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Vergleich der beiden Gattungen Tagelied und Tageliedwechsel bei Morungen und Eschenbach

Title: Vergleich der beiden Gattungen Tagelied und Tageliedwechsel bei Morungen und Eschenbach

Term Paper , 2002 , 15 Pages , Grade: 2 -

Autor:in: Juliane Meyer (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Wolfram von Eschenbach (ca. 1190-1220), der Dichter des „Parzival“, hat wenige Lieder geschrieben, zumeist Tagelieder. Diese Gattung, die in Spannung zum Hohen Sang steht, weil sie von der heimlichen Erfüllung der Liebe in einer verbotenen Nacht zwischen Ritter und Herrin spricht, kommt bei Wolfram von Eschenbach voll zur Geltung. Heinrich von Morungen (1200-1222) pries am Hofe die „Hohe Minne“. Seine 33 überlieferten Minnelieder sind in Form (Kanzonenform) und Inhalt von der provenzalischen Troubadourdichtung beeinflusst und bilden den Höhepunkt des mittelalterlichen Minnesangs. Seine Lieder sind sowohl durch die antike Tradition als auch durch die religiöse Lyrik geprägt. 1 Ziel dieser Arbeit ist der Vergleich der Lieder von Wolfram von Esche nbach „Den morgenblic bî wahtaeres“ und Heinrich von Morungen „Owé, sol aber mir iemer mê“ unter Berücksichtigung der Gattungsbegriffe Tagelied und Wechsel, beziehungsweise der Sonderform Tageliedwechsel in Heinrich von Morungens Lied „Owé, sol aber mir iemer mê“. Im Folgenden sollen die beiden Lieder hinsichtlich ihres Inhalts interpretiert werden. Dabei soll darauf eingegangen werden, inwieweit Wolframs Lied der allgemeinen Definition des Tagelieds entspricht und wie Morungens Lied diese Gattung mit dem Wechsel verbindet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Minnesang

2.1 Begriffsklärung

2.2 Tagelied

2.3 Wechsel

3. Wolfram von Eschenbach „Dem morgenblic bî wahtaeres“

3.1 Formanalyse

3.2 Inhaltsanalyse

3.2.1 Beschreibung der Situation

3.2.2 Interpretation

4. Heinrich von Morungen „Owé, sol aber mir iemer mê“

4.1 Formanalyse

4.2 Inhaltsanalyse

4.2.1 Beschreibung der Situation

4.2.2 Interpretation

5. Reflexion

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit vergleicht die Tagelieder von Wolfram von Eschenbach und Heinrich von Morungen hinsichtlich ihrer inhaltlichen Ausgestaltung und der Anwendung spezifischer Gattungsmerkmale des Tagelieds und des Wechsels. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit Wolfram von Eschenbach der klassischen Tagelied-Definition entspricht und wie Heinrich von Morungen durch die Kombination mit dem Wechsel eine individuelle Sonderform entwickelt.

  • Analyse und Vergleich der Gattungen Tagelied und Wechsel im Minnesang.
  • Untersuchung von Form und Inhalt in ausgewählten Werken von Wolfram von Eschenbach und Heinrich von Morungen.
  • Betrachtung der Bedeutung von Tagesanbruch, Wächterrolle und Trennungsthematik.
  • Erörterung der narrativen und monologischen Erzählweisen innerhalb der höfischen Liebeslyrik.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Beschreibung der Situation

Wolfram von Eschenbachs Lied „Den morgenblic bî wahtaeres“ beschreibt die Situation des Abschiednehmens zweier Liebender, nachdem der Tag sich zum ersten Mal bemerkbar gemacht hat.

Die zwei Liebenden liegen heimlich beieinander. Der Wächter fängt an zu singen, sodass die Frau auf den Morgen aufmerksam wird. Sie sieht ihr ganzes Glück verloren und ihre bis dahin strahlenden Augen müssen sich aufs Neue mit Tränen füllen. Sie spricht den Tag an, dass nur sie sich nicht über sein Erscheinen freuen kann, denn er ist daran Schuld, dass ihr Geliebter sie verlassen muss. Sein Licht jagt ihn fort von ihr.

