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Vorgeburtliches Bindungsverhalten und die Auswirkung von Frühgeburten auf die Bindungsqualität aus Sicht der Mutter

Title: Vorgeburtliches Bindungsverhalten und die Auswirkung von Frühgeburten auf die Bindungsqualität aus Sicht der Mutter

Term Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah Kaufmann (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Als ich im Mai diesen Jahres das wöchentliche Magazin FOCUS las, entdeckte ich darin einen interessanten Artikel mit der Überschrift: „Muterrolle Rückwärts“, in dem es um die Entwicklung der Frau zur Mutter geht. Daraus ging hervor, dass es heutzutage gerade für emanzipierte Frauen nicht einfach ist, Kinder und die beruflichen Bedürfnisse zu vereinen. Angeregt durch dieses Artikel besorgte ich mir weitere Literatur über das Thema „Entwicklung der Frau zur Mutter“. Beim Lesen dieser Literatur stieß ich dann immer wieder auf die Frage, wie sich die Bindung der Mutter (und auch des Vaters) zu ihrem Kind entwickelt. Die Bindungungstheorie des Kindes an die Mutter (attachment), die von Bowlby und seiner Schülerin Ainsworth entwickelt wurde, begegnete mir häufig beim nachlesen; doch vernachlässigte diese Theorie immer die andere Seite, nämlich die Bindung der Mutter an ihr Kind (bonding). Daher möchte ich in diese Richtung weiter recherchieren, um folgenden Fragen nachzugehen: Wie baut sich die Bindung der Mutter zu ihrem Baby auf? und was passiert, wenn die Schwangerschaft vorzeitig beendet werden muss? Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit soll es daher sein, zu prüfen, ob die Mutter bei einer Frühgeburt die gleiche Beziehung zu ihrem Baby aufbauen kann, als wenn die Schwangerschaft zu Ende geführt wird. Zuerst möchte ich in Abschnitt 1. ein Beispiel aus der Praxis einer Kinderkrankenschwester auf der Neonatalogoie, der Frühchenstation, geben, welches den Beziehungsaufbau und die mit einer Frühgeburt entstehenden Probleme beim Bindungsprozess deutlich macht. Im zweiten Abschnitt (Hauptteil) möchte ich verschiedene Ansätze darlegen, welche den Aufbau der Mutter-Kind-Bindung strukturieren und beschreiben. In dem dritten und letzten Abschnitt wird auf Bindungsstörungen und ihre Auswirkungen auf die Mutter und das Kind anhand von Praxisbeispielen eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Auswertung eines Interviews mit einer Kinderkrankenschwester auf der Neonatalogie

2. Bindungstheorien

2.1. Das Phasenmodell eines Bindungsmusters nach Daniel N. Stern

2.2. Ergebnisse einer Studie nach Gabriele Gloger-Tippelt

2.2.1. Die Phasen der Schwangerschaft

3. Bindungsstörungen und die Auswirkungen

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Bindungsaufbau zwischen Mutter und Kind, mit einem spezifischen Fokus auf die Herausforderungen bei Frühgeburten. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob und wie Mütter nach einer vorzeitigen Geburt eine ebenso belastbare Bindung zu ihrem Kind aufbauen können wie bei einem regulären Schwangerschaftsverlauf, und welche Rolle professionelle Unterstützung dabei spielt.

  • Psychologische Prozesse des Bindungsaufbaus während der Schwangerschaft
  • Die Auswirkungen einer Frühgeburt auf die Mutter-Kind-Beziehung
  • Bindungstheorien nach Daniel N. Stern und Gabriele Gloger-Tippelt
  • Praxisbeispiele von Eltern mit Frühgeborenen
  • Die Notwendigkeit professioneller Hilfe bei Bindungsstörungen

Auszug aus dem Buch

Fallbeispiel: Angelika Wruss über ihren Sohn Benjamin (aus: Rinnhofer, Heidi „Hoffnung für eine Handvoll Leben“ 1997)

Benjamin wurde in der 24. Schwangerschaftswoche geboren, wog 710 Gramm, war 32 cm lang und bekam von den Ärzten kaum eine Überlebenschance. Alle erwarteten eine Totgeburt, auch die Mutter rechnete nicht mit einem lebenden Kind: „ Der Umstand, dass mein Kind in mir lebte, dann aber sterben sollte, gab mir keine Kraft, um bei den Wehen mitzuhelfen. Ich erlebte den Geburtsvorgang sehr intensiv, da ich keinerlei Medikamente bekommen hatte.

Nach der spontanen Geburt bildete ich mir dann ein, dass ich – ganz leise – ein Kind schreien hörte, glaubte aber, dass diese Stimme nur vom Nebenraum kommen konnte. Bevor ich in den Operationssaal gebracht wurde, wollte ich noch vom Arzt wissen, ob es denn ein Bub oder ein Mädchen gewesen wäre...“ (ebd. S. 26).

