IAS und US-GAAP am Beispiel Immaterieller Vermögenswerte


Hausarbeit, 2004
26 Seiten, Note: 2,5
Anonym

Leseprobe

Gliederung

Einführung

1. Bedeutung der internationalen Rechnungsstandards

2. Ziele und Grundsätze der Rechnungslegung nach IAS und US-GAAP

3. Aufbau des Jahresabschlusses nach
3.1. Aufbau und Gliederung der Bilanz
3.2. Aufbau der Gewinn- und Verlustrechnung
3.3. Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalentwicklung, Anhang

4. Immaterielle Vermögenswerte (intangible assets) nach IAS/US-GAAP
4.1. Begriffsbestimmung und Klassifikation
4.2. Erfassung im Jahresabschluss
4.2.1. Ansatz
4.2.2. Bewertung
4.2.3. Abschreibungen und Wertminderungen
4.2.4. Angabepflichten

Schlussbetrachtung

Anhang

Glossar

Quellenverzeichnis

Einführung

In den vergangenen Jahren ist eine zunehmende Internationalisierung der Kapitalmärkte zu beobachten. Dies umfasst einerseits ausländische Investoren, die im Inland nach einer geeigneten Anlagemöglichkeit suchen. Andererseits sind inländische Unternehmen auf ausländisches Kapital angewiesen, um das weitere Wachstum zu finanzieren. Derartiges grenzüberschreitendes Investment wird erleichtert, wenn allen Beteiligten vergleichbare Informationen vorliegen.[1]

Insbesondere für deutsche Unternehmen steigt die Bedeutung international gültiger einheitlicher Rechnungslegungsstandards, da ausländische Investoren spezifische Erwartungen an die Rechnungslegung deutscher Unternehmen haben. Die kontinental-europäische Rechnungslegung, die durch das deutsche Bilanzrecht gemäß HGB vertreten wird, ist durch das Gesellschafts- und Steuerrecht geprägt und insbesondere dem Gläubigerschutz verhaftet.[2] Internationale Investoren haben aus diesem Grunde immer weniger Vertrauen zum deutschen Handelsrecht. Dagegen ist die angloamerikanische Rechnungslegung- US-GAAP * und IAS *- investororientiert. Somit zielen immer mehr europäischen Unternehmen darauf ab, durch Anwendung der US-GAAP und IAS einen erleichterten und weniger kostenintensiven Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten zu finden.

Die Bedeutung immaterieller Vermögenswerte für deutsche sowie internationale Unternehmen wächst stetig, da bei der Bestimmung des Wertes von Unternehmen der Anteil der immateriellen Werte am Gesamtwert immer größer wird. Vor allem für die externe Rechnungslegung werden durch diese Entwicklung zahlreiche Fragen nach der Behandlung immaterieller Vermögenswerte aufgeworfen. Die Probleme, die oftmals hiermit verbunden sind, resultieren aus dem wichtigsten Merkmal dieser Werte, der Immaterialität.

Vor diesem Hintergrund wird sich der erste Teil dieser Arbeit mit den Rechnungsstandards nach IAS und US- GAAP beschäftigen. Hierbei werden Zielsetzung, Grundprinzipien sowie der Aufbau des Jahresabschlusses kurz dargestellt. Schließlich werden im zweiten Teil begriffliche Bestimmung, Ansatz, Bewertung und Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte als Beispiel für die Bilanzierung von Abschlussposten nach IAS und US-GAAP erläutert und soweit wie möglich verglichen.

1. Bedeutung der internationalen Rechnungslegungsstandards

Die Frage nach einer internationalen Rechnungslegung stellt sich immer öfter für die meisten europäischen Unternehmen. Auslöser dieser Entwicklung sind unter anderem:

- die Konzentration der internationalen Kapitalmärkte
- die Globalisierung der Waren- und Dienstleistungsmärkte
- Wachsender Einfluss ausländischer institutioneller Anleger
- die wertorientierten Steuerungs- und Leistungsbemessungssysteme
- die verstärkte Harmonisierung und Internationalisierung von Rechnungslegungsvorschriften.[3]

Diese Entwicklungen werden durch ein wachsendes Informationsbedürfnis der Investoren und dem Wunsch nach einer besseren Vergleichbarkeit der kapitalmarktorientierten Konzernabschlüsse begleitet.

Besonders zum deutschen Handelsrecht haben internationale Investoren wenig Vertrauen, da die handelsrechtlichen Vorschriften als Rechnungslegungszweck vorrangig den Gläubigerschutz verfolgen. Das Gläubigerprinzip, welches Gewinne und Verluste eher vorsichtig betrachtet, wird oft missbraucht. Nach Handelsrecht bilanzierende Unternehmen weisen in der Bilanz eher weniger Gewinne aber höhere Verluste aus. Dies führt zu einer Verzerrung der tatsächlichen Informationen. Durch das Maßgeblichkeitsprinzip* der Handelsbilanz zur Steuerbilanz kann die Darstellung der Informationen auch verfälscht werden.[4]

Der schlechte Ruf der deutschen Jahresabschlüsse im Ausland und die betriebswirtschaftlich nicht verständliche Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) hatten zur Folge, dass im April 1998 der § 292a in das HGB eingefügt wurde, gemäß welchem börsenorientierte deutsche Unternehmen ihren Konzernabschluss nach IAS oder US- GAAP anstatt nach dem HGB

erstellen konnten.

