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Zur NS-Herrschaftspraxis: Statt Sozialismus - Sozialdarwinismus und Rassenideologie

Title: Zur NS-Herrschaftspraxis:  Statt Sozialismus - Sozialdarwinismus und Rassenideologie

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah Spangenberg (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

Der Ursprung des nationalsozialistischen Rassenwahns und der daraus resultierenden Verbrechen im Dritten Reich lag in den rassenideologischen und sozialdarwinistischen Theorien des 19. Jahrhunderts und in dem Wunsch der Nationalsozialisten, eine Volksgemeinschaft zu erschaffen, die allen anderen Völkern körperlich als auch geistig überlegen ist und somit die Weltherrschaft auf ewig für sich in Anspruch nehmen kann. Voraussetzung für diese Überlegenheit war jedoch die gleichzeitige Eliminierung aller minderwertigen, artfremden bzw. fremdrassigen, gemeinschaftsunfähigen und erbkranken „Elemente“. Zu Beginn des NS-Regimes erfolgte die Eliminierung, hier noch im Sinne von Ausgrenzung, auf dem Wege der Gesetzgebung. Mit der Radikalisierung des Krieges gab es jedoch nur noch eine Lösung - den Genozid von Millionen unschuldiger Menschen, die nicht in das Bild einer idealen Volksgemeinschaft passten. In der hier vorliegenden Hausarbeit werden die rassentheoretischen Grundlagen der NSRassenideologie näher betrachtet und deren praktische Anwendungen und Auswirkungen auf die für „minderwertig“ erklärten Gruppen untersucht. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, welche Maßnahmen sich die Nationalsozialisten bei der Produktion einer rassisch überlegenen Volksgemeinschaft zunutze machten und mit welchen rassenideologischen Grundannahmen sie diese Maßnahmen rechtfertigten. In Kapitel 2 wird zunächst die NSRassenideologie vorgestellt, die von der Ungleichheit verschiedener Rassen und der Überlegenheit der arischen Rasse ausgeht, bevor in den nachfolgenden Kapiteln diejenigen Gruppen vorgestellt werden, die als „minderwertig“ und „fremdrassig“ stigmatisiert wurden und die es zu eliminieren galt. Dazu gehörten in besonderem Maße die Juden (Kap. 3), von denen Millionen der „Endlösung“ zum Opfer fielen. Doch auch die Ermordung behinderter Menschen im Rahmen der NS-Euthanasie (Kap. 4) sowie die Verfolgung und Ausgrenzung so genannter „Asozialer“ (Kap. 5), wie etwa Verbrecher, Zigeuner und Homosexuelle, gehörten zur NS-Herrschaftspraxis. Materialbasis dieser Hausarbeit bilden ausschließlich Monographien, die sich gut fundiert und tiefgründig mit der Thematik der NS-Rassenideologie auseinandersetzen. Generell gestaltete sich die Literaturrecherche als einfach, da die Auswahl an Werken zu diesem Thema relativ umfangreich und vielfältig ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die NS-Rassenideologie – Die „arische Rasse“ und das „Untermenschentum“

2.1. Theoretische Grundlagen – „Rassenkampf“ und „Rassenhygiene“

2.2. Arier versus „Untermensch“ – eine nationalsozialistische Charakterisierung

3. Die „Gegenrasse“ – Der Jude als Todfeind der arischen Rasse

4. Die NS-Euthanasie – Die Zerstörung „lebensunwerten Lebens“

4.1. Das Sterilisationsgesetz

4.2. Die Kinder-Euthanasie

4.3. Die „Aktion T 4“ in den Jahren 1939 bis 1941

4.4. Die Sonderbehandlung 14f13 und die „Wilde Euthanasie“ 1941 bis 1945

5. Die soziale Ausgrenzung und Verfolgung von „Asozialen“

5.1. Maßnahmen zur „Endlösung der sozialen Frage“

5.2. Die „Endlösung des Zigeunerproblems“ im Dritten Reich

5.3. Die Verfolgung von Homosexuellen im Dritten Reich

6. Resümee

Zielsetzung und Themen

Diese Hausarbeit untersucht die rassenideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus und deren praktische Anwendung in Form von Ausgrenzungs- und Vernichtungsmaßnahmen gegen als „minderwertig“ stigmatisierte Gruppen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, mit welchen rassenbiologischen Begründungen die Nationalsozialisten ihre Verbrechen rechtfertigten und welche Instrumente zur Etablierung einer vermeintlich überlegenen „Volksgemeinschaft“ genutzt wurden.

