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"Die Rolle der Engel, Apostel und Heiligen beim Jüngsten Gericht" - In ausgewählten Texten des Mittelalters (8. - 15. Jh)

Title: "Die Rolle der Engel, Apostel und Heiligen beim Jüngsten Gericht" - In ausgewählten Texten des Mittelalters (8. - 15. Jh)

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Doreen Oelmann (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Einleitung

Die verschiedenen eschatologischen Auffassungen, auch die „Lehre von den letzten Dingen“1 genannt, gehörten zu den festen Bestandteilen des Lebens, der jenseitsbezogenen Menschen im Mittelalter. So lebte man aufgrund der biblischen Überlieferung in dem Bewusstsein, dass Christus zum Jüngsten Gericht erscheinen wird, um alle Menschen nach ihren Taten zu richten, zu sich zu holen oder zu verwerfen. Aus diesem Grund beschäftigten sich auch viele Autoren, des religiös geprägten Mittelalters, mit diesem Thema und versuchten die Menschen zu bekehren. So wurden die biblischen Quellen bearbeitet und verbreitet.

Neben dem Richter, der die Hauptperson des Geschehens ist, nehmen jedoch auch andere Personen am Jüngsten Gericht, wie Engel, Apostel oder Heilige, teil, auf die der Schwerpunkt dieser Arbeit gelegt werden soll. Durch die Auswahl von mittelalterlichen Texten des 8. – 15. Jahrhunderts entsteht dabei ein Längsschnitt durch die Entwicklung der Darstellungen und der Bedeutung der Anwesenden beim Jüngsten Gericht.

2 Anwesenheit und Darstellung von Engeln, Aposteln und Heiligen beim Jüngsten Gericht

2.1 Engel

Engel sind bereits aus den Mythen des Altertums bekannt, in denen sie als Botschafter und Schutzgeister fungierten. Als mythologische Figur spielen sie jedoch auch in der biblischen Überlieferung eine große Rolle. So wird innerhalb der biblischen Überlieferung von Engeln berichtet, die in das Schicksal der Menschen eingreifen. Der Aufgabenbereich der Engel ist vielfältig. Sie sind beschrieben als überirdische Wesen, die als dienstbare Geister dem Herrn untertan sind und, obwohl sie mit großen Vollmachten ausgestattet sind, niemals eigenmächtig handeln. Als Boten Gottes überbringen sie u. a. Aufträge, Ermahnungen, Hilfeversprechen oder Strafandrohungen. Sie fungieren als Vermittler, Beschützer einzelner Personen oder eines ganzen Volkes. Ebenso können sie aber auch als Vernichtung bringende Engel in Erscheinung treten. Weiterhin spricht die Bibel von Engeln, die in keinen direkten Kontakt mit den Menschen stehen, sondern in ewigem Lobpreis um den Thron Gottes stehen.2


1 Vgl. „Eschatologie“, In: Jerusalemer Bibellexikon, Hrsg. Kurt Henning, Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart, 1998, S 223.

2 Vgl. Wenzel, Bettina: "Engel," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2004).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Anwesenheit und Darstellung von Engeln, Aposteln und Heiligen beim Jüngsten Gericht

