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Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl - Geburtshelfer der Europäischen Union

Titel: Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl - Geburtshelfer der Europäischen Union

Hausarbeit , 2005 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christian Dube (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als die Vertreter der militärischen Führung Deutschlands im Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation unterzeichneten, waren große Teile der urbanen Regionen des zentraleuropäischen Festlandes zerstört, viele Millionen Menschen aus ihrer Heimat ve rtrieben und abermals tiefe Vertrauensbarrieren zwischen den Völkern Europas entstanden. Deutschlands Zukunft sollte nun von den vier Siegermächten: USA, Russland, Großbritannien und Frankreich bestimmt werden, welche sich darüber bereits in den Konferenzen von Casablanca (1943), Jalta und Potsdam (1945) verständigt hatten. Lange Zeit bestanden unter den Alliierten durchaus unterschiedliche Meinungen, wie mit Deutschland als mächtigem Staat im Zentrum Europas zu verfahren sei und es bedurfte langwieriger Konsultationen um den Grundstein für das heutige friedliche Zusammenleben der europäischen Völker zu legen.

Nachdem National- und Territorialstaaten viele Jahrhunderte die Weltpolitik bestimmt hatten und oftmals zu kriegerischen Auseinandersetzungen um Gebiete und Einflussbereiche beitrugen, bot sich nun wieder verstärkt die Chance die „europäische Idee“ aufzugreifen und durch regionale Integration dem gesteigerten Friedensdurst der europäischen Bevölkerung zu entsprechen. Der zweite Weltkrieg kann dabei als Initialzündung des europäischen Einigungsprozesses verstanden werden, da verschieden Pläne zuvor zwar diskutiert wurden, in der breiten Öffentlichkeit jedoch keine Resonanz fanden. Mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) wurde eine supranationale Organisation geschaffen, welche neben der Europäischen Wir tschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) als Vorstufe und Basis der heutigen Europäischen Union betrachtet werden kann. Gegenstand der vorliegenden Arbeit soll daher eine genauere Analyse der EGKS als Institution sowie deren Bedeutung für den europäischen Einigungsprozess sein. Zunächst werden dazu die historischen Rahmenbedingungen dargelegt, um anschließend die institutione llen Bestandteile beleuchten zu können. Schwerpunkt der Arbeit sind die politischen Zusammenhänge, welche sowohl die Gründungsjahre betreffend, als auch im Bezug auf die aktuellen europäischen Strukturen analysiert werden sollen. Grundlage der inhaltlichen Auseinandersetzung sind vor allem das Vertragswerk der EGKS, als auch verschiedene Publikationen zum europäischen Integrationsprozess selbst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Chronologie der Ereignisse

1. Problemstellung

2. Historische Grundlagen

2.1 Der europäische Gedanke bis zum Ende der Weltkriege

2.2 Europa nach dem Zweiten Weltkrieg und der Schumann-Plan

3. Organe und Vertragsabschluss

3.1 Inhaltliche Grundlagen des EGKS Vertrages

3.2 Die Organe der Gemeinschaft

4. Politik der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl

4.1 Wirtschaftliche Bilanz der ersten Jahre

4.2 Politische Entwicklung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) als historische Vorstufe und Basis der heutigen Europäischen Union. Dabei wird analysiert, inwieweit die Gründung dieser supranationalen Organisation als "Geburtshelfer" für den europäischen Einigungsprozess fungierte, wobei ein besonderer Fokus auf den politischen Zusammenhängen und dem Vertragswerk der EGKS liegt.

  • Historische Rahmenbedingungen des europäischen Einigungsprozesses nach 1945
  • Die Entstehung und institutionellen Bestandteile der EGKS
  • Wirtschaftliche Bilanz der Montanunion in den Gründungsjahren
  • Politische Herausforderungen und die Rolle zentraler Akteure wie Jean Monnet
  • Bedeutung des EGKS-Vertrages für die weitere europäische Integration

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Organe der Gemeinschaft

Zur Umsetzung der beschriebenen inhaltlichen Zielsetzungen wurde die Gemeinschaft mit vier Organen ausgestattet die nun näher beleuchtet werden sollen. Gemäß Artikel 7 EGKSV sind dies: 1. die Hohe Behörde, der ein beratender Ausschuss zur Seite steht, 2. die Gemeinsame Versammlung, 3. der Besondere Ministerrat und schließlich 4. der Gerichtshof. Der Hohen Behörde obliegt die Aufgabe, für die Umsetzung der oben beschriebenen Vertragsziele zu sorgen. Dazu kann die Hohe Behörde in allen Teilen verbindliche Entscheidungen erlassen, Empfehlungen aussprechen, oder unverbindliche Stellungnahmen abgeben. Die Empfehlungen sind in ihren Zielen verbindlich, lassen den Adressaten jedoch die Wahl zwischen den für die Zielerreichung geeigneten Mitteln. Als erster Präsident der Hohen Behörde wurde Jean Monnet gewählt. Der oben erwähnte beratende Ausschuss setzt sich aus 60 bis 84 Mitgliedern zusammen, die sich in gleicher Anzahl aus Vertretern der Erzeuger, der Arbeitnehmer, sowie der Verbraucher und Händler rekrutieren.

