Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods

Offener Unterricht

Title: Offener Unterricht

Term Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andrea Finke (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Spätestens seit Erscheinen der Pisa-Studie steht fest, dass das deutsche Bildungssystem enorme Defizite aufweist. Deutsche Schüler zeigen im Bereich Lesekompetenz unterdurchschnittliche Kenntnisse und so erreicht Deutschland hier nur Platz 21 von 31 teilnehmenden Staaten. Auch in den Bereichen Naturwissenschaft und Mathematik erreichen wir jeweils nur Platz 20. Nach diesem erschreckenden Ergebnis diskutieren Politiker, Vertreter aus der Wirtschaft, Pädagogen, Eltern und Schüler darüber, wie Schule in Zukunft stattfinden wird. Dabei ist eines bereits klar: Schule muss und wird sich verändern. Seit dem Bestehen der Schule in der Griechischen Antike über das Römische Reich, den Klosterschulen des Mittelalters, den Bürgerschulen der Neuzeit bis hin zu den heutigen Schulen, hat sie sich stets verändert in Bezug auf Inhalte, Methoden und Ziele. Dieser Wandel ist vor allem auf politische, ökonomische, gesellschaftliche und soziale Verhältnisse und der Veränderung dieser zurückzuführen. So verändert sich auch die Rolle des Lehrers im Laufe der Geschichte. Er ist nicht mehr nur Ausführungsorgan staatlicher Beschlüsse und Lehrpläne, sondern erhält zusätzlich die innovative Aufgabe, sich kritisch mit Methoden, Medien, Inhalten, Themen u.a. auseinander zu setzen und eine geeignete Unterrichtsmethode innerhalb bestimmter Vorgaben zu wählen. Als zukünftiger Lehrer muss ich somit entscheiden und begründen können, weshalb ich in welcher Art und Weise vorgehe. Deswegen sollte der Lehrer sich mit verschiedenen Theorien, Modellen und Unterrichtskonzepten auseinandersetzen. Wie denke ich Unterricht und wie könnte er möglicherweise auch gedacht werden? Da der ´Offene Unterricht´ in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnt und in den dazu erscheinenden Veröffentlichungen überwiegend als das zukunftsweisende Modell gesehen wird, habe ich mich entschieden, diese Unterrichtsform genauer zu beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Exkurs

2.1 Entwicklung des ´Offenen Unterrichts´ in England

2.2 Entwicklung des ´Offenen Unterrichts´ in Deutschland

3 Was ist ´Offener Unterricht´?

3.1 Definitionsversuch

3.2 Dimensionen der Offenheit

3.3 Methoden des ´Offenen Unterrichts´

3.3.1 Die Freiarbeit

3.3.2 Die Wochenplanarbeit

3.4 Lehrer- und Schülerrolle

3.5 Das Pro und Contra ´Offenen Unterrichts´

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "Offenen Unterrichts" vor dem Hintergrund der durch die PISA-Studie aufgezeigten Defizite im deutschen Bildungssystem, um zu analysieren, inwiefern diese Unterrichtsform zur notwendigen Reform der Lernkultur und zur Förderung zentraler Basiskompetenzen bei Schülern beitragen kann.

  • Historische Entwicklung des Offenen Unterrichts in England und Deutschland
  • Begriffsdefinition und theoretische Dimensionen der Offenheit
  • Methodische Ausgestaltung: Freiarbeit und Wochenplanarbeit
  • Veränderte Rollenbilder von Lehrern und Schülern
  • Kritische Reflexion der Vor- und Nachteile (Pro und Contra)

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Die Freiarbeit

Unterschiedliche Entwürfe, welche heute unter dem Begriff Freiarbeit laufen, stammen u.a. von MARIA MONTESSORI (1870-1952), CÉLESTIN FREINET (1896-1966) und PETER PETERSEN (1881-1952).

