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Französisch im Indischen Ozean: Schwerpunkt Seychellen

Title: Französisch im Indischen Ozean: Schwerpunkt Seychellen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kerstin Weber (Author)

French Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die französische Sprache gehört zwar nicht zu den größten muttersprachlich gesprochenen Sprachen der Welt, dennoch ist sie mit ihrer Verbreitung über fünf Kontinente und Ozeane als Muttersprache, offizielle Sprache und Kultur- bzw. Verkehrssprache eine der führenden Sprachen der Welt. Gesprochen wird Französisch in Europa, Nordamerika, Afrika, im karibischen Raum und Südamerika, in Ozeanien, in Indien und auf den Inseln im Indischen Ozean. Der Grund für den Status einer Weltsprache liegt in der früheren Kolonialherrschaft Frankreichs außerhalb Europa. So kam es, dass sich die Frankophonie in den verschiedensten Gegenden der Welt ausbreitete. Mit der Kolonialherrschaft entstanden auch die sogenannten ‚französischen Kreolsprachen’ im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean. Kreolsprachen wurden lange Zeit als eine primitive, vereinfachte Ableitung der Sprache der sozial höheren Schicht gesehen, gelten auch heute noch in einigen Territorien als die Sprache der “low variety“ bzw. «variété basse»1. Dies rührt noch von der Tatsache, dass Englisch oder Französisch zu Kolonialzeiten die Kultursprachen der „weißen Elite“2 waren und somit als vorbildliche Sprachen galten. Den schwarzen Sklaven, die seit Ende des 15. Jahrhunderts aus Afrika in alle neu kolonialisierten Länder und Inseln importiert wurden, fehlte ein gemeinsames Kommunikationsmittel, da sie von den weißen Kolonialherren ohne Rücksicht auf Gemeinsamkeiten (wie eine gemeinsame Sprache) getrennt wurden. So konnte garantiert werden, dass weder Unterhaltungen noch Verschwörungen unter den Sklaven stattfinden konnten. Hier liegt der Ursprung für die Entstehung von Kreolsprachen: Die schwarzen Sklaven versuchten wahrscheinlich die ‚Sprache’ bzw. Wörter oder Laute ihrer weißen Herren zu imitieren („baby-talk“ Theorie 3) indem sie ‚Wortfetzen’ auffingen und so versuchten, sich eine eigene Verständigung zu verschaffen. Es gibt verschiedene Theorien, wie die Entstehung von Kreolsprachen genau abgelaufen sein könnten. Andere besagen z.B., dass es die weißen Herren waren, die ihre Sprache bewusst vereinfachten, um den Sklaven ihre Befehle verständlich zu vermitteln. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Geschichte der Seychellen

2.1. Bevölkerung

2.2. Sprachgeschichte

3. Sprachsituation auf den Seychellen

3.1. Kreolisch

3.2. Englisch

3.3 Französisch

4. Merkmale und Beispiele von Kreolsprachen unter besonderer Berücksichtigung des Seselwa

4.1. Phonetik und Phonologie

4.1.1. Vokale

4.1.2. Konsonanten

4.2. Morphologie und Syntax

4.2.1. Artikel / Genus

4.2.2. Negation / Pronomen

4.3. Wortschatz/Lexik

5. Vergleich des Seselwa mit anderen französischen Kreolsprachen

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die linguistische Situation sowie die historische Entwicklung der Sprachen auf den Seychellen im Indischen Ozean, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle und die Merkmale des Seselwa (kreolische Sprache).

  • Historische Besiedlung und sprachliche Entwicklung auf den Seychellen.
  • Status der drei offiziellen Sprachen: Seselwa, Englisch und Französisch.
  • Phonetische, morphologische und syntaktische Charakteristika der Kreolsprache Seselwa.
  • Vergleichende Analyse des Seselwa mit anderen französischen Kreolsprachen.
  • Bedeutung der Sprache für die kulturelle Identität der Seychellois.