Benjamin überlebte, wenn auch mit vielen Höhen und Tiefen, doch die Mutter plagten schlimmste Gewissensbisse, dass sie für den Zustand ihres Sohnes verantwortlich sei. Sie durfte ihr Kind drei Monate lang nur anschauen, hatte auf anraten der Ärzte keinen Körperkontakt zu ihm und wurde zusätzlich von den Ärzten und Schwestern immer wieder entmutigt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema des Bindungsaufbaus zwischen Mutter und Kind vor und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen von Frühgeburten auf diesen Prozess.

1. Auswertung eines Interviews mit einer Kinderkrankenschwester auf der Neonatalogie: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand eines konkreten Fallbeispiels die praktischen Schwierigkeiten und emotionalen Belastungen beim Bindungsprozess nach einer Frühgeburt.

2. Bindungstheorien: Hier werden theoretische Grundlagen des Bindungsaufbaus diskutiert, wobei insbesondere die Perspektive der Mutter im Vordergrund steht.

2.1. Das Phasenmodell eines Bindungsmusters nach Daniel N. Stern: Dieses Kapitel erläutert Daniel N. Sterns Modell der verschiedenen Phasen der Mutterschaft sowie unterschiedliche Bindungsmuster bei Frauen.

2.2. Ergebnisse einer Studie nach Gabriele Gloger-Tippelt: Hier werden die Erkenntnisse aus einer Längsschnittstudie zum Bild vom Kind während der Schwangerschaft präsentiert.

2.2.1. Die Phasen der Schwangerschaft: Dieses Kapitel detailliert die verschiedenen zeitlichen Phasen der Schwangerschaft und deren Bedeutung für den Bindungsaufbau.

3. Bindungsstörungen und die Auswirkungen: Dieses Kapitel analysiert die Folgen von Bindungsstörungen für Mutter und Kind, insbesondere im Kontext von Frühgeburten und notwendiger therapeutischer Unterstützung.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit, bei der Forschung zur Bindungsqualität auch die Perspektive der Mutter stärker zu berücksichtigen.

Schlüsselwörter

Bindung, Bonding, Mutter-Kind-Beziehung, Frühgeburt, Schwangerschaft, Bindungstheorie, Neonatologie, Bindungsstörung, pränatale Bindung, Daniel N. Stern, Gabriele Gloger-Tippelt, psychologische Hilfe, Elternschaft, Entwicklung, Bindungsqualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt den Prozess des Bindungsaufbaus von Müttern zu ihrem ungeborenen Kind und untersucht kritisch, wie sich eine vorzeitige Geburt (Frühgeburt) auf diesen Bindungsaufbau und die Bindungsqualität auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der psychologische Prozess der Mutterschaft während der Schwangerschaft, die theoretischen Bindungstheorien sowie die Bewältigung von Bindungsproblemen nach einer Frühgeburt unter Einbeziehung professioneller Hilfe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu prüfen, ob die Mutter bei einer Frühgeburt die gleiche Beziehung zu ihrem Baby aufbauen kann wie bei einer ausgetragenen Schwangerschaft, und welche Rolle hierbei therapeutische Unterstützung spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener Bindungstheorien (u.a. Stern, Gloger-Tippelt) sowie der Auswertung von Praxisberichten und Interviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung von Praxisbeispielen, die theoretische Fundierung durch das Phasenmodell von Stern und die Studie von Gloger-Tippelt sowie die Analyse von Bindungsstörungen und deren Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bindung (Bonding), Frühgeburt, Mutter-Kind-Beziehung, pränatale Bindung und die psychologische Aufarbeitung von Bindungsdefiziten.

Warum spielt die Perspektive der Mutter eine so wichtige Rolle in der Arbeit?

Die Autorin kritisiert, dass viele klassische Bindungstheorien den Fokus zu stark auf das Kind legen und vernachlässigen, dass auch die Mutter einen komplexen psychologischen Prozess durchläuft, der bei Frühgeburten durch Trennung gestört werden kann.

Welche Rolle spielt die „Mutterschaftskonstellation“ nach Daniel N. Stern für die Arbeit?

Das Konzept dient als theoretischer Rahmen, um die Entwicklung der Frau zur Mutter in Phasen zu unterteilen und Ansätze für therapeutische Unterstützung bei Bindungsdefiziten aufzuzeigen.

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Details

Title
Vorgeburtliches Bindungsverhalten und die Auswirkung von Frühgeburten auf die Bindungsqualität aus Sicht der Mutter
College
University of Applied Sciences Darmstadt
Course
Entwicklungspsychologie
Grade
1,3
Author
Sarah Kaufmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V40177
ISBN (eBook)
9783638387552
Language
German
Tags
Vorgeburtliches Bindungsverhalten Auswirkung Frühgeburten Bindungsqualität Sicht Mutter Entwicklungspsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Kaufmann (Author), 2004, Vorgeburtliches Bindungsverhalten und die Auswirkung von Frühgeburten auf die Bindungsqualität aus Sicht der Mutter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40177
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