Während der Nutzung der Vermögensgegenstände des Anlagevermögens im Unternehmen können diese Wertminderungen unterliegen. Ursachen hierfür sind zum Beispiel wirtschaftliche, technische und zeitliche Abnutzung, im Einzelnen technischer Forschritt, Verschleiß oder z.B. Ablauf von Patenten oder Konzessionen. Um die Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens richtig darzustellen, müssen diese Umstände berücksichtigt und Wertkorrekturen vorgenommen werden. Mittels Abschreibungen werden diese Wertminderungen als Aufwand in der GuV verbucht und dienen damit zum einen als Mittel zur Wertangleichung des Anlagevermögens (statische Interpretation)1 und zum anderen zur periodengerechten Erfolgsermittlung durch die Verteilung der Aufwendungen auf die Nutzungsdauer (dynamische Interpretation).2 Die planmäßige Abschreibung und ihrer entsprechenden steuerlichen Absetzung für Abnutzung (AfA) bzw. Abnutzung für Substanzverringerung (AfS) folgen der dynamischen Interpretation, d.h. es sind Verteilungsabschreibungen. Deutlich geht dies aus § 253 II S. 2 HGB („[Der Abschreibungsplan] muss die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftjahre verteilen, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann.“) und aus §7 I S.1 EStG („[…] der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung […]“) hervor. Nach IFRS beruht die Berechnung von planmäßigen Abschreibungen konzeptionell auf dem matching principle, das besagt, dass die Kosten der Anlagegüter den Perioden anzulasten sind, in denen der Nutzen aus diesen Vermögenswerten gezogen wird. Die Folge, die sich zwangsläufig ergibt, ist, dass planmäßige Abschreibungen nur für Vermögensgegenstände bzw. Wirtschaftsgüter in Frage kommen, deren Nutzungsdauer zeitlich begrenzt ist und dass in beiden Rechnungslegungssystemen die systematische Verteilung der Kosten gefordert ist. [...] 1 Vgl. Coenenberg, a.a.O. S. 167 2 Vgl. Coenenberg, a.a.O. S. 167
Inhaltsverzeichnis
I. ÜBERBLICK
II. BERECHNUNGSGRÖßEN FÜR DIE PLANM ÄßIG ABSCHREIBUNG
A. Abschreibungsbasis
1. Anschaffungskosten
2. Herstellungskosten
3. Restwert
B. Nutzungsdauer
1. Schätzungserfordernis der Nutzungsdauer
2. Abschreibungsbeginn
3. Sonderfall: Geringwertige Wirtschaftsgüter
C. Abschreibungsmethode
1. Die lineare Abschreibung
2. Die geometrisch-degressive Abschreibung
3. Die leistungsbezogene Abschreibung
4. Abschreibungsmethoden nach IFRS (pattern)
III. FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Grundlagen der planmäßigen Abschreibungen nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS), um Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Ermittlung von Abschreibungsbasis, Nutzungsdauer und Methoden aufzuzeigen.
- Vergleich der Abschreibungsbasis (Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie Restwert)
- Analyse der Bestimmung der voraussichtlichen Nutzungsdauer
- Gegenüberstellung der zulässigen Abschreibungsmethoden
- Behandlung von Sonderfällen wie geringwertigen Wirtschaftsgütern
Auszug aus dem Buch
I. Überblick
Während der Nutzung der Vermögensgegenstände des Anlagevermögens im Unternehmen können diese Wertminderungen unterliegen. Ursachen hierfür sind zum Beispiel wirtschaftliche, technische und zeitliche Abnutzung, im Einzelnen technischer Forschritt, Verschleiß oder z.B. Ablauf von Patenten oder Konzessionen. Um die Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens richtig darzustellen, müssen diese Umstände berücksichtigt und Wertkorrekturen vorgenommen werden.
Mittels Abschreibungen werden diese Wertminderungen als Aufwand in der GuV verbucht und dienen damit zum einen als Mittel zur Wertangleichung des Anlagevermögens (statische Interpretation) und zum anderen zur periodengerechten Erfolgsermittlung durch die Verteilung der Aufwendungen auf die Nutzungsdauer (dynamische Interpretation).
