In his article „Property: Convention or Right?” (the Mises Review, Volume 8, Number 2, April 2003) David Gordon criticises Liam Murphy’s and Thomas Nagel’s (M&N) argument that private property is a convention defined by the legal system and therefore property and the influence of taxation on this property cannot hold its ground as a baseline for the evaluation of taxation.
Gordon’s main argument against this claim is that property rights are absolute rights, i.e. rights without duties or restrictions, and he tries to show with an example that M&N confuse legal with moral (or absolute) rights. I doubt that he succeeds in his attempt. In this essay I will show that property rights indeed are not absolute but conventional and that therefore Gordon’s argument is pointless. I will show that even Gordon has to accept the fact that property rights are conventions and that this is coherent with libertarian mainstream thinking. I will also show that M&N’s argument for taxation is reasonable and that as long as there is a government (and there has to be a government if we want to live in a civilized and technologically advanced society) taxation is just and not “legalized theft”.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der Argumentation von M&N
3. Auseinandersetzung mit Gordons Kritik
4. Nozicks Lockean Proviso und die konventionelle Struktur
5. Steuerpflicht, öffentliche Güter und das Gefangenendilemma
6. Persönliche Schlussfolgerungen zur staatlichen Berechtigung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Kritik von David Gordon an der Argumentation von Liam Murphy und Thomas Nagel zur konventionellen Natur von Eigentumsrechten zu untersuchen. Der Autor analysiert, ob Eigentumsrechte als absolute, natürliche Rechte betrachtet werden müssen oder ob sie als soziale Konventionen zu verstehen sind, die eine staatliche Besteuerung rechtfertigen.
- Vergleich libertärer und konventioneller Eigentumsauffassungen
- Analyse der Rolle des Staates bei der Entstehung von Wohlstand
- Untersuchung von Robert Nozicks "Lockean Proviso"
- Rechtfertigung von Steuern zur Finanzierung öffentlicher Güter
- Diskussion des Gefangenendilemmas bei der Staatsfinanzierung
Auszug aus dem Buch
Property: Right by Convention
The main theme of Gordon’s criticism of M&N is that from his point of view M&N reject absolute (libertarian) property rights and therefore property rights in general. He believes that if someone does not accept absolute property rights, then he does not accept property rights at all and thereby is forced to surrender himself to the goodwill and benevolence of the state. I think this is a misperception of him, and that even a radical libertarian like him has to accept the conventional structure of property rights.
I will try to show that conventional property rights are coherent with libertarian mainstream thinking and that M&N are not as radical as Gordon tries to make us believe In fact, they do accept property rights once they are created (e.g. that after taxation, the residual income should be respected by the government).
The heart and soul of libertarian thinking about property rights is what Robert Nozick calls a “principle of just acquisition of holdings” (R. Nozick: Anarchy, State and Utopia (1974), ASU) and the Lockean Proviso that he proposes as such a principle. The version of the proviso that Nozick gives is the following:
Someone becomes the proprietor of something, say a piece of land, in mixing his labor with that land. The restriction is that there has to be left “enough and as good for the others”. Nozick specifies this restriction so he can handle the following problem. If persons A to Y (where A is the first person that acquires something, B the second and so on) had acquired property rights and got enough, and person Z is the first person for whom there is not enough left, then the acquisition of Y was unjust, because he did not leave enough for Z.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Debatte um Eigentumsrechte als Konventionen versus absolute Rechte im Kontext der Steuerkritik.
2. Analyse der Argumentation von M&N: Darstellung der These von Murphy und Nagel, dass Eigentumsrechte vom Rechtssystem abhängen und Steuern essentiell für die Schaffung von Wohlstand sind.
3. Auseinandersetzung mit Gordons Kritik: Gegenüberstellung von Gordons "libertären Eigentumsrechten" und der Auffassung, dass auch diese eine konventionelle Struktur aufweisen.
4. Nozicks Lockean Proviso und die konventionelle Struktur: Analyse von Nozicks Prinzip der gerechten Aneignung und der Schlussfolgerung, dass auch libertäre Eigentumsrechte nicht absolut sind.
5. Steuerpflicht, öffentliche Güter und das Gefangenendilemma: Erörterung der Notwendigkeit staatlicher Finanzierung zur Vermeidung einer "Tragödie der Allmende".
6. Persönliche Schlussfolgerungen zur staatlichen Berechtigung: Abschließende Reflexion darüber, dass die staatliche Berechtigung zur Steuererhebung innerhalb eines demokratischen Rahmens als Konvention zu betrachten ist.
Schlüsselwörter
Eigentumsrechte, Konvention, Steuern, Libertarismus, Rechtsphilosophie, Staat, Lockean Proviso, Robert Nozick, Liam Murphy, Thomas Nagel, David Gordon, Wohlstand, Öffentliche Güter, Gefangenendilemma, Legislative
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Debatte darüber, ob private Eigentumsrechte absolute, natürliche Rechte sind oder ob sie als soziale Konventionen anzusehen sind, die vom Staat definiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Eigentumstheorie, libertäre politische Philosophie, die Rolle des Staates bei der Entstehung von Wohlstand und die moralische Rechtfertigung von Steuern.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage ist, ob die Behauptung, dass Eigentumsrechte soziale Konventionen sind, die staatliche Besteuerung als legitim ausweist und ob diese Auffassung mit libertärem Denken vereinbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die analytische Philosophie und die kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Fachliteratur, um logische Inkonsistenzen in den Argumenten von David Gordon aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Argumente von Murphy/Nagel gegen Gordon, diskutiert Nozicks "Lockean Proviso" sowie spieltheoretische Ansätze wie das Gefangenendilemma zur Rechtfertigung staatlicher Abgaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Eigentumsrechte, Konvention, Steuern, Libertarismus, Rechtsphilosophie, Staat und Wohlstand.
Wie argumentiert der Autor gegenüber David Gordons Kritik?
Der Autor argumentiert, dass Gordon ein falsches Dilemma konstruiert, indem er Eigentum als entweder "absolute" oder "nicht existent" darstellt, anstatt die konventionelle Natur von Eigentumsrechten als integralen Bestandteil einer zivilisierten Gesellschaft anzuerkennen.
Warum hält der Autor den Staat für berechtigt, Steuern zu erheben?
Der Autor vertritt die Ansicht, dass der Staat öffentliche Güter bereitstellen muss, um den "Hobbesianischen Naturzustand" zu vermeiden, und dass Steuern in einem demokratischen Prozess als notwendige Konvention zur Finanzierung dieser Ordnung legitimiert sind.
- Quote paper
- Jörg Viebranz (Author), 2003, Property: Right by Convention - an answer to David Gordons "Property: Right or Convention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40466