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Vertrauen - Begriff und Wirkungszusammenhänge

Title: Vertrauen - Begriff und Wirkungszusammenhänge

Seminar Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Beate Breitbach (Author)

Economics - Micro-economics
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Grundlage der Welt ist das Vertrauen. Das stellte schon Hans-Günther Sohl, Ehrenpräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI) fest, als er sagte: „In einer solchen Welt kann man nur zusammenleben, wenn man nicht Misstrauen zur Grundlage seiner menschlichen Handlung macht. Was wir brauchen, ist Mut zum Vertrauen.“1 Diesen Mut bringen viele Bürger im täglichen Leben immer wieder auf, auch gegenüber staatlichen Institutionen. Doch dieses Vertrauen wird immer wieder enttäuscht, immer häufiger kommen Skandale der Politiker ans Tageslicht, die das Vertrauen in den Staat schwächen. Dies geschah zuletzt bei der Entlassung von Florian Gerster, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, dessen Verwaltungsrat ihm aufgrund von Ungereimtheiten bei der Auftrags vergabe von Beraterverträgen das Vertrauen entzogen hatte.2

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, den Begriff des Vertrauens zu definieren und ihn in Zusammenhang zu bringen mit Situationen, in den Vertrauen entsteht. Die Voraussetzungen für Vertrauen werden hierbei erläutert. Im Anschluss daran wird mit Hilfe der Prinzipal-Agenten- Theorie dargestellt, wie sich der Vertrauensgeber und der Vertrauensnehmer verhalten und welche besonderen Probleme mit den Rollen verknüpft sind. Das vierte Kapitel erklärt den Begriff der Reputation und wie dieser im Zusammenhang mit Vertrauen steht. Danach wird auf die Funktionen von Vertrauen eingegangen und ihre Auswirkungen auf den Markt. Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit Objekten des Vertrauens, hier wird besonders das Vertrauen in Institutionen und in den Staat dargestellt. Die Ergebnisse aus einer Befragung verdeutlichen hierbei die dargelegten Theorien. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Thematik und Aufbau der Arbeit

2. Der Begriff des Vertrauens

2.1. Entstehung von Vertrauen

2.1.1. Komplexität der Umwelt

2.1.2. Vertrauen bei Risiken

2.2. Definition von Vertrauen

3. Die Prinzipal-Agenten-Theorie im Zusammenhang mit Vertrauen

3.1. Die Prinzipal-Agenten-Problematik

3.2. Der Vertrauensgeber

3.3. Der Vertrauensnehmer

4. Reputation als Beitrag zum Vertrauen

5. Funktionen von Vertrauen

5.1. Abbau von Informationsdefiziten

5.2. Einsparung von Transaktionskosten

5.3. Aufrechterhaltung der Märkte

6. Objekte des Vertrauens

6.1. Vertrauen in Institutionen

6.2. Vertrauen in den Staat

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Definition des Vertrauensbegriffs aus ökonomischer Sicht und die Untersuchung der Bedingungen, unter denen Vertrauen in Transaktionsbeziehungen entsteht. Die Forschungsfrage beleuchtet, wie Vertrauen zur Reduktion von Unsicherheiten und Komplexität am Markt beiträgt und welche Rolle die Prinzipal-Agenten-Theorie sowie Reputation bei der Stabilisierung solcher Beziehungen spielen.

  • Ökonomische Definition und Entstehung von Vertrauen
  • Anwendung der Prinzipal-Agenten-Theorie auf Vertrauensverhältnisse
  • Funktionen von Vertrauen (Informationsabbau, Transaktionskosten)
  • Bedeutung von Reputation in dauerhaften Beziehungen
  • Vertrauen in Institutionen und den modernen Staat

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Vertrauen bei Risiken

Bei Interaktionen am unvollkommenen Markt bestehen für die Akteure Risiken. Sie besitzen keine vollständigen Informationen über den Markt und die anderen Akteure und sind so Risiken durch deren Handlungsalternativen ausgesetzt. Diese Risiken lassen sich unterscheiden in Risiken exogener und endogener Art.

Mit exogenen Risiken werden Risiken bezeichnet, die die Umwelt der Akteure am Markt umgibt. So kann z.B. beim Autokauf ein exogenes Risiko ein Streik des Automobilzulieferers darstellen, der zu einer verspäteten Auslieferung des Autos führt. Diese Situation ist für beide Marktteilnehmer unvorhersehbar und nicht auf eine Handlung des jeweils anderen Transaktionspartners zurückzuführen. So ist keine der beiden Vertragsparteien dafür verantwortlich, dass es zu einer Verzögerung der Auslieferung kommt.

