Was ein Präpositionalattribut ist, welche Präpositionalphrasen als Präpositionalattribut an-gesehen werden können und welche nicht, erscheint beim ersten Zugang auf das Thema relativ unproblematisch zu sein. Welche einzelnen Präpositionen in Präpositionalattributen auftreten können und mit welchen Hilfsmitteln man Präpositionalattribute zuverlässig identifizieren kann, um sie von Präpositionalobjekten bzw. attributiv adverbialen Bestimmungen zu unterscheiden, ist jedoch oftmals weniger klar.
Das Ziel der Arbeit besteht darin, Präpositionalattribute mit Hilfe „traditioneller“ syntaktischer Verfahren der Satzgliedanalyse in eindeutiger Weise identifizieren zu können. Zum einen kann man dadurch die Zuverlässigkeit bereits vorliegender Verfahren prüfen, zum anderen kann man bei konsequenter Abarbeitung möglichst vieler Präpositionen, die in Präpositionalattributen vor-kommen, eine Liste der Substantive erstellen, die den Präpositionen vorangestellt sind, was al-lerdings aufgrund des Umfanges in diesem Beleg nicht geschehen wird. Es soll also im Einzel-nen darum gehen, die besonderen Verhältnisse in der Präpositionalattributkonstruktion in Ab-grenzung zu konkurrierenden syntaktischen Konstruktionen zu erfassen.
Selbstverständlich können in einer solchen Seminararbeit nicht alle Aspekte beleuchtet werden. Vollständigerweise müsste neben der syntaktischen Analyse eine semantische Detailanalyse an-gefertigt werden, so dass die Konstruktionsbedingungen für erweiterte Substantivgruppen mit Präpositionalattribut erkannt werden könnten. Wie bereits erwähnt, sollen in dieser Arbeit nur ausgewählte syntaktische Testverfahren dargestellt werden, anhand derer eine nachvollziehbare Identifizierung der Präpositionalattributkonstruktion möglich ist. Demnach erhebt diese Arbeit aufgrund des Umfangs des gewählten Themas keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Arbeit ist wie folgt gegliedert:
Bevor ausgewählte syntaktische Testverfahren zur Bestimmung der Präpositionalattribut-konstruktion dargestellt und mit Beispielen belegt werden, sollen zunächst terminologisch der Begriff „Attribut“ sowie die Grammatik der Präpositionalphrase unabhängig von der Funktion als Attribut, ihre interne Struktur und die wichtigsten Eigenschaften der Präpositionen themati-siert werden, so dass sich die Besonderheiten der Binnenstruktur von Präpositionalattribut-konstruktionen besser erfassen lassen.
Auf das Präpositionalattribut wird ebenfalls eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Terminologie
2.1 Das Attribut
2.1.1 Zum Wesen des Attributs
2.1.2 Zur Form des Attributs
2.1.3 Zur Stellung des Attributes
2.2 Die Präposition und Präpositionalphrase
2.2.1 Zum Wesen der Präposition
2.2.2 Zur Rektion der Präposition
2.2.3 Zur Semantik der Präposition
2.2.4 Zur syntaktischen Funktion
3 Die Abgrenzung der PPA- von der AAB-Konstruktion
3.1 Zum Problem der Abgrenzung von Satzglied und PPA-Konstruktion
3.2 Ausgewählte Testverfahren zur Bestimmung der PPA-Konstruktion
3.2.1 Der Pronominaladverbtest
3.2.2 Der Erfragbarkeitstest
4 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Präpositionalattribute (PPA) in der aktuellen deutschen Standardsprache mittels traditioneller Verfahren der Satzgliedanalyse eindeutig von konkurrierenden Konstruktionen wie Präpositionalobjekten oder attributiv adverbialen Bestimmungen (AAB) abzugrenzen und zu identifizieren.