  • Rassenideologische und sozialdarwinistische Ursprünge
  • Konstruktion der „arischen Rasse“ und des „Untermenschentums“
  • Die systematische Vernichtung jüdischer Bevölkerungsteile
  • NS-Euthanasie als Instrument zur Zerstörung „lebensunwerten Lebens“
  • Verfolgung und Ausgrenzung sogenannter „Asozialer“

Auszug aus dem Buch

2.1. Theoretische Grundlagen – „Rassenkampf“ und „Rassenhygiene“

Darwin, Gobineau, Chamberlain – diese Namen sind für das Verständnis der NS-Ideologie von umfassender Bedeutung, da sie mit ihren rassentheoretischen Lehren und Ideen im 19. Jahrhundert die Grundlagen für die Rassenideologie der Nationalsozialisten gelegt haben. Der englische Naturforscher Darwin entwickelte die Lehre vom „Kampf ums Dasein“, der zufolge die stärkeren Individuen, bei gleichzeitiger Eliminierung der schwächeren Individuen durch natürliche Selektion, überleben („survival of the fittest“). Gobineau, der den Begriff „arische Rasse“ prägte, versuchte die Ungleichheit der menschlichen Rassen zu beweisen und teilte diese in kulturbegründende, kulturtragende und kulturzerstörende Rassen ein. Chamberlain, auf den die Formel „arisch = germanisch = deutsch“ zurückgeht, vertrat die Ansicht, die „arische Rasse“ sei die allein kulturträchtige.

Aufgrund der intensiven Lektüre und Auseinandersetzung mit diesen Theoretikern während seiner Inhaftierung in Landsberg entwickelte Hitler in „Mein Kampf“ seine eigene Rassenlehre. Ausgangspunkt der NS-Rassenideologie bildete die Überzeugung von der unveränderbaren, im Blut bzw. den Genen liegenden Verschiedenheit der Rassen, die somit auf biologische Aspekte und nicht auf Einflüsse der Umwelt oder Erziehung zurückgeführt wurde. So ging auch Hitler in „Mein Kampf“ von der Ungleichheit der Menschen aus, die sich höher und minderwertigen Rassen zuordnen lassen. Dabei stehen sich die unterschiedlich starken Rassen in einem „Rassenkampf“ gegenüber, in dem die stärkere, auf Rassereinheit basierende Rasse als Sieger hervorgehen wird, während sich die schwächere der überlegenen Rasse unterzuordnen hat. Denn Hitler war der festen Überzeugung, dass die Natur den Trieb zur Rassereinheit habe. Dies impliziere den Untergang des Rassemischlings, den Hitler „Bastard“ zu nennen pflegte, da die Natur ihn mit Unfruchtbarkeit strafe und die „Rassereinen“ zur Blutreinheit treibe. An den Untergang des „Bastards“ sei jedoch die Voraussetzung geknüpft, dass eine „höher stehende unvermischt gebliebene Rasseeinheit“ bzw. ein „Grundstock rassisch reiner Elemente“ vorhanden bleibe, wie sich Hitler ausdrückte. Die Vermischung von Blut unterschiedlicher Rassen, häufig auch „Durchrassung“ bezeichnet, senke das Niveau der Rasse, führe somit zu einer Abartung der reinen Rasseeinheit und verstoße gegen die Natur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die rassenideologischen und sozialdarwinistischen Wurzeln der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und definiert das Ziel der Arbeit, die Umsetzung dieser Ideologie in staatliche Maßnahmen zu analysieren.