Endogene Risiken beschreiben die Unsicherheiten über das Verhalten eines Dritten. Die Marktteilnehmer wissen nicht, wie sich ihr Gegenüber verhalten wird, ob er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen wird oder nicht. Der Akteur hat die Möglichkeit, sich opportunistisch zu verhalten. Das bedeutet, dass Akteure am unvollkommenen Markt dazu neigen, Informationsasymmetrien auszunutzen. Wenn also ein Bauer seine Äpfel verkaufen will, so wird er unter Umständen nicht sagen, dass eine gewisse Sorte Äpfel nicht schmeckt. So nutzt der Bauer seinen Informationsvorsprung gegenüber dem Käufer aus, um auch diese Äpfel gewinnbringend zu verkaufen. Der Käufer besitzt diese Informationen nicht, er weiß allerdings auch nicht um den Informationsvorsprung des Bauern. Er kann nur spekulieren, ob der Bauer eine gute oder bewusst eine schlechte Ernte verkauft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Thematik und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Relevanz des Vertrauens als Grundlage menschlichen und wirtschaftlichen Handelns sowie Darlegung des inhaltlichen Aufbaus der Seminararbeit.

2. Der Begriff des Vertrauens: Erläuterung der Entstehung von Vertrauen durch Reduktion von Umweltkomplexität und Risiken sowie eine ökonomische Definition des Begriffs.

3. Die Prinzipal-Agenten-Theorie im Zusammenhang mit Vertrauen: Analyse des Verhaltens von Vertrauensgebern und Vertrauensnehmern unter Berücksichtigung von Informationsasymmetrien und opportunistischem Handeln.

4. Reputation als Beitrag zum Vertrauen: Untersuchung der Bedeutung von Reputation zur Bildung und Intensivierung von Vertrauen in dauerhaften Transaktionsbeziehungen.

5. Funktionen von Vertrauen: Darstellung des Nutzens von Vertrauen hinsichtlich der Reduktion von Informationsdefiziten, Transaktionskosten und der Marktstabilisierung.

6. Objekte des Vertrauens: Differenzierung zwischen persönlichem Vertrauen und Systemvertrauen mit speziellem Fokus auf Institutionen und das Vertrauensverhältnis zum Staat.

7. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Vertrauens für das Funktionieren von Märkten und der Notwendigkeit zur Vertrauensstärkung durch den Staat.

Schlüsselwörter

Vertrauen, Ökonomie, Prinzipal-Agenten-Theorie, Reputation, Transaktionskosten, Informationsasymmetrie, Opportunismus, Marktmechanismus, Systemvertrauen, Institutionen, Staat, Risiko, Handlungsunsicherheit, Politikverdrossenheit, Agenda 2010.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Begriff des Vertrauens aus einer ökonomischen Perspektive und beleuchtet dessen Funktionen sowie Wirkungszusammenhänge innerhalb von Markttransaktionen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Vertrauen, die Prinzipal-Agenten-Theorie, die Rolle von Reputation sowie die Bedeutung von Vertrauen in Institutionen und den Staat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den ökonomischen Vertrauensbegriff zu definieren und aufzuzeigen, wie Vertrauen durch die Reduktion von Komplexität und Risiken dazu beiträgt, Märkte aufrechtzuerhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine institutionenökonomische Analyse, insbesondere die Prinzipal-Agenten-Theorie, um Vertrauensbeziehungen und strategische Verhaltensweisen der Akteure zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Vertrauensentstehung, die prinzipale Problematik von Informationsasymmetrien, die Funktionen von Vertrauen am Markt sowie empirische Aspekte des Vertrauens in staatliche Institutionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Vertrauen, Prinzipal-Agenten-Theorie, Transaktionskosten, Reputation und Informationsasymmetrie charakterisieren.

Warum spielt Reputation eine so große Rolle für das Vertrauen?

Reputation dient in dauerhaften Beziehungen als Signal der Vertrauenswürdigkeit. Sie hilft, Verhaltensunsicherheiten zu minimieren, da ein Vertrauensbruch die zukünftigen Transaktionsmöglichkeiten des Akteurs negativ beeinflussen würde.

Wie korreliert das Vertrauen in den Staat mit dem Marktgeschehen?

Wenn das Vertrauen der Bürger in den Staat sinkt, weil dieser die erwarteten Leistungen nicht erbringt, verlieren die Akteure die Sicherheit in die Rahmenordnung. Dies führt zu Rückzügen aus dem Markt und kann letztlich ein Marktversagen provozieren.

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Details

Title
Vertrauen - Begriff und Wirkungszusammenhänge
College
University of Trier
Grade
1,7
Author
Beate Breitbach (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V40190
ISBN (eBook)
9783638387644
ISBN (Book)
9783638655378
Language
German
Tags
Vertrauen Begriff Wirkungszusammenhänge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beate Breitbach (Author), 2004, Vertrauen - Begriff und Wirkungszusammenhänge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40190
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