- Syntaktische Bestimmung der PPA-Konstruktion
- Abgrenzung von PPA- und AAB-Konstruktionen
- Anwendung des Pronominaladverbtests
- Anwendung des Erfragbarkeitstests
- Analyse der Rektionseigenschaften von Präpositionen
Auszug aus dem Buch
0.0.0 Der Pronominaladverbtest
In einer PPA-Konstruktion kann das PPA durch ein Pronominaladverb ersetzt werden, das mit der in der jeweiligen PPA-Konstruktion verwendeten PPPA gebildet wird. Unter einem Pronominaladverb versteht man eine Verbindung aus den Adverbien da-, hier- und wo- (bzw. dar- und wor- bei Präpositionen, die mit einem Vokal beginnen) und der jeweiligen Präposition (Duden 1984, S. 356; Helbig/Buscha 1981, S. 234f.).
(1) der Glaube an das Wunder
(1a) → der Glaube daran
(2) der Appetit auf Schokolade
(2a) → der Appetit darauf
„Handelt es sich bei der komplexen NP hingegen um eine lokale oder temporale AAB, so steht als Proform ein einfaches Adverb mit lokalem bzw. temporalem Inhalt.“ (Schierholz 2001, S. 156).
(3) Der Urlaub in Spanien war einmalig.
(3a) → Der Urlaub dort war einmalig.
Wenn in der Nachfolger-NPPPA eine Lebewesenbezeichnung vorkommt, muss anstelle des Pronominaladverbs die PPPA mit einem Personal- oder einem Demonstrativpronomen, das in dem von der PPPA bestimmten Kasus steht, verwendet werden (Helbig/Buscha 1981, S. 305f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Präpositionalattributes in der deutschen Standardsprache ein und beschreibt das Ziel, diese durch syntaktische Verfahren eindeutig zu identifizieren.
2 Terminologie: Hier werden die theoretischen Grundlagen zum Attribut sowie zu den Präpositionen und Präpositionalphrasen erarbeitet, um die Binnenstruktur der PPA-Konstruktionen besser erfassen zu können.
3 Die Abgrenzung der PPA- von der AAB-Konstruktion: Dieses Kapitel behandelt das Problem der Abgrenzung von Satzgliedern und präsentiert mit dem Pronominaladverbtest sowie dem Erfragbarkeitstest ausgewählte Testverfahren.
4 Schlussfolgerung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass die Identifikation von PPA-Konstruktionen komplex ist und oft mehrere Testverfahren erfordert.
Schlüsselwörter
Präpositionalattribut, PPA-Konstruktion, AAB-Konstruktion, Pronominaladverbtest, Erfragbarkeitstest, Syntaktische Analyse, Rektion, Attribut, Präpositionalphrase, Satzglied, Sprachwissenschaft, Deutsche Grammatik, Wortstellung, Testverfahren, Semantik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der syntaktischen Bestimmung des Präpositionalattributes (PPA) in der deutschen Standardsprache und dessen Abgrenzung von anderen Konstruktionen wie der AAB-Konstruktion.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Terminologie des Attributs und der Präposition sowie die Untersuchung von Testverfahren zur Identifizierung syntaktischer Funktionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel besteht darin, PPA-Konstruktionen mittels traditioneller syntaktischer Verfahren wie dem Pronominaladverbtest und dem Erfragbarkeitstest zuverlässig zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es werden linguistische Testverfahren zur syntaktischen Analyse angewendet, wie insbesondere die Pronominaladverbsubstitution und die Erfragbarkeit, um komplexe Substantivgruppen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Grundlegung sowie die praktische Anwendung und kritische Reflexion spezifischer Testverfahren für verschiedene Präpositionen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Präpositionalattribut, Syntax, Grammatik, Testverfahren, PPA, AAB, Linguistik, Sprachwissenschaft.
Warum ist die Identifikation eines Präpositionalattributes oft so schwierig?
Die Schwierigkeit liegt in der Polyfunktionalität von Präpositionalphrasen und der Tatsache, dass sie syntaktisch mehrdeutig sein können, was die eindeutige Zuordnung zu einer Kategorie erschwert.
Was zeigt die Schlussfolgerung bezüglich der Testverfahren auf?
Die Schlussfolgerung ergibt, dass kein einzelner Test auf alle Präpositionen zuverlässig anwendbar ist, weshalb zur eindeutigen Bestimmung meist eine Kombination aus mehreren Testverfahren notwendig ist.
- Quote paper
- Susan Grüßner (Author), 2004, Das Präpositionalattribut - Eine syntaktische Bestimmung der PPA Konstruktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40351