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Kann und soll ein rationaler Akteur für seine Entscheidungen unter Risiko die Vergangenheit außer Acht lassen?

Title: Kann und soll ein rationaler Akteur für seine Entscheidungen unter Risiko die Vergangenheit außer Acht lassen?

Term Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jörg Viebranz (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit befasst sich mit dem Problem, dass in manchen Theorien der Rationalwahl von einem rationalen Akteur gefordert wird die Vergangenheit bei seinen Entscheidungen nicht zu berücksichtigen. Es wird gezeigt, dass diese Forderung unter realistischen Bedingungen oder der Annahme von Bounded Rationality nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Die Arbeit befasst sich mit dem Problem, dass in manchen Theorien der Rationalwahl von einem rationalen Akteur gefordert wird die Vergangenheit bei seinen Entscheidungen nicht zu berücksichtigen. Es wird gezeigt, dass diese Forderung unter realistischen Bedingungen oder der Annahme von Bounded Rationality nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der rationale Akteur

3. Entscheidungen

3.1 Entscheidungen unter Sicherheit

3.2 Entscheidungen unter Unsicherheit

3.3 Entscheidungen unter Risiko

4. Entscheidungsmatrix und Entscheidungsbaum

5. Vergangenheit

6. Dynamische Entscheidungen

7. Wie ein Entscheidungsproblem spezifizieren?

7.1 Relevant Set

8. Sich ändernde Präferenzordnung

9. Problem der Fragestellung

10. Beispiele für Beachtung der Vergangenheit

11. Konsequentialismus

11.1 Einwand gegen Konsequentialismus

12. Mögliche Lösung des Konsequentialismusproblem durch explizite Beachtung der Vergangenheit

13. Informationsverluste mit Konsequentialismus

14. Auch konsequentialistische Akteure beachten die Vergangenheit

15. Zusammenfassung und Schlüsse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob ein rationaler Akteur bei Entscheidungen unter Risiko die Vergangenheit berücksichtigen kann und sollte. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern das Prinzip des Konsequentialismus – welches das Vergessen vergangener Entscheidungsereignisse fordert – mit rationalem Handeln und dynamischer Konsistenz vereinbar ist.

  • Grundlagen der Theorie des rationalen Akteurs
  • Differenzierung zwischen Entscheidungen unter Sicherheit, Unsicherheit und Risiko
  • Kritische Analyse des Konsequentialismus in dynamischen Entscheidungssituationen
  • Die Rolle der Vergangenheit als Information innerhalb des "Relevant Set"
  • Empirische und theoretische Beispiele wie das "Goofspiel" oder die Strategie "Tit-for-Tat"

Auszug aus dem Buch

Einwand gegen Konsequentialismus

Als ein Beispiel für ein Problem, das durch den Konsequentialismus verursacht wird möchte ich ein Beispiel anführen das sich an einen Aufsatz von Mark J. Machina (journal of economic literature Vol.XXVII;Machina 1989 p1622-1668) anlehnt:

Eine Mutter hat folgende Präferenzen:

(1) Sie möchte entweder ihrem Sohn Benjamin oder ihrer Tochter Abigail ihre Lebensversicherung überschreiben.

(2) Sie ist indifferent, ob Abigail (A) oder Benjamin (B) die Lebensversicherung erhalten soll.

(3) Sie möchte, dass auf jeden Fall eine/r der beiden die Lebensversicherung erhält statt keine/r von beiden.

(4) Sie präferiert eine Münze zu werfen, gegenüber einer wahllosen Übergabe an A oder B.

Benjamin verlangt von seiner Mutter eine schriftliche Bestätigung dieser Präferenz (4) vor dem Münzwurf. Darauf wirft sie die Münze und A gewinnt. Als Mutter A die Lebensversicherung überschreiben will (Zeitpunkt * in der Abb.), weist B die Mutter auf die schriftlich fixierte Präferenz (4) hin, und dass sie, da sie einen Münzwurf gegenüber der direkten Vergabe an eines der beiden Kinder, einen Münzwurf präferiert. Er verlangt einen erneuten Wurf der Münze. Die Mutter reagiert darauf verständlicherweise ablehnend und antwortet, dass er seine Chance hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung über die Bedeutung der Vergangenheit im Kontext der Entscheidungstheorie.

2. Der rationale Akteur: Definition und Eigenschaften eines Modells, das auf Nutzenmaximierung und idealisierter Rationalität basiert.

3. Entscheidungen: Klassifizierung von Entscheidungssituationen unter Berücksichtigung von Sicherheit, Unsicherheit und Risiko.

4. Entscheidungsmatrix und Entscheidungsbaum: Erläuterung methodischer Werkzeuge zur graphischen Darstellung von Entscheidungsproblemen.

