„Das einzige positive Selbstgefühl, das der Mensch kennen kann,
gründet auf der Voraussetzung, dass er gut, richtig und willkommen ist.
Ohne diese Überzeugung ist ein Mensch, welchen Alters auch immer, verkrüppelt durch Mangel an Vertrauen, an vollen Selbstgefühl, an Spontaneität und Würde.
Ohne das Gefühl des Richtigseins hat man kein Gespür dafür, wieviel an Wohlgefühl, Sicherheit, Hilfe, Gesellschaft, Liebe, Freundschaft, Gegenständen, Lust oder Freude man beanspruchen kann.
Das Ziel des Lebens ist Leben. Das Ziel des Wohlbefindens ist, all das zu ermutigen, was Wohlbefinden hervorruft.“
(Jean Liedloff: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. 1985)
Fast auf den Tag genau sind sechzig Jahre vergangen, als der II. Weltkrieg sein Ende fand und mit ihm der nationalsozialistische Staat.
Überall in den Medien werden wir heute verstärkt an das Kriegsende und an die Verbrechen der damaligen Zeit erinnert (Arbeitslager, Konzentrationslager etc.). Eine Randgruppe - die Menschen mit Behinderung, die von der nationalsozialistischen Herrschaft schwer betroffen waren, soll Schwerpunkt dieser Arbeit sein. Im Speziellen wird in dieser Schrift die Hilfsschule im Nationalsozialismus beleuchtet.
Am Anfang wird der Einfluss sozialdarwinistischer Gedanken auf die Einstellung zum Behinderten und ökonomische Überlegungen aufgezeigt.
Der inhaltliche Schwerpunkt dieser Arbeit sind die Aufgaben der Hilfsschule im Nationalsozialismus.
Als ein wichtiger Punkt soll weiterhin der Zusammenhang zwischen Hilfsschule und der Euthanasie Bearbeitung finden. Die Hilfsschule war sehr von den unterschiedlichen sozialen und politischen Phasen des Nationalsozialismus beeinflußt. Genauer werde ich auf die Phase im II. Weltkrieg eingehen. Als Beispiel für eine Hilfsschule soll die Pestalozzischule in Halle (Saale) dienen. In meiner Schlußbetrachtung werde ich einige Gedanken zur Aussonderung von Menschen mit Behinderung in unserer Zeit darlegen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Bild des behinderten Menschen in der Geschichte
- Rückblick in die Entstehungsgeschichte der Sonderschule
- Hilfsschule im Dritten Reich
- Sozialdarwinismus und Nationalsozialismus
- Einfluss sozialdarwinistischer Gedanken auf die Einstellung zum behinderten Menschen
- Ökonomische Überlegungen zur Hilfsschule
- Aufgaben der Hilfsschule im Nationalsozialismus.
- Hilfsschule und Euthanasie
- Hilfsschule im II. Weltkrieg
- Die Hilfsschule am Beispiel der Pestalozzischule in Halle (Saale)
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Hilfsschule während der Zeit des Nationalsozialismus. Sie untersucht die Rolle der Hilfsschule in der nationalsozialistischen Gesellschaft und beleuchtet die Auswirkungen sozialdarwinistischer Gedanken auf die Einstellung gegenüber behinderten Menschen. Darüber hinaus analysiert sie die ökonomischen Überlegungen zur Hilfsschule sowie ihre Aufgaben innerhalb des nationalsozialistischen Systems.
- Einfluss sozialdarwinistischer Gedanken auf die Einstellung zum Behinderten im Nationalsozialismus
- Ökonomische Überlegungen zur Hilfsschule im Dritten Reich
- Aufgaben der Hilfsschule im Nationalsozialismus
- Zusammenhang zwischen Hilfsschule und Euthanasie
- Die Hilfsschule während des Zweiten Weltkriegs
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Relevanz der Hilfsschule im Kontext der nationalsozialistischen Herrschaft heraus.
- Das zweite Kapitel beleuchtet das historische Bild des behinderten Menschen in verschiedenen Gesellschaften und verdeutlicht die häufig vorkommende Ausgrenzung und Verfolgung.
- Kapitel drei befasst sich mit der Entstehungsgeschichte der Sonderschule und zeigt auf, wie sich die Denkweise gegenüber behinderten Menschen im Laufe der Zeit wandelte.
- Kapitel vier analysiert die Hilfsschule im Dritten Reich und untersucht die Bedeutung sozialdarwinistischer Ideologien in diesem Kontext.
- Im fünften Kapitel wird die Hilfsschule am Beispiel der Pestalozzischule in Halle (Saale) näher betrachtet.
Schlüsselwörter
Hilfsschule, Nationalsozialismus, Behinderte, Sozialdarwinismus, Euthanasie, Pestalozzischule, Halle (Saale), Ausgrenzung, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielte die Hilfsschule im Nationalsozialismus?
Die Hilfsschule war stark von der NS-Ideologie geprägt und diente unter anderem dazu, Schüler nach sozialdarwinistischen Kriterien zu erfassen und auszusondern.
Was ist der Zusammenhang zwischen Hilfsschule und Euthanasie?
Die Arbeit untersucht, wie die Hilfsschule als Vorstufe zur Selektion für die Euthanasie-Programme des NS-Regimes fungierte.
Wie beeinflusste der Sozialdarwinismus das Bild von Behinderten?
Sozialdarwinistische Gedanken führten dazu, dass behinderte Menschen als "minderwertig" und ökonomische Belastung für die "Volksgemeinschaft" angesehen wurden.
Was war die Pestalozzischule in Halle (Saale)?
Sie dient in der Arbeit als konkretes Beispiel für eine Hilfsschule, um die Umsetzung der NS-Bildungspolitik in der Praxis zu veranschaulichen.
Wie änderte sich die Hilfsschule während des Zweiten Weltkriegs?
Die Arbeit beleuchtet die spezifische Phase im Krieg, in der sich die Bedingungen und Aufgaben der Sonderschulen nochmals drastisch verschärften.
Was thematisiert die Schlussbetrachtung der Arbeit?
Sie zieht Parallelen zur heutigen Zeit und legt Gedanken zur Aussonderung von Menschen mit Behinderung in unserer modernen Gesellschaft dar.
- Quote paper
- Susanne Täntzler (Author), 2005, Die Hilfsschule zur Zeit des Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40265