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Geschlecht als soziale Konstruktion

Title: Geschlecht als soziale Konstruktion

Term Paper , 2003 , 28 Pages , Grade: sehr gut (1,0)

Autor:in: Tamara Di Quattro (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Woran man denkt, wenn man den Begriff 'Geschlecht' hört, ist klar zu bestimmen. Wir assoziieren ihn unmittelbar mit zwei Kategorien, mit männlich und mit weiblich. Eine andere Zuordnung ist uns eher fremd. Die Frage, welchem der beiden Geschlechter man angehört, erübrigt sich meist bei zwischenmenschlichen Begegnungen, denn wir haben in der Regel eindeutige Zeichen für das Mann- bzw. Frausein. Dies sind nicht nur körperliche Merkmale, sondern das Geschlecht spiegelt sich ebenso im Verhalten, im Ausdruck und vielem Anderen wider. Dadurch ist es im Regelfall direkt zu bestimmen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Geschlecht als soziale Konstruktion, wobei die 'Natürlichkeit' des Geschlechts, nämlich das, wovon wir annehmen, es sei angeboren, eine andere Bedeutung bekommt. Das Geschlecht wird aus soziologischer Sicht betrachtet.
Wie werden Mädchen und Jungen behandelt? Welche Erwartungen werden an sie gestellt? Wie verhalten sich Erwachsene gegenüber Kindern unterschiedlichen Geschlechts? Und vor allem: mit welchen Auswirkungen? Diesen Fragen soll im ersten Teil dieser Arbeit nachgegangen werden.
Der zweite Teil befasst sich vor allem mit der Frage, was Menschen tun, um ihr Geschlecht zu verkörpern. Hierzu werden zunächst verschiedene Ansätze vorgestellt und darauf wird beschrieben, wie das Geschlecht innerhalb von Interaktionen dargestellt wird.
Die vorliegende Arbeit endet mit einer Schlussbetrachtung aus pädagogischer Sicht, die Folgerungen für die Erziehung beinhaltet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung / Hinführung zum Thema

Teil 1: Mädchen und Jungen im Sozialisationsprozess / „Making gender“

„Was wird mit uns gemacht, dass wir Geschlecht werden?“

1. Zu den Begriffen „sex“ und „gender“

2. Feministische Ansichten und Biologismus

3. Erziehung / Sozialisation

3.1 Über Geschlechterdifferenzen (Untersuchungen)

3.2 Geschlechtsrelevante Erlebnisse und Geschlechtsetikettierung

4. Sozialisation als Abrichtung / Naturalisierung als Legitimation zur Ausbeutung von Frauen

Teil 2: „Doing gender“

„Was machen wir, um Geschlecht zu sein?“

5. Feministische Mikrosoziologie und relevante Ansätze

5.1 Der Goffmannsche Ansatz

5.2 Garfinkels Ethnomethodologie

6. Transexuellenforschung

6.1 Garfinkels „Agnes-Studie“

6.2 Kessler und McKenna

7. Alltagswissen und Geschlechterdichotomie

8. Interaktive Konstruktion von Geschlecht

8.1 Geschlechtsdarstellung („ich stelle mein Geschlecht dar“)

8.2 Ressourcen

8.3 Geschlechtsattribution („ich mache dich zu einem Geschlecht“)

9. Stabilisierende Faktoren der Geschlechterdifferenz

10. Geschlecht und soziale Ungleichheit / Doing gender und doing inequality

Schlussbetrachtung

Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Geschlechts als soziale Konstruktion unter den theoretischen Perspektiven „Making gender“ und „Doing gender“. Ziel ist es, den Prozess der geschlechtsspezifischen Sozialisation sowie die alltägliche, interaktive Hervorbringung von Geschlechterdifferenzen soziologisch zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Sozialisationsprozesse als Mechanismen zur Herausbildung von Geschlechtsrollen
  • Die feministische Mikrosoziologie und ihre Bedeutung für die Geschlechterforschung
  • Methoden der interaktiven Geschlechterherstellung („Doing gender“)
  • Der Einfluss von Alltagswissen und gesellschaftlichen Machtstrukturen

Auszug aus dem Buch

3.1 Über Geschlechterdifferenzen (Untersuchungen)

Die Psychologin, Philosophin und Soziologin Ursula Scheu (1978) beschreibt in ihrem Buch „Wir werden nicht als Mädchen geboren, wir werden dazu gemacht“ wie Kinder vom ersten Tag der Geburt an systematisch in eine Geschlechtsrolle gedrängt werden. Sie geht davon aus, dass es lediglich einen rein biologischen Unterschied gibt, nämlich den anatomischen Unterschied in den Geschlechtsorganen, den chromosomalen und hormonellen Unterschied. Alles andere, also der Charakter und damit auch typisch männliches und typisch weibliches Verhalten ist anerzogen.

