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Die Ursachen der Angelsachsenmission Gregors I.

Titel: Die Ursachen der Angelsachsenmission Gregors I.

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 20 Seiten , Note: 1

Autor:in: Jens Kistenfeger (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll die Frage erörtert werden, welche Ursachen und Gründe die Angelsachsenmission Gregors I. hatte. Diese Thematik wurde aus zwei Gründen gewählt: Erstens ist mir keine Untersuchung bekannt, die sich dieser Problematik systematisch gestellt hätte. Es finden sich zwar in den von mir benutzten Arbeiten die verschiedensten Stellungnahmen zu diesem Thema, auf die auch in der vorliegenden Arbeit kritisch zurückgegriffen werden soll, aber dennoch befindet sich keine ausschließlich diesem Aspekt der Angelsachsenmission gewidmete Arbeit darunter. Diesem Mangel soll Abhilfe geschaffen werden. Zweitens sollen diese einzelnen Ursachenvorschläge auf ihre Plausibilität untersucht werden, um den geeignetsten Lösungsvorschlag anzunehmen und schließlich einen neuen Lösungsvorschlag zu unterbreiten, der sich – so wird es sich zumindest am Ende dieser Arbeit ergeben haben – auf die bereits vorhandenen und nicht in dieser Arbeit widerlegten Lösungsvorschläge stützen wird. Genauer gesagt beansprucht diese Arbeit nicht, einen neuen Vorschlag zu unterbreiten, sondern sie beansprucht, daß eine Synthese aus den als plausibel befundenen Vorschlägen die aussichtsreichste Erklärung für die Frage nach den Ursachen und Gründen der Angelsachsenmission Gregors darstellt. Eine wichtige Unterscheidung, die sich in der Literatur so nicht findet, aber dennoch zum Teil in den Darstellungen mitklingt, ist die zwischen Ursachen im engen Sinne (oder auch Teilursachen) und Anlässen für die Angelsachsenmission. Ich möchte diese kategoriale Unterscheidung einführen, da ich denke, daß es einen qualitativen Unterschied zwischen einer Episode gibt, die ein Ereignis (mehr oder weniger) auf einen Schlag auslösen kann und Bedingungen, welche die ausgelösten Handlungen überhaupt erst ermöglichen. In diesem Sinn ist der Inhalt des Anlasses austauschbar und nicht wirklich – unter dem Gesichtspunkt der kausalen Rolle für die Angelsachsenmission
– von großer Bedeutung. Damit soll nicht gesagt werden, die diversen Alternativen zu diesem Punkt sollten nicht diskutiert werden; worum es an dieser Stelle geht, ist das Unterscheidungskriterium für die Differenzierung zwischen Anlaß und Ursache. Und dieses Kriterium findet sich im Bereich des Psychologischen, oder einfacher formuliert: Was hat Gregor die Idee zur Angelsachsenmission eingegeben? [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Thema der Arbeit und einige Vorbemerkungen dazu

2. Die möglichen Anlässe der Angelsachsenmission

3. Die Ursachen der Angelsachsenmission

4. Synthese

5. Schlußbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch die Ursachen und Beweggründe der Angelsachsenmission unter Papst Gregor I., um durch eine Synthese der plausibelsten Erklärungsansätze eine fundierte Gesamtursache zu formulieren.

  • Kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen historischen Erklärungsansätzen zur Angelsachsenmission.
  • Differenzierung zwischen situativen Anlässen und tieferliegenden, langfristigen Ursachen („Teilursachen“).
  • Bewertung der Rolle pastoraler Sorge und der Erwartung des Jüngsten Gerichts als primäre Antriebsfaktoren.
  • Untersuchung des Konzepts der „spirituellen Restaurierung“ des antiken Römischen Reiches als Motiv.
  • Überprüfung der Bedeutung politischer Verbindungen und Reformbestrebungen innerhalb der fränkischen Kirche.

Auszug aus dem Buch

3. Die Ursachen der Angelsachsenmission

Die erste der zur Sprache gebrachten Ursachen ist der Wunsch Gregors nach einer kirchen- und machtpolitischen Umorientierung weg von der Unterordnung unter Byzanz hin zu einer ‚päpstlichen‘ Vorherrschaft im Westen. Markus bringt diesen Punkt vor, ohne ihn allerdings wirklich akzeptabel zu finden und ohne ihn argumentativ zu stützen. Er ist der Ansicht, daß Gregor die Angelsachsenmission nicht in die Wege geleitet hat, um eine Sphäre von ‚päpstlicher‘ Vorherrschaft in einer Weltgegend zu errichten, die vom oströmischen Reich nicht beherrscht werden konnte, wo er also freie Hand gehabt hätte. Dies scheint plausibel, da Gregor sich aller Spannungen und Verstimmungen, die sich zwischen ihm und Byzanz ergeben hatten als Untertan des oströmischen Kaisers gefühlt hat. Doch schon aus machtpolitischen Gründen wäre eine Abkehr von Byzanz nicht sehr aussichtsreich gewesen, da er in diesem Falle seinen einzigen Verbündeten in Italien gegen die Langobarden verloren hätte. Er hätte ‚politischen Selbstmord‘ begangen, wenn er sich von Konstantinopel abgewendet hätte, um sich den (vergleichsweise) machtlosen, weit entfernten Kleinfürsten auf der englischen Insel oder in Gallien zuzuwenden. Erst die fränkische Stärke im 8. Jahrhundert ermöglichte eine solche Politik für Gregors Nachfolger.

Ein weiterer Grund für die Mission wird von Mayr-Harting vorgebracht. Gregor wollte, so Mayr-Harting, den einzigen größeren Bereich des ehemaligen, antiken Römischen Reiches, der noch nicht (oder nicht mehr) christianisiert war, wieder zum christlichen Glauben zurückführen. Für diese Motivation spricht, daß Gregor seine Kirchenorganisationspläne für England unter Umständen auf der Basis von alten römischen Karten ausgearbeitet hat, er also eine Vorstellung von den Ausmaßen des antiken Römischen Reiches gehabt haben wird. Auch Gregors Vorstellung von der ungebrochenen Kontinuität der Ökumene des Römischen Reiches, in der er sich leben sah, spricht für diesen Punkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Thema der Arbeit und einige Vorbemerkungen dazu: Einführung in die Fragestellung und Definition der terminologischen Unterscheidung zwischen Anlässen und Ursachen.

2. Die möglichen Anlässe der Angelsachsenmission: Analyse der historischen Sklavenmarktgeschichte und weiterer potenzieller Auslöser wie Missionsanfragen.

3. Die Ursachen der Angelsachsenmission: Kritische Untersuchung verschiedener Motive, darunter kirchenpolitische Erwägungen, pastorale Sorge und die Idee der spirituellen Restaurierung.

4. Synthese: Zusammenführung der plausiblen Faktoren zur Bestimmung der Gesamtursache der Angelsachsenmission.

5. Schlußbemerkung: Resümee über die Ergebnisse der Diskussion und Einordnung der erarbeiteten Schlussfolgerungen.

Schlüsselwörter

Angelsachsenmission, Gregor der Große, Missionsgeschichte, Kirchengeschichte, Frühmittelalter, Deira, Augustinus von Canterbury, Päpstliche Vorherrschaft, Römische Ökumene, Pastoration, Jüngstes Gericht, Sklavenmarktgeschichte, Æthelberht, Fränkische Kirche, Britische Kirche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen Ursachen und Beweggründe, die zur Entsendung der Missionare durch Papst Gregor I. zu den Angelsachsen führten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Differenzierung zwischen konkreten Anlässen (wie der Sklavenmarktlegende) und tieferliegenden Ursachen sowie die Analyse päpstlicher Machtpolitik und pastoraler Motivationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die systematische Diskussion der Forschungsliteratur, um die plausibelsten Ursachen zu einer synthetischen Gesamtursache der Mission zu verknüpfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturkritische Analyse, die bestehende Forschungspositionen hinterfragt und durch logische Plausibilitätsprüfungen neu bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung möglicher Anlässe, die Diskussion verschiedener Teilursachen und den abschließenden Synthese-Vorschlag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Angelsachsenmission, Gregor der Große, pastorale Sorge, spirituelle Restaurierung des Römischen Reiches und kirchenpolitische Umorientierung.

Welche Rolle spielt die Sklavenmarktgeschichte in der Argumentation?

Die Geschichte dient als Beispiel für einen Anlass, dessen historischer Kern zwar diskutiert wird, der aber als Motiv für den Beginn der Mission kritisch hinterfragt wird.

Warum wird die vermeintliche Rolle bei der Reform der fränkischen Kirche angezweifelt?

Der Autor argumentiert, dass die Belege für eine systematische Reformtätigkeit durch Augustinus in Gallien zu schwach sind und eher eine freundschaftliche Unterstützung im Rahmen der Reise darstellen.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ursachen der Angelsachsenmission Gregors I.
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1
Autor
Jens Kistenfeger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V40126
ISBN (eBook)
9783638387170
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursachen Angelsachsenmission Gregors
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jens Kistenfeger (Autor:in), 2002, Die Ursachen der Angelsachsenmission Gregors I., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40126
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Leseprobe aus  20  Seiten
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