2.1 Engel

2.1.1 Das Muspilli

2.1.2 Heliand

2.1.3 Otfrid von Weissenburg

2.1.4 Frau Ava

2.1.5 Das Hamburger Jüngste Gericht

2.1.6 Von dem jungsten tage

2.1.7 Von dem jungesten tage

2.1.8 Das Väterbuch

2.1.9 St. Galler Weltgericht

2.1.10 Fazit

2.2 Apostel

2.2.1 Frau Ava

2.2.2 Von dem jungsten tage

2.2.3 Von dem jungesten tage

2.2.4 Das Väterbuch

2.2.5 St. Galler Weltgericht

2.2.6 Fazit

2.3 Heilige

2.3.1 Frau Ava

2.3.1 Das Hamburger Jüngste Gericht

2.3.2 Von dem jungsten tage

2.3.3 Von dem jungesten tage

2.3.4 Das Väterbuch

2.3.5 St. Galler Weltgericht

2.3.6 Fazit

3 Vergleich der Aufgaben der Engel, Apostel und Heiligen beim Jüngsten Gericht

3.1 Das Motiv der Totenauferweckung

3.1.1 Die Verarbeitung des biblischen Motivs der Totenauferweckung zum Jüngsten Gericht

3.1.2 Die Besonderheit bei Frau Ava

3.1.3 Das Fehlen des traditionellen Erweckungsmotivs

3.2 Die Richter über die Guten und Bösen beim Jüngsten Gericht

3.3 Die Fürsprecher und Ankläger der Menschen

3.4 Das Bringen des Kreuzes und der Marterwerkzeuge Jesu

4 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Darstellung und Bedeutung von Engeln, Aposteln und Heiligen beim Jüngsten Gericht in mittelalterlichen Texten des 8. bis 15. Jahrhunderts. Ziel ist es, einen Längsschnitt durch die eschatologischen Auffassungen zu erstellen und aufzuzeigen, wie diese Figuren im Laufe der Zeit neue, aktive Aufgaben – etwa als Fürsprecher oder Überbringer der Marterwerkzeuge – übernahmen und wie sich das Bild des Jüngsten Gerichts dadurch vom transzendenten zum menschennäheren, weltlichen Gerichtsbild wandelte.

  • Wandel der Rolle von Engeln von transzendenten Boten zu ausführenden Kräften des Gerichts.
  • Die wachsende Bedeutung der Heiligen und Apostel als aktive Teilnehmer und Fürsprecher.
  • Der Einfluss von theologischen Strömungen und künstlerischen Darstellungen (z.B. Deesis) auf die Texte.
  • Vergleich der spezifischen Ausgestaltung biblischer Motive (z.B. Totenauferweckung, Seelenwaage) in verschiedenen mittelalterlichen Werken.
  • Die Entwicklung eines zunehmend „weltlichen“ Rechtsverständnisses innerhalb der eschatologischen Dichtung.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die Besonderheit bei Frau Avas „Das Jüngste Gericht“

Im Gegensatz zu den bereits analysierten Texten werden die Toten in Text A nicht von den Engeln, sondern von den „vier evangeliste“ (A 162) erweckt um am Jüngsten Gericht teilnehmen zu können. Diese Besonderheit erscheint im ersten Moment etwas ungewöhnlich und untersuchungswert.

Der Begriff des Evangelisten60 bezeichnete im Neuen Testament zunächst eine Person der christlichen Gemeinde, die die Apostel bei ihrer Missionsarbeit unterstützte.61 Später erst wurden die Autoren der Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, als Evangelisten bezeichnet62, so dass der Begriff zu einer literarischen Bestimmung wurde. Da in A die „vier evangeliste“ (A 162) betont werden, kann man davon ausgehen, dass es sich um die Verfasser der vier Evangelien handelt. Ein Blick in die Kunstgeschichte zeigt, dass die Evangelisten sowohl in Symbolen als auch figürlich dargestellt wurden und ebenfalls, wie in Text A, mit dem Jüngsten Gericht in Verbindung gebracht wurden. So sitzen sie z.B. auf dem Nischen-Sarkophag in Arles neben den gesetzgebenden Christus63. Außerdem werden den vier Evangelisten verschiedene Symbole zugeordnet. Matthäus wird als Mensch, Markus als Löwe, Johannes als Adler und Lukas als Ochse dargestellt. Diese Symbole werden wiederum in der Kunst, wie z.B. auf dem Tympanon über dem Südportal der Abteikirche St-Pierre64, mit dem Jüngsten Gericht in Verbindung gebracht, obwohl dies nicht in der biblischen Überlieferung bezeugt ist. Somit ist das Motiv der Evangelisten beim Jüngsten Gericht nicht eine einmalige Idee der Verfasserin. Die Berechtigung der Evangelisten eine entscheidende Rolle beim Jüngsten Gericht zu spielen, könnte sich u.a. von ihrer Arbeit ableiten. In ihren Evangelien kündigten sie das Jüngste Gericht an und beschrieben dessen Verlauf. Sie haben somit die Menschen darüber informiert was am Ende der Welt geschehen wird und wie sich die Menschen bis dahin verhalten sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die eschatologische Lehre des Mittelalters und Hinführung zur Fragestellung der Bedeutung beteiligter Nebenfiguren beim Jüngsten Gericht.