Ab 2005 werden nach dem neuen §315a HGB alle in der EU ansässigen Mutterunternehmen, in die internationale Rechnungslegung einbezogen. Dies wird das Vertrauen in die Jahresabschlüsse fördern, das Risiko der Investoren und somit die Kapitalkosten der Unternehmen senken. Die Einführung der IAS / IFRS* wird allen Unternehmen nutzen, die in irgendeiner Form den Kapitalmarkt in Anspruch nehmen. Parallele bzw. duale (einer nach dem HGB, einer nach IAS oder US- GAAP) Konzernabschlüsse sind mit diesem Gesetz nicht mehr notwendig. Unternehmen, deren Wertpapiere an einer Börse in den Vereinigten Staaten notiert und bisher nach US-GAAP bilanziert wurden, müssen voraussichtlich 2007 auch auf IAS umgestellt werden,[5] da sie unter anderem von einem supranationalen Standard-Setter erlassen und von der weltweiten Vereinigung der Börsenaufsichtsbehörde (IOSCO*) unterstützt werden.[6]

2. Ziele und Grundsätze der Rechnungslegung nach IAS und US-GAAP

Um die Ziele der Rechnungslegung zu erreichen, muss die Bilanzierung nach bestimmten Regeln erfolgen. Diese Regeln werden Rechnungslegungsgrundsätze genannt. Sie beinhalten allgemeine Formulierungen, aus denen konkrete Vorschriften zur Behandlung einzelner Geschäftsvorfälle in Buchhaltung, Inventar, Bilanz und GuV- Rechnung abzuleiten sind, sowie konkrete Vorschriften.[7]

Die in den USA seit 1939 entwickelten Rechnungslegungsprinzipien US-GAAP, verfolgen zwar die Zielsetzung der Informationsvermittlung und Entscheidungshilfe hauptsächlich für Kreditgeber und Aktionäre, sind aber den Grundprinzipien und den Zielen der IAS sehr ähnlich. Es gelten bis auf kleine Details die gleichen Grundsätze wie in der IAS.

Als Ziel des Jahresabschlusses nach IAS und US-GAAP wird im Conceptual Framework* die Befriedigung von Informationsbedürfnissen genannt. Die Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über ihre Veränderungen sollen einem weiten Adressatenkreis bei dessen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich sein, denn die Interessen der Kapitalgeber, insbesondere der Eigenkapitalgeber, stehen in der IAS und US-GAAP im Vordergrund.

Um der Zielsetzung dieser decision usefulness möglichst nahe zu kommen, sollen folgende Grundsätze der Rechnungslegung erfüllt sein.

Grundannahmen ( underlying assumptions )

Das Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung (accrual basis) nach IAS sowie nach US-GAAP stellt sicher, dass Geschäftsvorfälle unabhängig von ihrer Zahlungswirksamkeit in der Periode ihres wirtschaftlichen Eintretens abgebildet werden. Bei der Grundannahme der Unternehmensfortführung (going concern) wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen in einem voraussehbaren Zeitraum weder die Absicht hat noch gezwungen ist, seine Tätigkeit einzustellen oder wesentlich einzuschränken. Ohne diesen Grundsatz können die Zielsetzungen eines Jahresabschlusses nach IAS/US-GAAP nicht erreicht werden.[8]

Qualitative Anforderungen (qualitative characteristics )

Unter der Voraussetzung obiger Grundannahmen werden an die Informationen aus dem Jahres­abschluss bestimmte Anforderungen gestellt, um dem Ziel der Nützlichkeit für den Adressaten gerecht zu werden. (→ siehe Abbildung S. 5) Die Forderung nach Verständlichkeit (under- standability) verlangt Informationen, die dem sachverständigen und interessierten Bilanz­leser begreiflich sind. Informationen dürfen im Abschluss aber nicht nur deshalb weg­gelassen werden, weil sie für einige Adressaten nicht verständlich sein könnten.

Der Grundsatz der Relevanz (relevance) fordert, dass nur entscheidungsrelevante Informationen ausgewiesen werden.[9] Informationen gelten nur dann relevant, wenn sie die wirtschaftlichen Entscheidungen der Adressaten beeinflussen, indem sie ihnen bei der Beurteilung vergangener, derzeitiger oder zukünftiger Ereignisse helfen.[10] Entscheidend für die Relevanz einer Information sind ihre Eigenart (nature) und ihre Wesentlichkeit (materiality). Wesentlich ist eine Information immer dann, wenn ihre Unterlassung oder ihre Verfälschung die wirtschaftlichen Entscheidungen des Bilanzlesers beeinflussen kann.

