Offener Unterricht - Definitionsansätze, verschiedene Ansätze (Freiarbeit, Wochenplan)


Hausarbeit, 2001
11 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionsansätze: Offener Unterricht
2.1 Merkmale offenen Unterrichts

3 Lern-/Unterrichsformen des Offenen Unterrichts
3.1 Freiarbeit
3.2 Wochenplanarbeit

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Eine Diskussion über die Öffnung von Schule und Unterricht gibt es schon seit 20 Jahren. Kaum ein anderes pädagogisches Thema hat so viel Aufregungen, bildungspolitische Diskussionen und kontroversen Gesprächsstoff geliefert wie der Offene Unterricht. Was in den 70er Jahren als Gegenbewegung gegen starre Lehrpläne, strenge Außenkontrolle, einseitige Wissenschaftsorientierung und lehrerzentrierten Unterricht begann (vgl. Ramseger 1977), liegt heute als Hauptthema der Reformdiskussion zu Grunde.[1]

Die Frage ist, warum jetzt und nicht schon vor 20 Jahren? Ist doch die Öffnung des Unterrichts im deutschen Bildungswesen nur eine längst überfällige, nachgeholte pädagogische Reform des Schulsystems.[2]

Was sich zunächst nur auf Reformen in der Grundschule beschränkte, hat sich inzwischen auf die Sekundarstufe ausgeweitet (vgl. Sehrbrock 1993, Jürgens 1994).

Die Diskussionen über die Veränderung der Methoden, der Inhalte und Institutionen werden seit den 70er Jahren unter verschiedenen Überschriften geführt. Durchgesetzt haben sich vor allem die Begriffe: Freie Arbeit, Projektunterricht, Offener Unterricht. Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Reformkonzepte sind systematisch nur schwer zu erfassen.

Typisch für diese Reformen ist eine Verständigung anhand konkreter Beobachtungen und Erfahrungen in der Schule selbst. Lehrerinnen und Lehrer stehen der herkömmlichen Schule kritisch gegenüber und suchen nach konkreten Veränderungsmöglichkeiten der Schulsituation.[3]

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wird allerdings ein nur sehr langsamer Abschied von der Tradition der Gleichzeitigkeit und Gleichartigkeit des Lernens deutlich.

So ist die Geschichte des offenen Unterrichts untrennbar mit der inneren Grundschulreform seit den 70er Jahren verbunden.

Die Ansichten über diese Unterrichtsform sind vielfältig. Sie reichen von der totalen Überhöhung (pädagogischer Mythos) über die Definition einer praktisch geworden Erziehungsphilosophie, einer vorübergehenden unterrichtstechnischen Modewelle oder einer pädagogisch-anthropologischen Grundhaltung der Lehrenden, bis hin zur gänzlichen Ablehnung.

In Theorie und Praxis sind inzwischen zahllose Beschreibungen, Definitionen, Stufen und Dimensionen von offenem Unterricht entwickelt und diskutiert worden. Sie reichen auch hier von bildungstheoretisch begründeten Positionen unter dem Aspekt der Selbständigkeit über lerntheoretisch und unterrichtstheoretisch entwickelten Vorstellungen bis hin zu erkenntnistheoretisch abgeleiteten Konzepten.[4]

Die Bedeutung des Themas ist erklärbar durch die Tendenz des sich auf einer breiten Basis verändernden Umgangs mit Kindern und Jugendlichen in der Schule sowie eines sich wandelnden Rollenverständnis von Lehrkräften.[5]

Die Schule muss neue methodisch-didaktische Modelle entwickeln, um auf die heute stark veränderten und unterschiedlichen Lebensbedingungen der Schüler angemessen und zukunftsorientiert reagieren zu können.[6] Es geht aber nicht darum, den herkömmlichen Frontalunterricht lediglich durch eine andere Unterrichtform abzulösen. Die Öffnung des Unterrichts stellt eine zeitgemäße unterrichts- und erziehungstheoretische Antwort auf die Situation der heutigen, modernen offenen Gesellschaft dar, d.h. die Einheit von Unterricht und Erziehung in der Schule herzustellen.[7]