MONTESSORI geht von einem aktiven Kind aus. Das Kind kann sich nur aus sich selbst heraus entwickeln, Erziehung kann nur unterstützen. Ziel ist die Freiheit des Kindes, die über Tätigkeit erreicht wird. Von dieser Voraussetzung geht die Freiarbeitsmethode aus. Das Kind ist dann frei, wenn es sich den Bedürfnissen seiner Entwicklung gemäß entfalten kann. „Wenn wir also von Freiheit bei kleinen Kindern sprechen [...] so geben wir dem Wort den tieferen Sinn der ´Befreiung´ ihres Lebens von Hindernissen, die ihre normale Entwicklung hemmen." Freiarbeit bedeutet nicht, dass die Schüler machen dürfen was sie wollen, sondern dass sie „aus einem Angebot von Lernmöglichkeiten in einer Lernlandschaft freie Aktivitäten“ auswählen können. Diese Lernlandschaft trägt werkstattähnlichen Charakter – unterteilt in verschiedene Bereiche, in denen die Kinder arbeiten, forschen, entdecken oder auch spielen können. TRAUB definiert Freiarbeit als „eine bestimmte Unterrichtszeit selbstgesteuerten Lernens, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Lernarbeit selbst planen, einteilen und eigenverantwortlich durchführen. In dieser Zeit stehen ihnen Materialien zur Verfügung, die vom Lehrer/von der Lehrerin mehr oder weniger stark didaktisch aufbereitet wurden. Dabei sind die Fachgrenzen in der Regel aufgehoben.“ Bei dieser Form des Unterrichts tritt der Lehrer aus seiner Leitungs- und Kontrollfunktion in die Rolle des Helfers zurück und muss dabei unterscheiden, wer seine Hilfe benötigt und wer nicht. Die Kinder entscheiden selbständig, was und wie lange sie mit etwas arbeiten wollen. Dem Schüler allein wird die Fähigkeit zugeschrieben zu wissen, welche Arbeit ihn in seiner derzeitigen Entwicklung weiterbringt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Defizite des deutschen Schulsystems nach der PISA-Studie und begründet die Notwendigkeit, das Konzept des Offenen Unterrichts als zukunftsweisendes Modell zu untersuchen.

2 Historischer Exkurs: Dieses Kapitel zeichnet die Ursprünge der Bewegung nach, wobei der englische Plowden-Report als wesentlicher Impulsgeber für die Entwicklung in Deutschland identifiziert wird.

3 Was ist ´Offener Unterricht´?: Hier werden Definitionsversuche unternommen, die drei Dimensionen der Offenheit erläutert und die methodischen sowie rollenspezifischen Grundlagen sowie kritische Perspektiven dargelegt.

4 Resümee: Das Resümee bewertet den Offenen Unterricht als sinnvolle Komponente für eine notwendige Bildungsreform, betont jedoch, dass er kein Allheilmittel ist und im Einklang mit traditionellen Methoden stehen sollte.

Schlüsselwörter

Offener Unterricht, Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Reformpädagogik, Schülerorientierung, Eigenverantwortlichkeit, Lernkultur, Didaktik, Lehrerrolle, Selbsttätigkeit, Basiskompetenzen, Schulentwicklung, PISA-Studie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Konzeption des Offenen Unterrichts als Antwort auf aktuelle Anforderungen und Defizite im deutschen Bildungswesen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Herleitung, den methodischen Ansätzen der Freiarbeit und Wochenplanarbeit sowie der kritischen Analyse der Rollenverteilung zwischen Lehrkraft und Schülern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Offenen Unterricht auf seine Eignung hin zu untersuchen, Schüler zu selbstständigen und kompetenten Individuen zu erziehen, um sie besser auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen vorzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur und verschiedenen didaktischen Modellen der Reformpädagogik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die begrifflichen Grundlagen, die Dimensionen der Offenheit, spezifische Arbeitsformen sowie die Chancen und Risiken dieses Unterrichtskonzepts.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Offener Unterricht, Reformpädagogik, Schüleraktivität, Eigenverantwortung und eine veränderte Lernkultur.

Wie definiert das Dokument den Begriff "Freiarbeit"?

Freiarbeit wird als eine Unterrichtszeit des selbstgesteuerten Lernens definiert, in der Schüler eigenverantwortlich aus einem didaktisch aufbereiteten Lernangebot wählen und ihre Arbeit selbst planen.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Lehrers im Offenen Unterricht vom traditionellen Unterricht?

Im Gegensatz zur reinen Leitungsfunktion tritt der Lehrer im Offenen Unterricht stärker als Moderator, Berater und Helfer auf, der den Lernprozess der Schüler unterstützt, statt das Planungsmonopol innezuhaben.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Offener Unterricht
College
University of Kassel
Course
Einführung in die allgemeine Didaktik: Methoden, Modelle, Prinzipien und Sozialformen des Lehrens
Grade
1,0
Author
Andrea Finke (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V40384
ISBN (eBook)
9783638389075
Language
German
Tags
Offener Unterricht Einführung Didaktik Methoden Modelle Prinzipien Sozialformen Lehrens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Finke (Author), 2002, Offener Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40384
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint