Anna Seghers - Das siebte Kreuz


Seminararbeit, 2005
31 Seiten, Note: 10

Leseprobe

GLIEDERUNG

1. TEXTTEIL 1
1.1. Einleitung
1.2. Kurzbiographie der Autorin
1.2.1. Ihr Leben
1.2.2. Ihre Werke und Auszeichnungen

2. TEXTTEIL
2.1. Inhaltsangabe
2.2. Die Exilliteratur und die Gattung des Romans
2.3. Der Aufbau des Romans

3. TEXTTEIL
3.1. Die Symbolik in Das siebte Kreuz von Anna Seghers
3.2. Der Roman Das siebte Kreuz im Zusammenhang mit der Ideologie der Autorin Anna Seghers
3.3. Resümee und Bewertung

4. BIBLIOGRAPHIE
4.1. Primärliteratur
4.2. Sekundärliteratur
4.3. Internet-Quellen

5. ANHANG
5.1. Personenverzeichnis

1. TEXTTEIL 1

1.1. EINLEITUNG

In meiner Seminararbeit über den Roman Das siebte Kreuz von Anna Seghers werde ich zunächst eine formale und gattungsspezifische Analyse des Werkes durchführen und dann auf zwei spezifische Themen eingehen und versuchen, diese anhand von Zitaten und mit Hilfe der Sekundärliteratur, ausreichend zu belegen.

Meine Arbeit besteht aus fünf Teilen, die wiederum untergliedert sind.

Der erste Textteil enthält eine Kurzbiographie der Autorin Anna Seghers, bei der ich mich auf die wichtigsten Angaben beschränkt habe und die ich in zwei Teile gespalten habe: ihr Leben, sowie ihre Werke und Auszeichnungen.

Der zweite Textteil besteht aus einer kurzen Inhaltsangabe zum Roman und behandelt dann die formalen und gattungsspezifischen Aspekte. Unter 2.1. werde ich die Gattung des Romans bestimmen und ihn im Rahmen der Literaturgeschichte untersuchen, da diese Aspekte für ein Literaturseminar unabdinglich sind. Unter 2.2. werde ich den Aufbau des Romans analysieren und dabei genau auf die verschiedenen Zeitebenen und Erzählperspektiven eingehen. Ich habe mich dafür entschieden, in diesem Textteil vor allem den Aufbau des Buches zu untersuchen, da die Autorin für ihre Montagetechnik des Geschehens bekannt ist, mit der sie ein Meisterwerk geschaffen hat. Außerdem steht diese Montagetechnik in engem Zusammenhang mit dem Thema, das ich unter 3.2. behandeln werde.

Der dritte Textteil behandelt die inhaltlichen Aspekte des Buches.

So werde ich unter 3.1. die Symbolik in Das siebte Kreuz analysieren. Ich halte dieses Thema für interessant, da die Symbole den ganzen Roman durchziehen, einige dem Leser direkt ins Auge stechen, andere aber ohne eine genauere Lektüre und Analyse vielleicht nicht gleich zu erkennen sind. Aus diesem Grund war es für mich wichtig, auf dieses Thema einzugehen, da ich glaube, dass ein Teil des Romans „verloren geht“, wenn diese Symbole nicht verstanden werden. Unter 3.2. werde ich den Roman im Zusammenhang mit der Ideologie der Autorin Anna Seghers analysieren. Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil ich der Meinung bin, dass die Politik in der Literatur eine große Rolle spielt und in vielen Werken patent ist, vor allem aber in der deutschen Exilliteratur von 1933 bis 1945. Da diese Seminararbeit im Rahmen des Seminars über Exilliteratur geschrieben wurde, hielt ich es für angemessen, auch ein Thema zu behandeln, das an konkrete Inhalte des Seminars anknüpft, was hiermit geschehen ist. Hierbei muss jedoch angemerkt werden, dass dieses Thema in gewissem Maße delikat oder zumindest sehr subjektiv ist, weswegen es hier verschiedene Meinungen geben kann. Ich habe mich bei der Ausarbeitung dieses Teils vor allem an eine Quelle der Sekundärliteratur gehalten, die meiner eigenen Meinung am nächsten stand, jedoch gibt es sicherlich auch andere Auslegungen.

Der vierte Teil enthält die Bibliographie mit der Primärliteratur, Sekundärliteratur und den Internetquellen.