Die Unterschiede der Geschlechter resultieren aus unterschiedlichen Erwartungen, die Erzieher und allgemein Erwachsene an Mädchen und Jungen stellen, die in einer unterschiedlichen Behandlung von Jungen und Mädchen durch Erwachsene zum Ausdruck kommen. Diese unterschiedliche Behandlung beginnt unmittelbar nach der Geburt und betrifft alle möglichen Bereiche, wie folgt:

? Stillen

Eine Untersuchung von Brunet und Lézine (1971, zitiert nach Scheu 1978) zeigt, dass Mädchen im Vergelich zu Jungen seltener gestillt und im Allgemeinen früher entwöhnt werden. Dies wird auch durch eine norwegische Studie bestätigt. Außerdem ist die Stilldauer geringer, und zwar deshalb, weil den Jungen während des Saugens mehr Pausen zugestanden werden. Der Trinkrhythmus von Mädchen wird eher gebrochen als von Jungen. Mädchen sollen schnell trinken, schneller als die Jungen, und die Folge daraus ist, dass sie sich anpassen und dann tatsächlich schneller trinken.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung / Hinführung zum Thema: Diese Einführung legt das soziologische Verständnis von Geschlecht als sozialer Konstruktion dar und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

Teil 1: Mädchen und Jungen im Sozialisationsprozess / „Making gender“: Dieser Teil beleuchtet, wie durch Erziehung und Sozialisation gesellschaftlich erwünschte Geschlechterrollen und Verhaltensweisen erlernt werden.

Teil 2: „Doing gender“: Hier werden die mikrosoziologischen Theorien vorgestellt, die erklären, wie Geschlecht durch alltägliche Interaktionen erst laufend hergestellt und reproduziert wird.

Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung diskutiert die pädagogische Relevanz der Untersuchung und fordert ein geschlechtsrollenemanzipatorisches Verhalten in der Erziehung.

Schlüsselwörter

Geschlechterforschung, Soziale Konstruktion, Doing gender, Making gender, Sozialisation, Mikrosoziologie, Geschlechterdifferenz, Ethnomethodologie, Erving Goffman, Alltagswissen, Geschlechterrolle, Interaktion, Geschlechtsattribution, Ungleichheit, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die theoretische Annahme, dass Geschlecht keine biologische Gegebenheit, sondern eine soziale Konstruktion ist, die durch Sozialisation und alltägliche Interaktionen fortlaufend erschaffen wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt die geschlechtsspezifische Sozialisation von Kindern sowie die mikrosoziologischen Prozesse der „Doing-gender“-Theorie ab, einschließlich der Rolle von Macht und sozialer Ungleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Prozesse aufzudecken, durch die aus biologischen Individuen soziale Geschlechterwesen gemacht werden, und dies kritisch aus pädagogischer Sicht zu reflektieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden primär herangezogen?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung und Synthese existierender soziologischer und feministischer Forschungsergebnisse, insbesondere der Ethnomethodologie.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in den Prozess der Sozialisation („Making gender“) und die Analyse der alltäglichen Interaktion („Doing gender“), inklusive der Darstellung durch Akteure.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen „Doing gender“, „Making gender“, Geschlechterdichotomie, soziale Konstruktion und die interaktive Herstellung von Geschlecht.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen „sex“ und „gender“?

Die Arbeit übernimmt die Unterscheidung, bei der „sex“ für das biologische Geschlecht und „gender“ für das soziale Geschlecht steht, wobei sie sich primär auf die Untersuchung von „gender“ konzentriert.

Warum spielt die Transsexuellenforschung für das Konzept des „Doing gender“ eine so wichtige Rolle?

Die Forschung zu Transsexualität verdeutlicht, wie bewusst oder unbewusst die Darstellung von Geschlecht („passing“) stattfindet und wie stark unsere Gesellschaft an einer zweigeschlechtlichen Ordnung festhält.

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Details

Title
Geschlecht als soziale Konstruktion
College
Bielefeld University
Grade
sehr gut (1,0)
Author
Tamara Di Quattro (Author)
Publication Year
2003
Pages
28
Catalog Number
V40342
ISBN (eBook)
9783638388795
ISBN (Book)
9783638655446
Language
German
Tags
Geschlecht Konstruktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tamara Di Quattro (Author), 2003, Geschlecht als soziale Konstruktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40342
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