Zur Kontrolle der Hohen Behörde wurde die Gemeinsame Versammlung als weiteres Organ der EGKS installiert. Sie setzt sich aus Vertretern der Völker der in der Gemeinschaft vertretenen Staaten zusammen. Die Anzahl der Mitglieder richtet sich dabei nach der Größe des jeweiligen Landes. Nach Artikel 24 EGKSV ist die Gemeinsame Versammlung ermächtigt, mit Hilfe eines durch Zweidrittelmehrheit beschlossenen Misstrauensvotums, die Mitglieder der Hohen Behörde zum Rücktritt zu zwingen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Chronologie der Ereignisse: Detaillierte Auflistung der wichtigsten historischen Wegmarken von 1945 bis 2002 im Kontext der europäischen Integration.

1. Problemstellung: Einleitung in die Zerstörung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg und Herleitung der EGKS als supranationale Basis für einen friedlichen Neuanfang.

2. Historische Grundlagen: Skizzierung der europäischen Einigungsgedanken seit dem 19. Jahrhundert sowie die politischen Rahmenbedingungen nach 1945, die zum Schumann-Plan führten.

3. Organe und Vertragsabschluss: Darstellung der inhaltlichen Grundlagen des EGKS-Vertrages und der institutionellen Struktur der Gemeinschaft mit ihren vier Organen.

4. Politik der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl: Analyse der wirtschaftlichen Bilanz und der politischen Entwicklungen in den ersten Jahren der Montanunion.

5. Schlussbetrachtung: Würdigung der EGKS als historisches Moment und "Geburtshelfer" für supranationale Institutionen sowie Fazit zum bisherigen Integrationsprozess.

Schlüsselwörter

Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, EGKS, Montanunion, Europäische Integration, Robert Schumann, Jean Monnet, Supranationalität, Kohle, Stahl, Friedenssicherung, Europäische Union, Vertragswerk, Wirtschaftsgemeinschaft, Institutionen, Nachkriegszeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) als Vorläuferin der Europäischen Union und ihre historische Rolle im Einigungsprozess.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historischen Grundlagen, die institutionelle Gestaltung der EGKS, deren wirtschaftliche Entwicklung sowie der politische Integrationsprozess.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Bedeutung der EGKS als "Geburtshelfer" für supranationale Institutionen in Europa wissenschaftlich zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die primär auf dem Vertragswerk der EGKS sowie fachspezifischen Publikationen zur europäischen Integration basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die historischen Ursprünge, die Organe der Gemeinschaft (Hohe Behörde, Ministerrat etc.) sowie die wirtschaftlichen und politischen Ergebnisse der ersten Jahre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Montanunion, Supranationalität, wirtschaftliche Integration und Friedenssicherung charakterisieren.

Welche Rolle spielte Jean Monnet bei der Entstehung der EGKS?

Jean Monnet gilt als der entscheidende Wegbereiter und erste Präsident der Hohen Behörde, der maßgeblich an der inhaltlichen Ausgestaltung des Vertrages beteiligt war.

Warum wird die EGKS im Titel als "Geburtshelfer" bezeichnet?

Der Begriff beschreibt die EGKS als die erste reale Initiative zur Bildung supranationaler Institutionen, welche die Grundlage für die spätere Europäische Union legte.

Welchen Einfluss hatte der Koreakrieg auf die europäische Integration?

Der Koreakrieg forcierte die Forderung nach einem deutschen Verteidigungsbeitrag, was wiederum die Verhandlungen zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) anstieß.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl - Geburtshelfer der Europäischen Union
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Professur für Politikwissenschaft, insbesondere internationale Politik)
Veranstaltung
Regieren jenseits von Staatlichkeit - die Europäische Union
Note
1,7
Autor
Christian Dube (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V40404
ISBN (eBook)
9783638389211
ISBN (Buch)
9783638816090
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Europäische Gemeinschaft Kohle Stahl Geburtshelfer Europäischen Union Regieren Staatlichkeit Europäische Union
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Dube (Autor:in), 2005, Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl - Geburtshelfer der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40404
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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