Der fünfte Teil enthält den Anhang, das Personenverzeichnis, das zu Beginn des Romans zu finden ist. Da ich unter 2.2. auch kurz auf dieses Verzeichnis eingehen werde hielt ich es für angemessen, das Personenverzeichnis mit in diese Arbeit einzubauen. Außerdem wird es das Verständnis einiger Zitate erleichtern und einen besseren Überblick über die Personen des Romans geben.

Was die Wahl des Buches betrifft, so habe ich lange gezweifelt. In die Engere Wahl habe ich diejenigen Werke gezogen, die im dritten Reich spielten, also die Situation in Deutschland und nicht im Exil beschreiben, da diese eher mein Interesse geweckt haben. Nach einer kurzen Recherche im Internet nach Buchrezensionen habe ich mich für Das siebte Kreuz von Anna Seghers entschlossen, da mir die Fluchtgeschichte eines KZ-Häftlings spannend erschien.

Bei der Ausarbeitung bin ich systematisch vorgegangen: zuerst habe ich den Roman gelesen, dann die Hintergrundinformation zusammengetragen und mich für die verschiedenen Themen entschieden. Nach einer nochmaligen Lektüre, bei der ich die für die Arbeit wichtigen Textstellen herausgeschrieben habe, habe ich direkt mit dem Schreiben begonnen. Der Aufbau dieser Arbeit wurde einige Male geändert bevor es zu der vorliegenden Endfassung kommen konnte.

1.2. KURZBIOGRAPHIE DER AUTORIN

1.2.1. Ihr Leben

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.1. Ihre Werke und Auszeichnungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. TEXTTEIL 2

2.1. INHALTSANGABE

In ihrem Deutschlandroman Das siebte Kreuz zeichnet die Autorin Anna Seghers ein Bild des nationalsozialistischen Deutschlands im Herbst des Jahres 1937.

Aus dem Konzentrationslager Westhofen sind sieben Häftlinge ausgebrochen: Georg Heisler, die Hauptfigur des Romans, Beutler, Pelzer, Belloni, Wallau, Aldinger und Füllgrabe. Der Lagerkommandant Fahrenberg lässt im Lager sieben Kreuze errichten, die als Pranger für die Flüchtlinge und als Abschreckung für die restlichen Häftlinge dienen sollen. Beutler wird schon nach wenigen Stunden gefasst, zusammengeschlagen und wieder ins Konzentrationslager gebracht. Auch Pelzer erfährt das gleiche Schicksal. Belloni, ein Zirkusartist, kann sich der Verhaftung nur durch einen Sprung in den Tod entziehen. Wallau , Heislers Leitfigur, wird verraten, wodurch auch seine Flucht nicht gelingt. Aldinger gelingt die Flucht bis auf die Hügel vor seinem Heimatort, wo er, völlig erschöpft, stirbt. Füllgrabe stellt sich nach einigen Tagen auf der Flucht freiwillig der Geheimen Staatspolizei, die zusammen mit den Leitern des Konzentrationslagers Westhofen alles daran setzt, die sieben Geflohenen wieder einzufangen. Die gefangenen Flüchtlinge werden an die Kreuze gestellt und dort gefoltert, das siebte Kreuz bleibt jedoch leer, weil Georg Heisler weiterhin auf der Flucht ist. Die Flucht dieser Person steht im Mittelpunkt des Romans und wird daher eingehend beschrieben. Georg ist in den ersten Stunden der Flucht völlig auf sich allein gestellt. Er hofft, bis zu seiner ehemaligen Freundin Leni zu gelangen, von der er sich Hilfe verspricht. Georg verbringt die erste Nacht im Mainzer Dom, der ihm Sicherheit, aber auch Bedrohung vermittelt. Nach der zweiten Nacht, die er in einem Schuppen verbringt, ist Georg die Gestapo auf die Spur bekommen, da sie einige Zeugen, denen Georg auf der Flucht begegnet ist, befragt hat. Georg gelingt es schließlich, Leni aufzusuchen. Diese weist ihn jedoch aus Angst zurück. Wieder auf sich allein gestellt, sucht Heisler nach Menschen, die er aus der Vergangenheit kennt, und die ihm weiterhelfen könnten. Da sich das Netz der Verfolgung durch die Lagerkommandanten und die Gestapo immer weiter um Georg zusammenzieht, kommt keiner der alten Weggefährten dafür in Frage. Dann jedoch erinnert sich Heisler an Paul Röder, einen ehemaligen Schulkamaraden, der nicht aktiv im Widerstand tätig ist, und daher weniger bewacht sein würde, als andere Menschen. Paul Röder ist es schließlich, der für Georg die nötigen Kontakte mit Genossen aufnimmt, und so Georgs Rettung in die ·Wege leitet. Dabei spielt Franz Marnet, ein ehemaliger sehr guter Freund von Georg, eine wichtige Rolle. Schon kurz nach Georgs Flucht hatte er begonnen, mehr darüber zu erfahren und zu helfen. Nun reißt ihn Georgs Schicksal aus seiner Isolierung heraus, in der er lange Zeit gelebt hatte, er sucht und findet die Genossen aus dem Widerstand und steigt wieder aktiv in den Kampf gegen das nationalsozialistische Regime ein. Georg verbringt einige Nächte bei dem Ehepaar Kreß, mit dem Röder befreundet ist und bekommt schließlich Geld und einen falschen Pass. Georg gelingt die Flucht ins Ausland auf einem holländischen Schiff. Das siebte Kreuz bleibt also leer, was für die Häftlinge Hoffnung, und für den Lagerkommandanten Fahrenberg seine Ablösung bedeutet. Schließlich werden alle Platanen verbrannt.