Die planmäßige Abschreibung und ihrer entsprechenden steuerlichen Absetzung für Abnutzung (AfA) bzw. Abnutzung für Substanzverringerung (AfS) folgen der dynamischen Interpretation, d.h. es sind Verteilungsabschreibungen. Deutlich geht dies aus § 253 II S. 2 HGB („[Der Abschreibungsplan] muss die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftjahre verteilen, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann.“) und aus §7 I S.1 EStG („[…] der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung […]“) hervor. Nach IFRS beruht die Berechnung von planmäßigen Abschreibungen konzeptionell auf dem matching principle, das besagt, dass die Kosten der Anlagegüter den Perioden anzulasten sind, in denen der Nutzen aus diesen Vermögenswerten gezogen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
I. ÜBERBLICK: Das Kapitel erläutert die ökonomische Notwendigkeit von Abschreibungen und die zugrundeliegenden Interpretationsmodelle der statischen und dynamischen Wertangleichung.
II. BERECHNUNGSGRÖßEN FÜR DIE PLANM ÄßIG ABSCHREIBUNG: Dieser Abschnitt differenziert detailliert die drei Hauptkomponenten Abschreibungsbasis, Nutzungsdauer und Abschreibungsmethode nach HGB und IFRS.
III. FAZIT: Die Zusammenfassung stellt fest, dass der Abschreibungsplan in beiden Systemen inhaltlich weitgehend übereinstimmt, wenngleich bei einzelnen Bestandteilen oder der Interpretation Unterschiede existieren.
Schlüsselwörter
Abschreibungen, HGB, IFRS, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Nutzungsdauer, lineare Abschreibung, degressive Abschreibung, leistungsbezogene Abschreibung, Anlagenvermögen, Periodenabgrenzung, matching principle, Sachanlagevermögen, immaterielle Vermögenswerte, Bewertungsstetigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Systematik und die Berechnung von planmäßigen Abschreibungen unter dem Vergleich der deutschen handelsrechtlichen Bestimmungen und der internationalen IFRS-Standards.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition der Abschreibungsbasis, die Schätzung der Nutzungsdauer sowie die Auswahl und Anwendung verschiedener Abschreibungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Aufstellung von Abschreibungsplänen zwischen dem HGB und den IFRS herauszuarbeiten und deren Auswirkungen auf die Bilanzierung darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine rechtsvergleichende Literaturanalyse, um die gesetzlichen Regelungen und Standards gegenüberzustellen und die Unterschiede in der Bilanzpraxis aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Berechnungsgrößen, wie Anschaffungs- und Herstellungskosten, die Ermittlung der Nutzungsdauer sowie spezifische Methoden wie lineare oder degressive Abschreibung unter Einbeziehung der jeweiligen Standard-Verweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Abschreibungsbasis, Nutzungsdauer, matching principle, HGB und IFRS sowie verschiedene Abschreibungsverfahren.
Wie unterscheiden sich die IFRS vom HGB beim Abschreibungsbeginn?
Während im HGB oft der Zeitpunkt der Anschaffung relevant ist, gilt bei IFRS der Zeitpunkt, ab dem ein Vermögensgegenstand tatsächlich genutzt werden kann.
Gibt es bei den IFRS eine Vorliebe für eine bestimmte Abschreibungsmethode?
Nein, bei IFRS besteht keine explizite Präferenz für eine Methode, sofern der gewählte Verlauf den Werteverzehr korrekt widerspiegelt, wobei bei immateriellen Werten häufig die lineare Methode bevorzugt wird.
Warum spielt der materiality-Grundsatz bei geringwertigen Wirtschaftsgütern eine Rolle?
Da IFRS keine explizite Sofortabschreibung für Geringwertige Wirtschaftsgüter wie das HGB kennt, wird häufig auf den Materiality-Grundsatz zurückgegriffen, um Vereinfachungen vorzunehmen.
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- Ulrike Marx (Author), 2005, Planmäßige Abschreibungen nach HGB und IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40444