In der zweiten Strophe wird der Tag immer intensiver. Die Liebenden versuchen ihn aus ihrem Zimmer zu verdrängen. Doch sie sind ihm schutzlos ausgeliefert und können sich nur noch einmal aneinander festhalten. Sie sind so eng beieinander, dass die Tränen der Frau ihre beiden Wangen nass machen. Sie sagt zu ihm, dass sie in einem Körper mit zwei Herzen und in untrennbarer Treue miteinander verbunden sind. Und nur wenn er zu ihr zurückkäme, wäre ihr Liebesglück nicht zerstört.

Bevor der Mann in der dritten Strophe entschlossen Abschied nimmt und obwohl sie sich der Gefahr dieser Liebe bewusst sind, kommen sich noch einmal ganz nah. Sie weint und küsst ihn. Mund, Brust, Arme und Beine waren sich ganz nah.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird der Untersuchungsgegenstand definiert und die Zielsetzung der Arbeit sowie die zu behandelnden Lieder kurz vorgestellt.

2. Minnesang: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext des Minnesangs, definiert die zentralen Gattungen Tagelied und Wechsel und beleuchtet deren formale Besonderheiten.

3. Wolfram von Eschenbach „Dem morgenblic bî wahtaeres“: Es folgt eine detaillierte Form- und Inhaltsanalyse des Liedes, wobei insbesondere die Rolle des Tages und die des Wächters hervorgehoben werden.

4. Heinrich von Morungen „Owé, sol aber mir iemer mê“: Das Kapitel widmet sich der Untersuchung von Form und Inhalt bei Morungen und beschreibt die Verschmelzung von Tagelied und Wechsel zum sogenannten Tageliedwechsel.

5. Reflexion: Der abschließende Vergleich resümiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Autoren und ihrer spezifischen Herangehensweise an die Gattung des Tagelieds.

Schlüsselwörter

Tagelied, Wechsel, Tageliedwechsel, Minnesang, Wolfram von Eschenbach, Heinrich von Morungen, höfische Liebeslyrik, Trennungsthematik, Wächterrolle, Kanzonenform, Tagesanbruch, Mittelhochdeutsch, Literaturanalyse, Liebesnacht, Monolog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gattungen Tagelied und Wechsel anhand zweier konkreter Beispiele der mittelalterlichen Literatur, um deren inhaltliche und formale Merkmale zu vergleichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen das höfische Liebesverhältnis, die Trennung bei Tagesanbruch, die Rolle der beteiligten Figuren (Ritter, Dame, Wächter) sowie die poetische Gestaltung der Abschiedsmomente.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Lieder von Wolfram von Eschenbach und Heinrich von Morungen, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Autoren mit den Gattungsvorgaben des Tagelieds umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sowohl eine Formanalyse (Metrik, Reimschema) als auch eine detaillierte Inhaltsanalyse der Texte umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Minnesang und spezifische Analysen der Lieder „Dem morgenblic bî wahtaeres“ und „Owé, sol aber mir iemer mê“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Tagelied, Wechsel, Minnesang, höfische Lyrik und literarische Motivik beschreiben.

Wie unterscheidet sich Wolfram von Eschenbachs Herangehensweise von der Morungens?

Wolfram von Eschenbach nutzt verstärkt die traditionelle Wächterrolle und das Weckmotiv, während Heinrich von Morungen auf die äußere Handlung verzichtet und durch die Form des Wechsels ein monologisches, innerliches Erleben in den Vordergrund stellt.

Was macht das Lied von Heinrich von Morungen besonders?

Es gilt als eine Sonderform, ein sogenannter „Tageliedwechsel“, da es die typische Tagelied-Thematik mit der formalen Struktur und dem monologischen Charakter des Wechsels verbindet.

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Details

Title
Vergleich der beiden Gattungen Tagelied und Tageliedwechsel bei Morungen und Eschenbach
College
Free University of Berlin
Grade
2 -
Author
Juliane Meyer (Author)
Publication Year
2002
Pages
15
Catalog Number
V40146
ISBN (eBook)
9783638387293
Language
German
Tags
Vergleich Gattungen Tagelied Tageliedwechsel Morungen Eschenbach
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Meyer (Author), 2002, Vergleich der beiden Gattungen Tagelied und Tageliedwechsel bei Morungen und Eschenbach, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40146
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