2. Die NS-Rassenideologie – Die „arische Rasse“ und das „Untermenschentum“: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Einflüsse von Theoretikern wie Darwin, Gobineau und Chamberlain und die daraus resultierende rassenbiologische Einteilung der Menschheit in überlegene Arier und minderwertige „Untermenschen“.

3. Die „Gegenrasse“ – Der Jude als Todfeind der arischen Rasse: Hier wird die antisemitische Ideologie analysiert, welche die jüdische Bevölkerung als „Gegenrasse“ und existenzielle Bedrohung für das deutsche Volk diffamierte und rechtlich entrechtete.

4. Die NS-Euthanasie – Die Zerstörung „lebensunwerten Lebens“: Dieses Kapitel beleuchtet den systematischen Mord an Menschen mit Behinderungen, unterteilt in Sterilisationsmaßnahmen, die Kinder-Euthanasie, die „Aktion T 4“ und die spätere „Wilde Euthanasie“.

5. Die soziale Ausgrenzung und Verfolgung von „Asozialen“: Der Abschnitt untersucht die Maßnahmen gegen Personengruppen, die als „gemeinschaftsfremd“ eingestuft wurden, darunter Kriminelle, Zigeuner und Homosexuelle, und deren Verfolgung als „Endlösung der sozialen Frage“.

6. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, wie die nationalsozialistische Rassenideologie in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs von einer gesetzlich legitimierten Ausgrenzung zu einem totalen Vernichtungskrieg radikalisiert wurde.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Rassenideologie, Sozialdarwinismus, Arier, Untermenschentum, Antisemitismus, Euthanasie, Sterilisationsgesetz, Aktion T 4, Ausgrenzung, Zigeuner, Homosexuelle, Endlösung, Volksgemeinschaft, Rassenhygiene.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der NS-Rassenideologie und zeigt auf, wie diese zu einer staatlich organisierten Vernichtungspraxis gegen gesellschaftlich ausgegrenzte Gruppen führte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Konstruktion der „arischen Rasse“, der Antisemitismus, die NS-Euthanasie sowie die Verfolgung von als „asozial“ stigmatisierten Menschengruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Verbindung zwischen der nationalsozialistischen Ideologie und den realen Maßnahmen der Ausgrenzung und Vernichtung zu analysieren sowie die rassenideologischen Rechtfertigungsversuche zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, wobei ausschließlich fachwissenschaftliche Monographien zur Thematik der NS-Rassenideologie als Materialbasis herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Rassentheorie, die Darstellung des Judenhasses, die Analyse des Euthanasie-Programms und die Untersuchung der Verfolgung von „Gemeinschaftsfremden“ wie Sinti, Roma und Homosexuellen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rassenhygiene, Selektion, Lebensunwertes Leben, Endlösung und Volksgemeinschaft.

Warum wurde die „Aktion T 4“ als Vorbild für die Massenvernichtung angesehen?

Die Organisation und methodische Durchführung der Morde in den Euthanasie-Anstalten, insbesondere der Einsatz von Gaskammern, dienten als Experimentierfeld für die spätere industrielle Vernichtung der europäischen Juden.

Welche Rolle spielten Ärzte bei der Umsetzung der NS-Ideologie?

Ärzte waren maßgeblich an der ideologischen Legitimation, der Durchführung von Zwangssterilisationen und der aktiven Tötung von Patienten beteiligt, wobei sie teils aus ideologischer Überzeugung handelten.

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Details

Title
Zur NS-Herrschaftspraxis: Statt Sozialismus - Sozialdarwinismus und Rassenideologie
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Sarah Spangenberg (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V40343
ISBN (eBook)
9783638388801
Language
German
Tags
NS-Herrschaftspraxis Statt Sozialismus Sozialdarwinismus Rassenideologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Spangenberg (Author), 2005, Zur NS-Herrschaftspraxis: Statt Sozialismus - Sozialdarwinismus und Rassenideologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40343
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