5. Vergangenheit: Definition der Vergangenheit als Information über vorangegangene Zustände und Entscheidungen im Entscheidungskalkül.

6. Dynamische Entscheidungen: Analyse von Entscheidungssituationen, die eine Abfolge von Wahlakten erfordern.

7. Wie ein Entscheidungsproblem spezifizieren?: Diskussion der Notwendigkeit, ein "Relevant Set" für die Entscheidungsfindung zu definieren.

8. Sich ändernde Präferenzordnung: Kurze Betrachtung von Konsequenzen, wenn sich Präferenzen über die Zeit exogen oder endogen verändern.

9. Problem der Fragestellung: Problematisierung der Information, ob die Vergangenheit als entscheidungsrelevant eingestuft werden sollte.

10. Beispiele für Beachtung der Vergangenheit: Vorstellung von Strategien wie "Tit-for-Tat" und dem Konzept der "ex post Rationalität".

11. Konsequentialismus: Einführung des Konsequentialismus als Annahme, vergangene Ereignisse seien irrelevant.

12. Mögliche Lösung des Konsequentialismusproblem durch explizite Beachtung der Vergangenheit: Lösungsvorschläge durch Markiertheit vergangener Ereignisse.

13. Informationsverluste mit Konsequentialismus: Erörterung der Risiken, durch konsequentialistisches Handeln entscheidungsrelevante Informationen zu verlieren.

14. Auch konsequentialistische Akteure beachten die Vergangenheit: Argumentation, dass selbst bei theoretischem Konsequentialismus implizite Informationen aus der Vergangenheit wirken.

15. Zusammenfassung und Schlüsse: Fazit, dass die Einbeziehung der Vergangenheit als Teil des Relevant Sets rational begründet ist.

Schlüsselwörter

Entscheidungstheorie, Rationale Akteure, Vergangenheit, Risiko, Konsequentialismus, Dynamische Konsistenz, Nutzentheorie, Relevant Set, Entscheidungsmatrix, Erwartungsnutzen, Strategie, Informationsgehalt, Präferenzordnung, Nutzenmaximierung, Spieltheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob ein rationaler Akteur in Entscheidungssituationen unter Risiko die Vergangenheit bei seinem Entscheidungskalkül berücksichtigen sollte oder ob sie für ihn irrelevant ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entscheidungstheorie, der Konsequentialismus, die dynamische Konsistenz und die Modellierung von rationalem Handeln unter Unsicherheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu zeigen, dass es für einen rationalen Akteur nicht nur möglich, sondern rational geboten ist, die Vergangenheit als Information in seine Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen essayistischen, modelltheoretischen Ansatz, der auf der Diskussion klassischer Konzepte (wie der Nutzentheorie und Konsequentialismus) und der Analyse von Beispielen (u.a. Kartenspiele, Lebensversicherungsbeispiele) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des rationalen Akteurs, der Differenzierung von Entscheidungssituationen, der Problematik des Konsequentialismus und der Frage, wie relevante Informationen für Entscheidungen ("Relevant Set") identifiziert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Konsequentialismus, Entscheidung unter Risiko, Rationale Akteure und Dynamische Konsistenz.

Warum wird der Konsequentialismus in der Arbeit als problematisch angesehen?

Weil der Konsequentialismus verlangt, alle vergangenen Informationen zu "vergessen", was in dynamischen Situationen zu absurden Ergebnissen oder zu einem Verlust an dynamischer Konsistenz führen kann.

Was ist das "Relevant Set" im Kontext der Arbeit?

Das Relevant Set umfasst jene Informationen und Weltzustände, die für eine spezifische Entscheidung notwendig sind. Die Arbeit argumentiert, dass die Vergangenheit einen wesentlichen Teil dieses Sets bilden sollte.

Wie trägt das Kartenspiel-Beispiel zur Argumentation bei?

Es illustriert, dass ein Akteur – auch ein konsequentialistischer – Informationen aus vergangenen Spielrunden benötigt, um seine Gewinnwahrscheinlichkeit bei den kommenden Karten einzuschätzen, was beweist, dass die Vergangenheit implizit immer beachtet wird.

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Details

Title
Kann und soll ein rationaler Akteur für seine Entscheidungen unter Risiko die Vergangenheit außer Acht lassen?
College
University of Bayreuth  (Institut für Philosophie)
Course
Dynamische Konsistenz von individuellen und kollektiven Entscheidungen unter Risiko
Grade
1,7
Author
Jörg Viebranz (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V40461
ISBN (eBook)
9783638389716
ISBN (Book)
9783640119165
Language
German
Tags
Kann Akteur Entscheidungen Risiko Vergangenheit Acht Dynamische Konsistenz Entscheidungen Risiko
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Viebranz (Author), 2002, Kann und soll ein rationaler Akteur für seine Entscheidungen unter Risiko die Vergangenheit außer Acht lassen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40461
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