2 Anwesenheit und Darstellung von Engeln, Aposteln und Heiligen beim Jüngsten Gericht: Detaillierte Analyse der Rollen und Entwicklung dieser drei Figurengruppen in verschiedenen mittelalterlichen Quelltexten.

3 Vergleich der Aufgaben der Engel, Apostel und Heiligen beim Jüngsten Gericht: Thematischer Vergleich der Darstellung zentraler Motive wie der Totenauferweckung, der Richterfunktionen und der Rolle als Fürsprecher.

4 Zusammenfassung: Resümee der gewonnenen Erkenntnisse über den Wandel des eschatologischen Weltbildes vom 8. bis zum 15. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Jüngstes Gericht, Mittelalter, Eschatologie, Engel, Apostel, Heilige, Totenauferweckung, Fürsprecher, Seelenwaage, Marterwerkzeuge, biblische Überlieferung, mittelalterliche Literatur, Christus, Richter, Heiligenverehrung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung und die spezifischen Rollen, die Engeln, Aposteln und Heiligen in mittelalterlichen Texten über das Jüngste Gericht zugeschrieben werden.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der eschatologischen Vorstellung vom frühen bis zum späten Mittelalter, der Wandel des Christusbildes und die Professionalisierung der Gerichtsdarstellung nach weltlichem Vorbild.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Längsschnitt durch die mittelalterliche Literatur zu ziehen, um zu zeigen, wie sich die Bedeutung und die Aufgaben der himmlischen Akteure im Laufe der Jahrhunderte verändert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Textanalyse durchgeführt, bei der mittelalterliche Primärtexte (vom 8. bis 15. Jahrhundert) anhand ausgewählter Motive untersucht und in Bezug auf ihre Entstehungszeit sowie theologische Einflüsse interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der einzelnen Figurengruppen (Engel, Apostel, Heilige) und einen anschließenden thematischen Vergleich, der Motive wie die Totenauferweckung, das Richteramt und die Funktion als Ankläger oder Fürsprecher beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Jüngstes Gericht, Eschatologie, Heiligenverehrung, mittelalterliche Literatur und christliche Ikonographie beschreiben.

Warum spielt die Kunstgeschichte bei der Interpretation des Textes "St. Galler Weltgericht" eine so große Rolle?

Der Autor des "St. Galler Weltgerichts" orientiert sich stark an künstlerischen Darstellungen seiner Zeit, etwa der Seelenwaage des Erzengels Michael, was darauf hindeutet, dass ikonographische Vorbilder die literarische Ausgestaltung des Gerichtsgeschehens massiv beeinflussten.

Welche Bedeutung kommt der Einführung des Fürsprechers-Motivs zu?

Die Einführung von Fürsprechern spiegelt das zunehmende Bedürfnis der Menschen im Mittelalter wider, das Jüngste Gericht als ein verständlicheres, irdisch-rechtliches Verfahren zu begreifen, bei dem der Angeklagte durch Anwälte (Heilige/Engel) Schutz und Beistand vor einem strengen Richter erfahren konnte.

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Details

Title
"Die Rolle der Engel, Apostel und Heiligen beim Jüngsten Gericht" - In ausgewählten Texten des Mittelalters (8. - 15. Jh)
College
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Course
Eschatologische Konzepte B2
Grade
1,0
Author
Doreen Oelmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V40099
ISBN (eBook)
9783638386944
ISBN (Book)
9783640127450
Language
German
Tags
Rolle Engel Apostel Heiligen Jüngsten Gericht Texten Mittelalters Eschatologische Konzepte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doreen Oelmann (Author), 2004, "Die Rolle der Engel, Apostel und Heiligen beim Jüngsten Gericht" - In ausgewählten Texten des Mittelalters (8. - 15. Jh), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40099
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