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2.2. DIE EXILLITERATUR UND DIE GATTUNG DES ROMANS

Anna Seghers Werk Das siebte Kreuz ist in die Exilliteratur einzuordnen. Im Kontext der Literaturgeschichte in deutscher Sprache meint Exilliteratur „in erster Linie die literarische Produktion der unter dem Nazi-Regime emigrierten AutorInnen.“[2]. Im Allgemeinen ist die Definition der „Exilliteratur“: „ allg. jedes durch polit. Radikalismus, Zensur, Schreibverbot, Bedrohung im Mutterland ins ideologisch freie Ausland verdrängte Dichtertum.“[3]

Als Adolf Hitler im Januar 1933 an die Macht kam, gingen nur wenige antifaschistische Schriftsteller ins Exil, da sie die Herrschaft der Nationalsozialisten als vorübergehend betrachteten. Die erste Emigrationswelle deutscher Schriftsteller begann mit dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 (Autoren wie J.R. Becher und A. Döblin).Zahlreiche Autoren wurden auch ausgebürgert, was deutlich macht, dass das Regime der kritischen Literatur eine sehr große Bedeutung beilegte. Nach der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 verließen weitere Schriftsteller das Land. Im Herbst 1933 war diese erste Emigrationsphase weitgehend abgeschlossen. 1938/39 kam es mit dem Anschluss Österreichs und der Tschechoslowakei zu einer zweiten Emigrationswelle.

Durch den Verlust der deutschen Sprache und des deutschen Umfelds, die Trennung vom Lesepublikum und die äußerst geringen Publikationsmöglichkeiten im Exil waren die Arbeits- und Wirkungsmöglichkeiten der emigrierten Autoren drastisch eingeschränkt. Dennoch gab es Exilzeitschriften und Verlage, die es ermöglichten, die Exilliteratur zu publizieren.

Eine besondere Rolle in der Exilliteratur spielt die Epik, also Erzähltexte, und darunter vor allem die Gattungsform des Romans. Dieser konnte leichter übersetzt werden als beispielsweise die Lyrik und war gut geeignet, um die Gesellschaft und die Geschichte darzustellen.

Der Exilliteratur lag um ihrer Wirkung willen, als künstlerische Entgegnung auf den Nationalsozialismus, eine gewisse stoffliche Fixierung zugrunde. Im Falle von Anna Seghers Roman Das siebte Kreuz ist dieser Stoff die Aktualität im Nazideutschland, weswegen er in die Untergruppe der Deutschlandromane einzuordnen ist. Schon allein der Untertitel der Erstausgabe, der in einigen Werkausgaben noch erhalten ist, bekräftigt diese Aussage: Das siebte Kreuz. Roman aus Hitlerdeutschland.

In ihrem Roman liefert Anna Seghers eine treue Darstellung der Lebensbedingungen unter dem Nazi-Regime. Sie konnte dabei aus der eigenen Erinnerung schöpfen, was in der detailgetreuen Darstellung der Landschaft um ihre Geburtsstadt Mainz hervorgeht. Zusätzlich war sie jedoch, wie viele andere Autoren im Exil, auf Informationen zweiter Hand angewiesen. Seghers hatte sich die Zustände in Deutschland von Besuchern in Paris schildern lassen und über briefliche Informationen, sowie in Gesprächen, ihre Kenntnisse aufgefrischt.

Über das Thema der Darstellung des Nazideutschlands wird unter 3.2. noch genauer eingegangen werden.

Es muss angemerkt werden, dass einige Quellen den Roman Das siebte Kreuz in die Kategorie der Zeitromane einordnen[4]. Da diese sich jedoch mit der „[...]mittel- oder unmittelbaren Vorgeschichte der Diktatur[...]“[5] befassen, wäre es nicht korrekt, den Roman in diese Untergruppe einzuordnen, da dieser genau die Epoche der Diktatur beschreibt. So kann ich mir nur vorstellen, dass der Begriff "Zeitroman" entweder mit einer anderen Bedeutung benutzt wird, oder der Roman deshalb in diese Kategorie eingeordnet wird, weil er gewisse formale Merkmale mit den Zeitromanen gemeinsam hat. So steht unter "Zeitroman" im Sachwörterbuch der Literatur (1968) : „Der Zeitroman unterscheidet sich durch seine querschnitthafte Simultantechnik des Nebeneinanders von Zeittypen[...].“[6]. Im nächsten Abschnitt wird auf diese Charakteristik des Aufbaus von Anna Seghers Roman noch näher eingegangen.

2.3. DER AUFBAU DES ROMANS

In diesem Teil meiner Arbeit werde ich den Aufbau des Romans Das siebte Kreuz von Anna Seghers genauer analysieren und insbesondere auf die verschiedenen Zeitebenen und Erzählperspektiven eingehen.

Bevor der eigentliche Roman mit dem 1. Kapitel beginnt, findet man in Seghers Roman zunächst eine Widmung und ein Personenverzeichnis. Die Widmung "Dieses Buch ist den toten und lebenden Antifaschisten Deutschlands gewidmet“[7] wird unter 3.2. genauer untersucht werden.

Das Personenverzeichnis auf der Seite 7 des Romans (vgl. Anhang) enthält 32 Personen, die im Buch erscheinen. Außer der Hauptperson Georg Heisler und anderen, die im ganzen Roman eine wichtige Rolle spielen und mehrmals auftreten, zählt die Autorin auf dieser Liste auch die Nebenpersonen auf, die nur einmalig in Das siebte Kreuz erwähnt werden, oder nur in einem Kapitel von Belangen sind. Neben diesen 32 Personen im Personenverzeichnis treten aber noch viele andere handelnd im Roman auf, weshalb es sicherlich interessant wäre, zu analysieren, nach welchem Kriterium die Autorin diese Liste zusammengestellt hat. So erscheint dort zum Beispiel „Ein holländischer Schiffer, der allerlei riskiert“[8], nicht aber Personen wie Sauer oder Schenk, oder das "Holzklötzchen", die sicherlich ebenso wichtig sind wie der genannte Schiffer.

[...]


[1] Diese Biographie ist zusammengestellt aus den Angaben in BERNHARDT, Rüdiger: Erläuterungen zu Anna Seghers Das siebte Kreuz. C. Bange Verlag, Hollfeld, 2001 und http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SeghersAnna/

[2] http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/vorlesungen/literaturge/exilliteratur.htm

[3] VON WILPERT, Gero: Sachwörterbuch der Literatur. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 1968

[4] vgl. Kindlers Literatur Lexikon. Band 20. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1974.

[5] DOERR, Emmanuel: Gattungen der Exilliteratur. Seminar Deutsche Literatur, Handout vom 13.04.2005

[6] VON WILPERT, Gero: Sachwörterbuch der Literatur. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 1968

[7] SEGHERS, Anna: Das siebte Kreuz. Roman. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin, 29. Auflage 2004, S. 5

[8] SEGHERS, Anna: Das siebte..., S. 7

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Anna Seghers - Das siebte Kreuz
Hochschule
Universitat Autònoma de Barcelona  (Facultat de Traducció i d'Interpretació)
Note
10
Autor
Jahr
2005
Seiten
31
Katalognummer
V40252
ISBN (eBook)
9783638388108
Dateigröße
639 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Note 10 entpricht der höchsten Bewertung in Spanien.
Schlagworte
Anna, Seghers, Kreuz
Arbeit zitieren
Stefanie Wimmer (Autor), 2005, Anna Seghers - Das siebte Kreuz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40252

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