Methoden der Stichprobenkonstruktion II


Hausarbeit, 2005

13 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klumpenstichproben
2.1. Mehrstufige Auswahlverfahren
2.2.Flächenstichprobe

3. Geschichtete Stichproben
3.1. Proportional geschichtete Stichproben
3.2. Disproportional geschichtete Stichproben
3.3. Stichproben mit optimaler Aufteilung

4. Quota-Verfahren

5. Literaturverzeichnis

Methoden der Stichprobenkonstruktion

1. Einleitung

Um die Eigenschaften einer Gesamtheit feststellen und analysieren zu können, wird bei einer bestimmten Anzahl von Untersuchungseinheiten eine Vollerhebung oder aber bei einer anderen zugrunde liegenden Anzahl von Untersuchungseinheiten eine Teilerhebung durchgeführt. Von einer Auswahl oder einer Stichprobe wird gesprochen, wenn bei der Datenerhebung einer empirischen Untersuchung nicht die Gesamtheit aller möglichen Fälle herangezogen und analysiert wird. Stichproben können in zwei verschiedenen Absichten durchgeführt werden:

„1.) Man kann anhand der Ergebnisse der Teilerhebung Verallgemeinerungen von der Stichprobe auf die Grundgesamtheit vornehmen, also beispielsweise von den empirischen Stichprobendaten ausgehend generelle Hypothesen entwickeln oder deskriptive Aussagen für die Grundgesamtheit formulieren (man nennt dies den Repräsentationsschluß).

2.)Der Ausgangspunkt kann aber auch – umgekehrt – eine vorhandene generelle Theorie oder Hypothese sein, die getestet werden soll, und zwar anhand der Resultate einer Stichprobe (diese Argumentationsrichtung nennt man den Inklusionsschluß).“[1]

Im weiteren Verlauf der vorliegenden Hausarbeit werden verschiedene Methoden des Stichprobenverfahrens dargestellt.

2. Klumpenstichproben

Häufig ist die Erhebung von Daten über vereinzelte Untersuchungseinheiten nicht geeignet, Informationen für ein angemessenes theoretisches Modell der sozialen Wirklichkeit zu liefern, da die einzelnen Untersuchungseinheiten bzw. –objekte (z.B. Haushalte) in einem sozialen, räumlichen u.a. Kontext mit anderen Einheiten stehen.[2] Es müssen zusätzlich also die Bedingungen erfasst werden, die sich für den Einzelnen aus seiner Einbindung in das jeweilige Umfeld ergeben. Dazu wird die sog. Klumpenstichprobe verwendet. Die Klumpenstichprobe erfordert, dass die Gesamtheit aus vielen Gruppen von Unter-suchungseinheiten besteht, die im Unterschied zur geschichteten Stichprobe, auf die später eingegangen wird, erheblich kleiner sind und von denen deshalb eine zufällige Stichprobe vollständig erhoben werden kann.[3]

„Als Klumpenstichprobe wird eine einfache Zufallsstichprobe dann bezeichnet, wenn die Auswahlregeln nicht auf die Elemente der Grundgesamtheit, sondern auf zusammengefasste Elemente („Klumpen“) angewendet werden und jeweils die Daten aller Elemente eines Klumpens erhoben werden.“[4]

Zum Beispiel würde man bei einer Untersuchung von Schülern die Stichprobe aus den Schülern mehrerer zufällig ausgewählten Schulklassen zusammensetzen oder bei einer Untersuchung von Betriebsangehörigen einzelne Betriebe oder Abteilungen vollständig erheben. Grundsätzlich spricht man nur dann von einer Klumpenstichprobe, wenn nicht die Klumpen selbst (z.B. die Schulklassen) die Untersuchungseinheiten sind, sondern die Bestandteile der Klumpen (z.B. die einzelnen Schüler). Probleme gibt es bei der Klumpenstichprobe in der Hinsicht, dass es zu einem so genannten „Klumpeneffekt“ kommen kann. Dies bedeutet, dass ein Genauigkeitsverlust der Schätzungen auf der Basis einer Klumpenstichprobe eintritt, wenn sich die Elemente eines Klumpens sehr stark ähneln, also fast homogen sind, und die einzelnen Klumpen sich stark voneinander unterscheiden. Es lässt sich zeigen, dass die relative Ungenauigkeit einer Klumpenstichprobe gegenüber einer einfachen zufälligen Stichprobe sowohl von der Homogenität als auch von der Anzahl der vorhandenen Elemente pro Klumpen abhängt. Eine große Anzahl von Klumpen mit sehr wenigen Elementen pro Klumpen ermöglichen meist genauere Schätzungen als wenige

Klumpen mit vielen Elementen.[5] Um diesen Ungenauigkeiten vorzubeugen, wird eine Klumpenstichprobe meistens mit anderen Stichprobenmethoden kombiniert, so dass ein mehrstufiges Auswahlverfahren entsteht.

[...]


[1] siehe: Kromrey, Helmut, „Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der Datenerhebung und Datenauswertung.“, 3. Auflage, Opladen, 1986, S. 130.

[2] Vgl.: Kromrey, Helmut, „Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der Datenerhebung und Datenauswertung.“, 3. Auflage, Opladen, 1986, S. 157.

[3] Vgl.: Bortz, Jürgen, „Lehrbuch der empirischen Sozialforschung: für Sozialwissenschaftler.“, Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo, 1984, S. 298.

[4] Siehe: Schnell, Rainer, Hill, Paul B., Esser, Elke, „Methoden der empirischen Sozialforschung.“, 7., völlig überarb. und erw. Auflage, München, Wien, Oldenbourg, 2005, S. S. 281.

[5] Vgl.: Schnell, Rainer, Hill, Paul B., Esser, Elke, a.a.O., S. 281f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Methoden der Stichprobenkonstruktion II
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Politische Wissenschaften)
Veranstaltung
Empirische Sozialforshung
Note
2,1
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V40425
ISBN (eBook)
9783638389402
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methoden, Stichprobenkonstruktion, Empirische, Sozialforshung
Arbeit zitieren
Vitalij Baisel (Autor), 2005, Methoden der Stichprobenkonstruktion II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40425

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