Wie ordnet sich nun schulpädagogisch verstandene Öffnung in diesen Zusammenhang ein? In einer geöffneten Schule und einem geöffneten Unterricht findet man unterschiedliche reformpädagogische Ansätze vereint. Als Gemeinsamkeit liegt allen Formen eine starke Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an der Planung und Realisierung ihres Lernens sowie der Abbau lehrerzentierten Unterrichts zu Grunde. Dabei ist das Ziel nicht, die Schüler machen zu lassen was sie wollen und mit sich allein zu lassen, sondern zu ermöglichen, dass sie selbst ihre Fragen finden und lernen, diese zu beantworten. In der Praxis sind die Formen der Öffnung des Unterrichts nur im Zusammenhang mit geschlossenen Phasen zu sehen, um einen Zeitpunkt zu finden, in dem alle Schüler sich am geplanten Unterrichtsziel orientieren können.[8] „Die veränderte Funktion des Lehrgangs im Zusammenhang mit Offenem Unterricht läßt sich also dahingehend präzisieren, dass sich offene und geschlossene Formen des Lehrens und Lernens als ergänzende Formen definieren sollten.“ „Dabei sind die Systematik des Inhalts und die Rolle des Lehrenden zwar eindeutig steuernd und strukturierend; sowohl Inhalt als auch Verhalten sind jedoch für eine personen- und sachbezogene Diskussion offen. So verstanden steht eine phasenweise lehrerzentrierte Steuerung des Unterrichts nicht im Widerspruch zu gewandelten Ansprüchen an eine offene Gestaltung des Lehr-Lern-Prozesses (vgl. PÄDAGOGIK, 11/1990). Offener Unterricht sucht deshalb nach Übergängen zwischen selbstgesteuerten, erfahrungs- und handlungsorientierten Lernformen und lehrerzentrierten Formen der systematischen Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten. In der praktischen Umsetzung von Offenem Unterricht sind „geschlossene“ Lehr-Lern-formen deshalb notwendige Ergänzungen, die nicht zuletzt von Schülerinnen und Schülern eingefordert wird, wenn sie Erfahrungen mit Offenem Unterricht gemacht haben.“[9]

[...]


[1] Bastian, Jahannes: Offener Unterricht, in: Themenheft Pädagogik 12/ 1995, S.6

[2] Drews, Ursula/ Schneider, Gerhard/ Wallrabenstein, Wulf: Einführung in die Grundschulpädagogik. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2000, S.142

[3] Bastian, J.: Offener Unterricht, in: Themenheft Pädagogik 12/ 1995, S.6

[4] Drews, U./ Schneider, G./ Wallrabenstein, W.: Einführung in die Grundschulpädagogik. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2000, S. 142

[5] Haarmann, Dieter: Wörterbuch neue Schule. Weihnheim nud Basel: Beltz Verlag 1998, S.19

[6] Schulze, Hermann: „... und morgen fangen wir an!“. Soltau: Schulze-Soltau 1992, S.10

[7] Hintz, Dieter/ Pöppel, Karl Gerhard/ Rekus, Jürgen: Neues schulpädagogisches Wörterbuch. Weinheim und München: Juventa Verlag 1993, S.235

[8] Haarmann, D.: Wörterbuch neue Schule. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 1998, S.119

[9] Bastian, J.: Offener Unterricht, in: Themenheft Pädagogik 12/ 1995, S.10

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Offener Unterricht - Definitionsansätze, verschiedene Ansätze (Freiarbeit, Wochenplan)
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V40139
ISBN (eBook)
9783638387262
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Offener, Unterricht, Definitionsansätze, Ansätze, Wochenplan)
Arbeit zitieren
Juliane Meyer (Autor), 2001, Offener Unterricht - Definitionsansätze, verschiedene Ansätze (Freiarbeit, Wochenplan), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40139

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Offener Unterricht - Definitionsansätze, verschiedene Ansätze (Freiarbeit, Wochenplan)


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden