsweise als Lebensraum, Wirtschaftsstandort, Einkaufs- und Kultur- stadt, sowie als Erholungsraum. Die Ursache für diese Entwicklung liegt in den starken Veränderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einem Eu- ropa des Umbruches. 3 Durch die Öffnung Mittel - und Osteuropas hat der Wettbewerb der Städte eine neue i nternationale Dimension erhalten, die auch neue Anforderungen an die Standorte richtet. Die Fähigkeit zur Innovation im globalen Wettbewerb der Großstadtregionen wird zu einem entscheidenden Faktor. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Business Improvement District
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Historische Entwicklung
1.3 Ziele und Maßnahmen
1.4 Aufbau und Struktur / Organisation
1.4.1 Ausgangssituation
1.4.2 Entwicklung
1.4.3 Administrative Struktur
1.5 Umsetzungsphasen
1.6 Finanzierung
1.7 Aufgaben und Funktionen
1.8 Nutzen
1.9 Pro & Contra
2 Abgaben- und organisationsrechtliche Bedingungen für eine Umsetzung in Deutschland
3 Diskussion von Umsetzungsbeispielen in Deutschland
3.1 Vergleich der Leitbilder Hamburg und Köln
3.2 Hamburg ‚Neuer Wall’
3.3 Köln ‚Ehrenstraße’
3.4 Zielsetzungen und Maßnahmen
3.4.1 Hamburg ‚Neuer Wall’
3.4.2 Köln ‚Ehrenstraße’
3.4.3 Zwischenfazit
3.5 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.5.1 Hamburg ‚Neuer Wall’
3.5.2 Köln ‚Ehrenstraße’
3.5.3 Zwischenfazit
3.6 Städtebauliche Rahmenbedingungen
3.6.1 Hamburg ‚Neuer Wall’
3.6.2 Köln ‚Ehrenstraße’
3.6.3 Zwischenfazit
3.7 Finanzierungsmöglichkeiten
3.7.1 Hamburg ‚Neuer Wall’
3.7.2 Köln ‚Ehrenstraße’
3.7.3 Zwischenfazit
3.8 BID vs. Interessengemeinschaft
3.8.1 Hamburg ‚Neuer Wall’
3.8.2 Köln ‚Ehrenstraße’
4 Resümee
5 Anhang
5.1 Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels- und Dienstleistungszentren
5.2 Begründung
5.3 Planunterlagen aus der Wettbewerbsphase
5.4 Research Hamburg
5.5 Research Köln
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von "Business Improvement Districts" (BIDs) zur Revitalisierung und Stärkung innerstädtischer Geschäftsbereiche in Deutschland. Dabei wird analysiert, ob das amerikanische Modell der eigeninitiierten Quartiersaufwertung mittels zweckgebundener Zwangsabgaben auf deutsche Verhältnisse übertragen werden kann, wobei die Fallbeispiele Hamburg "Neuer Wall" und Köln "Ehrenstraße" als Diskussionsgrundlage dienen.
- Grundlagen und Entstehung von Business Improvement Districts (BIDs)
- Abgaben- und organisationsrechtliche Herausforderungen bei einer Umsetzung in Deutschland
- Vergleichende Analyse der Standorte Hamburg ("Neuer Wall") und Köln ("Ehrenstraße")
- Entwicklungspotenziale und Zukunftsfähigkeit von BIDs im deutschen Kontext
Auszug aus dem Buch
1.1 Begriffsbestimmung
Ein BID ist ein räumlich begrenzter, meist innerstädtischer Bereich, in dem sich Grundeigentümer und Gewerbetreibende zusammenschließen, um Maßnahmen zur Verbesserung ihres Umfeldes durchzuführen. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt dabei über eine Zwangsabgabe, die in der Regel von der Gemeinde zusammen mit der Grundsteuer eingezogen und dem BID zur Verfügung gestellt wird.
So sehr BIDs auch in Größe, Handlungsspielraum und Einflussnahme variieren, gibt es dennoch in Bezug auf ihre Entstehung und ihre Funktionsweise grundlegende gemeinsame Mechanismen.
Typische Voraussetzung für die Gründung eines BID ist, dass eine traditionelle Einkaufsstraße mit unterschiedlichen, meist kleineren Ladengeschäften und einer stark fragmentierten Eigentümerstruktur auf Grund der Konkurrenz zu einem professionell gemanagten Einkaufszentrum oder einer Einkaufsstraße mit sinkenden Kundenfrequenzen, Leerständen und zunehmendem Imageverlust zu kämpfen hat. Da erkennbar ist, dass der Standort und der geschäftliche Erfolg der einzelnen Läden nur durch eine gemeinsame Anstrengung gesichert werden können, geht die Initiative zur Gründung eines BIDs meist von den Ladeninhabern aus und wird meist erst in einem zweiten Schritt von einem Teil der Grundstückseigentümer mit getragen. Die Größe des BIDs und die genaue Gebietsabgrenzung fallen dabei sehr unterschiedlich aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Business Improvement District: Dieses Kapitel erläutert die Definition, Geschichte und Funktionsweise von BIDs sowie deren Aufgabenbereiche und Finanzierungsmodelle.
2 Abgaben- und organisationsrechtliche Bedingungen für eine Umsetzung in Deutschland: Es wird untersucht, welche rechtlichen Instrumente in Deutschland notwendig sind, um das BID-Modell, insbesondere die hoheitliche Erhebung einer Zwangsabgabe, realisieren zu können.
3 Diskussion von Umsetzungsbeispielen in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert anhand der Fallbeispiele Hamburg "Neuer Wall" und Köln "Ehrenstraße" die Anwendbarkeit des BID-Modells auf konkrete deutsche Innenstadtlagen.
4 Resümee: Hier wird die Eignung von BIDs als städtebauliches Instrument zur Revitalisierung von Innenstädten zusammenfassend beurteilt und ein Ausblick auf die notwendigen Rahmenbedingungen gegeben.
Schlüsselwörter
Business Improvement District, BID, Stadtmarketing, Innenstadtentwicklung, Quartiersaufwertung, Zwangsabgabe, Grundeigentümer, Standortmarketing, Public-Private-Partnership, Neuer Wall, Ehrenstraße, Revitalisierung, Einzelhandel, Standortqualität, Immobilienwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept des Business Improvement District (BID) als Instrument zur Aufwertung innerstädtischer Geschäftsquartiere.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Einführung von BIDs in Deutschland sowie deren organisatorische Struktur und Finanzierungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu prüfen, ob sich das US-amerikanische BID-Modell erfolgreich in deutschen Städten implementieren lässt, um den Strukturwandel im Einzelhandel zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zu BIDs sowie eine vergleichende Fallstudienanalyse der Standorte Hamburg "Neuer Wall" und Köln "Ehrenstraße".
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Definition und Geschichte von BIDs, die rechtlichen Voraussetzungen in Deutschland sowie den konkreten Vergleich der beiden Fallbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Business Improvement District, Stadtmarketing, Quartiersaufwertung und Innenstadtentwicklung.
Warum ist der "Neue Wall" in Hamburg ein besonderes Fallbeispiel?
Der "Neue Wall" gilt als Pilotprojekt, das bereits ein Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels- und Dienstleistungszentren nutzt, um Maßnahmen zur Aufwertung des Standortes professionell zu koordinieren.
Welche Herausforderungen zeigen sich bei der Kölner "Ehrenstraße"?
Die Ehrenstraße leidet unter einer stark fragmentierten Eigentümerstruktur und einer hohen "Trittbrettfahrer-Mentalität", die eine gemeinsame Finanzierung von Aufwertungsmaßnahmen auf freiwilliger Basis erschweren.
- Quote paper
- Anne Bartling (Author), 2005, BID Hamburg "Neuer Wall" verglichen mit den Perspektiven der Kölner "Ehrenstraße", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40065