Der Fußball ist heute ein globaler Sport. Die FIFA zählte im Jahr 2000 in ihren 204 Verbänden 242 Millionen (Vereins-)Spieler, was etwa 4,1% der Weltbevölkerung entspricht. Die Fußballweltmeisterschaft ist nach den Olympischen Spielen das bedeutendste Sportereignis weltweit, allein bei der letzten WM-Endrunde wurden 28,8 Milliarden Fernsehzuschaltungen gezählt.
Aber diesen Stellenwert musste sich das Turnier hart erkämpfen. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diesen „Kampf“ darzustellen. Es soll gezeigt werden, wie das WM-Turnier entstand und wie es sich etablierte.
Im ersten Teil werden die wichtigsten Voraussetzungen dafür dargelegt. Es wird gezeigt, wie der Fußball von England aus um die Welt ging. Weiterhin werden die nationalen Verbandsgründungen und die Gründung der FIFA angerissen, die für internationale Spiele von Bedeutung waren. Außerdem wird ein Überblick über die ersten Länderspiele gegeben, die jedoch noch Einzelereignisse waren.
Dieser Teil soll dem Leser einen kurzen Überblick zur Ausgangssituation geben.
Im zweiten Abschnitt, dem Schwerpunkt der Arbeit, wird die Entstehung der WM beschrieben. Da diese über die olympischen Fußballturniere ging, wird die Entwicklung des olympischen Fußballs erläutert. Die FIFA, die ein steter Begleiter dieser Turniere war, soll dabei stets im Auge behalten werden. Es werden dabei jedoch keine Turnier- oder gar Spielberichte gegeben, sondern es sollen Probleme und markante Einschnitte in der Entwicklung gezeigt werden.
Die Betrachtung wird mit dem letzten Vorkriegsturnier 1938 abgeschlossen werden. Zu diesem Zeitpunkt war das WM-Turnier etabliert und der olympische Fußball hatte endgültig an Bedeutung verloren.
Inhaltsverzeichnis
1 PROBLEMSTELLUNG
2 DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR INTERNATIONALE FUßBALLTURNIERE
2.1 DIE VERBREITUNG DES FUßBALLS IN DER WELT
2.2 DIE GRÜNDUNG NATIONALER VERBÄNDE UND DER FIFA
2.3 ERSTE LÄNDERSPIELE UND INTERNATIONALE WETTBEWERBE
3 INTERNATIONALE FUßBALLTURNIERE
3.1 VORBEMERKUNGEN
3.2 DIE GENESE OLYMPISCHER FUßBALLTURNIERE BIS 1920
3.2.1 Paris und St. Louis – Ein erster Versuch
3.2.2 Von London bis Antwerpen – Fußball mit Turniercharakter
3.3 ERFOLGREICHE FUßBALLTURNIERE BEI OLYMPIA 1924 BIS 1936
3.3.1 Paris und Amsterdam – „Echte“ WM-Vorläufer
3.3.2 Fußball in Berlin – Ein letztes „Aufflackern“
3.4 DIE WM-TURNIERE BIS 1938
3.4.1 Die WM wird beschlossen
3.4.2 Uruguay 1930 – Ein Auftakt mit Hindernissen
3.4.3 Italien 1934 – Fußball als Instrument der Politik
3.4.4 Frankreich 1938 – Südamerikaner boykottieren
4 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung internationaler Fußballturniere von den Anfängen der weltweiten Verbreitung des Fußballs bis hin zur Etablierung der FIFA-Weltmeisterschaft vor dem Zweiten Weltkrieg. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der organisatorischen Herausforderungen und politischen Einflüsse, die die Entstehung des heutigen globalen Sportereignisses prägten.
- Ursprung und globale Ausbreitung des modernen Fußballs
- Die Rolle olympischer Fußballturniere als Vorläufer der WM
- Der Konflikt zwischen Amateurideal und Professionalisierung
- Politische Instrumentalisierung des Sports in den 1930er Jahren
- Herausforderungen bei der Organisation der ersten Weltmeisterschaften
Auszug aus dem Buch
3.4.2 Uruguay 1930 – Ein Auftakt mit Hindernissen
Der Beschluss zur Durchführung einer WM wurde mit allgemeiner Begeisterung aufgenommen, das Interesse an der Ausrichtung war allerdings noch nicht sonderlich ausgeprägt. Als Bewerber wurden allgemein Deutschland und Österreich erwartet und auch seitens der FIFA erhofft. Der DFB aber wusste nicht einmal, ob eine deutsche Mannschaft an einem Turnier teilnimmt, bei dem Profis spielen und Österreich verfügte über kein adäquates Stadion (vgl. Schulze-Marmeling, 2004, S. 27). Letztlich signalisierten Ungarn, Spanien, Italien, Schweden, die Niederlande und Uruguay ihre Bereitschaft zur Durchführung. Die europäischen Bewerbungen fielen mehr oder weniger halbherzig aus und nach der Bekanntgabe der Bedingungen für eine Ausrichtung des Turniers zogen sie gänzlich zurück.
Uruguay hingegen setzte sich umso mehr für die Ausrichtung der WM ein. Das Land war wirtschaftlich stark, verfügte über eine hervorragende Mannschaft und die Weltmeisterschaft sollte dem Land, das 1930 sein 100-jähriges Bestehen feierte, einen Platz auf der Weltkarte sichern. Es wurde schon damals versucht, den Fußball für politische Zwecke zu instrumentalisieren (vgl. Schulze-Marmeling & Dahlkamp, 2004, S. 27).
Zusammenfassung der Kapitel
1 PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die globale Bedeutung des Fußballs und Darstellung der Forschungsfrage bezüglich der Entstehung und Etablierung der Weltmeisterschaft.
2 DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR INTERNATIONALE FUßBALLTURNIERE: Analyse der weltweiten Ausbreitung des Fußballs durch britischen Einfluss sowie der Gründung von Nationalverbänden und der FIFA.
3 INTERNATIONALE FUßBALLTURNIERE: Detaillierte Betrachtung der olympischen Turniere und der frühen WM-Wettbewerbe bis 1938 unter Berücksichtigung sportpolitischer Konflikte.
4 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Einschätzung der Entwicklung vom unbedeutenden Spiel zum globalen, politisch beeinflussten Sportereignis.
Schlüsselwörter
Fußball, FIFA, Weltmeisterschaft, Olympische Spiele, Sportgeschichte, Amateurproblem, Professionalisierung, Internationaler Fußball, Politische Instrumentalisierung, Nationalverbände, Turniergeschichte, Sportpolitik, Jules Rimet, Uruguay 1930, Italien 1934.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der internationalen Fußballturniere, insbesondere den Weg von den frühen olympischen Fußballspielen hin zur Gründung und Etablierung der Fußball-Weltmeisterschaft bis zum Jahr 1938.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Ausbreitung des Fußballs, die Entstehung internationaler Verbände, die Rolle der Olympischen Spiele als WM-Vorläufer sowie die Auswirkungen von Professionalisierung und politischer Einflussnahme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, den "Kampf" um die Etablierung des WM-Turniers darzustellen und aufzuzeigen, wie sich dieses Sportereignis trotz verschiedener Widerstände und Hindernisse entwickeln konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine sportgeschichtliche Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur und historischen Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Voraussetzungen für internationale Wettbewerbe, die Entwicklung der olympischen Fußballturniere und die detaillierte Beschreibung der Weltmeisterschaften von 1930, 1934 und 1938.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Fußball, FIFA, Weltmeisterschaft, Olympische Spiele, Professionalisierung, Sportgeschichte und politische Instrumentalisierung sind die zentralen Begriffe.
Warum lehnte der DFB die WM-Idee zunächst ab?
Der DFB und sein damaliger Präsident Felix Linnemann kämpften gegen die WM-Idee aufgrund einer nationalistisch geprägten Engstirnigkeit und eines ideologisch gefärbten Festhaltens am Amateurismus.
Welche Rolle spielte die Politik bei der WM 1934 in Italien?
Italien nutzte die WM massiv zu Propagandazwecken, um die Stärke des Faschismus zu demonstrieren; dabei wurde sogar vor der Manipulation sportlicher Ergebnisse durch Schiedsrichter nicht zurückgeschreckt.
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- Tobias Jantz (Author), 2005, Der Weg des Fußballs um die Welt. Internationale Fußballturniere bis 1945. Weltmeisterschaften und Olympische Spiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40484