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Vokale

Das auffälligste Merkmal von französischen Kreolsprachen in der Phonologie ist wohl das Fehlen der Palatalvokale. Stattdessen herrscht z.B. im KrSey eine starke Tendenz zu Nasallauten, die im Französischen selbst gar keine Nasale waren, z.B. «donner» ‡ [dõne] oder «banane» ‡ [bãnãn]. Erklären lässt sich dies durch befreite westafrikanische Sklaven, die vorwiegend auf die Seychellen gebracht wurden und deren Ursprache auch stark zu Nasallauten neigte. Außerdem war eine stärkere Nasalisierung der französischen Vokale bis ins 18. Jahrhundert gängiger, so dass auch dieses Faktum eine Rolle spielen mochte.

Die Diphtonge sind größtenteils dem Französischen gleich geblieben, mit der Ausnahme von [ij] im Wortauslaut, dieser wird nämlich in den Kreolsprachen zum Monophtong vereinfacht: «famille» ‡ [fami], «fille» ‡ [fi]. (vgl. Stein 1984, 28ff.)

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Hintergrund der Verbreitung des Französischen und die Entstehung der französischen Kreolsprachen durch die Kolonialherrschaft.

2. Geschichte der Seychellen: Dieses Kapitel behandelt die Entdeckung und Besiedlung der Seychellen sowie die soziokulturellen Hintergründe der Einwanderung verschiedener ethnischer Gruppen.

3. Sprachsituation auf den Seychellen: Hier wird der Status der drei offiziellen Landessprachen – Kreolisch, Englisch und Französisch – sowie deren gesellschaftlicher Stellenwert beleuchtet.

4. Merkmale und Beispiele von Kreolsprachen unter besonderer Berücksichtigung des Seselwa: Das Kapitel analysiert spezifische linguistische Merkmale des Seselwa in den Bereichen Phonetik, Morphologie, Syntax und Lexik.

5. Vergleich des Seselwa mit anderen französischen Kreolsprachen: Es werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Seselwa zu verwandten Kreolsprachen, insbesondere auf Réunion und Mauritius, herausgearbeitet.

6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung der Sprache als kulturelles Identitätsmerkmal und reflektiert über die künftige Entwicklung des Seselwa.

Schlüsselwörter

Seychellen, Seselwa, Kreolsprache, Französisch, Englisch, Linguistik, Sprachgeschichte, Diglossie, Phonetik, Morphologie, Syntax, Lexik, Sprachkontakt, Kolonialgeschichte, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der französischen Sprache im Indischen Ozean und analysiert spezifisch die sprachliche Situation und Geschichte auf den Seychellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Seychellen, den Status der offiziellen Landessprachen und eine detaillierte sprachwissenschaftliche Untersuchung des Seselwa.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die linguistische Entwicklung des Seselwa zu untersuchen und zu klären, welchen Status die offiziellen Sprachen auf den Seychellen einnehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, bei der vor allem Erkenntnisse bekannter Linguisten wie Annegret Bollée und Peter Stein zusammengeführt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Kreolsprachen, vergleicht sie mit anderen Inseldialekten und untersucht detailliert phonetische und morphologische Besonderheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Seychellen, Seselwa, Kreolsprache, Diglossie und linguistische Sprachreduzierung.

Wie unterscheidet sich Seselwa von der französischen Ausgangssprache?

Das Seselwa weist starke Reduktionen in Morphologie und Syntax auf, wie etwa das Fehlen einer komplexen Verbkonjugation und das Fehlen grammatikalischen Genus.

Warum wurde das Kreolische auf den Seychellen so stark gefördert?

Nach der Unabhängigkeit wurde Seselwa zur ersten offiziellen Sprache erhoben, um die nationale Identität zu stärken und das ehemals geringe Ansehen der Sprache zu überwinden.

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Details

Title
Französisch im Indischen Ozean: Schwerpunkt Seychellen
College
University of Siegen
Course
Weltsprache Französisch
Grade
1,0
Author
Kerstin Weber (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V40375
ISBN (eBook)
9783638389006
Language
German
Tags
Französisch Indischen Ozean Schwerpunkt Seychellen Weltsprache Französisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Weber (Author), 2004, Französisch im Indischen Ozean: Schwerpunkt Seychellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40375
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