Zuverlässigkeit ( reliability ) bildet die Grundlage für die Nützlichkeit von Informationen. Sie gelten nämlich nur dann als verlässlich, wenn sie keine wesentlichen Fehler enthalten und nicht verzerrt sind.

Unterpunkte zu diesem Kriterium sind die Grundsätze der glaubwürdigen Darstellung ( faithful representation ), der wirtschaftlichen Betrachtungsweise ( substance over form), der Neutralität ( neutrality ), der Vorsicht ( prudence ) und der Vollständigkeit der Daten ( completeness ). Wie diese Abstufung zeigt, spielt das Vorsichtsprinzip in den IAS/US-GAAP Regelungen im Gegensatz zum Handelsgesetzbuch nur eine untergeordnete Rolle.

Das vierte qualitative Merkmal ist die Vergleichbarkeit ( comparability ) und die darin eingezogene Stetigkeit ( consistency ). [11] Vergleichbarkeit umfasst sowohl die innerbetriebliche Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Perioden, als auch die zwischenbetriebliche Vergleichbarkeit.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nebenbedingungen ( constraints on relevant and reliable information )

Da mit zunehmender Entfernung der Publizität des Jahresabschlusses vom Bilanzstichtag die Relevanz der Informationen für die Adressaten abnimmt[13], wird eine zeitnahe Informationsübermittlung gefordert. Die Forderung nach Zeitnähe ( timeliness ) der der Berichterstattung kann auch zu Konflikten führen.

Als Sachzwang kann man die Abwägung der Kosten und des Nutzens ( balance between benefits and costs ) einer Information bezeichnen. Die Messung des Informationsnutzens dürfte aber Probleme hervorrufen, da dieser von den einzelnen Jahresabschlussadressanten unterschiedlich beurteilt wird.[14]

Eine angemessene Ausgewogenheit zwischen den qualitativen Anforderungen ( balance between qualitative characteristics ) ist auch erforderlich, um die Zielsetzung des Abschlusses zu erreichen. Die Anwendung der oben beschriebenen qualitativen Anforderungen führt im Regelfall zu einem Abschluss, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild ( true and fair view ) vermittelt.

[...]


[1] http://www.brainguide.com/ausgewaehlte-problemfelder-der-internationalen-rechnungslegung-nach-ias-teil-ii/publicationdetail,3,,,,,,4732publicationId.html

[2] Vgl. Kremin-Buch, Beate; Internationale Rechnungslegung, Gabler Verlag, Wiesbaden 2000, S. 1

* = Siehe Glossar

[3] Vgl. http://www.rrz.uni-hamburg.de/steuerlehre/IAS.pdf

[4] Vgl. http://212.48.140.154:8080/messages/404i.htm?ref=http://myckr.nm.ru/knowledge/Internationale_ Bilanzierung_Vergleich.pdf

[5] Vgl. http://www.hk24.de/HK24/HK24/produktmarken/index.jsp?url=http%3A//www.hk24.de/HK24/HK24/ produktmarken/recht_und_fair_play/handels_und_gewerberecht/ gesellschaftsrecht/ internat_ rechnungsregelung_ias_ifrs.jsp

[6] Vgl. Baumann, Kirsten u.a.: Praxis-Lexikon : Internationale Rechnungslegung und Prüfung, Verlag moderne Industrie AG, Landsberg 2001, S.23

[7] Vgl. Kremin-Buch, Beate; Internationale Rechnungslegung, Gabler Verlag, Wiesbaden 2000, S. 8

[8] Vgl. http://www.ax-net.de/inhalt/bilanz/iasgob/ias_gob.htm#13

[9] Vgl. Achleitner, Ann-Kirstin: International Accounting Standards: Ein Lehrbuch zur internationalen Rechnungslegung, Beck’sche Verlag, München 2001, S. 87

[10] Vgl. Heyn, Sven u.a.: IAS/US-GAAPIHGB im Vergleich: Synoptische Darstellung für den Einzel- und Konzernabschluss, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2000, S.36-39

[11] Vgl. Baumann, Kirsten u.a.: Praxis-Lexikon : Internationale Rechnungslegung und Prüfung, Verlag moderne Industrie AG, Landsberg 2001, S.55

[12] Heyn, Sven u.a..: IAS/US-GAAP/HGB im Vergleich, 3.Auflage, Stuttgart 2002 S.33-34

[13] Abb.: www.topsim.com/downloads/lehrunterlagen/lg_usgaap.pdf

[14] Pellens, Bernhard: Internationale Rechnungslegung, Schäffer- Poeschel Verlag, Stuttgart 2001, S. 392

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
IAS und US-GAAP am Beispiel Immaterieller Vermögenswerte
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,5
Jahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V40485
ISBN (eBook)
9783638389907
ISBN (Buch)
9783638655521
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es sind 2 kleine Hausarbeiten, je 10 Seiten, die in ein Referat erfasst wurden.
Schlagworte
US-GAAP, Beispiel, Immaterieller, Vermögenswerte, IAS
Arbeit zitieren
Anonym, 2004, IAS und US-GAAP am Beispiel Immaterieller Vermögenswerte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40485

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